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schoeps

mnd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schöps m.

Bd. 15, Sp. 1569
schöps, m. verschnittener schafbock, hammel. entlehnt aus slav. (böhm.) skopec, altslav. skopĭcĭ verschnittener, zu skopiti castrieren Kluge 335b. Grimm gramm. 2, 265. gesch. d. deutschen spr.3 24. Weigand 2, 632. mhd. schopʒ, schöpʒ, älter schöpz, schöpcz Lexer handwb. 2, 772; muto .. schecz et wechsil Dief. gl. 374b, vervex .. scheps, schöps vel schütz 615a; muto star vel schapcz voc. Vrat. 1422, schepcz vel bezil voc. Vrat. ms. nach Weigand a. a. o. ist md. schopz 1340 belegt. im nhd. auszer mit ö oft mit e und ä geschrieben, so schreibt Luther scheps, s. die belege. vereinzelt findet sich auch neben dem gewöhnlich auslautenden s oder sz das ältere z, tz, cz: im kessel wol vier schäptzen südt und an dem spiesz ein ochssen briet. B. Waldis Esop 3, 64, 17. von wörterbüchern verzeichnet das wort zuerst Henisch in der bedeutung 3 (s. unten) als schöps; Schottel 1407 schreibt: schöps, m. vervex, aries castratus, scheps, schäps; ebenso Stieler 1781: ein scheps, vervex, aries castratus, qui etiam scribitur schäps, et schöps; noch Frisch hat schäps, vervex, 162b neben schöps 220c. das wort ist besonders dem östlichen hd. sprachgebiete eigen; die Ingolstädter und die Züricher bibel kennt es nicht und sagt männliches schaf, s. Kluge v. Luther bis Lessing s. 81. mundartlich findet es sich bair. Schm. 2, 442, österreich. (selten) Höfer 3, 112, vergl. 2, 113, schlesisch Weinhold 87b, henneb. Spiesz 226 (nur in schöpsenbraten und als schimpfwort), ostthür. Hertel sprachschatz 220. im ganzen nicht sehr gebräuchlich, den westlichen (alem. fränk. hess.) und nd. mundarten ganz fremd. in einigen mundarten (mainfränk. oberpfälz. südböhm.) finden sich formen mit ausdrängung des p: schötz, schütz, schüz, s. Adelung. Frommann 6, 266, 41. ähnliche formen in Nürnberg schon im 15. jahrh., s. unter schöpsbauch und schöpsfleisch. — die casus obliqui werden stark und schwach gebildet. der plur. schöpse Steinbach 2, 493. ganz vereinzelt begegnet auch im nom. die erweiterte form schöpse: Bescher endlich ist der dritte, dem das schaf musz g'nüge leisten; doch dasz er nicht schaden litte, ist's ein schöpse von den feisten. Rückert (1882) 4, 95. [] wenn dagegen auch in zusammensetzungen neben den gewöhnlichen mit schöps- gebildeten formen auch solche mit schöpsen- stehen (so besonders schöpsenbraten, -fleisch, -keule, -schlägel), so ist dabei wol weniger einflusz der schwachen declination, als junge zusammenrückung mit dem alten adj. schöpsen (mhd. schöpʒîn) anzunehmen. in der folgenden zusammenstellung sind überall die kürzeren formen schöpsbraten u. s. w. zu grunde gelegt. bedeutung. 11) vervex Nemnich (unter ovis aries); der schöps (bötling) ist ein widder (hammel) dem der sack genommen ist. Comenius sprachenth. 182; vervex, aries castratus, ein schöps, verschnittener widder, castraun. Corvinus fons latin. 2, 724b; vervex, mas ovium Steinbach 2, 493; schöps, ein verschnittener schaf-bock. Frisch 2, 220c; vgl. auch öcon. lex.2 2640 ff. Krünitz 147, 735 ff.; wil er aber dem herrn ein danckopffer von kleinem vieh thun, es sey ein scheps oder schaf, so sols on wandel sein. 3 Mos. 3, 6; darnach hies Raguel einen scheps schlachten. Tob. 7, 9; und ward bestetiget durch scheps und bocks tod und blut. vorr. auff das alte testament bei Bindseil - Niemeyer 7, 313; dasz sie ihm so gute wolle auf den schafen hätten wachsen lassen, sowohl gute schöpse gemästet und schöne butter eingeleget hätten. Schweinichen 1, 363; verschantzt mit hammen, hinderviertheiln vom schöps. Garg. 53b; wol und viel mocht er auch essen, .. ein schincken, oder gebraten hindertheil von einem hammel, schöpts oder widder. Kirchhof wendunm. 2, 53 Österley (2, 24); ich habe .. meinen hunger an dem schmackhaftesten braten gestillt, wie ihn der könig nicht essen kann, wenn er seine schöpse nicht auch mit rosmarin füttern läszt. Thümmel reise 2, 138. 