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Steinbrech

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Steinbrech

Steinbrech

Stein m. ‘natürlicher, aus Mineralien bestehender, fester, harter Körper, Fels’, ahd. (8. Jh.), mhd. stein, asächs. mnd. stēn, mnl. nl. steen, afries. stēn, aengl. stān, engl. stone, anord. steinn, schwed. sten, got. stains (germ. *staina-) kann wie griech. stī́on (στῖον) ‘Kiesel’, aslaw. stěna, russ. stená (стена) ‘Wand’ als Bildung mit dem Suffix ie. -no- im Sinne von ‘das Harte, Verdichtete’ zu einer Wurzel ie. *stāi-, *stī̌- ‘(sich) verdichten, zusammendrängen, stopfen, gerinnen, stocken’ gestellt werden, zu der vielleicht auch aind. styā́yatē ‘gerinnt, wird fest’, griech. stī́ā (στία) ‘Steinchen, Kiesel’, stéār (στέαρ) ‘(stehendes) Fett, Talg’ (s. Stearin), lat. stīria ‘Tropfen’, lit. stìngti ‘fest werden, starr, steif werden, gerinnen’ gehören. Redensartlich Stein des Anstoßes ‘Ursache für ein Ärgernis’ (Luther), jmdm. einen Stein in den Garten werfen ‘etw. jmdm. zum Ärger tun’, Steine in den Weg legen ‘Hindernisse bereiten’ (16. Jh.). – steinhart Adj. ‘hart wie Stein, sehr hart, mitleidlos’, mhd. steinherte, -hart. steinreich Adj. ‘viele Steine, Felsbrocken aufweisend’, vor allem steigernd ‘sehr reich’ (15. Jh.). Ebenfalls vergleichend-steigernd steinalt Adj. ‘hochbetagt’ (16. Jh.). steinern Adj. ‘aus Stein bestehend’ (um 1500), älter ahd. (um 800), mhd. steinīn. steinig Adj. ‘voller Steine, uneben’, ahd. steinag (um 800), mhd. steinec, steinic. steinigen Vb. ‘durch Steinwürfe töten’ als Art der Hinrichtung (15. Jh.); älter steinen nach entsprechendem ahd. steinōn (9. Jh.), mhd. steinen; vgl. dagegen ahd. steinen ‘mit Edelsteinen besetzen’ (8. Jh.). versteinern Vb. ‘zu Stein machen oder werden’ (Ende 17. Jh.), für älteres versteinen, mhd. versteinen; versteinert Part.adj. ‘zu Stein geworden’ (von Fossilien), ‘erstarrt’ (18. Jh.); Versteinerung f. ‘zu Stein gewordener Überrest eines Lebewesens’ (18. Jh.). Steinbock m. Ziegengattung des Hochgebirges, mhd. steinboc, zu Stein ‘Fels’ (s. oben); daneben Steingeiß f., mhd. steingeiʒ. Als Name eines Tierkreiszeichens und Sternbilds (Stainpock, 15. Jh.) Übersetzung von lat. caprīcornus; aus lat. caper, Genitiv caprī ‘Bock’ und lat. cornū n., cornus m. ‘Horn’, entsprechend griech. aigócerōs (αὶγόκερως), aus griech. aíx, Genitiv aigós (αἴξ, αἴγός) f. ‘Ziege’, m. ‘Bock’ und kéras, in der Komposition -kerōs (κέρας, -κερως) ‘Horn’. Steinbrech m. Heilpflanze, gilt seit der Antike als „Steine brechendes“ Mittel bei Nieren- und Blasensteinen, ahd. steinbrehha, -brech(e) f. (Hs. 11. Jh.), spätmhd. steinbreche f., mnd. stēnbreke. Der Name ist eine Übersetzung von lat. saxifraga (herba) f., zu lat. saxifragus Adj. ‘Steine brechend’ (Plinius), aus lat. saxum ‘Fels, Stein’ und lat. frangere (frāctum) ‘zerbrechen’. Als Gattungsbegriff botan.-lat. Saxifraga (Linné 1753). Maskulines Genus beginnt vom 14. Jh. an sich durchzusetzen. Heilende Wirkung bei Steinleiden wird der Pflanze heute nicht mehr zugeschrieben. Doch die spätere Erklärung, der Name der Pflanze sei entstanden, weil sie „auf den Felsen und Steinklippen wachse“, ist eine nachträgliche und für eine Wiesenpflanze wie den Steinbrech überdies unzutreffende Interpretation. Vgl. Marzell 4, 139. Steingut n. ‘Geschirr aus Ton, glasierte Tonware’ (18. Jh.). Steinmetz m. ‘Bearbeiter von Steinen’, ahd. steinmezzo (um 1000), mhd. steinmetze. Dessen zweiter Bestandteil gilt als Rückentlehnung aus galloroman. *matsio ‘Maurer’ (woraus mlat. macio, matio sowie afrz. frz. maçon ‘Maurer’), das seinerseits aus dem Germ. hergeleitet wird, und zwar aus einem zu germ. *makō(n) in der Endung latinisierten *makjo ‘Maurer, Steinmetz’. In germ. *makō(n) sieht man eine Substantivbildung zu dem unter machen (s. d.) behandelten Verb, hier in seiner frühen, vorauszusetzenden Bedeutung ‘kneten, formen, zusammenfügen’ im Bereich des Lehmbaus. Steinpilz m. (Anfang 18. Jh.), wohl nach seinem festen Fleisch und dem steinähnlichen Äußeren der jungen Pilze.
3887 Zeichen · 144 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Steinbréch

