sichern,
verb. sicher machen, nach verschiedenen bedeutungen des adjectivs, ahd. als sichorôn,
alts. als sicorôn,
fries. als sikuria, sikura
und als bloszes rechtswort, mhd. als sicheren, sichern,
mnd. mnl. als sekeren,
auch in erweiterter bedeutung auftretend, dem mittellateinischen securare
nachgebildet. das ags. hat aus dem dort seltener auftretenden adj. sicor
kein verb entstehen lassen. 11) sichern
in der alten sprache zunächst dem rechtsbegriff des adj. gemäsz in dem sinne frei machen von verfolgung, und zwar 1@aa)
in eingeengter bedeutung von dem schwören eines reinigungseides (
purgatio)
und daraus sich ergebender schuldlosigkeit, vgl. altfries.: thet hi sînes halses ieftha sînes hâfdes scheldech wêre, and ief hi thes bisêke, thet hine sikerie mit tuêlef monnem anda wîthem (
si condempnari posset pena capitis, et ipse neget, tunc ipse se excuset cum XII viris withiuramentis). Richthofen 12, 10 (
ein anderer text sô sal he ein untschuldighen mit XII mannen. 13, 11);
daher die ahd. glossen purgari gisihhirôt. Steinmeyer 2, 118, 3;
purgetur gisihhirôt werde, gisihhiuret werda. 118, 39;
ad purgandum zi gisihhirônne, ze
sicherône. 119, 34;
purgat i. excusat l. sichirôta, 396, 5;
purgat sichirôta. 454, 22;
purgavit gisihhirôta. 600, 54
u. öfter; auf grund dieses sinnes als prozesswort noch verwendet in einer mhd. quelle: sô die liute ze urteile gênt und ze rede umb ir sünde stênt. swer denne wol gesichert hât (
sich von der anklage gereinigt), des mag werden guot rât.
warnung in Haupts zeitschr. 1, 482, 1591;
aber schon ahd. auch in die sprache des gemeinen lebens in der bedeutung entschuldigen auf grund einer ausrede übergegangen: bigondun thô allê samant sih sihhorôn (
et coeperunt simul omnes se excusare, die zu einem mahle eingeladenen).
Tatian 125, 3; habê mih gisihhorôtan (
habe me excusatum). 125, 4. 1@bb)
später gewinnt die bedeutung eines schutz- und bürgschaftsverhältnisses die oberhand, wie sie schon im altsächsischen mit genitiv dessen, wovor geschützt wird (
vergl. dazu sicher 3,
b),
hervortritt: the iu gidôpian skalan iwes drohtines namon, an thana hêlagon gêst;that is hêrro obar al, he mag allarô mannôgihwena mêngithâhteô, sundeôno sikôron.
Heliand 892;
im mittelalterlichen rechtsleben einem etwas verbürgen, in einem besitz oder rechtszustande schutz gewähren, einen sichern: nû vorchtin si daʒ si von der kemenâten (
der fürstlichen obrigkeit) beschedigt mochtin werdin, .. und bâtin lantgrâvin Lôdewîgin daʒ he si etwaʒ schûrte und sicherte. Ködiz 33, 23 (
über schûren
der rechtssprache vergl. oben theil 9, 2038
und schauern
theil 8, 2336); ab nu der man gesichert worde von dem herren, syne wonunge czu haben in der statt, adir das her abe unde czu czihen mochte.
Magdeburger fragen 1, 6, 3,
s. 86; darauf sichert er (
der markgraf Albrecht) die bauren und liesz sie unverbrant, welch pawern im aber nit sweren wolten, den prennet er ab, waʒ sie hetten.
d. städtechron. 2, 148, 10; so wolten sie sy mit iren personen (
was ihre person betrifft) sichern und den markt vor prannde versorgen. 221,
anm. 1; wer zu der stat essend oder ander ding fürt oder bringt den sol man sichern, er wölt denn kuntschaft treiben. 303,
anm. 3; doch e sich Jos Amsorg und sin helfer gefangen gaben, do muosten si herzog Hansen diener sicheren an dem leib (
für ihr leben bürgen).
d. städtechr. 4, 102, 24;
reflexiv sich sichern,
sich gegenseitig schutz gewähren oder bürgschaft leisten: swâr herren sich mit eiden zu samene sicheren.
