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Schêmen

mhd. bis Lex. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
24 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schêmen

Bd. 3, Sp. 1413
Der Schêmen, des -s, plur. ut nom. sing. ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, welches nur in den gemeinen Sprecharten Ober- und Nieder-Deutschlandes üblich ist. Es bedeutet daselbst: 1) das Bild eines Dinges, so fern es durch Hemmung des Zuflusses des Lichtes entstehet, es geschehe nun im Wasser oder auf einem festen Körper, ein Schattenbild. Wie der Schemen im Wasser ist gegen das Angesicht, Sprichw. 27, 19. Sie gehen daher wie ein Schemen, Ps. 39, 7. Wo man dafür im Hochdeutschen Schatten gebraucht. 2) Eine jede Figur, Gestalt, wo es doch nur von einer erdichteten Gestalt des Gesichts für Larve, Maske in einigen Oberdeutschen Gegenden üblich ist, ehedem aber noch üblicher war. Verschiedene Beyspiele hat Frisch angeführet. Anm. Im Nieders. Schem, Scheme und Schemel. Es ist so wohl mit Schein als mit Schatten Eines Geschlechtes, indem alle drey nur in den Endlauten unterschieden sind. S. die Anmerk. zu Schatten und Schein. Zu der nächsten Verwandtschaft unsers Wortes aber gehören so wohl unser Schimmer, als ein Intensivum, als auch das Schwed. Skymning, die Dämmerung, das Goth. Skeima, die Laterne, und das Griech. σχημα, die Gestalt. Luther gebrauchte es noch für Schein: Da Kain geboren war machte ihm Eva einen heiligen Schemen oder Krone um den Kopf, als wenn sie den Messiam geboren hätte. Im Niedersächsischen ist aver schemen überschatten, und hevenschemig trübe, dunkel, von der Luft und Witterung, woraus zugleich erhellet, daß Schemen und Schatten ursprünglich völlig gleichbedeutend sind, indem das erste hier auch von der Beraubung des Lichtes überhaupt gebraucht wird.
1604 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHËMEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +13 Parallelbelege

    SCHËMEN s. ich SCHIM .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schemen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +2 Parallelbelege

    schemen, sw. v. refl. sich schämen.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêmen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schêmen , des -s, plur. ut nom. sing. ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, welches nur in den gemeinen Sprechar…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schemen

    Goethe-Wörterbuch

    Schemen mask od neutr 1 ein (nur kurz) sichtbares, kaum konturiertes Phänomen a mBez auf opt Erscheinungen Das äußere Ob…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schemen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schemen (mittelhochd. schime , vielleicht vom griech.-lat. schema ), wesenloses Schattenbild.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schemen

26 Bildungen · 10 Erstglied · 11 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schemen 2 Komponenten

sche+men

schemen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schemen‑ als Erstglied (10 von 10)

schemende

Lexer

schem·ende

schemende part. adj. u. adv. BMZ s. v. a. schamende, pudicus Dief. n. gl. 308 a , pudibunde Dfg. 470 a . schemende u. schemede Parz.

schemengericht

DWB

schemen·gericht

schemengericht , n. : er wer diser ainigen that halben fürs schemmengericht geen Memmingen citiert worden. Zimm. chron. 2 4, 36, 39; im sinn…

schëmengerihte

Lexer

schemen·gerihte

schëmen-gerihte stn. narrengericht ( mit maskiertem personal ) zur zeit der fastnacht über drollige vorkomnisse des verflossenen jahres Zimr…

schemenhaft

Pfeifer_etym

schemen·haft

Schemen m. ‘Trugbild, Gespenst, Schattenwesen’, ahd. skema (in der Glossierung für lat. larva, persona, 11. Jh.), mhd. schem(e) m. ‘Schatten…

schemenreich

DWB

schemen·reich

schemenreich , n. reich der todten ( s. schemen 4): die fuhren all' auf einen tag hinab in's schemenreich. Bürger 174 a .

schemen als Zweitglied (11 von 11)

beschëmen

Lexer

be-schëmen swv. BMZ beschämen, in scham oder schmach bringen Ludw. Rsp. ; verleumen infamare Voc. 1482 ;

entschemen

KöblerMhd

ent·schemen

entschemen , sw. V. nhd. „entschämen“, in Schande bringen, beschämen Q.: LancII (2. Hälfte 13. Jh.) E.: s. ent, schemen (1) W.: nhd. (ält.) …

erschemen

FindeB

ersch·emen

* erschemen swv. sich schämen; zur Schande machen Apk. Minner.ii

verschemen

Lexer

versch·emen

ver-schamen , ver-schemen swv. BMZ BMZ intr. u. refl. in scham versinken, sich schämen. ob dû denne niht gerner vor einem menschen verschame…

zebeschemen

KöblerMhd

zebeschemen , sw. V. Vw.: s. zuobeschemen*

zuobeschemen

KöblerMhd

zuo·beschemen

zuobeschemen , sw. V. nhd. „zubeschämen“ Q.: Eheb (1472) E.: s. zuo, beschemen W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (zebeschemen)

ūtschemen

KöblerMnd

ūtschemen , sw. V. Vw.: s. ūtschāmen

Ableitungen von schemen (5 von 5)

beschëmen

Lexer

be-schëmen swv. BMZ beschämen, in scham oder schmach bringen Ludw. Rsp. ; verleumen infamare Voc. 1482 ;

entschemen

KöblerMhd

entschemen , sw. V. nhd. „entschämen“, in Schande bringen, beschämen Q.: LancII (2. Hälfte 13. Jh.) E.: s. ent, schemen (1) W.: nhd. (ält.) …

erschemen

FindeB

* erschemen swv. sich schämen; zur Schande machen Apk. Minner.ii

geschemen

FindeB

geschamen swv. PsM. HvNst. geschemen Brun WernhMl.

verschemen

Lexer

ver-schamen , ver-schemen swv. BMZ BMZ intr. u. refl. in scham versinken, sich schämen. ob dû denne niht gerner vor einem menschen verschame…