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Schröpfen

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schröpfen v., trs

Bd. 4, Sp. 280a
Schröpfen, v. trs. schneiden, in einigen Fällen. I der Landwirthschaft schröpfet man das Getreide, wenn man es mit der Sichel abschneidet, nämlich ehe es schosset oder Halme treibt, damit es nicht zu eilig wachse. I dieser Bedeutung, wo es auch schrepfen, schrapfen geschrieben wird, ist es mit rupfen verwandt und druckt zugleich das bei dieser Arbeit hörbare Geräusch aus. Den Weizen schröpfen. I den Küchen schröpft man die Äpfel, wenn man die Oberfläche derselben mit einem Messer fein ritzet oder aufhacket und sie hernach in Wein kocht. Geschröpfte Äpfel. I der Gärtnerei werden kranke Bäume geschröpft, d. h. die äußere Rinde derselben wird mit einem scharfen Messer aufgeritzt, doch so daß die untere grüne Rinde und das Holz dadurch nicht verletzt wird, damit der Saft Luft bekomme. Am häufigsten gebraucht man schröpfen von einer Art des Blutlassens, da man mehrere kleine Schnitte, ehemahls durch ein einfaches Eisen, jetzt durch zusammengesetzte Schnäpper, neben einander in die Haut macht und diese mit kleinen runden Gefäßen, nachdem man die Luft in denselben verdünnet hat, bedeckt, damit durch den Druck der äußern Luft, Blut aus diesen kleinen Wunden in das Gefäß, den Schröpfkopf, trete und gleichsam abgezapft werde. Uneigentlich sagt man daher, einen schröpfen, ihn auf eine empfindliche Weise übersetzen, ihm das Geld abnehmen. Der Wirth schröpft seine Gäste, wenn er sie zu viel bezahlen läßt. D. Schröpfen. D. — ung.
1446 Zeichen · 18 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schröpfen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schröpfen , verb. reg. act. welches in zwey dem Ansehen nach verschiedenen Bedeutungen üblich ist. 1) In der Landwirthsc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schröpfen

    Goethe-Wörterbuch

    schröpfen einmal subst Inf lokal begrenztes (iU zum Aderlaß mäßiges) Entziehen des Blutes durch flache Hauteinschnitte u…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schröpfen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schröpfen ( Scarificatio ), örtliche Blutentziehung durch seichte Einschnitte in die Haut und Anwendung des Schröpfkopfe…

  4. modern
    Dialekt
    schröpfenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schröpfen schw. : 1. 'zur Ader lassen, Schröpfköpfe, Blutegel ansetzen', veralt., meist nur noch in Wend. (s. u.), schre…

  5. Sprichwörter
    Schröpfen

    Wander (Sprichwörter)

    Schröpfen 1. Der schröpft andere schlecht auf dem Schienbein, der nicht weiss, wie's thut. 2. Erst schröpfen, dann köpfe…

  6. Spezial
    schröpfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schröp|fen vb.tr. 1 ‹med› (zur Ader lassen) sanlascé (-scia) 2 ‹pop› (ausnützen) sfruté (sfrüta), nen aprofité.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schroepfen

4 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

schroepfen als Zweitglied (1 von 1)

abschröpfen

DWB

abschröpfen , scalpello sanguinem detrahere, abziehen: einem das blut abschröpfen; in der landwirtschaft die spitze des getraides absicheln:…

Ableitungen von schroepfen (3 von 3)

entschröpfen

DWB

entschröpfen , sanguinem detrahere, durch schröpfen blut entziehen.

verschröpfen

DWB

verschröpfen , verb. ' durch unrichtiges oder zu starkes schröpfen verderben '; der weizen ist verschröpft worden. Campe. vgl. schröpfen 1, …

Zerschröpfen

Campe

Zerschröpfen , v. trs . durch Schröpfen überall verwunden. Einem den ganzen Rücken zerschröpfen , durch aufgesetzte Schröpfköpfe. D. Zerschr…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schroepfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schroepfen/campe
MLA
Cotta, Marcel. „schroepfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schroepfen/campe. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schroepfen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schroepfen/campe.
BibTeX
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