Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
seiden
seiden
Seide f. ‘Gespinst der Seidenraupe, daraus hergestellte Stoffart’, ahd. sīda (um 1000), mhd. sīde ‘seidener Stoff, seidenes Gewand’, mnd. mnl. sīde, nl. zijde, aengl. sīde sind entlehnt aus lat. saeta, sēta ‘starkes Haar, Tierhaar, Borste’, dann (nach Einführung der Seidenraupenzucht in Europa im 6. Jh.) spätlat. (?), mlat. ‘Seide’ (verwandt mit Saite, s. d.). Die Entlehnung erfolgt am Niederrhein über eine roman. Form mit d aus t (vgl. mlat. sida) und mit Übergang von ē zu ī (wie bei Kreide, Speise, s. d.). – seiden Adj. ‘aus Seide bestehend’, ahd. (um 1000), mhd. sīdīn. seidig Adj. ‘aus Seide’ (16. Jh.), danach (19. Jh.) auch ‘wie Seide glänzend, seidenartig’.