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Stint

ae. bis sprichw. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
17 in 15 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Stint m.

Bd. 6, Sp. 875
Wossidia Stint m. kleiner Lachsfisch, Stint, osmerus eperlanus 1. Sachl.: der Stint ist ein Wanderfisch, der jedoch auch in verschiedenen Gewässern heimisch wurde und hier besondere Arten entwickelte; 'der Stint findet sich in allen unsern Seen, die einen sandichten Grund haben' (1794) Siemss. Fische 57; 'der Fisch (Stint) ist sowohl an der Ostseeküste wie in vielen Seen und Flüssen sehr häufig' (1903) Jesse Fische 21; im 19. Jh. ist er für einzelne meckl. Seen bezeugt: 'der Stint (kommt im Plauer See) häufig, aber lange nicht häufig genug (vor), weil die Stinte die Hauptnahrung für die Raubfische unserer Seen (Hechte, Barsche usw.) sind' Arch. Landesk. 13, 302; 'der Stint (ist) häufig an den tiefsten Stellen (der Müritz). Die Tiefe neben dem Hofe Klink heißt 'die Stintkuhle'' 14, 17; er diente trotz üblen Geruchs der menschlichen Nahrung: sonn Stint, De man in Schw'rin veel ett Babst 3, 174; auf seinen Verkauf durch die Fischfrau deutet das unt. 2 angeführte Lied aus Ro, das zugleich den Stint als Ostseefisch bezeugt; Stint als Köderfisch der Angler Rass. 156; die Fischländer Fischer haben früher viele Stinte gefangen, sie haben diese ausgepreßt und Brennöl für die Lampen daraus gewonnen RoRostock@WustrowWustr, vgl. Stintmäuser. 2. Sprachbelege: spirinchus 'ein Stindt' Chytr. 390; 'de Spirincho. Nominatur autem hic pisciculus circa Rostochium et alibi Stint' Gesner Hist. animal. (1604), 4, Paralip. 30; ironische Rdaa.: du (Vielfraß) ettst jo woll 'n ganzen Stint mit eenmal up PaParchim@PlauPlau; Mustüffel (s. Maustüffel, Bd. 4, 1149) un Stint gifft 't fuustendick up Brot es geht sehr ärmlich her Wa; bildl.: Mudder N.sch (eine Fischerfrau) lett de Stint ut es kommt eine dunkle Wetterwolke Wo. Sa., zur Erklärung s. Stintflag'; Abfertigung: wat gifft 't tau äten? — Heidelbeeren un Stint PaParchim@PlauPlau; im Kitzelreim: Köp di 'n Stint Vör dat lütte Kind Wo. V. 3, 359; im Fastnachtsreim: Hiring un Stint 4, 791; im Erzählreim: Stinte, leewe Stinte, min Vadder gaff Stint Nd. Kbl. 4, 21; Reimantwort der Jungen auf den Ausruf des Aufkäufers: Stint! — Vör 'n Noors sünd s' blind HaHagenow@LankLank; im Wiegenlied: Hiring un Stint, Slap to, du leewes Kind Wo. V. 3, 15 a; Anfang eines Rostocker Liedes: An de Eck von de Steinstrat Steht de Ollsch mit Stint. Häufig in Vgll.: so witt warden as 'n Stint (erbleichen): Hey. Punsch. 107; so witt utseihn as en Stint (krankhaft blaß): Nds. 8, 77a; springlebennig sin as ein Stint: Puls Hw. 100; vergnäugt sin as ... (sehr vergnügt): Gad.-Trotsche Frünn' 245; sick freuen as 'n Stint sich sehr freuen RoRostock@RibnitzRibn, vgl. Nd. Kbl. 31, 14; ... as 'n Stint in de Möllenbäk Müll.-Friese 14; sick hœgen as 'n Stint vor Freude lachen HaHagenow@LankLank; sick maken as 'n Stint stolz tun GüGüstrow@GülzowGülz; sick in de Bost smiten as ... Bütz; sin Läben wagen as 'n Stint tollkühn, verwegen sein Leben aufs Spiel setzen, handeln: Reut. 4, 349; Wa; SchwSchwerin@PampowPamp, vgl. Nd. Kbl. 31, 15; ... as 'n Stint in sœben Faden Water RoRostock@GresenhorstGres; sin Läben riskieren as 'n Stint un in 't Water springen desgl. GüGüstrow@AhrenshagenAhr; verwagen (verwogen, tollkühn) sin as sonn' Stint: Babst 3, 174; nig'lich sin as 'n Stint MaMalchin@StavenhagenStav; verleewt sin ... Ro. 3. PN.: 'Johannes Stint, advocatus' (Gü 1285) UB. 3, 196; 262; 296. — FN.: Stintäuwer (RoRostock@DierhagenDierh); -horst (Wa); -kul (s. ob. 1); -züge (StaStargard@MirowMir). — Mnd. stint. — Br. Wb. 4, 1037; Dä. 462b; Kü. 3, 282; Me. 4, 854.
3337 Zeichen · 83 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    stintst. M. (a?)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    stint , st. M. (a?) nhd. Sandpfeifer E.: s. germ. *stunta-, *stuntaz, Adj., kurz, knapp, dumm; vgl. idg. *steud-, *teud-…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stintM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    stint , M. nhd. Stint, ein Fisch, Spierling, Grundel ÜG.: lat. osmerus eperlanus? Hw.: vgl. mhd. stinz E.: s. mhd. stinz…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stint

