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stint

ae. bis sprichw. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stint m.

Bd. 18, Sp. 3172
stint, m., name eines kleinen fisches, osmerus eperlanus Brehm tierl. (1890) 8, 346. nd. und nl. wort, s. Schiller-Lübben 4, 404, Verwijs-Verdam 7, 2155, vgl. auch 1stinz. unklarer herkunft. meist zu einer germ. wurzel *stent 'verkürzen' in nhd. stunz 'kurz, rund, stumpf' u. s. w. (s. teil 10, 4, 549; von Walde-Pokorny 2, 618 auf (s)teud- 'stoszen' bezogen) und stenzen 'stoszen, verkürzen' (teil 10, 2, 2371) gestellt, s. Fick III4 482 (doch gehört das dort angeführte norw. stinta 'knapp ausreichen' wegen der sonstigen bedeutungen 'schleppen, sich bis zum äuszersten anspannen, schwer halten, die äuszerste anstrengung nötig machen' nicht hierher, s. Torp 717). — aus dem nd. entlehnt ist lit. stìnta 'stint', s. Alminauskis die germanismen des lit. (1934) 119. norw. stint, stinta 'stint, auch sonstiger kleiner fisch' stammt vielleicht ausn. stint (schwed. dial. 'salmo albula'), da westnord. nt sonst zu tt assimiliert ist; ob dasn. wort weiter aus dem nd. stammt, ist fraglich, besonders dann, wenn schwed. dial. stinta, stunta 'halberwachsenes mädchen' zugehört, s. Hellquist 871 (ganz anders Torp 717). vgl. auch stinkfisch, stinkling und stinks. im nd. längs der küste verbreitet, vgl. fürs mnd.: quam in ener nacht al dat ies ut der Elue ... und darna ... quam de stint ersto Hamb. chr. 181 Lapp.; fürs neund.: brem.-nds. wb. 1037, Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 319b, Mensing schlesw.-holst. 4, 854, Dähnert plattdt. wb. 462b, Frischbier preusz. 2, 372. in hd. schriftspr. begegnet stint seit dem älteren frühnhd., hauptsächlich auf md.-norddt. boden: quisquilie stint Trochus prompt. (Lpz. 1517) j 1b; lachs und stör gehet desz armen thür für, hering und stint dasz ist das man da find Petri d. Teutschen weiszh. (1604/5) 2, Mm 2b; spirinchus stint J. Orsäus nomencl. (1623) 67; es werden hie gefunden ... stöer, stindt, steinbutten J. Micraelius altes Pommerland (1640) 2, 384; insonderheit werden viel kleine sardinen und stint gefangen Mandelslo morgenl. reise (1696) 20 Olearius; wer kann jede gattung zählen, die in flüsz- und bächen sind? karpen, quappen, lachs, makrelen, dosch, forellen, zungen, stint Brockes ird. vergn. (1744) 1, 308; o sieh, wie alles weit und breit ... vom storche bis zum spatz sich freut, vom karpfen bis zum stint F. W. A. Schmidt v. Werneuchen i. n. Berl. musenalm. (1797) 87 (der mai 1795); der eine theil ... spricht von ... ikleien, steckerlingen und stinten im Plötzensee Gutzkow ges. w. (1872 ff.) 5, 183. in norddt. umgangssprache ist stint besonders verbreitet in dem vergleich wie ein stint, plattdeutsch as n stint für blindes, unüberlegtes handeln und unmäszige gefühlsäuszerungen, so: he wagd sien levend as n stint Lüpkes seemannspr. 19; Doornkaat-Koolman 3, 319b; Mensing 4, 854; verliebt wie ein stint Körte sprichw. (1837) 414; Betcke Königsberger ma. 60; Meyer d. richtige Berliner9 173; sich freuen wie ein stint: er freute sich wie ein stint, dasz er ihn nicht mit hereingenommen hatte Gorch Fock seefahrt ist not (1914) 9 (die vielfach Büchmann [vgl. geflügelte worte27 210] nachgeschriebene meinung, diese wendung stamme aus dem oben zitierten gedicht Schmidts v. Werneuchen ist falsch, eher hat Schmidt die redensart gekannt, vgl. ganz ähnlich aus Schlesien sich freuen wie ein itsch [kröte, frosch] G. Schoppe in: germ.-rom. monatsschr. 26 [1938] 73); und ärgert sich als wie ein stint, dasz andre leute eitel sind W. Busch kritik des herzens (1930) 19; anders, aber mit der bedeutung im vergleich wie ein stint verwandt, die gutmütig scheltende aufforderung, eine starr ablehnende haltung aufzugeben: sei kein stint! wärst doch n glas bier vertragen können G. Falke Ohlsens gang (1908) 101, vgl. berlinisch sei kein frosch Meyer richt. Berliner9 68.
3794 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    stintst. M. (a?)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    stint , st. M. (a?) nhd. Sandpfeifer E.: s. germ. *stunta-, *stuntaz, Adj., kurz, knapp, dumm; vgl. idg. *steud-, *teud-…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stintM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    stint , M. nhd. Stint, ein Fisch, Spierling, Grundel ÜG.: lat. osmerus eperlanus? Hw.: vgl. mhd. stinz E.: s. mhd. stinz…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stint

