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schoeps

mnd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
11 in 10 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Schöps

Bd. 3, Sp. 327
Schöps 1. Der Schöps fragte den Hammel, warum er im Sommer einen Pelz trage. 2. Der wahre Schöps passt auf alle Tafeln. (Sachsen.) Dieser Ausspruch befindet sich als Bemerkung beim Hammelbraten in dem von dem berühmten dresdener Koch herausgegebenen Kochbuch, das in Sachsen sehr verbreitet ist. – In Toscana sagt man, um die Vorzüge des Hammelfleisches anzuerkennen: Wer das Hammelfleisch lässt, der lässt die Vernunft. (Magazin, 1863, 604.) 3. Ehe man die Schöpse schlachtet, mästet man sie. 4. Le-Ojlem müss män seine Schöpse scheren. (d.-deutsch. Warschau.) Bevor man sich an die Geschäfte anderer wagt, muss man vorher seine eigenen beendigt haben. 5. Neunundneunzig Schöpse und Ein Champagner sind hundert Stück Vieh. – Illustr. Zeitung, 1870, S. 1447. Frz.: Quatre-vingt-dix-neuf moutons et un Champenois font cent bêtes. (Lendroy, 1593.) 6. Was ein Schöps heisst auf dem Land, wird Schöppen in der Stadt genannt. »Schöpse, die kenn' ich wol, doch hört' ich jüngst von Schöppen, sprach Bauer Hans zum Nachbar Eppen: kannst du mir sagen, was das sei? Ei, sprach er, das ist einerlei, denn was ein Schöps heisst auf dem Land, wird Schöppen in der Stadt genannt.« (Witzfunken, VIIa, 83.) 7. Was ein Schöps ist, bleibt ein Schöps. 8. Wie der Schöps ist, so kriegt er die Bissen. 9. Den duzen die Schöpse auf der Strasse. » ... Ich dachte an die Zeit, wo wir in Frankreich sechs Wochen lang Mittags Kartoffeln und Schöps und Abends Schöps und Kartoffeln essen mussten, sodass wir Gefahr liefen, von den Schöpsen auf der Strasse geduzt zu werden.« (Europa, Leipzig 1871, Nr. 36.) 10. Einen für einen Schöps und Dorfhammel halten. – Westermann's Monatshefte, S. 370. Ihm Bildungsmangel zur Last legen. 11. Elk mot sin egen Scheps Düchte1 weten. – Hauskalender, II. 1) Tiefer, tiefliegender, verborgener Sinn, englisch depth. (Vgl. Stürenburg, 40b.) Jeder muss die Neigungen, Eigenthümlichkeiten u.s.w. seiner Thiere kennen. Frz.: C'est un bon as de pique. (Kritzinger, 536a.) – C'est une buse. (Kritzinger, 98b.) 12. Es ist ein rechter Schöps. Ein Scheltwort, wie Schaf (s.d. 354), um einen dummen, einfältigen Menschen zu bezeichnen, und, weil mit dem Nebenbegriff der Unbehülflichkeit und Plumpheit, noch schärfer und verletzender. Auch bei den Römern hatte Schöps (vervex) einen schlimmern Klang als Schaf. Im Kaufmann des Plautus sagt Lysimachus zu dem wider seinen Willen in das Haus eindringen wollenden Demipho: »So, du Schöps, wollst hineingehen?« Ebenso gehört hierher eine Stelle in Seneca's Schrift über die Charakterfestigkeit. Sie lautet: »Chrysippus sagt: Es sei jemand darüber empört gewesen, dass ihn einer einen Meerschöps (vervex marinus) genannt habe.« Juvenal bemerkt in Bezug auf Abdera, der Philosoph Demokrit habe bewiesen, dass grosse Männer auch geboren werden könnten im Vaterlande der Schöpse und im dunstigen Nebel. (Vgl. m. Schimpfwörter im Ausland, 1871, Nr. 8.) 13. Wieder auf seine Schöpse zurückkommen. Fortfahren, wo man aufgehört hatte. Frz.: Revenons à nos moutons. (Lendroy, 1051.) [Zusätze und Ergänzungen] 14 Kann ich einen gantzen Scheps auf einmal fressen, sagte der Wolff, solt ich nicht auch können ein Mücken verschlingen? – Luther, Werke, VII, 215a.
3233 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schöpsm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    +° schöps , m. , verschnittener Schafbock, Hammel (Ziesemer 4; slav. skopec ).

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchöpsDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Der Schöps  s. Scheps und Schöpps 

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schöps

    Goethe-Wörterbuch

    Schöps oberdt 1 Schaf, (kastrierter) Hammel; einmal in redensartl Zshg In den Fleischbänken hängen die Theile der Ochsen…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schöps

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schöps , soviel wie Hammel, s. Schaf .

