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Schröpfen

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Meyers
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schröpfen

Bd. 18, Sp. 47
Schröpfen (Scarificatio), örtliche Blutentziehung durch seichte Einschnitte in die Haut und Anwendung des Schröpfkopfes. Der Schröpfschnepper (s. Abbildung) enthält in einer Kapsel 12–16 kleine Lanzetten, die auf einen Federdruck herausschnellen und die Haut leicht einschneiden. Als Schröpfkopf benutzt man eine kleine Metall- oder Glasglocke, die man über einer Weingeistlampe schwach erhitzt u. möglichst schnell auf die zu schröpfende Stelle aufsetzt. Unter der Glocke entsteht dann ein luftverdünnter Raum, die Haut wird in die Höhe und damit das Blut in die Gefäße dieser Hautpartie hinein- und durch die Einschnitte herausgesogen (blutiger Schröpfkopf). Setzt man den Schröpfkopf auf unverwundete Haut, so wird das Blut aus der Umgebung des Schröpfkopfes nur nach dieser Stelle hingezogen, also von den darunter liegenden Teilen abgeleitet (trockener Schröpfkopf). Größte Sauberkeit des Schneppers ist erforderlich, um die Verbreitung von Wundrose etc. durch des Instrument zu vermeiden. Ein trockener Schröpfkopf im kolossalen Maßstab ist der von Junod angegebene Schröpfstiefel, ein großer Glaszylinder, in den das Bein gesteckt wird; eine Saugpumpe stellt den luftleeren Raum her. – In der Landwirtschaft heißt S. oder Serben das Abschneiden (mit Sichel oder Sense) der obersten Blätter allzu üppiger Getreidesaaten, wenn Lagerfrucht zu befürchten ist. Oft genügt an Stelle des Schröpfens das Herausreißen einzelner Pflanzen durch Überziehen der Felder mit der Egge.
1483 Zeichen · 13 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schröpfen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schröpfen , verb. reg. act. welches in zwey dem Ansehen nach verschiedenen Bedeutungen üblich ist. 1) In der Landwirthsc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schröpfen

    Goethe-Wörterbuch

    schröpfen einmal subst Inf lokal begrenztes (iU zum Aderlaß mäßiges) Entziehen des Blutes durch flache Hauteinschnitte u…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schröpfen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schröpfen ( Scarificatio ), örtliche Blutentziehung durch seichte Einschnitte in die Haut und Anwendung des Schröpfkopfe…

  4. modern
    Dialekt
    schröpfenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schröpfen schw. : 1. 'zur Ader lassen, Schröpfköpfe, Blutegel ansetzen', veralt., meist nur noch in Wend. (s. u.), schre…

  5. Sprichwörter
    Schröpfen

    Wander (Sprichwörter)

    Schröpfen 1. Der schröpft andere schlecht auf dem Schienbein, der nicht weiss, wie's thut. 2. Erst schröpfen, dann köpfe…

  6. Spezial
    schröpfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schröp|fen vb.tr. 1 ‹med› (zur Ader lassen) sanlascé (-scia) 2 ‹pop› (ausnützen) sfruté (sfrüta), nen aprofité.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schroepfen

4 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

schroepfen als Zweitglied (1 von 1)

abschröpfen

DWB

abschröpfen , scalpello sanguinem detrahere, abziehen: einem das blut abschröpfen; in der landwirtschaft die spitze des getraides absicheln:…

Ableitungen von schroepfen (3 von 3)

entschröpfen

DWB

entschröpfen , sanguinem detrahere, durch schröpfen blut entziehen.

verschröpfen

DWB

verschröpfen , verb. ' durch unrichtiges oder zu starkes schröpfen verderben '; der weizen ist verschröpft worden. Campe. vgl. schröpfen 1, …

Zerschröpfen

Campe

Zerschröpfen , v. trs . durch Schröpfen überall verwunden. Einem den ganzen Rücken zerschröpfen , durch aufgesetzte Schröpfköpfe. D. Zerschr…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schroepfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schroepfen/meyers
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Cotta, Marcel. „schroepfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schroepfen/meyers. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schroepfen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schroepfen/meyers.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schroepfen"},
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