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stad

ahd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stad m.

Bd. 17, Sp. 415
stad, stade, staden, m. und n., litus, ripa, portus, heute nur auf das oberdeutsche beschränktes wort, im gegensatz zu dem dazu gehörigen gestade, n. (theil 4, 1, 4175), welches allgemeiner der schriftsprache angehört. in älterer sprache hat das wort weiteren geltungskreis: vgl. got. staþs (dat. staþa zweimal belegt); ahd. stat, stad Graff 6, 643, as. stað, ags. stäð. daneben ein schwachflectiertes ahd. stado (mhd. stade), vgl. auch noch ahd. merstedi Graff 6, 644. mit dem dazugehörigen verb. stedian, gastedian, landen. zur geschichte des wortes mag das unter gestade (4, 1, 4175) gesagte verglichen werden. über die verwendung des wortes in ortsnamen vgl. Ostenstadon, Tiufstadun, Buocstadon. Förstemann ortsnamen 1382, welche wol als locat. plur. aufzufassen sind. vgl. auch das in Hannover gelegene Stade, älter Statho, Stadun. ebenda. als compositionsglied in langobardischen personennamen vgl. Bruckner sprache d. Langobarden (quellen u. forschungen 75) 307a. 11) stad, stadt, litus Dief. 334a; stad neben staden, zugleich mit beschränkender definition: stad, ripa Alberus, daneben ein staden, ripa acta, aegialus uffer der andern wasser (im gegensatz zu den ufern des meeres, denn vorher geht littus dy uffer des meers). ebenda. vgl. auch der stad (neben der staden), in einigen städten, wo flüsse durchflieszen, gebraucht man es noch von dem eingefaszten ufer, wo die schiffe stehen oder anländen können. Frisch 2, 314b. freilich ist damit nicht gesagt, dasz diese beschränkung des wortes als benennung der fluszufer mit ausschlusz der ufer des meeres nur eine allgemeine sei. stad, staden vertritt thatsächlich in Oberdeutschland viel weitgehender das md. ndd. ufer, n. vgl. unten die belege. stille wasser fressen das stad. quelle bei Schm.2 2, 732; sân dô in daʒ stad entphienc, daʒ schif nâch in undergienc. quelle ebenda; dat.: ein alt vater sach in dem geiste drie munche stan uf des meres stade. der veter buoch 14, 16 Palm; Sîfrit dô baldeein schalten gewan, von stade er schiebenvaste began. Nib. 368, 2 Lachmann; anderthalp des Rînessach man mit manegen scharn den künec mit sînen gestenzuo dem stade varn. 538, 2; Wate der vil küenevon dem stade spranc in eine galîe. Kûdrûn 450, 1 Martin. in verkürzter form: von stad gên, varn. quelle von 1299 bei Schm.2 2, 732; nun ersachent sy der künigin kyel an dem statt stan. deutsche volksbücher 131, 1 Bachmann-Singer; und da es tag ward, da sach man vil galenan an dem stat ligen. 133, 18; und fand man onsaglich vil guocz am stat liggen. 20; dann wir hant weder synn noch lyst das wir usz schwymmen zuo dem stad (: sym schad). Brant narrensch. 108, 114 Zarncke. in der form staden: staden an dem wasser, litus. Dief. 334a, vgl. auch oben Alberus und Frisch. und êr danne si zu lande quâmen dô was der lîcham ûʒ und funden in ûffe deme staden, und brach ein grôʒ loch durch den fur des staden und des meris. deutsche mystiker 1, 71, 36, 37 Pfeiffer; dô si mit den schiffen zu stiʒen an den staden. 223, 29; so es (das crocodil) satt ist, liget es an dem staden und lande zu schlafen. Steinhöwel Esopus 164a; und ward funden am staden todt ligen. 161a; wart er zornig und stund uff dem staden des wassers und warf den gebundenen esel in den bach. 142a; die do gont an eime sörglichen staden, wenne sü sich üt stiessent, so möhtent sü wol in das wasser fallen. Nicolaus v. Basel bei Schmidt elsäss. wb. 336a; als nuon der herr im schifflin gesessen ist, und die schar hatt vor im gehaben uff dem staden ston, do hatt er angefangen mit inen zuo reden in byspel und glichnssen. Keisersberg postille 32a; schneckenhäuszlin, so daselbst hin und wider am staden lagen. buch der liebe 179d; (neben ufer:) denn wann er (der Nil) nicht auszlauft, so ist er seinem staden und ufer allwege gleich, also reichlich ist sein brunn des ursprungs. 190b; ich weisz, an welchem staden ein moszschall uff geläsen ist worden. Gengenbach 175, 311 Gödeke; und wie er an dem Stockweyer abhien geht, so sicht er ein groszen hechten an dem staden halten. Frey gartengesellschaft 31, 10 Bolte; so richtet er sich uff, suocht sein hembd am staden. 17; da sahe er, das er gar nahe am staden was. 136, 24; wann er (der flusz) entweder in seinem furt oder staden gehet, oder nur ein wenig über das ufer steiget. Nigrin. Antimachiavell (1624) 147a; sie richten am staden des Rheins drei bretter auf. Hessel Silesiographia 1 (1704), 321; der dunkle bau .. schlosz mit seinen dunkeln mauern wie eine burg den langen staden ab. Hausrath pater Maternus 85; die mittagssonne lag heisz auf dem breiten staden. 158; wir faren umb mit grossem schad und künnent doch nit treffen wol den staden do man lenden sol. Brant narrensch. 108, 12 Zarncke; am morgen ging syn lieb harusz und fandt in (Leander) dodt am staden dusz. Murner gäuchmatt 2708 Uhl. pluralformen: uff beiden stadin des Meynes. quelle des 14. jahrh. bei Dief.-Wülcker 861; es wachst wie das vorige (kraut) bey dem meer an den staden und sandechtigen orten. Tabernaemont. 299 H; dieses kraut wächst ... hin und wider an den staden des Neckars. 321 A; feste borde und bollwerke kräftigen sein (des flusses) fortströmen, schaffen der vorflut raum und zieren mit häuserreichen und menschenbewallten staden. Jahn 2, 565 Euler; da stiez man von den staden. Suchenwirt 8, 152. staden als bezeichnung eines am fluszufer gelegenen stadttheiles in Basel (Seiler Basl. mundart 276a), Zürich, Straszburg, vgl. Goedel seemannsspr. 457. am Staden noch in Straszburg gebräuchlich. Göthe ephemerides 27 neudr., schon früh für Straszburg bezeugt: der brant in Sempaches hüsern am staden. deutsche städtechron. 9, 753, 15; in Sempaches hus am staden bi sant Niclaus kirche. 24; es (das wasser) ging ouch in die hser am staden und do umb. 866, 30; doch auch in den mitteldeutschen orten, so in Eschwege, wo der auf dem ufergelände der Werra befindliche stadttheil der Staden heiszt. Vilmar 394. 22) im sprichwort: den staden pflügen, etwas vergebliches, nutzloses unternehmen. ebenso: am staden zu acker gehen: wer einer frawen wil hüetten, der godt am staden ze acker. Keisersberg narrensch. 72c. 33) in bildlicher verwendung: darumb soltu .. dich des erfreuwen, das die merfart dines lebens kummen ist zuo dem staden dines todes. bilgerschaft 72b; deshalb auch in der zusammensetzung ruhestaden: also wenn du ... nun kommen bist an den ruw staden dines alters. 71a; dich zeucht wol der staden der ewikait, aber der staden der irdischait und flaischlichait haltet dich vil stärcker, also daʒ du nit kanst weichen. schiff der penitenz 103d.
6592 Zeichen · 130 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    stadst. M. (a, i)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    stad , st. M. (a, i) nhd. Ufer, Uferrand, Gestade, Küste, Strand ne. shore (N.) ÜG.: lat. (aqua) N, (arena) N, crepido G…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stadf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    stad stadium Dfg. 550 a . stadie f. Evang. 298 b .