  5. modern
    Dialekt
    Schöps

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schöps [ʿSèps Str. ] m. dummer Mensch. ‘Ken Dummele kummt do ze ebbs, Es gitt gewiss ken riche Schöps’ E. Stöb…

  6. Sprichwörter
    Schöps

    Wander (Sprichwörter)

    Schöps 1. Der Schöps fragte den Hammel, warum er im Sommer einen Pelz trage. 2. Der wahre Schöps passt auf alle Tafeln. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schoeps

37 Bildungen · 34 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

schoeps‑ als Erstglied (30 von 34)

schöpsbauch

DWB

schoeps·bauch

schöpsbauch , m. : auch sol kein fleischhacker .. einichen schutzpauch oder scheffinfleisch annders feil haben .. dann mit anhanngender hewt…

schöpsbraten

DWB

schoeps·braten

schöpsbraten , m. , auch schöpsenbraten, arrosto ò carne arrosta di castrato Kramer dict. 2, 643 a : schäpsen-braten, caro vervecina assa Fr…

schöpsbutten

DWB

schoeps·butten

schöpsbutten , m. landschaftlich, z. b. im meisznischen, der butten ( magen ) mit den übrigen eingeweiden eines schöpses Adelung. Krünitz 14…

schöpschristel

DWB

schoeps·christel

schöpschristel , m. dummer, einfältiger mensch, als schimpfwort, besonders in Schlesien und Posen Weinhold 87 b . Bernd 275 . Albrecht 206 a…

schöpsdrehe

DWB

schoeps·drehe

schöpsdrehe , f. drehkrankheit der schafe ( z. b. in Leipzig ); auch übertragen: er hat die schöpsdrehe, ist verrückt Hertel sprachsch. 220 …

Schöpsel

Campe

schoep·sel

† Das Schöpsel , — s, Mz . gl. im Holsteinschen, das Geschöpf. Schütze.

Schöpsengeist

GWB

schoeps·en·geist

Schöpsengeist nur Getrennt- od Bindestrichschr engstirnige Gesinnung, kleinliche Denkungsart, Dummheit [ betr Zweifel des Weimarer Oberkonsi…

Schöpsenhaufen

GWB

schoeps·en·haufen

Schöpsenhaufen metaphor-pejor für eine allzu willig einem (geistigen) Führer folgende Menschenmenge [ Hamann zu Ahasverus: ] Du weißt wievie…

Schöpsenkeule

GWB

schoeps·en·keule

Schöpsenkeule (verzehrfertig zubereitete) Hammelkeule Mittags am Wirthstische wurden wir mit guten S-n und Wein von Bar tractirt GWB 33,39,8…

Schöpsenkopf

GWB

schoeps·en·kopf

Schöpsenkopf Schafschädel; in anatom Zshg GWB N11,62,15 BedeutFördernis uö(selten) Syn GWB Schafschädel GWB Schafskopf Juliane Brandsch J.B.

schöps(en)leder

DWB

schoeps·en·leder

schöps(en)leder , n. : und soll dem herrn geben zween weisse von schöpsenleder gemachte handschuhe an einem weissen sommerladen hesseln stab…

schöps(en)mäszig

DWB

schöps(en)mäszig , adj. nach art eines schöpses oder dummkopfes, dumm Campe.

schöpsern

DWB

schoeps·ern

schöpsern , adj. : vervecinus, verveceus, ovillus, schöpserne nieren, renes vervecis Steinbach 2, 493 . dafür älter schöpʒîn, schöpʒen, auch…

schöpsfleisch

DWB

schoeps·fleisch

( schöpsfleisch ,) schöpsenfleisch , n. , immer in letzterer form, die auf einer zusammenrückung mit dem adj. schöpsen ( s. DWB schöpsern ) …

schöpsfusz

DWB

schöpsfusz , m. : schöps - füsse in papier, schöps - füsse farciret, schöps-füsse mit muscaten-blüten. frauenzimmerlex. 1774, daneben: schöp…

schöpsgenie

DWB

schoeps·genie

schöpsgenie , n. , vgl. DWB schöps 2: in vertrauten briefen äuszerte sich der prinz von Noer aufs gröbste über 'unser schwägerliches schöpsg…

schöpshaut

DWB

schoeps·haut

schöpshaut , f. haut eines schöpses mit der wolle drauf Jacobsson 7, 268 b .

schöpsheit

DWB

schoeps·heit

schöpsheit , f. : sehen sie zu, ob sie ihn, seiner schöpsheit ungeachtet, dahin bringen .. respekt für sie zu haben. Wieland denkw. briefe 1…

schöpsigkeit

DWB

schoepsig·keit

schöpsigkeit , f. : Bertuch lachte, Wieland schimpfte über diese schöpsigkeit des publicums. Böttiger lit. zustände 1, 272 . vgl. schöpsheit…

schöpskeule

DWB

schoeps·keule

schöpskeule , schöpsenkeule , f. hammelkeule Krünitz 147, 736 : schöppskeil, vervecis costa Pomey indic. univ. (1720) bei Dief.-Wülcker 844 …

schöpskopf

DWB

schoeps·kopf

schöpskopf , m. : schäpsen - kopf, nennt man ein pferd so nicht gerad von der stirn herab, sondern auf der nase etwas scharf, und bey den lö…

schöpssack

DWB

schoeps·sack

schöpssack , m. bei den fleischern, der magen eines schöpses mit den kaldaunen ( vergl. DWB schöpsbutten ) Jacobsson 7, 268 b . Krünitz 147,…

schoeps als Zweitglied (3 von 3)

federschöps

DWB

feder·schoeps

federschöps , m. qui plumis alienis sese ornat stulte: dieses kam unserm federschöps nicht ein wenig seltzam für. Leiermatz 1668 s. 189.