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schlippe

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
9 in 7 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schlippe

Bd. 7, Sp. 1353
Schlipp V, Schlippe, Schlippen das Wort, nd. schlippe, dem Schlipp »Schlitz« u. schlippen III »ritzen« zu vergleichen ist, ist nfrk., geht aber nach Süd. ins Rip hinein, u. zwar n. einschl. Monsch-Simmerath, Eusk-Zülp, Mü-Eif. rrhn. n. einschl. Siegld-Freudenbg (-eb-) (u. südl. abseits Neuw-Rodenb -eb-), berg. Südgrenze, Sieg, u. zwar -ep, seltener -i- [-ø- Selfk, Geld, in Mörs, Klev hier u. da; -y- WSelfk], Pl. -pə(n) m. Rip, Eup, SNfrk; f. Klevld von Geld, NKemp, Mörs, Dinsl an; RRip u. Berg hat -epən; Ruhr -ipə(n) Sg. u. Pl. m.: 1. Zipfel. a. am Hemd, der untere hintere Teil des Hemdes, der Hemb(s)schl., am Rocke, Gehrocke, Rockschl., an der Fahne, Fahneschl. Allg.; he stoppte de Täsche hingem em Rock bes ovvenan voll, dat de Schl.ə stif (steif) stunten (standen) Köln-Stdt, Allg.; dech hängt der Schl. herut der Hemdzipfel MGladb, Allg.; he hat der Schl. no gen Botz (Hose) eruthange Eup, Aach, — der Boəm (Boden) h. Heinsb; haut (halt) em fas mit de Schl.ə am Rockzipfel Heinsb, Allg.; de Kenger (Kinder) sen der Moder ömmer henger em Schl. sind nicht von ihr zu trennen Erk, Allg., ene beim (mem) Schl. kriə beim Zipfel, Schopf fassen Allg. RA.: He hät den Schl. (Rockzipfel, –schoss) om Wine (auf der Weide) hangen er hat es sehr eilig Wippf-Dohrgaul De wett (weiss) nicks äs Schl.ə drage er sucht sich durch allerlei Liebesdienste bei andern einzuschmeicheln Heinsb. Ich kann at (schon) senge, wat ich well; N. N., döuhj der Schl. (Hemdenzipfel) eren; Kermes, K., Hembschlepp! Aach-Stdt. De hät enen (Schnapsflasche) in den Schl.ən Gummb. Die met die schmal Leppe hant der Düvel met de Schl.ə ebd. Et geht öm sine Schl. gesagt, wenn der Spieler im Klickersp. alle Klicker bis auf einen verloren hat Eup (hier bedeutet Schl. auch scherzh. einfach »Hemd«; he hat gene Schl. op e Lif; Schmettjere (Kotflecken) e gene Schl. En Butz (Kuss) op den Leppen mackt Fröngkschəp (Freundschaft) onger dem Schl. (Hemdzipfel) Sol. — b.α. Zipfel der Schürze u. die zum Tragen von Gegenständen zusammengefasste Sch.; halt de Schl. ens op, do schmit ech dech e paar Äppel eronger!; en Schl. voll Ä.; den hängt em an de Schl.ə; jet en de Schl. drage; da's em en de Schl. gefolle mühelos zuteil geworden; et Geld möt Schl.ən eropdrage sehr hohe Einnahmen haben; de Häng (Hände) onger de Schl. halde Kemp, Klevld, also dort, wo Schl. f. ist u. an der Ruhr (m.) RA.: Do es genn (kein) Best (Tier) bej, sät de Frauw, du har se en Schl. Wölf Geld-Leuth. En Frau kann mehr in de Schl. üt et Hüs drage, as de Mann mät en Höjwage (Heu-) (m. vier Perd) drin fahre kann. — β. der Schoss der Mutter, insofern er ein Kind aufnimmt, Moders Schl.; et Kend (auch sin Mädjen) op de Schl. nehmen; komm gau (schnell) bej Muder op de Schl.; de sett ock noch gern in Moders Schl. Kemp, Klevld, Ruhr. RA.: Muders Schl. üs warm, wenn auk arm MülhRuhr. Kleine Kender treje (treten) Moder op de Schl., grote K. op et Hart (Herz) Rees, Allg. Dat Glöck fällt öm in de Schl. []Mörs-Rumeln. — 2. übertr. a. -ep m.: ein unbebaut gelassenes Stück Land, Rand des Ackers; kleiner Ackerzipfel, kl. Parzelle Sieg (-ep u. -epən), MülhRh, Dür, Neuss, Kref, f. Mörs. — b. -epən m. Eisenbeschlag, fast über die ganze Breite der Türe, zum Einhängen der Türe, Türangel Remschd, Elbf, Mettm-Cronenbg, Sol. — c. -øpən Schlupfwinkel Sieg-Fussh. — d. -øp f. Stück Brot; en grote Schl. Brot Geld. — e. -ebə, Pl. -bən m. Wiesenknöterich, polygonum bistorta Siegld; Herbstzeitlose, colchicum autumnale Siegld-Marienborn; -ebχən wilder Spinat Neuw-Raub.
3567 Zeichen · 121 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlippe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schlippe , plur. die -n, ein nur im gemeinen Leben übliches Wort, einen engen Weg oder Ort zu bezeichnen, durch welc…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlippe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schlippe , s. Brandgasse .