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Steinbréch , des -es, plur. car. 1. Eine Pflanze, deren Arten fast insgesammt auf Felsen und hohen Gebirgen wachsen,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Steinbrech

    Goethe-Wörterbuch

    Steinbrech [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Steinbrech

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Steinbrech , Pflanzengattung, s. Saxifraga .

  4. modern
    Dialekt
    Steinbrech

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Steinbrech Band 3, Spalte 3,159f.

  5. Spezial
    Steinbrech

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stein|brech (Saxifraga sp.) m. (-[e]s,-e) ‹bot› fragacin (-s) m. ▬ Blaugrüner Steinbrech (Saxifraga caesia) m. ‹bot› fra…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steinbrech

22 Bildungen · 20 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von steinbrech 2 Komponenten

stein+brech

steinbrech setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

steinbrech‑ als Erstglied (20 von 20)

steinbrecheisen

DWB

steinbrech·eisen

-eisen , n. auf der heide war er dem alten steinschläger begegnet, der die stumpf gewordenen st. zum dorfschmied tragen muszte Rosegger III …

steinbrechen

DWB

stein·brechen

-brechen , vb. , bes. subst. inf. st., stein auszgraben, excidere lapides ex terra Maaler 386 a ; cœdere, revellere, incidere lapidem Stiele…

steinbrechend

DWB

steinbrech·end

-brechend , part. im unterschiede von steinbrechen nur von der steinkrankheit gebraucht: steynbrechend confect Ryff haussapoteck 249 b ; doc…

Steinbrechergeselle

DRW

steinbrecher·geselle

Steinbrechergeselle, m. wie Steinbrecher (II) soll auch kein steinbrecher-gesell oder knecht ohne wissen seines herrn einem anderen herrn ..…

Steinbrecherinnung

DRW

steinbrecher·innung

Steinbrecherinnung, f. Innung, Knappschaft der Steinbrecher (II) soll kein fremder in die steinbrecher-innung genommen werden, ehe er seine …

steinbrechære

KöblerMhd

stein·brechære

steinbrechære , st. M. nhd. „Steinbrecher“, Steinmetz ÜG.: lat. (lapidarius) Gl, latomus Gl, saxifraga Gl, (saxifragus= Gl) Hw.: vgl. mnd. s…

steinbrech als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von steinbrech (1 von 1)

steinbrëche

Lexer

stein-brëche swf. BMZ werkzeug zum steinbrechen. steinprechen, pickel, hacken etc. Beh. ged. 9,487 ; der steinbrech, die pflanze ( so genann…