Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Sentenz f.
Sentenz f.
Sentenz f. ‘(bekannter) Ausspruch, Denkspruch, treffend formulierte Meinung’, mhd. sententie ‘Gottesurteil, päpstlicher oder kirchlicher Urteilsspruch, Beschluß’, frühnhd. sententz, auch (rechtssprachlich) ‘Urteilsspruch, Rechtsspruch’ (15. Jh.), entlehnt aus lat. sententia ‘(amtliche) Meinung, Sinn, Gedanke, Ausspruch, Urteil, Verstand, Denkspruch, Kernspruch’; zu lat. sentīre (sēnsum) ‘fühlen, empfinden, wahrnehmen, Einsicht haben, meinen, denken’. Im 16. und 17. Jh. wird die Verwendung des Wortes im Sinne von ‘Satz, Gedanke, Sinn’, in den theologischen reformatorischen Schriften ‘thesenhafter Lehrsatz, Ausspruch’ (aus der Bibel oder den Kirchenvätern) üblich. Aber auch der oben genannte heutige Gebrauch ist seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. in dt. Texten nachweisbar. Sentenz zeigt bis ins 18. Jh. meist maskulines Genus (wohl in Anlehnung an Spruch). – sentenziös Adj. ‘treffend, zugespitzt, knapp formuliert, reich an Sentenzen’ (18. Jh.), frz. sentencieux ‘spruchartig, sentenzenreich, feierlich’, afrz. sentencios ‘sentenzenreich’, entlehnt aus lat. sententiōsus ‘gedankenreich’.