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schnarren

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnarren verb.

Bd. 15, Sp. 1186
schnarren, verb. ein rauhes vibrierendes geräusch hervorbringen. ein lautmalendes wort, zu dem eine sichere etymologie nicht bekannt ist und wol auch kaum gesucht werden darf, vgl. das dazu im ablaut stehende schnurren und die selteneren schnerren, schnirren, schnorren. s. auch Weigand 2, 613. Kluge5 332b. Noreen urgerm. lautl. 208. weiterbildungen dazu sind schnarchen, schnarfen, schnarzen, s. das.mhd. snarren, Lexer handwb. 2, 1025, daneben snern und snerren, schwatzen mhd. wb. 2, 2, 448b f. (s. unten); ein starkes snerren scheint in folgender stelle vorzuliegen: hie tioste brach der swerte klanc, die pfeile snurren von der bogen snallen. d. j. Titurel 4092, 4. vergl. Grimm gramm. 2, 61. mnd. snarren Schiller - Lübben 4, 269a, daneben snorren, brummen, murren 280a, vgl.schnurren, und niederl. snorren vel snarren, susurrare, fremere, bombilare Kilian. die formen neuerer mundarten weichen im allgemeinen nicht von der schriftsprache ab, schnarren, auch schnrn Liesenberg 199; schnorren (z. b. Kehrein 1, 363) ist vielleicht besser zu schnurren zu stellen. 11) vom laute gewisser werkzeuge. 1@aa) von dem schnarre genannten lärminstrument, s. daselbst 1; die schnarre schnarrt, auch mit der schnarre oder ratsche schnarren Campe oder schnarren allein in diesem sinne Frischbier 2, 302a: gute nacht. der wächter schnarrt eilf (zeigt mit der schnarre die eilfte stunde an). Hamann 5, 97. 1@bb) eine garnwinde schnarrt Adelung, weshalb sie auch schnarre genannt wird, nd. snarren brem. wb. 4, 882; eine uhr, mit bezug auf das rasseln, das dem schlage vorhergeht: als ich die hölzerne wanduhr mit dem guckuck noch in demselben tone schnarren und schlagen hörte. Thümmel reise 6, 175; vom kratzen der schreibfeder: denn es war mir einigemal begegnet, dasz das schnarren und spritzen der feder mich aus meinem nachtwandlerischen dichten aufweckte. Göthe 48, 15. 1@cc) besonders von den gerätschaften mancher handwerker, namentlich der weber: als wenn man zwischen den unzähligen bewegten spuhlen und weberstühlen einer groszen fabrik hingeht, und vor lauter schnarren und rasseln .. sich den eigenen rock selbst verleidet fühlt, den man auf dem leibe trägt. Göthe 26, 64; er weynet, seufftzet, knirrt und knarrt, gleich wie ein weber bogen (weberschiff) schnarrt. B. Waldis Esop 3, 95, 8; vom spinnrad: und das spinnrad schnarrt (in den spätern ausgaben schnurrt und brummt. H. Heine buch d. lieder 149 Elster (berg-id. 1); ferner vom wollbogen der wollkämmer zum auflockern der haare: se makeden vele bylage (winkelgelage), unde lepen schoduvel unde danseden in den lakengespannen (wantrahmen) unde snarden myt den wullbogen. d. städtechron. 16, 336, 31; so auch in folgender stelle (?): (jungfrau zum wagner) schmira, lasz schnarrn! was sagstu mir von wegen und karrn? fastn. sp. 617, 12. 22) besonders von musikwerkzeugen, 2@aa) so von blasinstrumenten, z. b. den baszposaunen Adelung: floitieren unt tampûren schal, pusûnen snarren, daʒ eʒ in der luft erhal. Lohengr. 5045; es schnarre das regal (kleines orgelwerk), die bass-viole bromm; die qwart posaune pral. Scherffer ged. 84; vgl. das schnarrwerk an einer orgel, s. unten. von einer rohrpfeife, mit dem nebensinn des misztönenden, vgl. schnarrpfeife Voss eclogen (1800) s. 90: oft quältest du dich, o pfuscher, am kreuzweg, dein armseliges spiel auf schnarrendem stroh zu verstümpern! Voss Virg. idyll. 3, 27. ähnlich im bilde: in einem (zeitalter), wo das orchester die instrumente der weltgeschichte erst zu einem künftigen konzerte stimmt, wo mithin noch alles unerhört in einander schnarrt und pfeift. J. Paul Siebenk. 1, 13. 2@bb) von saiteninstrumenten: celli, guitarren, harfen schnarren u. s. w.: beym spiel von hundert schnarrenden geigen. Wieland 5, 12 (Amad. 12, 14); doch scheint das schnarrende holz (der harfe) von Orfeus geist beseelet, so bald sich Rezia's gesang mit ihm vermählet. 23, 100 (Oberon 8, 49); die saite schnarrt, im bilde: lass uns, sagte er, endlich aufhören, auf dieser schnarrenden saite herumzuklimpern, Glycerion! 39, 93. beim zerspringen: nimmer wird sein ruhm verhallen, ehe nicht die letzte saite schnarrend losspringt von der letzten andalusischen guitarre. H. Heine 1, 362 Elster. 33) von manchen vögeln, vgl. schnarre 3: der schwarzspecht schnarrt, wenn er mit seinem schnabel so hart an die dürren bäume schlägt, dasz es einen zitternden laut gibt. Adelung. Jacobsson 4, 15b; andere vögel schnarren nur mit ihrer stimme, wie mistler, schnarrenten Adelung; so sagt man schnarren oder schwirren in der waidmannssprache von dem eigenthümlichen laute der schnepfe beim streichen. Behlen 5, 511; vergl.: der wunderlich schnarrende ton eines wachtelkönigs, der sich eben hören liesz. Ludwig 2, 73. 44) meist wird schnarren vom menschen gesagt, 4@aa) von einer rauhen, vibrierenden stimme: im dialog tiefe etwas schnarrende, heftige, rauhe stimme. Göthe 43, 34. besonders von einer groben gutturalen aussprache des r: schnarren, propr. stridorem aliquem acutum edere, in specie autem lit. r per palatum vitiosè et quasi ronchissando pronunciare, unde etiam in multis Germaniae locis schnarchen cum schnarren confunditur. er schnarret mit der zunge, turbidè atque adhaesè loquitur, infacundior atque impromtus linguâ est. Stieler 1887; ähnlich schon Kramer 2, 620c: er schnarret, schnorchelt im reden, egli roncheggia lettera r. ebenso niederd. snarren brem. wb. 4, 883. Dähnert 437b. in dieser spezielleren bedeutung: er hatte eine gantz unangenehme sprache, unnd absonderlich konte er das R nicht auszsprechen, sondern schnarrte, wie eine alte regalpfeiffe, die ein stücke von der zunge verlohren hat. Chr. Weise erzn. s. 117 neudr.; bisz sich Eurylas resolvirte, einen doctor zu agiren, und dem menschen das schnarren zu vertreiben. 