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Stint , des -es, plur. die -e, ein Nahme verschiedener sehr kleiner eßbarer Flußfische. 1. Des Salmo Eperlanus Linn.…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stint

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Stint , lat. Osmerus , eine Fischgattung aus der Ordnung der Bauchflosser und der Familie der Lachse (s. d.), den Forell…

  5. modern
    Dialekt
    Stintm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Stint m. kleiner Lachsfisch, Stint, osmerus eperlanus 1. Sachl.: der Stint ist ein Wanderfisch, der jedoch auch in versc…

  6. Sprichwörter
    Stint

    Wander (Sprichwörter)

    Stint 1. Der Stint ist ein kleiner Fisch und kommt nur auf armer Leute Tisch. ( Ostpreuss. ) Die fischreichen Seen Masur…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stint

44 Bildungen · 43 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

stint‑ als Erstglied (30 von 43)

Stintboors

MeckWB

Stintboors m. wie Driwboors ( vgl. d., Bd. 2, 506 ).

Stintbüdel

MeckWB

stint·buedel

Stintbüdel m. 1. Netzsack der Wade Gü Vietg ; Syn. Hinnenbüdel. 2. Netzsack der Zeese ( Ro AHag ) D. Jb. f. Volksk. 14, 24.

Stintflag'

MeckWB

stint·flag

Stintflag' Stinten- f. Regenschauer im Frühling, das den Stintfang begünstigt: Pl. Stintflagen Lu NKal ; Stintenflagen Laup. Kü. 3, 282; Me.…

stintflage

DWB

stint·flage

stintflage , f. , ' kleines, ziehendes unwetter '. wohl kaum zu dem fischnamen stint (' wetter, das die stinte unruhig macht ' Schütze holst…

Stintflock

DRW

stint·flock

Stintflock, Stinzflock, n.? wie Stinthake vgl. Seeflock, Stint die stintzflacken sollen allein in der zeit, wenn der stintz gefangen wirdt, …

Stinthake

DRW

stint·hake

Stinthake, m. kleinmaschiger Netzsack zum Fangen von Stint bdv.: Stintflock Sachhinweis: NdJb. 37 (1911) 123 ock schall des prouestes garnsm…

Stinthamen

Adelung

stint·hamen

Der Stinthamen , des -s, plur. ut nom. sing. ein enger Hamen, die Stinte darin zu fangen.