Sachsenspiegel 2, 1;
auch auf etwas,
in bezug auf ein ding: so klagen wir üch, daʒ sie (
die bürger von Straszburg) mere (
nachricht) und briefe die wir ietze innehant, mit irem offenen ingesigel allen den stetten hant gesant (
mit der beschuldigung), daʒ wir und unser herren die fürsten uns gesichert süllen han uffen aller der stette laster und schaden; deʒ wir vor gotte alle unschuldig sint. 9, 1034, 10. 1@cc)
auch, mit schattierung der bedeutung, einen sichern,
ihm schutz geloben, zusagen, verheiszen, und in diesem sinne aus der rechtssprache in die allgemeine übergehend; der angelobte gegenstand steht hochdeutsch im genitiv oder es folgt ein abhängiger satz: man beschiet der juncvrouwenbürge unde lant. des sichert dâ mit eidendes edelen küneges hant und der hêrre Gêrnôt,daʒ wurde daʒ getâ
n. Nibel. 1619, 2; den grâven hieʒ er sichern des ... daʒ er und sîn friundin füeren gen Britanje hin.
Wigal. 82, 29;
die scharfe rechtliche bedeutung bleibt lange in der sprache: und haben den vorgenanten iren herren Ulman Stromer gesichert und seine diener und alle die seinen und sonderlich den Clausen und Jörgen Tyrman, dasz sie mit inen nicht zu schicken sollen haben, dann mit einem freuntlichen rechten vor dem richter zu Nürnberg in der stat.
d. städtechron. 1, 79, 33; ich hab jnen (
ihn, sing.) gesichert, das jm meinethalben kein leydt geschicht.
Aimon S 2;
namentlich in der formel einen leibes, lebens, gutes sichern: die solten in sichern leybes und guttes. Spittendorff 348
Opel; mit befelch die stat zuo übergeben, so wolt er sy leibs und guots sichern. S. Franck
chronica 246
b; wan ich hab Reicharten des lebens gesichert.
Aimon r 4; ich wil dich deins leibs und lands sichern.
Fierrabras H 4; dasz er sie bede des lebens gesichert. Gretter
erklärung der ep. Pauli an die Römer (1566) 439;
für diesen genitiv steht auch der gen. dessen, vor dem man geschützt ist (
vergl. sicher 3,
b und das altsächs. beispiel oben unter b): wolluf, ir heren, fǎnd (
fangt) inn! wann er muos nut gesichert werden des todtz.
Haimonskinder 9, 30
Bachmann. die neuere dichterische sprache hat die formel einen des lebens sichern
bisweilen bewahrt: wohlan, o herr, weil ihr mich meines lebens habt gesichert, so will ich euch die wahrheit gründlich sagen. Schiller
Tell 3, 3.
nach Tschudy: wolan herr, sidmalen jr mich mins lebens versichert habend, so will ich üch die grundlich warheit sagen. 1, 238
b;
sonst in verallgemeinertem sinne, wo das verbum in die bedeutung 2
unten übergegangen ist: der löwe war nicht aufgeräumt ... der fuchs und bär verkrochen sich, weil sie dabei gemeiniglich des lebens nicht gesichert waren. Lichtwer
fabeln 4, 13. 1@dd)
da in der älteren sprache für den persönlichen accusativ sich auch ein persönlicher dativ eingestellt hat: dô muos er im sichern sâ, swaʒ er in tuon hieʒe, daʒ er des niht enlieʒe.
Wigal. 82, 11;
so hat sich später für einen des lebens sichern
häufiger einem das leben sichern
ergeben, so weit nicht die neuere sprache hier das verbum zusichern (
s. d.)
anwendet: Ephr. herr, sicherst du mir mein leben?
Holof. ich sichre es dir. Hebbel 1, 58; ir herrn, ich wil mich gfangen geben, wo ir mir sichern wolt mein leben. H. Sachs 16, 79, 6
Keller-Götze; sag mir die wahrheit frisch und frölich, Tell, was es auch sei, dein leben sichr ich dir. Schiller
Tell 3, 3;
auch einem eine belohnung sichern,
lieber zusichern. 1@ee)
intransitives sichern
hat im mhd. die technische bedeutung sich im kampfe als überwundener ergeben, dem sieger folge geloben, erlangt: ich sicher unde ergibe mich: der sigelôse der bin ich.
