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spund

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

spund m.

Bd. 17, Sp. 230
spund, m. verschluszzapfen. 11) das wort, eine einführung italiänischer weinhändler des mittelalters (vgl. Heyne deutsche hausaltert. 2, 365), kommt seit dem 11.—12. jahrh. hoch- und niederd. in einer doppelform vor: als punct, punt, pund und mit erweichtem anlaut bunt, bunte (vgl. theil 2, 529. 7, 2242), und als spunt, spund; wovon punct, punt (ital. punto) auf lat. pungere, spunt auf expungere zurückführt. ursprünglich bezeichnet es nur die stelle, wo das fasz angestochen ist, alsbald aber auch den hölzernen zapfen, der diese anstichstelle verschlieszt; eine bedeutung, die die erstere mehr zurückgedrängt hat. die form ohne anlautendes s ist noch jetzt in der Schweiz allgemein üblich: punt, punten, bunden schweiz. idiotikon 4 (1901), 1399; ebenso im Elsasz bunden, bunten Martin und Lienhart wörterb. der elsäsz. mundarten 2, 60b; sonst untergegangen. das geschlecht des wortes ist ganz überwiegend männlich, das neutrum kommt ausnahmsweise vor: spund, n. im fasse operculum Schottel 1420; handsäge, womit das spund zum fasz ausgeschnitten wird. Jacobsson 4, 242b; die declination stark und schwach, plur. spunde, spünde und spunden, belege s. unten. 22) spund, anstichöffnung eines fasses: orificium spunt l. hol Dief. 400b; spund, runde, auch viereckte öffnung oben in der mitte eines fasses, den flüssigen körper dadurch in das fasz zu füllen, auch spundloch. Adelung; die wunden (eines fasses) ist der spunt und die zapfenlöcher, daraus fleust der wein. Haupts zeitschr. 3, 27; so saufe si oben ausz dem spunde mit einem strohalm. Schade sat. u. pasqu. 2, 268, 10; und als der (wein) nit laufen, hat er haiszen den sponten oben ufthon und dem wein luft machen. Zimm. chron. 22, 544, 34; freund, so du trinken wilt, so setz doch deinen mund, wie ein vernünfftiger, recht an desz fasses spund. Scheffler cherub. wandersm. s. 50 neudr.; so erlischt der durst nach wein in dir am ersten vor des fasses spunde. Göckingk ged. 3, 158; ich wollt, ich läg zur stunde am Heidelberger fasz, den offnen mund am spunde. Geibel 1, 164; 's flieszt nirgend mehr ein tropfen wein aus krug und hahn und spund. Scheffel gaudeamus s. 86; bildlich: der munt, des leibes spunt. renner 9603; obscön: und (ich) meinet si kussen an den munt, und draf ir eben den hinteren spunt. fastn. sp. 331, 11; da hiesz ers (er sie) den ars insz venster recken. da wolt ich wenn (wähnen), es wer ir roter mund, und küst sie eben unten für den spunt. 611, 9. 33) hölzerner verschlusz dieser öffnung, kurzer verschluszzapfen: obstructorium spunt, spunt in einem fasz, spunt an einem fasz, sponte l. ponte als oben in dem fasz, spont in ein vasz. Dief. 390b; obstructorium i. obturatorium eyn spont, als eyn vasz hät. nov. gloss. 268b; spund, operculum, obthuramentum (neben foramen, orificium, labrum dolii), it. epistomium. Stieler 1452; das fasz mit dem spunde zuemachen, orificium dolii operculo obstruere vel contegere. ebenda; der spund, plur. spunde et spünde, operculum dolii, epistomium, os. Steinbach 2, 650; spund, obturamentum orificii superioris dolii, operculum doliare, den spund zuschlagen, obturamento claudere dolium. Frisch 2, 312a; sol man im machen ein spunt von weisz weidenholcz der als lang sey, so man in oben hinein stost, das er nicht auf den poden rur. kuchenmeisterey d 4; spund, ist der höltzerne pfropff, womit das loch oben in der mitte des fasses, welches man das spund-loch nennet, und dadurch das fasz füllet, zugestopffet wird. wenn man die spünde zu denen eszig-fäszern von weiden-holtze macht, soll der eszig desto länger gut bleiben. öcon. lex. 2339; de tappen, hanen und spunde dat syn der tunnen ingeseggel. Uhl priamel s. 262, nr. 362; (der jude) das fäszlein wider zuschlug, befalchs eim andern juden klug, und verpetschirt den spund der mas, als ob confect darinnen was. H. Sachs 21, 226, 15 Keller-Götze; am fäszlein brach er auff den spund. 