22) übertragen auf einen dummen, einfältigen menschen, vgl. schaf 4, e, th. 8, 1997 f.: er ist ein alberer, einfältiger schöps, egli è un pecorone et un scempiotto, sempliciotto, gocciolone, bietolone, mestolone Kramer dict. 2, 643a; scheps .. catachr. de homine stolido, et bardo dicitur. es ist ein alberner scheps. Stieler 1781; schöps, figürlich ein tummer mensch, caput vervecinum, homo stupidus Frisch 2, 220c; so im bilde: wer ein fuchsz fahen wil, der musz kein scheps hinders garn stellen. Mathesius Sar. 153b; du bist ein schöps, wirst nimmer lernen zu rechter zeit blöken. Kotzebue dram. sp. 2, 261; die guten deutschen lämmer, nicht gern nennt' ich sie schafe, sie brauchen einen widder, der vorgeht und sie leitet ... der jetzige heiszt Menzel, nicht widder, eher schöps. Grillparzer5 2, 177; wortspielend mit der eigentlichen bedeutung: du bist so glücklich, Amyntor, besser zu denken, ob du gleich im vaterlande der schöpse und unter einer dicken luft geboren bist. Wieland suppl. 3, 208; allein es entstand die besorgnisz, dasz ich bei dieser methode leicht wieder in meinen früheren zustand versinken könnte, und es dann vielleicht nicht einmal bis zum bock, sondern nur bis zum schöps brächte. Immermann Münchh. 2, 118; für 'dummkopf' schlechthin: wie wir auch noch teglich erfaren, wie geschwind, listig, klug, behend der welt kinder sind, gegen uns frome, albere, gute, einfeltige schepsse und schafe. Luther 6, 155b; mein gott, was seid ihr doch albere einfältige schöpse! Rist friedew. Teutschl. 34; ich bin aber wohl ein dummer schöpsz gewesen dasz ich solche narrenpossen geglaubt habe. gespenst 212; wie es über mich armen schöps hergegangen. Felsenb. 2, 142; ihr werdet vielleicht gedencken .. mein vater müsse ein alberner schöps oder liederlicher hauswirth gewesen seyn. 241; weil ich nunmehro als ein armer schöps, mich zu gratuliren hatte, dasz ich von ihm .. mit aufgenommen wurde. 3, 456; wer heiszet uns dumme schöpse einer aufgestellten lockspeise folgen? Pierot 2, 6; einfältiger schöps! Lessing 1, 411 (freig. 2, 5); läszt mancher schöps von muttersöhnchen in einem abend 20 louisd'or sitzen thun. Gotter schausp. 260 (basen 3, 1); eine sehr schöne frau, die einen schöps zum manne hat. Göthe briefe 1, 31 Weim. ausg.; wo er aber niemanden ansah, nichts redete, und also von einigen aus der gesellschafft, für einen philosophen, von andern, für einen schöps gehalten wurde. 81; diesz (gold) giebt selbst verstand den thoren, und macht schöpse hochgebohren. Weisze kom. op. 2, 133 (d. teufel ist los 3, 9); der henker hohle den schöps! Wieland 4, 36 (Am. 2, 19); und jeder schöps weisz ungefähr: von diesen erntet man natürlich ungleich mehr. Bürger 323 Sauer; [] wie die schöpse laufen, vom narren gift zu kaufen? Göthe 13, 18; ach, höret den getreuen diener an, der nur ein schöps ist gegen eure weisheit, doch hier in seiner dummheit klüglich räth! Immermann 14, 20 Hempel (pr. v. Syrak. 1). 33) name eines sehr starken und fetten bieres, das ehemals in Breslau gebraut wurde Jacobsson 7, 268b. ferner Adelung und Campe, die in dieser bedeutung scheps schreiben; ein berühmtes Schweidnitzer bier Weinhold 87b; in Baiern, eine art nachbier, covent Schm. 2, 442; breszlisch bier, schöps, cerevisia Wratislaviensis Henisch 502, 63; coquitur in ea civitate (Breslau) cerevisia optima, quam Germanice vocant, Breszlawischen schöps. Corvinus fons latin. 2, 63b; (so) ging auf solchem taufen mir auf ... 11 achtel schöps, à 60 weiszgrosch. Schweinichen 2, 182; weil ich denn neben dem guten wein und schöps auch eine schöne musik hatte. 3, 286; und ist mir den abend zwei eimer wein .., und 2 achtel schöps, auch 2 achtel bier aufgegangen. 288; desz lieben rebensaffts wuste ich nicht zu bekommen, suchte derowegen scheps oder Strieger-bier. Simpl. schr. 3, 409, 24 Kurz (vogeln. 1, 17); wegen groszer verführung des schöpses oder braunen biers. quelle vom j. 1418, s. zeitschrift für deutsche phil. 20, 489; ein sog. weisser schöps oder das heutige ordinari weitzenbier. ebenda; schöps oder toller wrangel zu Breszlau, davon nachfolgende knittel - verse gemacht werden: schöps caput ascendit, nec scalis indiget ullis, sessitat in stirnis, mirabilis intus in stirnis (l. hirnis, nach Schm. a. a. o.) item o scheps, scheps, te libenter bibit omnis plebs. Dach zeitvertreiber (1685) 188, s. Kurz Simpl. schriften 3, 499; doch ein solcher reimen-spruch ... schickt sich wohl dahin am besten, wo man schöps und kofent schenckt. Günther 860.
8426 Zeichen · 194 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schöpsm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    +° schöps , m. , verschnittener Schafbock, Hammel (Ziesemer 4; slav. skopec ).

