Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
slegel stm.
1. schlägel, keule, schwerer hammer. ahd. slegil Graff 6,781. tigillus, instrumentum dividendi ligna Diefenb. gl. 272. waʒ touc et slegel âne stil, dâ man blöcher spalten wil Vrid. 126,13. wirt in der slegel bî dem stil Frl. 66,18. wâ keil und schlegel Hätzl. 1,35,41. waʒ er gewinnet mit slegele und mit îsen Schemn. br. 8. — einen slegel ergreif er in beide hende unde an des sales wende sluoc er dâ mite ûf ein tür krone 257. b. ein môr der über sînen rücke swanc einen swæren slegel von îsen das. 340. a. einen slegel er vor im swanc von einem rôhen stâle das. 175. b. er schupft mit sînes slegels stil der meide über ein ander vil ze houfen in daʒ viure das. 176. a. — der âmeiʒe mac einen slegel niht getragen Bert. 562,29. eʒ gewinnet einen kopf als ein slegel das. 323,28. — genuoge hânt des einen site und sprechent sus, swer irre rite daʒ der den slegel fünde: slegels urkünde lac dâ âne mâʒe vil, sulen grôʒe ronen sîn slegels zil Parz. 180,11. hier ist slegel nicht, wie J. Grimm d. mythol. 1205 meint, der schätze anzeigende, heilbringende donnerstein, sondern nur der im walde verlorene slegel, der zufällig von dem verirrten gefunden wird. — swer der sî, der êre habe unde guot, dâ bî sô nerrischen muot daʒ er alle sîne habe gebe sînen kinden unde selbe lebe mit nœten und mit gebresten, den sol man zem lesten slahen an die hirnbollen mit disem slegel envollen Kolocz. 187. nach J. Grimm in H. zeitschr. 5,73 eine beziehung auf den heiligen hammer; doch deutet die stelle eher auf die keule, mit welcher man im heidenthume sich der abgelebten und unnütz gewordenen eltern entledigte; vgl. W. Wackernagel in Kurz u. Weissenbach beitr. zur geschichte und lit. 1,372. — mit einem slegel er (der vater) zuo dem lieben kinde warf MS. 2,6. b. der nu den himel hât erkoren, der geiselt uns bî sîner habe: ich vürhte sêre unt wirt im zorn, den slegel wirft er uns her abe amgb. 3. a. auch in diesen beiden stellen findet Grimm d. mythol. 125. 1205 beziehungen auf heidnische anschauungen. — ich hân in êren ber gelebet: ze hûs wirf ich den slegel dir Winsbeke 47 u. anm. werfen den slegel wît narrensch. 19,67. den schlegelwurf fasst Haupt als ein symbol der übereignung, Zarncke findet in beiden stellen eine beziehung auf ein spiel. vgl. noch: wirf nâch den slegel, wunsch heile meiner ferte Hadam. s. 186. — der ist ein narr, der rüemen gtar das im vil glücks zu handen far und er gluck hab in aller sach, der wardt des schlegels ûf dem tach narrensch. 23,4 u. anm.
2. werkzeug oder ort zum schlachten. Schmeller 3,445. percussorium schlachhûs, schlegel voc. 1429. percussorium ein schmithaus vel ein slegel Diefenb. gl. 208.