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schröpfen

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

schröpfen schw.

Bd. 5, Sp. 1450
schröpfen schw.: 1. 'zur Ader lassen, Schröpfköpfe, Blutegel ansetzen', veralt., meist nur noch in Wend. (s. u.), schreppe (šrebə) [mancherorts, Christmann Kaulb 8 Bernhard 167 Hussong Kirkel 153 Karch Gimmdg/Muttstdt 235 Mang 87 Lambert Penns 141 Don-Schowe], schrepfe (šrebfə) [Südostecke d. Pf], schreffe (šrefə) [RO-Feilbg (PfId. 129) KB-Bubh Zell]; Part. Perf. geschreppt [mancherorts], geschrefft [KB-Bubh]. Beschreibung des Schröpfens (Ende 19. Jh.): Der Feldscherer (Bader) bringt in einem Säckchen ca. 10 - 12 gläserne Schröpfköpfe und einen Schröpfapparat mit 6 - 8 spitzen Messerklingen mit. An der Stelle, an der das Blut entzogen werden soll, wird mit den Klingen die Haut geritzt. Über einer Flamme wird die Luft in den Schröpfköpfen erhitzt, die dann sogleich aufgesetzt werden. Durch Abkühlung der Luft saugen sich die Schröpfköpfe an und ziehen das kranke, überflüssige Blut heraus [LU-Opp]. Bei schlechtem Blut, blutunterlaufenen Stellen werden Blutegel angesetzt [LU-Limbghf]; geschreppt krie'e 'geschröpft werden' [NW-Frankeck]. Er hot geschreppt kriet [LU-Opp]. Morje machen Se sich beizeit uff die Socke un lafen nooch Lauzkerche zu me Kranke; dem Mann muß nemlich geschreppt werre, verschtehn Se mich? [Kühn Schnitze I 207]. Krawweln eraus aus 'm Bett, Nikela, Ehr krien geschreppt! [Kühn Schnitze I 208]. Eich muß barduh geschreppt werre! [Kühn Schnitze I 208]. RA.: Dem heert (geheert) geschreppt 'Der gehört geschröpft', d. h. 'Der ist (geistig) nicht ganz in Ordnung, dem ist zu wohl, der muß gehörig zurechtgewiesen werden' usw. [RO-Dielkch, mancherorts]. Der g'heert geschreppt, dass. [BZ-Dierb], häufig mit Zusätzen: mit de Holzax [LA-Gommh, mancherorts, Hebel 20], mit der Spitzhack [LU-Opp], met em Stuhlstempel [Kaislt], am Hern (Hirn) [Land]. — 2. übertr. a. 'jemanden (finanziell) ausnehmen, ausbeuten, übervorteilen' [verbr., Klein Prov. 143]; Zs.: herausschröpfen. Der isch emol g'heerig g'schreppt worre [LU-Opp]. — b. 'den Bienen zu viel Honig wegnehmen', Imkerspr. [NW-Frankeck]. — 3.a. 'verhauen' [mancherorts SWPf]; Syn. s. verhauen 1. Der hat e paar geschreppt kriet [HB-Einöd]. Ich han ne geschreppt, daß er dran denkt, so lang wierer lebt [IB-Rohrb]. — b. 'mit den Fingerknöcheln an den Kopf schlagen', schreffe [KB-Zell]. — Südhess. V 767/68; Rhein. VII 1814; Lothr. 466 schreffen; Els. II 518/19.
2378 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schröpfen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schröpfen , verb. reg. act. welches in zwey dem Ansehen nach verschiedenen Bedeutungen üblich ist. 1) In der Landwirthsc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schröpfen

    Goethe-Wörterbuch

    schröpfen einmal subst Inf lokal begrenztes (iU zum Aderlaß mäßiges) Entziehen des Blutes durch flache Hauteinschnitte u…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schröpfen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schröpfen ( Scarificatio ), örtliche Blutentziehung durch seichte Einschnitte in die Haut und Anwendung des Schröpfkopfe…

  4. modern
    Dialekt
    schröpfenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schröpfen schw. : 1. 'zur Ader lassen, Schröpfköpfe, Blutegel ansetzen', veralt., meist nur noch in Wend. (s. u.), schre…

  5. Sprichwörter
    Schröpfen

    Wander (Sprichwörter)

    Schröpfen 1. Der schröpft andere schlecht auf dem Schienbein, der nicht weiss, wie's thut. 2. Erst schröpfen, dann köpfe…

  6. Spezial
    schröpfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schröp|fen vb.tr. 1 ‹med› (zur Ader lassen) sanlascé (-scia) 2 ‹pop› (ausnützen) sfruté (sfrüta), nen aprofité.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schroepfen

4 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

schroepfen als Zweitglied (1 von 1)

abschröpfen

DWB

abschröpfen , scalpello sanguinem detrahere, abziehen: einem das blut abschröpfen; in der landwirtschaft die spitze des getraides absicheln:…

Ableitungen von schroepfen (3 von 3)

entschröpfen

DWB

entschröpfen , sanguinem detrahere, durch schröpfen blut entziehen.

verschröpfen

DWB

verschröpfen , verb. ' durch unrichtiges oder zu starkes schröpfen verderben '; der weizen ist verschröpft worden. Campe. vgl. schröpfen 1, …

Zerschröpfen

Campe

Zerschröpfen , v. trs . durch Schröpfen überall verwunden. Einem den ganzen Rücken zerschröpfen , durch aufgesetzte Schröpfköpfe. D. Zerschr…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schroepfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schroepfen/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „schroepfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schroepfen/pfwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schroepfen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schroepfen/pfwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_schroepfen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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