118; ich kenne einen magister, der wollte einen berühmten prediger imitiren, und weil der vornehme mann ein geringes vitium linguæ hatte, dasz er das R nicht gar zu wohl pronuncirte, so befliesz sich der gute mensch so sehr drauf, dasz er in anderthalb jahren perfect schnarren lernte. kl. leute 324; die printzessin, der, weilen sie zugleich in etwas schnarrete und lispelte, .. unsere sprache anfänglich etwas schwer fallen wolte. Felsenb. 4, 403; seine sprache war ein wohlklingender tenor, den ein kleines schnarren nicht um das einnehmende brachte. Weisze selbstbiogr. 262; von einer rauhen sprechweise überhaupt: der mann schien bei seinen gehwerken das sprechen gelernt zu haben. aus seinem knarren und schnarren schien hervor zu gehen, dasz auch er den Holders - Fritz in der dämmerung lauernd getroffen. Ludwig 2, 49. 4@bb) schnarrend sprechen: groteske verkleidungen, teufel, schornsteinfeger, ritter, grosze hähne (masken) schnarrten und schrien in allen sprachen. Arnim 2, 234; und wenn du, alter knabe, wie ein kind mit deiner Phyllis schnarrst und stammelst. Wieland Horazens sat. (1794) 2, 105; du ungeschickter schnarrst ja nur dem pöbel vor. Overbeck Virg. 45 (3. ecl. 26). mit nachfolgender rede: darumb, schnarret die alte herwider, dasz ihr mir meinen reichen mann verwandelt und mit einem bettler darfür behengt! Kirchhof wendunm. 2, 519 Österley (3, 238); sie sind auch ein unerträglicher mensch, Demokrit! schnarrten die schönen Abderitinnen, und — ertrugen ihn doch. Wieland 19, 89 (Abd. 1, 8); 'ferner so sage er seinem herrn', schnarrte Bastian auf das natürlichste dem kirchner nach. Thümmel reise 5, 33. 4@cc) oft ist das schnarren zeichen des zorns oder der aufgeregtheit, vgl. schnarchen 6: sonder wann er zürnet und schnarrt, so musz man jhn auch halten hart. Ayrer 865, 31 Keller; nun schnarrt er aus heiserer kehle gegen den göttlichen Agamemnon schmählichen vorwurf. Stolberg 11, 53. vgl.schnarren murren, brummen, schmälen Campe, brummen Stalder 2, 340, mit tiefzitternden tönen reden, besonders im unwillen Hintner 225; in Aachen schnarre, anschnauzen Müller-Weitz 217, nd. snarren brem. wb. 4, 883; nl. snarren, jurgare, fremere, strepere, murmurare Kilian; dazu einen anschnarren, mit rauhen worten anfahren Schmeller 2, 549. Hintner a. a. o., s. theil 1, 447: dort kumbt er, ich wil jn ahn schnarren. H. Sachs fastn. sp. 4, 134, 293 neudruck (dafür v. 313: an schnurren); weil sie (die herrin des Äsop) gar hessig auf mich sticht, vil hadern peim herren mir zu richt, das er mich teglich an thüet schnarrn. 7, 160, 473. 4@dd) namentlich im mhd. bedeutet snarren und snerren oft auch 'schwatzen', z. b.: swenn er anders nihten mak, so get er snarren durch den tak von ienem hin, von disem her. renner 14351; vgl. Schm. 2, 579 (schwatzen, verleumden); preuszisch laut und viel reden, über eine sache schwatzen die man nicht versteht. Frischbier 2, 302a. 4@ee) vom singen (oder von der guitarrebegleitung?): auf Dafnis, säume nicht, ergreiffe die kitarren, schlag' auf und singe drein von Fillis trefligkeit: wol, sagte Dafnis, ich werd' auch ein liedlein schnarren, dasz lustig klingen sol, disz will die freuden zeit. Rist Parnasz 205; vgl.: gut .. du muszt nur ein wenig mehr schnarren, deine mutter schnarrte allerliebst. Brentano 7, 19; daher auch schnarrende lieder: täglich sasz er hier in der allee auf dem kasten seines instruments, und sang, so lustige, vergnügte, schnarrende lieder, die er mit dem raszlen seiner harfe ... accompagnirte. Klinger theater 3, 116. 55, 5@aa) auch von den tönen u. s. w. selbst wird schnarren gesagt, vgl. 3. 4, a. e, besonders um einen miszton zu bezeichnen: (er) klopft .. an den irdenen töpfen herum, ob nicht an einer stelle ein schnarrender miszton den sprung verräth. Freytag soll u. haben 2, 114. 5@bb) übertragen auf einen schlecht klingenden reim oder vers: die kindheit überdisz entschuldigt meine pflicht, die das erfreute fest, so deinen nahmen borget, nicht eher durch den reim, der dennoch schnarrt, versorget, weil mir die rechte krafft zur poesie gebricht. Günther 1058. 5@cc) so auch unpersönlich es schnarret (jetzt gewöhnlich saust) mir in den ohren, egli mi romba, fromba, frombola nelle orecchie. Kramer dict. 2, 620c. 66) wörter ähnlicher form, aber abweichender bedeutung, die also wol kaum mit dem obigen zusammenhängen, finden sich mundartlich: 6@aa) schweizerisch-tirolisch nagen, schnuppern, wie beim rindvieh auf der weide Stalder 2, 340, schnaren, ablecken Frommann 6, 407, 18, schnarren, beiszen, essen, schnâre, anbeiszen, dazu das g'schnâr, eszwaaren Schöpf 637, vergl. Hintner 225 und schnarfen. 6@bb) ähnlich westf. snarren, beiszen wollen, um sich schnappen Woeste 245b. märkisch hä snarrede üm sik as ne bieteltiewe (bissige hündin) Frommann 5, 163, 146 (s. 167 erklärt als 'schnell den kopf bewegen um zu beiszen, schnappen'). 6@cc) siebenbürgisch àfschnärren, aufspringen (mit geräusch) Frommann 5, 179, 185. 6@dd) daneben ebenda schnären, schnüren, betrügen Haltrich 48a, wol zu mhd. snerhen und mnd. snare (schlinge) gehörend, vgl. oben (die einleitung).
10957 Zeichen · 201 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnarren

