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Steine

mhd. bis Lex. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
Anchors
8 in 6 Wb.
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Steine

Bd. 5, Sp. 320
Steine, welche im thierischen Organismus vorkommen, sind abnorme Concremente, welche entweder durch Eindickung thierischer Säfte oder durch Incrustation fremder Körper entstanden sind. Durch Eindickung der Galle entstehen in der Gallenblase Gallen-S., durch Ablagerung von Kalksalzen aus dem Blut entstehen in den Venen Venen-S., in den Arterien Verknöcherungen der Arterien. Ebenso lagern sich z.B. in den Lungen und anderen parenchymatösen Organen aus erweichter Tuberkelmasse kalkartige Concremente ab. Durch Incrustation fremder Körper im Darmkanal, in der Blase, den Harnleitern in dem Nierenbecken entstehen Darm-, Blasen-, Nieren-S. Bei weitem die wichtigsten S., theils wegen ihres häufigen Vorkommens, theils wegen ihrer Folgen für das Leben u. deßwegen der mannigfachen operativen Technicismen halber, sind die Blasen-S. Wenn es nicht gelingt im Entstehen durch innerliche Arzneimittel die Weiterbildung derselben zu verhindern und die ersten Anfänge derselben wieder aufzulösen, so gibt es nur mechanische Mittel, d.h. operative Hilfe gegen dieses meistens sehr schmerzhafte Leiden. Gegenwärtig wird der Stein entweder durch den Steinschnitt (lithotomia) aus der Blase als Ganzes entfernt oder er wird in der Blase selbst zerbröckelt und in kleinen Fragmenten aus der Blase durch die Harnröhre entfernt. Alle übrigen Mittel, einen Blasenstein zu entfernen, müssen als bisher unpraktisch verworfen werden. Die ältere Art der Kunsthilfe ist die des Steinschnitts, und zwar gibt es deren eine Unzahl Methoden. Die historisch berühmtesten Methoden sind 1) der Steinschnitt mit der kleinen Geräthschaft (apparatus parvus), auch die Methode des Celsus genannt. 2) Der Steinschnitt mit der großen Geräthschaft (apparatus magnus, auch sectio Mariana genannt), zu Anfang des 16. Jahrh. von Marianus Sanctus de Barletta bekannt gemacht. 3) Der hohe Apparat (apparatus altus), zuerst von Franko 1561 geübt. 4) Der Seitensteinschnitt (sectio lateralis), von Franko erfunden und durch Jacques Beaulieu zu Ende des 17. Jahrh. hauptsächlich geübt, gegenwärtig eine der üblichsten Methoden. 5) Die sectio bilateralis von Dupuytren. 6) Die sectio rectovesicalis von Vegelius im 16. Jahrh., zu Ende des 18. Jahrh. von Hofmann, später von Sanson u. A. geübt. Die Steinzertrümmerung, obgleich auch schon alt und zuerst von einzelnen Laien an sich versucht, wurde doch erst 1823 durch Civiale Leroy und Amussal in die Chirurgie eingeführt. Sie beruht auf der Idee: durch die Harnröhre eine metallene Röhre in Form eines Katheders einzuführen, in der Blase mittelst eigener Vorrichtungen den Stein zu fassen, denselben zu zerkleinern und endlich die einzelnen Fragmente mittelst Einspritzen von lauem Wasser auszuspülen. Daß diese Procedur in Zwischenräumen oft wiederholt werden muß, versteht sich. Die Blasen-S. entstehen in der Regel dadurch, daß sich um einen, aus Harnsediment, das sich in der Blase gebildet hat, bestehenden Kern Incrustationen aus dem zur Sedimentirung geneigten Harne schichtenweise anlegen u. im Laufe der Zeit oft ein nicht unbedeutendes Volumen erreichen. Die Substanzen, aus welcher die Blasen-S. meistens bestehen, sind entweder Harnsäure und harnsaures Ammoniak, oder oxalsaurer Kalk, oder phosphorsaures Talkammoniak, in seltenen Fällen Xystin.
3276 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    steineswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    steine swv. steinige. ahd. steinôm Graff 6,692. dâ nâch wurfen si in ûʒ der stete unde steinten in spec. eccles. 30. vgl…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SteineDie

    Campe (1807–1813)

    † Die Steine , Mz. — n , die Karausche (Cyprinus carassias L .). Nemnich.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Steine

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Steine , welche im thierischen Organismus vorkommen, sind abnorme Concremente, welche entweder durch Eindickung thierisc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steine

128 Bildungen · 112 Erstglied · 13 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von steine

ste + -in + -e

steine leitet sich vom Lemma ste ab mit Suffixen -in und -e.