  3. modern
    Dialekt
    Schlippe

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schlippe 'klaffende Wunde, Narbe, Geschwür, Einschnitt' s. PfWB Schliebe .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlippe

30 Bildungen · 24 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schlippe 2 Komponenten

sch+lippe

schlippe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlippe‑ als Erstglied (24 von 24)

Schlippenbach

Herder

schlippen·bach

Schlippenbach , adeliges Geschlecht in Liv- und Kurland; ein S. erscheint als Feldherr Karls XII. von Schweden. Ulrich Gust. , Freiherr von …

schlippen II

RhWB

sch·lippenii

schlippen II -ip- Berg in Gummb-Schwarzenbergisch , Lennep , Mettm , Rheinschiff u. in bes. Bed. 2 Euck-Blessem schw.: 1. etwas schl., schle…

schlippen III

RhWB

sch·lippeniii

schlippen III das Wort, mit dem mndl., mnd. slippen »spleissen« zu vergleichen ist, ebenso Schlipp V, ist als -e- vereinzelt schw.: 1. etwas…

schlippenwurz

DWB

schlippen·wurz

schlippenwurz , f. natterwurz, polygonum bistorta. Nemnich. Oken 3, 1481 . Pritzel-Jessen 297 b ( Schlesien ). auch schlipwurz Nemnich. vgl.…

Schlipperholz

RhWB

schlipper·holz

Schlipper-holz -ep- Schleid-Dahlem Marmag Nettersh Reschd Scheven Schöneseifen ; -øp- Dür-Bickesd; -øb- Köln-Ld (o. O.) m., meist Pl.: senkr…

Schlipperian

RhWB

Schlipperian -ipriā:n, Pl. -nə Köln-Stdt , Düss-Stdt m.: verächtl. saumseliger Mensch.

schlipperig

DWB

schlippe·rig

schlipperig , adj. : die nd. entsprechung von schlipfrig ist s(ch)lipperich, lubricus Dief.-Wülcker 841 , mit anderem suffix slippricht. ebe…

schlippermilch

DWB

schlipper·milch

schlippermilch , f. geronnene, saure, dicke milch, lac coagulatum Stieler 1612 . Weinhold 84 b . Bernd 264 . vergl. schlipp, adj., schlipper…

Schlippermënt

Idiotikon

Schlippermënt Band 9, Spalte 620 Schlippermënt 9,620

schlippern

DWB

schlipp·ern

schlippern , verb. weiterbildung zu schlippen ( vgl. auch schlipfern), schles. gleiten, schwanken Weinhold 84 b . in Ost- und Westpreuszen v…

schlippern I

RhWB

schlippern I -i- = schlafen, in der Kinderspr. s. schläfern;

schlippern II

RhWB

schlippern II -i-, –e- = Eisbahn schlagen s. schlibbern;

schlippern III

RhWB

schlippern III = schlendern s. bei schlippen II.

schlippe als Zweitglied (6 von 6)

feuerschlippe

DWB

feuer·schlippe

feuerschlippe , f. recessus ignis, enge schmale gasse zwischen häusern, ein schlupfloch des feuers. nd. slippe, hd. besser schlüpfe.