Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Singer
Singer
singen Vb. ‘Gesang vortragen’. Mit dem gemeingerm., stark flektierenden Verb ahd. singan ‘singen, preisen, ein (Saiten)instrument spielen, Zauberformeln sagen’ (8. Jh.), mhd. singen, auch ‘dichten, frohlocken, pfeifen, knistern’, asächs. singan, mnd. singen, mnl. singhen, nl. zingen, afries. sionga, siunga, aengl. singan, engl. to sing, anord. syngja, syngva, schwed. sjunga, got. siggwan ‘singen, vorlesen, rezitierend vortragen’ (germ. *singwan) sind vergleichbar griech. omphḗ (ὀμφή, aus *song‐ͧhā) ‘Götterstimme, göttliche Offenbarung, Orakelspruch, Wahrzeichen’ und mkymr. de(h)ongl ‘erklären’, so daß sich ie. *sengu̯h- ‘singen, mit singender Stimme feierlich vortragen’ ansetzen läßt. Dazu Sang, Gesang (s. d.). – singbar Adj. ‘durch Gesang darstellbar, sich singen lassend’ (Anfang 18. Jh.). Singer m. ‘wer singt’, mhd. singære; vgl. Meistersinger (15. Jh.). Singsang m. geringschätzig für ‘Gesang, immer wiederkehrendes Gerede’ (18. Jh.), lautnachahmende, reduplizierende Bildung mit Sekundärablaut. Singspiel n. ‘Bühnenstück mit musikalischen Einlagen’ (17. Jh.), auch im Sinne von ‘Oper’ (18. Jh.).