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Speicher

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Speicher

Bd. 18, Sp. 704
Speicher (Lagerhäuser, Magazine, hierzu Tafel »Speicher I u. II«), Gebäude zur Aufbewahrung von Waren jeglicher Art für kürzere oder längere Dauer. Man unterscheidet Bodenspeicher, Silospeicher, Warenschuppen für Kaianlagen u. dgl. Erfordernis für alle ist bequeme Lage an Verkehrswegen (Straßen, Eisenbahnen, Gewässern), billige Lagerung der Güter sowie schnelle und billige Füllung und Entleerung. Die Bodenspeicher besitzen eine mehr oder minder große Zahl übereinander liegender Geschosse von erheblicher Tragfähigkeit. Ihre Grundform ist meist rechteckig mit langen Fronten an den Verkehrswegen und mit einer zwischen 12 und 30 m wechselnden Tiefe. Sie richtet sich nach den Verhältnissen der Örtlichkeit. Die Geschoßhöhe beträgt 3–4,5 m, die Nutzlast 1500–2000 kg, bei Dachböden und leichten Speichern nur etwa 500–1000 kg für 1 qm Bodenfläche. Auf die Gänge entfallen 20–25 Proz. der Grundfläche. Die massiven Außenwände werden unabhängig von den im Keller massiven, in den obern Gesch offen bald aus Holz, bald aus Eisen, bald aus beiden Materialien bestehenden Tragekonstruktionen der Böden errichtet. Gegen die Zerstörung durch Schadenfeuer werden die Eisenkonstruktionen ummantelt, die Decken massiv (als Beton-, Zementeisendecken u. dgl.) hergestellt. Zwischen je 400 qm Bodenfläche etwa befindet sich eine Brandmauer. Feuersichere Treppen in angemessener Zahl reichen vom Keller bis zum Dachboden und enthalten Ab orte, Rohr- und Drahtleitungen etc. Die Sohle des meist zur Lagerung von Flüssigkeiten dienenden Kellers soll tunlichst über Grundwasser liegen, der Erdgeschoßfußböden in Höhe der Ladebühnen (1,12 m über Schienenoberkante der Eisenbahngleise). Die massiven Decken haben hölzernen Belag; bei Holzdecken tritt zu dem Trageboden noch ein Verschleißboden hinzu. Zum Ein- und Ausbringen der Waren werden in Entfernung von je 10 m Luken angebracht, die, 1,7 bis 2,8 m breit, 1,8–2,9 m hoch und mit nach innen aufschlagenden Türen versehen, reihenweise übereinander liegen, und über denen die Aufzugsvorrichtungen angebracht sind. Dazwischen befinden sich, ebenfalls reihenweise, die schmalen, hochsitzenden Fenster. Die Aufziehvorrichtungen sind teils Handwinden, teils hydraulische oder elektrische oder mit Dampf betriebene Hebezeuge mit einer Hubfähigkeit von etwa 700–800 kg. Auch feststehende oder fahrbare Gerüstkrane finden Anwendung. Auf Tafel I sind drei Beispiele von Bodenspeichern gegeben, deren einer, der Kaiserkaispeicher in Hamburg (Fig. 1–3), lediglich hölzerne Tragekonstruktionen zeigt, die heute für besonders feuersicher gelten, während der zweite, das Niederlagsgebäude der Packhofanlage in Berlin (Tafel II, Fig. 1 u. 2), Stützen aus Schmiedeeisen, Unterzüge und Balken aus genieteten Blechträgern und Decken aus Mörtelgewölben aufweist. Tafel II, Fig. 3, ein Schnitt durch das Lagerhaus in Worms, veranschaulicht die Lage des Speichers an den Verkehrswegen. Die Stützen sind hier aus Gußeisen, die Unterzüge aus Schmiedeeisen, die Balken aus Holz. – Über die Silospeicher s. Kornhäuser. – Die Warenschuppen haben den Zweck, große Schiffe zur Vermeidung von Zinsverlusten rasch und bequem löschen zu können, ohne die großen S. weit vorgeschoben am tiefen Wasser erbauen zu müssen. Sie werden als leichte eingeschossige Schuppen etwa 10 bis 12 m hinter der Kaimauer erbaut und dienen den Waren nur vorübergehend als Lagerplatz. Zwischen ihnen und der Kaimauer befindet sich eine gepflasterte Kaistraße mit einem Eisenbahngleis und einem Gleis für die fahrbaren Kaikrane; an der Landseite liegen dicht am Schuppen mehrere Eisenbahngleise. Der Boden des Schuppens liegt in Höhe der Eisenbahnwagen (Tafel I, Fig. 4). Über das Handelsrechtliche s. Lagerhaus.
3701 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Speicher