Stinthœkel

MeckWB

Stinthœkel m., n. letzter Sackring mit engen Maschen am Fischernetz: wenn man keen Stinthœkel achter hett, kriggt man ok keen Stint Wi Klein…

stinthāke

KöblerMnd

stinthāke , M. nhd. kleinmaschiger Netzsack für den Fischfang? E.: s. stint, hāke (1) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stinthâke)

stinthāme

KöblerMnd

stinthāme , M. nhd. beutelförmiges Stellnetz, Fangsack für den Stintfang E.: s. stint-, hāme (1) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stinthāme)

Stintkönig

MeckWB

stint·koenig

Stintkönig m. scherzhaft für kleinen Menschen: 'n Kierl as 'n Stintkönig Ro Ribn .

Stintkopf

Wander

stint·kopf

Stintkopf Es sind Stintköpfe. So nannte man früher die Einwohner von Wollin, weil ein beträchtlicher Theil derselben vom Fischfang lebt. Der…

Stintkor

MeckWB

stint·kor

Stintkor -karr f. Karren, auf dem die Fischfrau Stint feilhält; Rda.: üm dee (ein Mädchen ohne Freier) is Drang as üm ne leddig Stintkarr St…

stintkülderinge

KöblerMnd

stint·külderinge

stintkülderinge , F. nhd. Laichen der Stinte E.: s. stint, külderinge L.: Lü 381a (stintvanc/stintkulderinge) Son.: örtlich beschränkt

stintkȫpinge

KöblerMnd

stintkȫpinge , F. nhd. Stintkauf E.: s. stintkȫpen, inge, stint, kȫpinge L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintkȫpinge) Son.: langes ö

Stintlein

Wander

stint·lein

Stintlein Er ging ein Stintlein zu angeln und hat einen Lachs gefangen.

stintlēk

KöblerMnd

stintlēk , M., N. nhd. Laichen der Stinte, Laichzeit der Stinte E.: s. stint, lēk (1) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintlê[i]k)

Stintmäuser

MeckWB

stint·maeuser

Stintmäuser m. 'Stintzerstampfer', Scherzname der Einwohner von Ro AHag : de Olthäger sünd de Stintmäusers Wo. Seem. 1, 128; vgl. Stint 1.

Stintmann

MeckWB

stint·mann

Stintmann m. Stintaufkäufer; nur als PN. erhalten Schö Rehna ; Wi; Wa Kieve .

stintmarket

KöblerMnd

stint·market

stintmarket , M. nhd. Stintmarkt, Markt der Stinthändler E.: s. stint, market L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintmark[e]t) Son.: örtlich besc…

stintpāl

KöblerMnd

stintpāl , M. nhd. Pfahl im Wasser an dem die Stintreusen befestigt werden E.: s. stint, pāl (1) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintpâl), Lü …

stintrǖse

KöblerMnd

stintrǖse , F. nhd. Stintreuse, Reuse für den Stintfang E.: s. stint, rǖse L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintrǖse), Lü 381a (stintruse) Son.…

stintschip

KöblerMnd

stint·schip

stintschip , N. nhd. Stintschiff, Schiff für den Stintfang E.: s. stint, ship (2) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintschip)

Stintstart

MeckWB

stint·start

Stintstart m. Stintschwanz; im Leberreim: de Läwer is von 'n Hääkt un nich von 'n Stintstart Ma Giel .

stintstat

KöblerMnd

stint·stat

stintstat , N. nhd. „Stintstatt“, Anlegeplatz der Stintfischer E.: s. stint, stat (3) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintstat)

Stintstecher

Wander

stint·stecher

Stintstecher Er ist ein Stintstecher. – Frischbier 2 , 3640. Ein Tolkemiter. Nach einer alten Sage wurde Tolkemit einst von einem grossen St…

stint als Zweitglied (1 von 1)

Ellerstint

MeckWBN

eller·stint

Wossidia Ellerstint m. Elritze, phoxinus phoxinus R. Jesse Fische 16.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stint". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stint/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „stint". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stint/dwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stint". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stint/dwb.
BibTeX
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