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    StadDer

    Campe (1807–1813) · +6 Parallelbelege

    Der Stad , — es, Mz. — e , oder der Staden, — s, Mz . gl. überhaupt das Ufer. Nun hüpft entlang am Staden Des Irwisch tä…

  4. modern
    Dialekt
    Stad

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Stad Band 10, Spalte 1327 Stad 10,1327

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stad

1.784 Bildungen · 1.765 Erstglied · 11 Zweitglied · 8 Ableitungen

stad‑ als Erstglied (30 von 1.765)

stad* 4

KöblerAnfrk

stad* 4 , st. F. (i) nhd. Stätte, Ort, Stelle ne. place (N.) ÜG.: lat. locus MNPs Vw.: s. hof-*, leger-* Hw.: vgl. as. *stad-?, stedi, ahd. …

stadal

KöblerAhd

stadal , st. M. (a) nhd. Stehen, Stellung, Stand, Stadel, Scheune, Speicher, Stallung, Stall ne. stand (N.), state (N.), shed, barn ÜG.: lat…

stadala

KöblerAhd

stad·ala

stadala , Sb.? Vw.: s. stadal, stadile*

Stadbusk

WWB

stad·busk

Stad-busk m. Wäldchen im Besitz der Stadt ( WmWb ). ⟨ Stats - ⟩

Stadderich

RhWB

Stadderich -adəriχ vereinzelt RRip in Sieg-Agid Sg. t. m.: verächtl. steife Masse, etwa Brei, Honig.

Staddewatt

RhWB

Staddewatt -adəwat  vereinzelt LRip in Dür-Langerwehe Sg. t. n.: verächtl. grosses, stattliches Weib.

staddi

KöblerAn

staddi , sw. M. (n) nhd. Bestimmung L.: Vr 540a

Staddrīwe

WWB

Stad-drīwe f. geschwätzige Person, die Neuigkeiten durch die Stadt trägt (Lippe Oesterh ).

Staddutz

RhWB

stad·dutz

Staddutz -adǫts  , Pl. -tsə vereinzelt LRip in Köln-Stdt m.: verächtl. kleiner, dicker Junge.