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchöpsDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Der Schöps  s. Scheps und Schöpps 

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schöps

    Goethe-Wörterbuch

    Schöps oberdt 1 Schaf, (kastrierter) Hammel; einmal in redensartl Zshg In den Fleischbänken hängen die Theile der Ochsen…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schöps

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schöps , soviel wie Hammel, s. Schaf .

  5. modern
    Dialekt
    Schöps

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schöps [ʿSèps Str. ] m. dummer Mensch. ‘Ken Dummele kummt do ze ebbs, Es gitt gewiss ken riche Schöps’ E. Stöb…

  6. Sprichwörter
    Schöps

    Wander (Sprichwörter)

    Schöps 1. Der Schöps fragte den Hammel, warum er im Sommer einen Pelz trage. 2. Der wahre Schöps passt auf alle Tafeln. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schoeps

37 Bildungen · 34 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

schoeps‑ als Erstglied (30 von 34)

schöpsbauch

DWB

schoeps·bauch

schöpsbauch , m. : auch sol kein fleischhacker .. einichen schutzpauch oder scheffinfleisch annders feil haben .. dann mit anhanngender hewt…

schöpsbraten

DWB

schoeps·braten

schöpsbraten , m. , auch schöpsenbraten, arrosto ò carne arrosta di castrato Kramer dict. 2, 643 a : schäpsen-braten, caro vervecina assa Fr…

schöpsbutten

DWB

schoeps·butten

schöpsbutten , m. landschaftlich, z. b. im meisznischen, der butten ( magen ) mit den übrigen eingeweiden eines schöpses Adelung. Krünitz 14…

schöpschristel

DWB

schoeps·christel

schöpschristel , m. dummer, einfältiger mensch, als schimpfwort, besonders in Schlesien und Posen Weinhold 87 b . Bernd 275 . Albrecht 206 a…

schöpsdrehe

DWB

schoeps·drehe

schöpsdrehe , f. drehkrankheit der schafe ( z. b. in Leipzig ); auch übertragen: er hat die schöpsdrehe, ist verrückt Hertel sprachsch. 220 …

Schöpsel

Campe

schoep·sel

† Das Schöpsel , — s, Mz . gl. im Holsteinschen, das Geschöpf. Schütze.