Iwein 7577;
auch in freierem sinne: vrouwe, aller tugende krône, tuo mir der sorgen rât, wan dir gesichert hât vor allen vrouwen schône mîn herze, swieʒ ergât.
minnes. 1, 78
b Hagen; diese bedeutung ist noch im 15/16.
jahrhundert nicht vergessen: sie hant in gefangen und gesichert, so er von in gemant werde, gein Konigstein zu halden. Diefenbach-Wülcker 854 (
von 1434); die ander gleichnis von einem, der in einem kampf mit dem andern streit. wie dick der falt oder geschlagen wird, so ist er doch nit geschetzt überwunden, es sei aber denn das er sich ergeb und sprech 'ich sicher, oder gib mich gefangen'. Keisersberg
irrig schaf B 3
b. 22)
geht die bisher entwickelte bedeutung des verbums auf wort und gelöbnis, so tritt nun sichern
ganz aus der rechtssprache heraus und bezieht sich überhaupt auf jegliche masznahme zum schutze vor gefahr oder widrigem. 2@aa)
ohne beisätze, einen, sich, etwas sichern,
in sicherheit bringen, in mancherlei wendungen, in älterer sprache wie hüten, in acht nehmen, bewahren: diu rephüener habent die art, wenn si der vogler vâhen wil, sô denn daʒ êrst in daʒ netz kümt, sô laufent diu andern alle nâch im und sichert sich daʒ nachvolgent niht pei des vorgênden vall. Megenberg 215, 34; seid euwer künigkliche wyrdigkeit genad mitt mir geteylt hat .. und mich gesichert haben.
Wilh. v. Österreich 36
a;
sonst aber auch seit alters wie schützen, sicher stellen: einen sichern,
bei einem handel, durch pfand oder bürgschaft; ich bin gesichert,
sagt der kaufmann in bezug auf einen schuldner; gesichert sein,
in tuto esse, tectum esse et munitum, extra periculum esse. Frisch 1, 271
c; er ist deszwegen gesichert,
cautum est illi. ebenda; hier bin ich nicht gesichert. Adelung,
entweder in bezug auf verlust oder körperlichen schaden; denn ob der keiser gleich jn (
den reisenden papst) auff der landstrassen, zu beiden seiten, mit hundert tausent man liesze geleiten, so spreche er doch, ja wer wil den selben vertrawen ... so kan er doch den bapst nicht sichern. Luther 8, 236
a; er ist mein heil, mein ruhm und leben; er sichert mich; mein fels, mein schutz. Logau
bei Adelung; etwas sichern,
vor schaden, untergang; wenn man fremdem gute nachgehet, so musz man zuvor das seine sichern,
in sicherheit bringen. Adelung; um ein verbundenes interesse besser zu sichern.