227, 4; den spund er mit gewalt auffzucket, fund das fäszlein den dritteil leer. 227, 24; auf, brüder, lösen wir den spund und machen frei den wein! W. Müller ged. (1868) 2, 48; doch das antike vasum war von thon und spitz nach unten, und auch vom cadus ist nicht klar, ob reif er trug und spunten. Scheffel gaudeamus s. 108; ein fasz ist voll bis zum spunde, so dasz die flüssigkeit bis an den spund reicht, vgl. spundvoll: es lagen aber in dem gemeinen keller der brüder zwei weinfässer, noch voll bis zum spunde. Freytag bilder 1, 279; den spund frei geben, gestatten, dasz das fasz angezapft werde: der becher schäumt, der becher klirrt, jedweder ist sein eigner wirt, der hausherr gab den spunden frei. Redwitz Amaranth, abschied; auch verschlusz, zapfen einer flasche, eines kruges, vgl. spunden und spundflasche; in bildern: sonst wird die müncherey, beide spund und boden mit dauben und reiffen verlieren. Luther 6, 25b; er könnte ihm da lange zureden, was das nütze, wenn man spunden in den ohren habe. J. Gotthelf Hans Joggeli (1893) s. 68. 44) spund, mannigfach in der sprache der gewerke auf spundähnliches (nach der bedeutung 2 und 3) übertragen. 4@aa) an den röhren einer wasserleitung öffnung und dieselbe verschlieszender holzpfropf: zu zeitten, so der stat pflasterer ob den rörn zue pflastern, sullen sie geflissen sein, das sie allweg, wo spünt in die rörn sein, das sie an dem rörnheintzen woll erfarn. Tucher baumeisterb. 49, 23; item so ist ein kasten im pflaster hart bei dem stock, do das wasser auf geet ... in demselben kasten ist ein zapf und ein spunt in die rör. 174, 1. 4@bb) artilleristisch pfropf womit die mündung eines geschützes verwahrt wird, zapfen, mundzapfen. 4@cc) im schiffsbau holzstück als ersatz für eine aus einer planke oder dergleichen herausgearbeitete fehlerhafte stelle. Stenzel deutsches seemänn. wörterb. 395a. 4@dd) bei den drechslern kurzes rundes stückchen holz, welches an der spindel befestigt wird, um das zu drehende stück darauf anzubringen. 4@ee) an einem fischteiche auslaszzapfen: der spund an einem teich, welchen man herauszieht, wann man das wasser aus dem teich lassen will, obturamentum stagni. Frisch 2, 312a. 4@ff) in der baukunst ein schlupfloch, wodurch man bei vorfallenden umständen zum innern des schornsteins kommen kann. Jacobsson 7, 416a. 4@gg) bergmännisch im Harz eine kleine wetterblende. Veith 457. 4@hh) sonst im bergbau ein stück holz in der öffnung an der kolbenröhre eines kunstsatzes, das herausgenommen werden kann, um zum kolben zu gelangen. 4@ii) bei zimmerleuten zapfenstück eines balkens zum einstecken in die höhlung eines andern balkens. 4@kk) bei tischlern brett mit falz am rande. 4@ll) beim orgelbauer eichenes brett, womit die thüren der windladen verspundet werden. 4@mm) im wasserbau ein aus zwei bäumen, zwischen welche bretter eingeschnitten werden, bestehendes werk in einem gerinne, wenn der boden nicht im stande ist, die benötigten wasser zu ertragen. mineral-lex. (1743) s. 534a; das güspette und spunt an dem seutümpfel. Tucher baumeisterb. 201, 22; ein spunt ... darauf das wasser von dem were scheust und nimmer als sehr spult, als es vormals gethan hat. 201, 30. 55) ein anderes spund, umdeutung von spint, unausgebackene stelle im innern eines backwerks und weiche holzmasse zwischen rinde und kern, vgl. spint 2 und 3, oben theil 10, 1, sp. 2549; bei Frisch 2, 312b spünd und spind, albugo ligni.
7354 Zeichen · 127 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    3. Spund