Stade, Bernh

DWBQVZ

Stade, Bernh. *1848 Arnstadt †1906 Gieszen.

Stade, Bernhard

Meyers

stade·bernhard

Stade, Bernhard , prot. Theolog, geb. 11. Mai 1848 in Arnstadt, gest. 6. Dez. 1906 in Gießen, 1871 Beamter an der Universitätsbibliothek in …

Stade, Diederich v

DWBQVZ

--- erläuter- und erklärung der vornehmsten deutschen wörter, deren sich doct. Martin. Luther, in ubersetzung der bibel in die deutsche spra…

stadegen

KöblerMnd

stad·egen

stadegen , sw. V. Vw.: s. stēdigen L.: Lü 372b (stadegen)

stadel

DWB

stadel , m. vorratsraum für die verschiedenartigsten dinge, zumeist aber für getreide und viehfutter. das wort ist heute eigentlich nur in O…

stadel

FWB

1. ›Gestell aus Balken‹; im einzelnen: ›Kreuz‹; ›Lampengehäuse‹; ›Dachstuhl; Firstbalken‹; ütr.: ›Gestalt (der Schöpfung)‹; ›Statur e. P.‹.;…

Stadelabend

RhWB

stadel·abend

Stadel-abend -ādəl·ə.vənt SNfrk in Geilk-Randerath m.: im Fastnachtsheischeld.: Fasteloəvend, St., Waffele welle ver backe, lot dat Metzche…

stadelære

Lexer

stade·laere

stadelære , stadeler stm. BMZ aufseher über den stadel Gr.w. 4,187 ; inhaber eines stadelhoves ib. 1,726. Wernhart der stadelære Urb. B. 1,2…

Stadelamt

DRW

stadel·amt

Stadelamt, n. Posten, Stellung des Fischmarktaufsehers? vgl. Stadelmann de officio dicto stadelambt, gelegen uff dem Rhein an dem fisch-marc…

stadelbauer

DWB

stadel·bauer

stadelbauer , m. wol ein bauer, der nur einen stadel besitzt oder in einem stadel wohnt. vgl. oben stadel , m. unter 1. stadlbauer Petri 53 …

stad als Zweitglied (11 von 11)

bahhastad

AWB

bahhastad st. m. , -stedi st. n. pache-steda: acc. pl. Gl 2,405,63 ( Prag viii H 4, 11. Jh. ) ; liegt hier eine aus dem Schwanken von stad z…

Begstad

Idiotikon

beg·stad

Begstad Band 11, Spalte 1758 Begstad 11,1758

G(e)stad

Idiotikon

G(e)stad Band 10, Spalte 1330 G(e)stad 10,1330

hofstad

KöblerAnfrk

hof·stad

hofstad , st. F. (i) nhd. Hofstätte ne. estate (N.) Hw.: vgl. as. hofstėdi*, ahd. *hofasteti?, hofastat Q.: Kötzschke, R., Die Urbare der Ab…

kampstad

AWB

kamp·stad

[ kampstad as. st. f. ( vgl. Tiefenbach, in: Mittelalterl. Glossen S. 331 ); mhd. kampfstat, frühnhd. -statt ( vgl. DWb. V,156 ). camp-stad:…

Sē(w)gestad

Idiotikon

Sē(w)gestad Band 10, Spalte 1332 Sē(w)gestad 10,1332

warstad?

KöblerMnd

war·stad

warstad? , F. nhd. Gewährleistung, Bürgschaft, Garantie, Vertretungspflicht, rechtlicher Anteil an einer Nutzung, Markenanteil Hw.: s. wārsc…

Ableitungen von stad (8 von 8)

bestad

WWB

be-stad Adj. [SWestf] verheiratet. Bau lange is sä all bestatt? ( Bri Aa ). De äine is op Bünings Huawe bestatt ( Mes No ). Wann du es besta…

bestāden

MNWB

bestāden , bestādigen s. bestēden, bestêden, bestēdigen, bestêdigen.

Bestadung

RhWB

Be-stad-ung -āriŋ Siegld Sg. t. f.: Verheiratung; Bibest. Heirat ins Haus der noch lebenden Eltern.

erstāden

MNWB

erstāden , swv. , erstatten, ersetzen; (stāden) gestatten.

gestade

DWB

gestade , n. litus, ripa, portus. 1 1) herkunft und formen. 1@a a) gestade, mhd. gestat, ist verstärkung des starkflect. neutr. stat, stad (…

gestāden

MNWB

gestāden , stāden , swv. , gestatten.

stade

Lexer

stade s. state;

¹unstāde

MNWB

1 unstāde , m. , f. ( Pl. -n ) : 1. Schaden, „ so ein juwelk wol merken mag wat unstade und schaden dat inbringed, de lande so gans to vorwo…

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „stad". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stad/dwb?formid=S38827
MLA
Cotta, Marcel. „stad". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stad/dwb?formid=S38827. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stad". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stad/dwb?formid=S38827.
BibTeX
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