staatslex.3 7, 616; wer sichert den Olymp, vereinet götter? des menschen kraft im dichter offenbart. Göthe 12, 14; was läszt im leben sich zuletzt gewinnen? was sichern wir von seinen schätzen allen? Platen 98; nimm mich schnell in deine arme, sichre dein beneidet gut. Ludwig 1, 39; etwas auf dem papiere sichern,
zeichnend, schreibend vor vergessenheit bewahren: als ich ganz betäubt wieder herunter kam, hatte Kniep im schauer seine zeit gut angewendet und mit zarten linien auf dem papier gesichert, was der wilde sturm mich kaum sehen, vielweniger festhalten liesz. Göthe 28, 197;
mit sächlichem subject: gesetze sichern die bewohner des staates; mauern haben früher die städte gesichert; kann die gewohnheit seine tritte so wunderbar sichern. Schiller 2, 345; ich möchte aber nicht glauben, dasz die inneren schwierigkeiten, auf die er stöszt, den frieden sichern. Moltke
ges. schriften 4, 188; die dankbarkeit der hofburg ... sollte ihm dann den besitz von Sachsen sichern. Treitschke
deutsche geschichte 1, 579;
part. prät. ein gesicherter mann, in gesicherten verhältnissen leben; —
mit dem dativ der person, wo aber der sinn der zusage (
oben 1,
c und d)
deutlich einspielt: das sichert ihm den dank der gegenwart und zukunft. 2@bb)
mit beisätzen, die ein örtliches ziel des verbalbegriffes bezeichnen, sich in, unter etwas sichern,
sich dahin in sicherheit bringen: ich wandte mich an die unsterblichen ... ich sah meine Psyche unter ihre flügel gesichert. Wieland 2, 80 (
Agathon 7, 9); ich sah .. die menschen dann sich in häuslein zusammen sichern, und sich annisten. Göthe 16, 75; wann ein redlich-fromer christ hin sich sichert in den sarck. Logau 2,
s. 46; o lasz in meiner entfernung, mich, von deinem umschattenden flügel ins dunkle gesichert, gott, den leidenden sohn, in seiner todesangst sehen. Klopstock 3, 262 (
Mess. 5, 365);
gewöhnlicher mit präpositionen des abstandes oder schutzes; selten mit von (
vgl. sicher von etwas
unter sicher 3,
c): den glauben in Spanien von der apostasie dieser verworfenen zu reinigen, und ihn von aller gefahr für wahre christen zu sichern. Klinger 4, 150;
mehr mit gegen: einen, sich gegen schaden, unfall, üble nachrede sichern; glücksgüter sichern uns gegen die armuth. Adelung; ein tugendhafter entschlusz sichert mich gegen ihre zärtlichkeit und gegen ihren witz. Lessing 2, 21; so siehst du wohl, dasz er (
ein mann) gegen meinen unwillen gesichert ist. 34; die festigkeit, zu welcher .. seine aus der natur eingesogenen grundsätze gelanget waren, sicherte seinen kopf und sein herz gegen alle die schädlichen eindrücke. Wieland 7, 164;
am gewöhnlichsten und zugleich ältesten mit vor: einen, sich vor etwas sichern; si (
Maria) sichert den sünder vor den nahtvorhten und vor der vinster des êwigen tôdes. Megenberg 442, 21; der nehmliche staatenbund, welcher streitfertig dastand, dem religionszwang seiner glieder zu steuern, sicherte sich eben dadurch vor politischer unterdrückung. Schiller 8, 12; die vor regen, schnee und wind jederzeit gesichert sind. E. Chr. Homburg
schimpf- u. ernsthafte Clio (1638) K 6
b; wer lehrt die bürger der zweige voll kunst sich nester zu wölben, und sie vor vorwitz und raub, voll süszes kummers, zu sichern? E. v. Kleist (1771) 2, 32; diesz sicherte mein urtheil vor betrug. Wieland 10, 175;
dafür mit für
und acc.: brücken, warten, zinnen, wälle, pforten, stein so pfost als schwelle, sicherten für überfälle diese burg. Stolberg 1, 186. 33)
selten, dasz sich sichern
auf die innere sicherheit, furchtlosigkeit bezogen ist (
vgl. dazu sicher 4,
a): darauf sicherte sich Elkannar.
Dya Na Sore 4, 440 (
stütze sich, war getrost);
part. gesichert,
getrost, furchtfrei: hatte ich doch auch meinen degen an der seite; und sollte ich mit dem alten nicht fertig werden, wenn er sich feindlich erweisen wollte? ich trat also ganz gesichert hinein; der pförtner drückte die thüre zu. Göthe 24, 83. 44)
ein in der neueren sprache zu gunsten von versichern (
s. d.)
untergegangenes sichern
mit persönlichem acc. hat den begriff des verbürgens und gelobens (1,
b. c)
in den einer eindringlich als wahrheit vermittelten behauptung verblassen lassen; es heiszt einen sichern,
überzeugung wachrufen: ist es aber das ein frow oder tochter etwen selten und mit unwillen sich müscht under die tentzerin, so getar ich nit sprechen, daʒ sie totlich sünde: ich getar sie auch nit sichern, daʒ sie nit totlich sünde.
altd. blätter 1, 62 (15.
jahrh.);
seit dem 17.