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Stint , des -es, plur. die -e, ein Nahme verschiedener sehr kleiner eßbarer Flußfische. 1. Des Salmo Eperlanus Linn.…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stint

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Stint , lat. Osmerus , eine Fischgattung aus der Ordnung der Bauchflosser und der Familie der Lachse (s. d.), den Forell…

  5. modern
    Dialekt
    Stintm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Stint m. kleiner Lachsfisch, Stint, osmerus eperlanus 1. Sachl.: der Stint ist ein Wanderfisch, der jedoch auch in versc…

  6. Sprichwörter
    Stint

    Wander (Sprichwörter)

    Stint 1. Der Stint ist ein kleiner Fisch und kommt nur auf armer Leute Tisch. ( Ostpreuss. ) Die fischreichen Seen Masur…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stint

44 Bildungen · 43 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

stint‑ als Erstglied (30 von 43)

Stintboors

MeckWB

Stintboors m. wie Driwboors ( vgl. d., Bd. 2, 506 ).

Stintbüdel

MeckWB

stint·buedel

Stintbüdel m. 1. Netzsack der Wade Gü Vietg ; Syn. Hinnenbüdel. 2. Netzsack der Zeese ( Ro AHag ) D. Jb. f. Volksk. 14, 24.

Stintflag'

MeckWB

stint·flag

Stintflag' Stinten- f. Regenschauer im Frühling, das den Stintfang begünstigt: Pl. Stintflagen Lu NKal ; Stintenflagen Laup. Kü. 3, 282; Me.…

stintflage

DWB

stint·flage

stintflage , f. , ' kleines, ziehendes unwetter '. wohl kaum zu dem fischnamen stint (' wetter, das die stinte unruhig macht ' Schütze holst…

Stintflock

DRW

stint·flock

Stintflock, Stinzflock, n.? wie Stinthake vgl. Seeflock, Stint die stintzflacken sollen allein in der zeit, wenn der stintz gefangen wirdt, …

Stinthake

DRW

stint·hake

Stinthake, m. kleinmaschiger Netzsack zum Fangen von Stint bdv.: Stintflock Sachhinweis: NdJb. 37 (1911) 123 ock schall des prouestes garnsm…

Stinthamen

Adelung

stint·hamen

Der Stinthamen , des -s, plur. ut nom. sing. ein enger Hamen, die Stinte darin zu fangen.