Zerlegung von steine 2 Komponenten

ste+ine

steine setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

steine‑ als Erstglied (30 von 112)

steinecht

FWB

1. ›steinig, voller Steine, mit Steinen übersät‹; 2. ›hart, verstockt (vom Herzen); zäh, verhärtet (von Eßbarem)‹; Ütr. zu 1.; 3. s. stein 3…

steinecke

DWB

stein·ecke

-ecke , f. : dann rauscht es ... über einen schroffen felsen, ... bis es durch einige hervorragende steinecken in mehrere strahlen getheilt …

steinëht

Lexer

stein·eht

steinëht adj. BMZ lapidosus, saxeus Dfg. 318 b . 514 c . nim ein rindes lebern, die niht steineht ( hart? ) sî Buch v. g. sp. 12,29. steinot…

steineiche

DWB

stein·eiche

steineiche , f. quercus robur L. Rossmäszler der wald 398 ; Holl pflanzenn. 80 a ; quercus ilex L. Hoops waldb. u. kult. 119 . in den wbb. s…

steineichel

DWB

steine·ichel

-eichel , f. frucht der steineiche: iligna glans ... steineycheln vocab. rei num. j 8 a ; Oken allg. natg. 3, 1781 . —

steineichen

DWB

steine·ichen

-eichen , adj. von der steineiche kommend Zehner nomencl. 307 ; Corvinus fons 429 ; iligneus steineichin Dentzler 1, 348 b ; robusteus Rode …

Steineichenfrucht

Campe

steineichen·frucht

Steineichenfrucht ) , Mz. — früchte , die Frucht der Steineiche, die Eicheln derselben. — — doch Kirke schüttete Steineichfrucht Inen zum Fr…

steineichenwald

DWB

steineichen·wald

-wald , m. Ritter erdk. 3, 769 ; einmal im verse verkürzt: oder wo von dem schwarzen steineichwalde herab der heilige schatten sich lagert C…

Steineicher

DRW

steine·icher

Steineicher, m. amtl. Vermesser und Prüfer von Bausteinen es ist erteilt, maister Hanns Beheim, den steynmetzen, zu einem steyneicher zu nem…

Steineidechse

RhWB

stein·eidechse

Stein-eidechse -Edəs Birkf-Bundenb Hintertiefenb [ -hēgəs Fischb ], Simm-Bruschd , Goar-Urbar Weiler ; -Erərəs Koch-Ellenz ; -Edərts Stdt (u…

Steineik

MeckWB

stein·eik

Steineik Steeneek f. 1. Traubeneiche, quercus petraea: ilex 'eine Steineiken' Chytr. 466; Steeneek Giese Pflanz. 43; s. Eik 4 (Bd. 2, 692); …

Steineikenlof

MeckWB

stein·eikenlof

Steineikenlof n. Laub von Traubeneichen; gegen Behexung soll man dem Vieh Steineikenlof zu fressen geben Wa Speck .

steineimber

KöblerMhd

steine·imber

steineimber , st. M. nhd. „Steineimer“, Steinfass E.: s. stein, eimber W.: nhd. DW- L.: Hennig (steineimer)

steineisen

DWB

stein·eisen

-eisen , n. eisernes werkzeug, um steine zu behauen oder löcher in sie zu schlagen, in gebrauch bei bildhauern und bergarbeitern: ' a sharp …

stê(i)neken

MNWB

steine·ken

stê(i)neken, n. , 1. pl. , Geröll, Kiesel, bes. am Strand und an seichten Stellen in Ufernähe. 2. kleiner Edelstein, Schmuckstein. 3. „scrup…

Steine, künstliche

Meyers

steine·kuenstliche

Steine, künstliche , mi weitesten Sinn alle künstlich hergestellten Steine im Gegensatz zu den natürlichen Steinen, also auch Ziegel, Lehmst…

steine als Zweitglied (13 von 13)

Bickelsteine

Wander

bickel·steine

Bickelsteine Bickelsteine (harte Steine, abgesprungene Stücke Kiesel). He sull wol Bickelsteen freten. ( Holst. ) Wird von einem sehr Hungri…

edelgesteine

KöblerMhd

edel·gesteine

edelgesteine , st. N. nhd. Edelgestein, wertvolles Gestein, eine Anzahl von Edelsteinen Hw.: vgl. mnd. ēdelgestēnte Q.: TürlWh, SGPr, EckhII…

gesteine

Lexer

gest·eine

ge-steine stn. BMZ edelsteine, schmuck davon, allgem. ( gewönl. mit dem adj. edel); die figuren im schachspiel Gudr. Wig. Geo. 149. vgl. ges…

schāchzabelgesteine

KöblerMhd

schāchzabel·gesteine

schāchzabelgesteine , st. N. nhd. Gesamtheit der Schachfiguren Q.: Suol, RqvI, HvNst (FB schāchzabelgesteine), Parz (1200-1210) E.: s. schāc…

stükstêⁱne

MNWB

stuk·steine

° stükstêⁱne , pl. , 1. Bruchstein als Abfallprodukt einer Ziegelei (Zs. Lüb. Gesch. 9, 32). 2. Steine aus dem Abbruch (Rost. Beitr. 7, 18).

ēdelgesteine

KöblerMnd

ēdelgesteine , M. Vw.: s. ēdelgestēnte

Ableitungen von steine (3 von 3)

ersteine

BMZ

ersteine swv. steinige. wolden sie ersteinet hân Mai 162,22. Pass. 175,12.

gesteine

Lexer

ge-steine stn. BMZ edelsteine, schmuck davon, allgem. ( gewönl. mit dem adj. edel); die figuren im schachspiel Gudr. Wig. Geo. 149. vgl. ges…

versteine

BMZ

versteine swv. tödte durch steinigen. die selben gar unreinen die hülf wir iu versteinen und ûf den hürden brennen frauend. 6,18. vgl. RA. 6…