jahrh. mehr oder weniger formelhaft in der rede: ich sichre dich, dasz meine redlichkeit dir einen mahlschatz giebet. Günther 560; so lege mir dein hertz in die getreuen hände; ich sichre: diesen schatz wird deinem Saladin kein räuber, kein verlust, auch nicht der tod entziehn. 563; wer sichert sie, dasz mir noch heilig heisze, was mich zu schrecken aufgehört? Schiller
don Carlos 3, 10;
häufig in schlesischen quellen des 17.
jahrhunderts sich sichern
in imperativer formel: er ist, sicher dich, erbar, aufrecht und getreu: drüm liebe ihn ferner. Butschky
kanzl. 473; Markus Kamillus erhilt durch seinen bann di stadt Rom, des Zizero bann war sein aufnehmen. ebenmäszig sichere dich, das gott aus disem deinem bann, was dir zu gutte gereichet, erwecken wird. 661; sichere dich der besserung. 662; ich, sichert euch, behertzte brüder, wil heute mit meinem blute lieber drey spannen erde gegen die Römer gewinnen, als drey schritte zurück weichen. Lohenstein
Armin. 1, 32
a; du solst, sichere dich, mir als richter, nicht als vater rechenschaft thun. 1278
a; ja sichre dich: dasz nichts so sehr als sie (
die wollust) verderbe den frühling unser zeit.
Sophonisbe s. 66, 278; sie sichre sich, dasz ich Bolenens brunst verkehren wil in schatten, rauch und dunst. Hallmann
Catharina s. 14; der printz ist, sichert euch, durch zauberey bestrickt.
Antiochus s. 26; gesichert sein: ich bin gesichert,
persuasus sum. Steinbach 2, 589; sey gesichert, treuer freund, dasz dein augen nicht allein sondern mir und meinem haus in gesellschaft wäszrig sein. Logau 2, 46; seyd gesichert, dasz mein sinn sich in eurem gnügen weide. 2, 142, 7; es gehört beiderseits (
in bezug auf die räuber), beim dichter und seinem leser, ein gewisser gehalt von geisteskraft dazu ... meinerseits entscheide ein dritter, aber von meinen lesern bin ich es nicht ganz gesichert. Schiller
räuber, 2.
vorrede (
in drei späteren ausgaben, versichert
früher, vgl. histor.-krit. ausgabe 2, 12). 55) sichern,
in der jägersprache, vom wild, wenn es spürend die sicherheit seines standortes erprobt: sichern nennt man es, wenn wild aus dickichten auf blöszen wechselt und die gegend vermittelst gesicht, gehör und geruch zuvor sorgfältig durchspürt. Thüngen
waidm. pract. 309; nach einigen schritten stehen sie still und sichern. Brehm
illustr. thierleben 2, 724; so sichert' er (
der hirsch) und schreckt' und schaute besorgt sich um von seinem platz, und äsete nicht wieder eher, bis dasz er wuszt', es nah' kein späher. Immermann 13, 53;
übertragen: der feinste betriegt sich oft, gerade weil er zu viel sichert. Göthe 21, 109. 66) sichern,
bei den bergleuten das reinigen und probieren von erz, indem dasselbe klar gepocht, mit wasser zusammengerührt und in einem kleinen länglichen flachschüsselförmigen gefäsze (
sichertroge)
mit der hand geschwenkt und geschüttelt wird. Gätzschmann
2 s. 88; wie die quell offt sand und griesz mit herausz stoszen, in welchen man silber sichert. Mathesius
Sar. 2
b; auffm ertzbrunnen hat man auch im brunnen glaszertz gesichert.
ebenda; sicheren ist, wenn die bergschüszigen gantz klein gepuchte ertze in dem trog zum schlich gewaschen werden. Nehring
hist.-pol.-jur. lexicon (1736),
anderer anhang s. 72
b; sichern, soll zum öfftern geschehen, damit man die ertze nicht unter die berge haue; denn der sichertrog und probierofen machen die bergleute klug, wie man bergmännisch redet.
mineral- u. bergwerkslex. (1743) 521
a. 77) sichern,
an der neuen schuszwaffe, dem mehrlader, ihn vor ungewolltem losgehen durch eine entsprechende vorrichtung bewahren.