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schneuzen

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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Eintrag · Rheinisches Wb.

schneuzen

Bd. 7, Sp. 1614
schneuzen das Wort, mhd. sniuzen, mnd. snüten, ndl. snuiten entsprechend (s. auch Schnott »Nasenschleim«), ist allg., u. zwar im Diphthong-Geb. -aits-, –ęits-, –eits- entrundend [-ēts- Birkf-Idar; -its- Saarbr-Monophthong-Geb.], -øyts- nicht entrundend (Ahr); Siegld -its-, –y- (aber östl. -ibə, –y-) [Freier Grund -ǫits-] n. der L. im Rip (u. NPrüm), OBerg; in beiden Geb. über die Benr.-L. hinaus bis einschl. Geilk, SErk, MGladb-Giesenk Korschenbr, Neuss, rrhn. in Gummb-Schwarzenbergisch (-øyts-, früher -ȳt-), in Wippf hinein -yts-, im sndfrk. Teil -ø- [OWaldbr, Wippf-Wipperf Thier -ȳts-; Köln-Stdt -øytz- u. -y-]; n. dieses Geb. -øt- [Eup-Stdt -ȳt- (Ld. -yts-); NBerg -yt-; Elbf auch -yd-] schw.: 1.a. die Nase schn., ohne Taschentuch, mit den Fingern streichend, die N. putzen, den Nasenschleim von sich schleudern; mit dem Taschentuch laut putzen; he schneuzte sek un schmit den Schnuddel weg; sek met der bloən Schörze (de Nas) schn.; en de Sch. schn. Gummb-Berghsn (alt -yt-), Allg. (doch abgesehen vom Rhfrk, Mosfrk heute mehr butzen); hos de Säckelduch, vor die Nas ze schn. Hunsr, Allg. RA.: Schnütt dek on säg »gon Dag«, du Swinegel! zu einem vorlauten Menschen, einem Prahler Barm; schneiz deich, botz deng Kändel (Rinne), da has de kän Hudel (Last) mat der Schnudel! Bitb. En kotte (kurze) Nas es hell (bald) geschnütt kurze Pein ist bald vorüber Remschd. Iəm (einem) den Nüəsel schn. ihm einen Verweis geben ebd.; se enem schn. Prüm-Mürlenb. Der Röckstrangk schn. scheissen (derb) Eup-Stdt; hei hät enen de R. higeschneizt Trier-Welschbillig. Do hot sich awer äne geschneizt er hat gefurzt Bitb-Seimerich. Do host de dich awer mol g. geirrt Bitb. Et hat sich en Stere geschneizt gesagt bei Sternschnuppenfall Mos, May, Daun, Aden, Ahrw, Neuw. — b. den Docht (die Kerze, das Licht) schn., mit der Lichtputzschere das verkohlte Ende des Dochtes abschneiden (veralt.) Allg. — c. einen Baum, eine Stange schn., entästen Neuw-Datzeroth, Remschd, Sol (auch eine Hecke schn., scheren), Mettm (auch die Flügel), MGladb-Rheydt, Klev. — d. Bohnen schn., die Spitzen abschneiden u. die Seitenfasern abziehen Zell-Sohren, Goar-Liesenf. — e. -yts-, etwas (bes. Leckereien), an etwas schn., naschen, bes. von Kindern, Katzen; dat Kengk schnütz gern; schn. gohn; jet fort-, wegschn. Malm, Schleid, Monsch, Eup, Aach, Jül, Dür, Bergh, Erk (rip.), Geilk (rip.), Grevbr-OZeer; aus fremdem Hause Kleinigkeiten stibitzen, verschleppen Schleid-Hellenth; -øyts- vorwegnehmen; de Maiblome han de Frembde all geschneuz Sieg-Rhönd. RA.: Et Fett va jen Zupp (de Raum va jen Melch) schn. sich zum Nachteil dritter den besten Anteil verschaffen, das Beste vorwegnehmen Aach. Se hät em Wichs geschnütz sie hat sich mit einem Manne eingelassen Aach-Eschw. Absol. schnüffeln, vom Schweine Malm-Montenau (-øks-). Ene schn. einen trinken, sich einen genehmigen Jül-Hasselsw, Gummb-Berghsn (-øyts-, -ȳt-). Ein Mädchen schn., küssen Aach-Münsterbusch. — -øts-, –øt-, –yt- absol. u. einen schn., schnauben, grob anfahren Heinsb, MGladb, Elbf, Düss. — 2. in weiteren Bed., etwas schn., rütteln, schütteln, ruckweise u. stark durch die Luft bewegen, z. B. ein feuchtes Tuch, wie es die Wäscherinnen tun; etwas ruckweise wegschleudern, z. B. den Regen von den Kleidern, den Staub aus dem Rock; etwas mit der Hand, dem Fusse, Kopfe wegschleudern; ech schnött mech dat Water va jen Häng (Händen); et Bett schn. die Federn des Bettes durcheinanderschütteln; möt der Kopp schn. schütteln; der Hongk schnött met de Stert, –øt- SNfrk, Geld, Mörs, auch -yts- Jül, Aach, NBergh; -yt- Mettm, Sol, Düss. RA.: Ech sen van dem N. geschnött wuərde sagt das Mädchen, das von dem Bauernjungen gedrängt wurde, mit zum Tanzboden zu gehen MGladb. Enen düchtig schn. kräftig zurechtweisen Allg. Do schnött dat et weər (wieder) das Verdienst ist gut Geld-Hinsbeck. Enen Ongeschnöttenen ein Grobian Kemp-Süchteln, Mörs-Rheinbg. — Abl.: die Schneuzerei (Leckerei, Pl. -e·i.əle), dat Geschneuz.
4029 Zeichen · 104 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schneuzenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    schneuzen , verb. die nase putzen. I I. form und verwandtschaft. I@1 1) schneuzen gehört augenscheinlich in die zahlreic…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schneuzen

    Goethe-Wörterbuch

    schneuzen je einmal ‘schneizen’ u ‘schneutzen’; auch subst (Kleinschr) 1 ausschnauben, die Nase durch heftiges Ausstoßen…

  3. modern
    Dialekt
    schneuzenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schneuzen schw. : 1. a. 'die Nase durch kräftiges Ausstoßen von Luft vom Nasenschleim befreien', dabei entweder in ein T…

  4. Sprichwörter
    Schneuzen

    Wander (Sprichwörter)

    Schneuzen 1. Hart Schneuzen macht blutige Nasen. – Henisch, 431, 34; Simrock, 9155; Körte, 5382. 2. Man muss sich nicht …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schneuzen

9 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

schneuzen‑ als Erstglied (7 von 7)

Ableitungen von schneuzen (2 von 2)

beschneuzen

DWB

beschneuzen , emungere, decipere: dasz ich unter vier spitzbuben gerathen, welche bis itzo ihr wort nicht gehalten und allem ansehen nach mi…

verschneuzen

RhWB

ver-schneuzen: 1. etwas v., Geld u. Gut durch Leckereien vertun Verbr. wie schn. 1 e. — 2. dat Kengk hät e verschnitz Mülche, — es v. nascht…