Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schräg
schräg
Schragen m. ‘schräg oder kreuzweise stehendes Holzwerk, Gestell mit kreuzweise gestellten Füßen, Schaugerüst’, ahd. garnascrago m. ‘Garnwinde, Haspel’, mhd. schrage m. ‘geneigt oder kreuzweise eingefügte Pfähle, kreuzweise stehende Holzfüße als Untergestell eines Tisches’, mnd. schrāge(n) m. ‘Seitenstütze, Strebepfahl, Gestell aus kreuzweise gestellten Beinen, Bock, Dreibein’, mnl. sc(h)rage, nl. schraag ‘Untersatz, Gestell’ (westgerm. *skrag-). Herkunft ungewiß. Ein Anschluß an ie. *(s)krek-, eine Gutturalerweiterung der verbreiteten Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’, zu der Schrank, Schranke (s. d.) gehören, ist möglich. Zu Schragen stellt sich schräg Adj. ‘schief, seitlich geneigt’, seit dem 16. Jh. bezeugt, doch vgl. ältere Zusammensetzungen (mit allerdings unsicherer Bedeutung) wie ahd. scregibant ‘Haarband’ (9./10. Jh.) und scregihōrī ‘Schrägheit’ (um 1000). Schräge f. ‘schräge Lage, schräge Fläche’, frühnhd. schreck (15. Jh.), Schreg (16. Jh.). Als verbale Bildung zu Schragen 1schrägen Vb. landschaftlich ‘wanken, taumeln’, mhd. schregen ‘mit kreuzweise gestellten, wankenden Beinen gehen’ (vgl. rhein. schraggeln ‘torkeln’); als Ableitung vom Adjektiv 2schrägen, abschrägen Vb. ‘schräg machen’ (18. Jh.); vgl. schregeln ‘kreuzweise verbinden’.