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scheel

mnd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 9 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

scheel Adj.

scheel Adj.

scheel Adj. ‘abschätzig, mißtrauisch, neidisch’ beruht auf mnd. schēl(e) ‘schielend’ (eigentlich ‘schiefäugig, schief, von der Seite her’), das durch Luthers Gebrauch in die Literatursprache aufgenommen wird. Daneben stehen ahd. skelah (8. Jh.), mhd. schelch, schel, schelwe ‘schielend, quer, schief, krumm’, aengl. sceol und (mit grammatischem Wechsel) anord. skjalgr, aschwed. skiœlgher. Das mit dem Suffix ie. -ko- (germ. -ha- in *skelha-) gebildete Adjektiv stellt sich mit griech. skélos (σκέλος) ‘Schenkel, Bein’, skoliós (σκολιός) ‘krumm, gebogen, verdreht, ungerecht’, lat. scelus ‘Bosheit, Verruchtheit, Verbrechen’ zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘biegen, anlehnen, krumm, verkrümmt’ (auch moralisch). Dazu gehören auch (ohne anlautendes s und ablautend) aind. káṭakaḥ ‘Armband, Ring’, griech. kyllós (κυλλός) ‘verkrüppelt, verstümmelt’, lit. (mit k-Suffix) kul̃nas (aus *kulkn-) ‘Ferse, Hacke’, kslaw. klъka ‘Kniekehle’, serbokr. kȕka ‘Hüfte’. Heute vorwiegend in festen Verbindungen wie mit scheelen Augen ansehen (vgl. mhd. mit schilhen ougen), jmdn. scheel ansehen ‘mißgünstig, neidisch betrachten’ (16. Jh.), eigentlich ‘mit schielendem Blick, von der Seite her’. – scheeläugig Adj. ‘schielend, neidisch’, scheeläugicht (16. Jh.). scheelsüchtig Adj. ‘neidisch, mißgünstig’, scheelsichtig (17. Jh.), Scheelsucht f. (17. Jh.).
1331 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    scheelN., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    scheel , N., M. Vw.: s. schēle (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Scheel

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Scheel , s. Schel .

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    scheel

    Goethe-Wörterbuch

    scheel schel- 13 1 ,147 Vs 235 a schielend, an einer Fehlstellung der Augen leidend; mBez auf den Abkömmling eines alten…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Scheel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Scheel , Hans von , Nationalökonom, geb. 29. Dez. 1839 in Potsdam, gest. 27. Sept. 1901 in Berlin, studierte in Halle, J…

  5. modern
    Dialekt
    scheelAdj.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    scheel Adj. : 1. a. 'schielend, halbblind, schlecht sehend', scheel (šēl) [ges. Pf (neben schääl ), PfId. 122 Mang 94 He…

  6. Spezial
    scheel

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    scheel übertr. завистливый, косой перен. j-n mit scheelem Auge ansehen - косо смотреть на кого-л. устойч. ; коситься на …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheel

48 Bildungen · 47 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

scheel‑ als Erstglied (30 von 47)

Scheelauge

SHW

Scheel-auge Band 5, Spalte 219-220

Scheelkopf

SHW

Scheel-kopf Band 5, Spalte 219-220

Scheeläuger

RhWB

Scheel-äuger -·jər (s. S.) m.: 1. Schielender May-Rieden , Waldbr-Dattenf , Gummb-Berghsn . — 2. -āijər eine Finkenart Bernk-Andel .

scheeläugig

Pfeifer_etym

scheel·aeugig

scheel Adj. ‘abschätzig, mißtrauisch, neidisch’ beruht auf mnd. schēl(e) ‘schielend’ (eigentlich ‘schiefäugig, schief, von der Seite her’), …

Scheelauge

PfWB

scheel·auge

Scheel-auge n. : 1. Schimpfw. für einen Schielenden, Scheelau [ KU-Diedk ]. — 2. 'wertvollster Klicker', Schäälääch [ LA-Ilbh ]; Syn. s. Sch…

Scheelauger

PfWB

scheel·auger

Scheel-auger m. : ' Schielender ', Scheelaueʳ [ LU-Böhl ]. Vgl. Rhein. VII 990 Scheeläuger.

scheelaugig

PfWB

sche·e·laugig

scheel-augig , scheel-äugig Adj. : = scheel 1 a, scheelaagich, schääl- [Frankth Beam Penns 91], -auich [KU-A'glan Wolfst ZW-Stamb KL-Mölschb…

Scheelblick

GWB

scheel·blick

Scheelblick argwöhnischer Blick [ betr die Neueinrichtung der Jenaer Bibliothek ] ich möchte bei einem..Geschäft, das so vielen S-en ausgese…

Scheeldas

RhWB

scheel·das

Scheel-das šEldās (Pl. -dEs ) Geld [ šęl- Hinsbeck Wachtendonk Weeze Wemb Winnekendonk , Klev-Gaesdonk ; šal- Kemp-Vinkr , Geld-Nieukerk Vee…

Scheelert

RhWB

scheel·ert

Scheelert šE:lərt Koch-Lutzerath ; -ę·l.- Aden-Antw ; Pl. -tə m.: verächtl. einer, der schielt, schlecht sieht.

Scheelesches Grün

Meyers

Scheelesches Grün ( Schwedischgrün, Mineralgrün ), aus arsenigsaurem Kupfer bestehende grüne Farbe, wird aus einer heißen Lösung von Kupferv…

Scheelgesehner

RhWB

Scheel-gesehner -gəsi·n.ər Saarl m.: Schielender.

Scheelin

GWB

sche·elin

Scheelin frz mineralog: ‘S. calcaire’ für Kalziumwolframat, Scheelit N13,377,20 MinGeol Plp Juliane Brandsch J.B.

Scheelisieren

Meyers

Scheelisieren , das Versüßen von Wein, Bier, Essig mit Glyzerin, was auch die Vollmundigkeit des Weines und Bieres erhöht

Scheelīt

Meyers

sche·e·lit

Scheelīt ( Tungstein, Schwerstein ), Mineral, wesentlich wolframsaurer Kalk Ca WO 4 , findet sich in tetragonalen Kristallen sowie in knospe…

Scheelĭum

Meyers

Scheelĭum , soviel wie Wolfram.

Scheelkeiker

RhWB

Scheel-keiker -īk- Sol , Rees-Brünen m.: Schielender.

Ableitungen von scheel (1 von 1)

Scheele

Meyers

Scheele , Karl Wilhelm , Chemiker, geb. 9. Dez. 1742 in Stralsund, konditionierte als Apothekergehilfe in Malmö und Stockholm und starb 21. …