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    3. Der Spund , des -es, plur. die Spünde, Diminut. das Spündchen, ein Wort, welches sowohl eine Öffnung, als auch einen …

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spund

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Spund , s. Faß . Beim Holzverband soviel wie Feder. s. Nute .

  3. modern
    Dialekt
    Spundm.,, n.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Spund m., n. 1. eig. wie die verdeutlichende Zs. Spundlock Öffnung eines Fasses für Flüssigkeiten, danach heißt der Brau…

  4. Sprichwörter
    Spund

    Wander (Sprichwörter)

    Spund Spund oder Zapfen. »Die Reisenden wollen sich benachrichtigen: Spund oder Zapfen, gleichviel, abgezapft wirst du.«…

  5. Spezial
    Spund

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Spund m. (-[e]s,-e) spirel (-rí) m. , cocun (-s) m. ▬ Spund der Wasserleitungsröhren (Schieber) alzó m. ; Spundloch des …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spund

103 Bildungen · 93 Erstglied · 5 Zweitglied · 5 Ableitungen

spund‑ als Erstglied (30 von 93)

Spund(en)

SHW

Spund(en) Band 5, Spalte 1257-1258

Spundaxt

SHW

Spund-axt Band 5, Spalte 1257-1258

Spundbohrer

SHW

Spund-bohrer Band 5, Spalte 1257-1258

Spunddaube

SHW

Spund-daube Band 5, Spalte 1257-1258

Spunddauge

SHW

Spund-dauge Band 5, Spalte 1257-1258

Spundlappen

SHW

Spund-lappen Band 5, Spalte 1257-1258

Spundloch

SHW

Spund-loch Band 5, Spalte 1257-1258

spundvoll

SHW

spund-voll Band 5, Spalte 1257-1258

Spundzapfen

SHW

Spund-zapfen Band 5, Spalte 1257-1258

Spundzieher

SHW

Spund-zieher Band 5, Spalte 1257-1258

Spundaxt

PfWB

spund·axt

Spund-axt f. : 'Axt zum Heraushauen des Spundloches', Spundax [ LU-Altr ]. Rhein. VIII 467 . —

spundbajonett

DWB

spund·bajonett

spundbajonett , n. ein in den lauf des schieszgewehres zu steckendes bajonett: nachtheil der spundbajonette, die man erst vom gewehre herabn…

spundband

DWB

spund·band

spundband , n. bei böttchern band oder reif, welches das fasz zunächst am spunde umschlieszt.

spundbaum

DWB

spund·baum

spundbaum , m. bei wassermühlen und wehren, grund- oder fachbaum unmittelbar vor dem gerinne. im holzhandel ein baum, aus welchem starke spu…

spundbier

DWB

spund·bier

spundbier , n. ' an einigen orten ' eine ergetzlichkeit an bier oder geld, welche den kleibern gegeben wird, wenn sie den boden flechten und…

Spundbil

MeckWB

spund·bil

Spundbil n. a. Spr. Beil, das beim Spunnen gebraucht wurde: '1 hamer, 1 spuntbil' (Wi) Schill.-Lübb. 4, 349 a .

spundblech

DWB

spund·blech

spundblech , n. blech von geschmiedetem eisen zur verschlieszung des troges in einem pochwerke. Jacobsson 4, 241 b .

Spundboªr

WWB

Spund-boªr m.n. [verstr.] Spundbohrer (Böttcherwerkzeug).

Spundböhrer

Campe

Der Spundböhrer , — s, Mz . gl. eine Art großer Bohrer, die Spünde oder Spundlöcher in den Fässern damit zu bohren.

spundbohrer

DWB

spund·bohrer

spundbohrer , m. terebra foraminis operculorum, spundborer. Stieler 213 ; spundbohrer, terebra ad faciendum foramen dolii superius. Frisch 2…

Spundbred

WWB

spund·bred

Spund-bred n. 1. Brett, das in einer Nut eingespundet ist ( WmWb ). — 2. Brett beim hölzernen Futtereimer ( Lüb Is).

spund als Zweitglied (5 von 5)

Jungspund

RDWB1

Jungspund m , Spund m übertr. молокосос презр. ; невзрослый человек; мальчишка перен. ; младенец перен. , презр. ; сосунок разг. , презр. ; …

līspund

KöblerAn

līspund , st. N. (a) Hw.: s. līfspund

Ableitungen von spund (5 von 5)

gespund

DWB

gespund , s. gespunt .

spunde

DWB

spunde , f. bettstelle, für sponde theil 10, 1, sp. 2673: spunde, sponda Frisch 2, 312 a ; für die wandtleus. nim vom hanfstengel oben ab da…

verspunden

DWB

verspunden , verspünden , verb. , von spund ( th. 10, 2, 230) abgeleitet. form. die ältere form verspunten, entsprechend mhd. spunt(es), ers…

verspundung

DWB

verspundung , verspündung , f. , subst. zum vorigen verb.; in der umgelauteten form bei Kramer it. dict. 2, 988 b , Adelung , Campe ; ohne u…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „spund". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/spund/dwb?formid=S37788
MLA
Cotta, Marcel. „spund". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/spund/dwb?formid=S37788. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „spund". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/spund/dwb?formid=S37788.
BibTeX
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