Schöpsengeist

GWB

schoeps·en·geist

Schöpsengeist nur Getrennt- od Bindestrichschr engstirnige Gesinnung, kleinliche Denkungsart, Dummheit [ betr Zweifel des Weimarer Oberkonsi…

Schöpsenhaufen

GWB

schoeps·en·haufen

Schöpsenhaufen metaphor-pejor für eine allzu willig einem (geistigen) Führer folgende Menschenmenge [ Hamann zu Ahasverus: ] Du weißt wievie…

Schöpsenkeule

GWB

schoeps·en·keule

Schöpsenkeule (verzehrfertig zubereitete) Hammelkeule Mittags am Wirthstische wurden wir mit guten S-n und Wein von Bar tractirt GWB 33,39,8…

Schöpsenkopf

GWB

schoeps·en·kopf

Schöpsenkopf Schafschädel; in anatom Zshg GWB N11,62,15 BedeutFördernis uö(selten) Syn GWB Schafschädel GWB Schafskopf Juliane Brandsch J.B.

schöps(en)leder

DWB

schoeps·en·leder

schöps(en)leder , n. : und soll dem herrn geben zween weisse von schöpsenleder gemachte handschuhe an einem weissen sommerladen hesseln stab…

schöps(en)mäszig

DWB

schöps(en)mäszig , adj. nach art eines schöpses oder dummkopfes, dumm Campe.

schöpsern

DWB

schoeps·ern

schöpsern , adj. : vervecinus, verveceus, ovillus, schöpserne nieren, renes vervecis Steinbach 2, 493 . dafür älter schöpʒîn, schöpʒen, auch…

schöpsfleisch

DWB

schoeps·fleisch

( schöpsfleisch ,) schöpsenfleisch , n. , immer in letzterer form, die auf einer zusammenrückung mit dem adj. schöpsen ( s. DWB schöpsern ) …

schöpsfusz

DWB

schöpsfusz , m. : schöps - füsse in papier, schöps - füsse farciret, schöps-füsse mit muscaten-blüten. frauenzimmerlex. 1774, daneben: schöp…

schöpsgenie

DWB

schoeps·genie

schöpsgenie , n. , vgl. DWB schöps 2: in vertrauten briefen äuszerte sich der prinz von Noer aufs gröbste über 'unser schwägerliches schöpsg…

schöpshaut

DWB

schoeps·haut

schöpshaut , f. haut eines schöpses mit der wolle drauf Jacobsson 7, 268 b .

schöpsheit

DWB

schoeps·heit

schöpsheit , f. : sehen sie zu, ob sie ihn, seiner schöpsheit ungeachtet, dahin bringen .. respekt für sie zu haben. Wieland denkw. briefe 1…

schöpsigkeit

DWB

schoepsig·keit

schöpsigkeit , f. : Bertuch lachte, Wieland schimpfte über diese schöpsigkeit des publicums. Böttiger lit. zustände 1, 272 . vgl. schöpsheit…

schöpskeule

DWB

schoeps·keule

schöpskeule , schöpsenkeule , f. hammelkeule Krünitz 147, 736 : schöppskeil, vervecis costa Pomey indic. univ. (1720) bei Dief.-Wülcker 844 …

schöpskopf

DWB

schoeps·kopf

schöpskopf , m. : schäpsen - kopf, nennt man ein pferd so nicht gerad von der stirn herab, sondern auf der nase etwas scharf, und bey den lö…

schöpssack

DWB

schoeps·sack

schöpssack , m. bei den fleischern, der magen eines schöpses mit den kaldaunen ( vergl. DWB schöpsbutten ) Jacobsson 7, 268 b . Krünitz 147,…

schoeps als Zweitglied (3 von 3)

federschöps

DWB

feder·schoeps

federschöps , m. qui plumis alienis sese ornat stulte: dieses kam unserm federschöps nicht ein wenig seltzam für. Leiermatz 1668 s. 189.