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schnarren , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und denjenigen zitternden Laut nachahmet, welchen e…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schnarren

    Goethe-Wörterbuch

    schnarren PartPräs od subst Inf vibrierend hart, trocken, knatternd klingen bzw solche schnell aufeinander folgenden rau…

  3. modern
    Dialekt
    Schnarrenm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schnarren m. : ' Narbe, Schramme ', Schnarre (šnarə) [WD-Niedkch RO-Sippf]; vgl. Rone , Schmarre , Schmarren ; Syn. s. N…

  4. Spezial
    schnarren, [beim Sprechen]v

    Dt.-Russ. phil. Termini

    schnarren , v [beim Sprechen] картавить , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnarren

4 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schnarren 2 Komponenten

schnar+ren

schnarren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnarren‑ als Erstglied (2 von 2)

schnarren II

RhWB

schnarren II das Wort, im Abl. zu den weiter verbr. schnorren, schnurren, mhd. snarren , ist nur vereinzelt, wohl nach dem Nhd. bezeugt, -a·…

schnarrente

DWB

schnar·rente

schnarrente , f. eine ente, die stärker schnattert als die gewöhnliche ente, und gebraucht wird, um wilde enten heranzulocken, anas strepera…

schnarren als Zweitglied (1 von 1)

e(n)wëgschnarren

Idiotikon

e(n)wëgschnarren Band 9, Spalte 1273 e(n)wëgschnarren 9,1273

Ableitungen von schnarren (1 von 1)

beschnarren

DWB

beschnarren ? Fischart, in der bekannten stelle, Garg. 79 a gibt beschnarret als ein epitheton des schifs. liegt darin das nnl. snar, schnur…