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Sode

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
23 in 12 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Sode

Bd. 4, Sp. 122
Sode, plur. die -n, ein im Hochdeutschen unbekanntes und nur in einigen gemeinen Sprecharten Ober- und Nieder-Deutschlandes übliches Wort, welches von sieden abstammet. 1. Im Nieders. ist das Sod so viel Wasser, als zu einem Gebräude Bier nöthig ist. 2. In andern Gegenden sowohl Ober- als Nieder-Deutschlandes ist das oder der Sod, die Sode, eine Brühe. Ein gut Soht (Sod) auf Birkhahnen, Coler. Einen Karpfen in Nelkensode kochen, eben ders. Logau sagt von einem Koche bey Hofe: Geußt Söder auf und Senf daran, die dienlich für den Grau.[]Im Nieders. ist eine Sode Fische, ein Gericht gesottener Fische. S. Siede. Ohne Zweifel stammen hiervon ab, die im gemeinen Leben üblichen R. A. in seinem Sode leben, in seinem Sode aufwachsen, in oder nach seinen Lüsten, sinnlichen Begierden; in welchen und andern ähnlichen figürlichen R. A. es nur im Singular mit einigen Vorwörtern gebraucht wird. Hans Unvernunft in seinem Sode Wächst auf als wie ein Klotz im Wald, Musen-Alm. Es heißt, ich läg im Sode Und wäre nicht gewandt, Günth. Die Jugend wächst in eignem Sode, Günth. Wo man in der vertraulichen Sprechart auch wohl im Diminut. sagt, in seinem Södchen leben, nach seiner Fantasie, in seinem sinnlichen Vergnügen. Im Niedersächsischen sagt man von jemanden, welcher einen halben Rausch hat, er sey halb söde. Im Oberdeutschen sagt man, die Hände mit im Sode haben, mit im Spiele. Es scheinet, daß mit diesem Worte auf das Sieden, das ist, Rauschen und Brausen, sinnlicher Vergnügungen gezielet werde.
1511 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sôdestswf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    sôde stswf. s. v. a. salzsôde. von der sôde der zweier pfannen Mone z. 2,285.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ⁴sôdef.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +2 Parallelbelege

    4° sôde , f. , schmaler Gang zwischen zwei Häusern (Krumbholtz Münst. Gewerbe 313, vgl. Glossar 551) oder = 1° sô ?

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sode

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    Sode , plur. die -n, ein im Hochdeutschen unbekanntes und nur in einigen gemeinen Sprecharten Ober- und Nieder-Deutschla…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sode

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sode ( Sohde ), soviel wie Salzsiederei. Dann ein ausgestochenes Rasenstück (vgl. Besoden); auch ein Stück Torf sowie ei…

  5. modern
    Dialekt
    Sodef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Sode f. : 1. 'Salzlecke, -suhle'? a. 1684: (Bestellung eines Forstmeisters im Amt Lautern): Zum Neunten soll er (der Fo…

  6. Sprichwörter
    Sode

    Wander (Sprichwörter)

    Sode 1. In allem Sode die Hände haben wollen. – Schottel, 1118 b . 2. In seinem Sode leben (aufwachsen). Ganz in und nac…

  7. Spezial
    Sode

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    So|de f. (-,-n) (Rasenstück) zop (zops) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sode

95 Bildungen · 90 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

sode‑ als Erstglied (30 von 90)

Sō²debrennen

WWB

sode·brennen

Sō²de-brennen n. [verstr.] Sodbrennen. Et Saubreän’n hemm’m ( Dor Wl). ⟨ Typ 1: ›Sō²(d)‹- [SWestf], sonst Sō(d) - [verstr.]. — Typ 2 (Anlehn…

sôdegôt

MNWB

sode·got

° sôdegôt (-gud) , n. , Getreideabfall auf der Mühle (Goslar RV. 30 r ).

Sōdegrō¹we

WWB

Sōde-grō¹we m. Graben (auf einer Heuwiese) (Frbg.) ( Min Hä).

содеянное

RDWB2

содеянное книж. ужаснуться содеянному - j-d erschrickt darüber, was er getan hat

содействие

RDWB2

содействие Unterstützung f оказывать содействие устойч. - см. RDWB2 оказывать оказывать всемерное содействие - см. RDWB2 всемерный

Sō²dekāre

WWB

sode·kare

Sō²de-kāre f. 1. von Arbeitsvieh gezogener, zweirädriger Wagen für Jauche ( Enr Ru ). — 2. Behälter, in dem die Jauche gesammelt wird (Frbg.…

Sō²dekūle

WWB

sode·kule

Sō²de-kūle f. [MSauerl] 1. Jauchegrube. De Misssu (→ Mes-sō²de ) flütt ut de Sukuhle ( Enr Hd ). — 2. Behälter, in dem die Jauche gesammel…

Sōdekump

WWB

sode·kump

Sōde-kump m. Behälter für das Abflusswasser in der Küche ( Tek Le).

Sodel I

RhWB

sod·eli

Sodel I -:- = Ackerabschnitt s. Satel;

Sō²deliᵉpel

WWB

Sō²de-liᵉpel m. Gerät zum Ausgießen der Jauche über die Beete (Frbg.) ( Alt Ha).

Sodel II

RhWB

Sodel II -- (ă)- = Sattel (s. d.);

Sodel III

RhWB

Sodel III -ōr- = unordentliches Mädchen s. o. bei Sode;

sôdelk

MNWB

sod·elk

° sôdelk , adj. , solch, sobeschaffen (Mante Nd. Geb. 252).

Sō²demmer

WWB

sodem·mer

Sō²d-emmer m. [ Min Lippe Wie Hellweg Bür] (hölzerner) Brunneneimer.

sodemītærīe

KöblerMnd

sodemītærīe , F. nhd. Sodomie, Betreiben widernatürlicher Unzucht E.: s. *sodemitære?, sodomīte W.: s. nhd. Sodomiterei, F., Sodomiterei, Un…

sode als Zweitglied (4 von 4)

daksôde

MNWB

dak·sode

* daksôde Dachsoden (Rasenstück zur Befestigung des Strohs am First).

Episode

Pfeifer_etym

epi·sode

Episode f. ‘Zwischenspiel, belangloses Ereignis’, entlehnt (Mitte 18. Jh.) aus frz. épisode ‘Zwischenspiel, Nebenhandlung’, das auf griech. …

gesōde

MNWB

ges·ode

gesōde unde gebrâde Gesottenes und Gebratenes .

salzsode

DWB

salz·sode

salzsode , f. salzsiederei, die salzsôden ( vom j. 1490) Mone zeitschr. 2, 286 , saltzsod Alb. R 2 a . Frisch 2, 145 c . Weigand 2, 519 : vo…

Ableitungen von sode (1 von 1)

gesōde

MNWB

gesōde unde gebrâde Gesottenes und Gebratenes .