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Speicher , des -s, plur. ut nom. sing. ein im Ober- und Niederdeutschen gangbares, im Hochdeutschen aber wenig üblic…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Speicher

    Goethe-Wörterbuch

    Speicher [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Speicher

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Speicher ( Lagerhäuser, Magazine , hierzu Tafel »Speicher I u. II«), Gebäude zur Aufbewahrung von Waren jeglicher Art fü…

  4. modern
    Dialekt
    Speicher

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Speicher Band 10, Spalte 29 Speicher 10,29

  5. Sprichwörter
    Speicher

    Wander (Sprichwörter)

    Speicher 1. Ein alter Speicher ohne Mäuse, ein grindig Haupt, das ohne Läuse, ein grosser Jahrmarkt ohne Dieb, ein junge…

  6. Spezial
    Speicher, externerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +6 Parallelbelege

    Speicher , m , externer устройство , ср , внешнее запоминающее → FiloSlov Speicher, äußerer, m

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit speicher

73 Bildungen · 72 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von speicher

speich + -er

speicher leitet sich vom Lemma speich ab mit Suffix -er.

Zerlegung von speicher 2 Komponenten

spei+cher

speicher setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

speicher‑ als Erstglied (30 von 72)

Speicher+amt

PfWB

speicher·amt

Speicher + -amt n. : 'Institution zur Verwaltung der Vorräte'. a. 1501: nachdem die kelnery und spicher ambt als fur ein ambt gehalten wurde…

speicherarbeiter

DWB

speicher·arbeiter

speicherarbeiter , m. arbeiter auf kaufmännischen warenspeichern: so hat ein groszer theil der speicher-arbeiter und auch ein theil der arbe…

Speicherboden

PfWB

speicher·boden

Speicher-boden m. : 'Fußboden des Speichers', meist Dielen, seltener Estrich, Speicheʳ - borre(m), -bodde(m), s. Boden [vereinzelt]. —

speicherdieb

DWB

speicher·dieb

speicherdieb , m. dieb auf einem speicher; bezeichnung des sperlings, fringilla domestica, gerstendieb, hausdieb, speicherdieb. Nemnich 2, 1…

Speichereck

PfWB

speiche·reck

Speicher-eck n. : 'Ecke, Winkel des Speichers', -eck [vereinzelt]. Mer stellt sie weck / Ins Sp. [PennsDeitschEck 21. 7. 1945]. —

Speicherfeger

RhWB

speicher·feger

Speicher-feger WMosfrk in Trier , Bitb , Prüm , Daun m.: in der RA.: Fescher on Jäger sen annerlecks (-leuts) Sp. Allg. De Mäurer sen Sp. es…

Speicherfenster

PfWB

speicher·fenster

Speicher-fenster n. : 'Fenster des Speichers', -fenschdeʳ , -finschdeʳ [mancherorts]. BR.: Wann's uf Dreifaltichkeit raanelt (regnet), dann …

Speicherfuchs

PfWB

speicher·fuchs

Speicher-fuchs m. : 'Schreckgestalt für Kinder', Spicheʳfuchs [IB-Bliesmg/Bolch Ensh ( Glass 110)]; Syn. s. Butzenmann 1 a, Nachteule 1 b. —

Speichergewebe

Meyers

speicher·gewebe

Speichergewebe ( Speichersystem ), die Gesamtheit der Zellen, die im Pflanzenkörper die Ansammlung von später im Stoffwechsel zur Verwendung…

Speicherhafer

DRW

speicher·hafer

Speicherhafer, m. an einen herrschaftlichen Speicher (I) abzuliefernde Haferabgabe item 8 marcas in K., item 16 maldra avene dicte spicherha…

speicherherr

DWB

speicher·herr

speicherherr , m. aedilis cerealis, ein ratsherr, der auf die speicher achtung gibt, dasz alles richtig zugehe im kaufen und verkaufen des g…

Speicherhofstatt

DRW

speicher·hofstatt

Speicherhofstatt, f. (Grundstück mit einem) Speicher (I) vgl. Scheuerhofstätte es sol ouch ein meiger einen spîcher han ûf der spîcherhofsta…

Speicher II

RhWB

Speicher II -ęi- = Wagner s. Speiche I.

speicher als Zweitglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „speicher". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/speicher/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „speicher". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/speicher/meyers. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „speicher". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/speicher/meyers.
BibTeX
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