Stinthœkel

MeckWB

Stinthœkel m., n. letzter Sackring mit engen Maschen am Fischernetz: wenn man keen Stinthœkel achter hett, kriggt man ok keen Stint Wi Klein…

stinthāke

KöblerMnd

stinthāke , M. nhd. kleinmaschiger Netzsack für den Fischfang? E.: s. stint, hāke (1) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stinthâke)

stinthāme

KöblerMnd

stinthāme , M. nhd. beutelförmiges Stellnetz, Fangsack für den Stintfang E.: s. stint-, hāme (1) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stinthāme)

Stintkönig

MeckWB

stint·koenig

Stintkönig m. scherzhaft für kleinen Menschen: 'n Kierl as 'n Stintkönig Ro Ribn .

Stintkopf

Wander

stint·kopf

Stintkopf Es sind Stintköpfe. So nannte man früher die Einwohner von Wollin, weil ein beträchtlicher Theil derselben vom Fischfang lebt. Der…

Stintkor

MeckWB

stint·kor

Stintkor -karr f. Karren, auf dem die Fischfrau Stint feilhält; Rda.: üm dee (ein Mädchen ohne Freier) is Drang as üm ne leddig Stintkarr St…

stintkülderinge

KöblerMnd

stint·külderinge

stintkülderinge , F. nhd. Laichen der Stinte E.: s. stint, külderinge L.: Lü 381a (stintvanc/stintkulderinge) Son.: örtlich beschränkt

stintkȫpinge

KöblerMnd

stintkȫpinge , F. nhd. Stintkauf E.: s. stintkȫpen, inge, stint, kȫpinge L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintkȫpinge) Son.: langes ö

Stintlein

Wander

stint·lein

Stintlein Er ging ein Stintlein zu angeln und hat einen Lachs gefangen.

stintlēk

KöblerMnd

stintlēk , M., N. nhd. Laichen der Stinte, Laichzeit der Stinte E.: s. stint, lēk (1) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintlê[i]k)

Stintmäuser

MeckWB

stint·maeuser

Stintmäuser m. 'Stintzerstampfer', Scherzname der Einwohner von Ro AHag : de Olthäger sünd de Stintmäusers Wo. Seem. 1, 128; vgl. Stint 1.

Stintmann

MeckWB

stint·mann

Stintmann m. Stintaufkäufer; nur als PN. erhalten Schö Rehna ; Wi; Wa Kieve .

stintmarket

KöblerMnd

stint·market

stintmarket , M. nhd. Stintmarkt, Markt der Stinthändler E.: s. stint, market L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintmark[e]t) Son.: örtlich besc…

stintpāl

KöblerMnd

stintpāl , M. nhd. Pfahl im Wasser an dem die Stintreusen befestigt werden E.: s. stint, pāl (1) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintpâl), Lü …

stintrǖse

KöblerMnd

stintrǖse , F. nhd. Stintreuse, Reuse für den Stintfang E.: s. stint, rǖse L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintrǖse), Lü 381a (stintruse) Son.…

stintschip

KöblerMnd

stint·schip

stintschip , N. nhd. Stintschiff, Schiff für den Stintfang E.: s. stint, ship (2) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintschip)

Stintstart

MeckWB

stint·start

Stintstart m. Stintschwanz; im Leberreim: de Läwer is von 'n Hääkt un nich von 'n Stintstart Ma Giel .

stintstat

KöblerMnd

stint·stat

stintstat , N. nhd. „Stintstatt“, Anlegeplatz der Stintfischer E.: s. stint, stat (3) L.: MndHwb 3, 491 (stintvanc/stintstat)

Stintstecher

Wander

stint·stecher

Stintstecher Er ist ein Stintstecher. – Frischbier 2 , 3640. Ein Tolkemiter. Nach einer alten Sage wurde Tolkemit einst von einem grossen St…

stint als Zweitglied (1 von 1)

Ellerstint

MeckWBN

eller·stint

Wossidia Ellerstint m. Elritze, phoxinus phoxinus R. Jesse Fische 16.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stint". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stint/meckwb?formid=S09746
MLA
Cotta, Marcel. „stint". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stint/meckwb?formid=S09746. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stint". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stint/meckwb?formid=S09746.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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