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Saustall

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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19
Verweise raus
21

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Saustall

Saustall

Sau f. Die Bezeichnung für das Mutterschwein ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. , anord. sȳr (germ. *sū- f.) zeigt genaue Übereinstimmung mit griech. sȳ́s (σῦς) neben hȳ́s (ὗς) ‘Schwein, Sau, Eber’ und lat. sūs ‘Schwein’, so daß von ie. *sūs ‘Schwein, Sau’ ausgegangen werden kann. Der Ursprung des Wortes ist vermutlich lautnachahmendes ie. *sū̌-. Wenig wahrscheinlich ist ein Anschluß der genannten Formen im Sinne von ‘Gebärerin’ an die unter Sohn (s. d.) angeführte Wurzel ie. *seu-, *sū̌- ‘gebären, erzeugen’. Ebenfalls hierher (da aus den Grunzlaut nachahmenden Lockrufen hervorgegangen) gehören die k-Ableitungen aind. sūkaráḥ ‘Schwein, Eber’, lat. sucula ‘Schweinchen’, Deminutivum zu lat. sūs (s. oben), air. socc sāil ‘Meeressäugetier’ (eigentlich ‘Meerschwein’), asächs. suga ‘Sau’, aengl. sugu, engl. sow, mnl. soghe, seughe, nl. zeug, schwed. (mit expressiver Gemination) sugga (germ. *sug(g)ō-) sowie die unter Schwein (s. d.) genannten Ableitungen. Ein schwach flektierender Plural Sauen (18. Jh.) bleibt auf die Jägersprache beschränkt. Die Wendung unter aller Sau ‘unter aller Kritik, sehr schlecht’ (um 1900) ist vielleicht (nach dem Vorbild von unter aller Kanone, s. Kanon) zu jidd. seo ‘Maßstab’ gebildet. – sauen Vb. ‘sich schlecht, ungesittet benehmen’ (16. Jh.), ‘Ferkel kriegen’ (17. Jh.). versauen Vb. ‘verderben’ durch Schmutz oder unsachgemäße Behandlung (17. Jh.). Sauerei f. ‘Unsauberkeit, Unflätigkeit, Schlamperei’ (17. Jh.). säuisch Adj. ‘wie ein Schwein, unflätig’, seuwisch (15. Jh.). Saubohne f. große Ackerbohne, vielfach als Viehfutter verwendet (18. Jh.), zuvor auch für das den Schweinen unbekömmliche Bilsenkraut (Sawbon, 16. Jh.). Saustall m. ‘Schweinestall’ (sewstal, 15. Jh.), ‘schmutziges Zimmer, Durcheinander, unhaltbare Zustände’ (16. Jh.). Als Bestimmungswort in Zusammensetzungen dient Sau- zur pejorativen Kennzeichnung und Verstärkung wie in saudumm Adj. ‘überaus, völlig dumm’ (19. Jh.) so auch in Sauarzt m. ‘Kurpfuscher’ (16. Jh.), Sauart f. ‘unschickliches Benehmen’ (17. Jh.), Saufraß m. ‘schlechtes Essen’, Saukerl m. ‘schlechter Mensch’ (18. Jh.), Saukälte f. ‘unerträgliche, schlimme Kälte’, saukalt (19. Jh.; vgl. Hundekälte, hundekalt) sowie Sauwetter, Sauwirtschaft, Sauwut.
2244 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Saustall

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Saustall , des -es, plur. die -ställe, ein Schweinstall.

  2. modern
    Dialekt
    Saustall

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Sau stall a) Schweinestall; b) schmutzige Wohnung; c) Hosenlatz: mach di S.-st. zu! Ri.

  3. Sprichwörter
    Saustall

    Wander (Sprichwörter)

    Saustall 1. Du Sewstall, gehestu doch her, wie du dem Meisterlein Hämmerlein werest aus dem Post praedicamentis gefallen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saustall

15 Bildungen · 15 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von saustall 2 Komponenten

sau+stall

saustall setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

saustall‑ als Erstglied (15 von 15)

Saustallblähe

PfWB

saustall·blaehe

Saustall-blähe , Saustalls- f. : = Saustallrost , Saustallblee [ KU-Krottb Quirnb ], Saustalls- [ KU-Frohnf ]; Pl. -blee'e [ KU-Krottb ]; vg…

Saustallblichner

PfWB

Saustall-blichner m. : = Saustallrost , -blichneʳ [ GH-Westh ]; Syn. s. Rost 2 a u. K. 320. —

Saustallbodem

PfWB

saustall·bodem

Saustall-bodem m. : = Saustallrost , -borrem [ FR-A'lein Mörsch NW-Ruppbg ]; Syn. s. Rost 2 a u. K. 320. Südhess. V 122/23 . —

Saustallbrille

PfWB

saustall·brille

Saustall-brille f. : 'fiktive Brille, die jemand aufsetzen soll, der Dreck und Schmutz übersieht', -brill [ NW-Gimmdg ]. —

Saustallbrücke

PfWB

saustall·bruecke

Saustall-brücke f. : = Saustallrost , -brick [Pirmas]; vgl. Brücke 4, Saustallgebrück ; Syn. s. Rost 2 a u. K. 320. Südhess. V 123 .

Saustaller

PfWB

saus·taller

Sau-staller , Sau-ställer Pl. : Neckname für die Bewohner von BZ-Sarnst, Saustalleʳ , -ställeʳ [ BZ-Sarnst ].

Saustallgebrück

PfWB

Saustall-gebrück n. : = Saustallrost , -gebrick [ PS-Eppbn ]; Syn. s. Rost 2 a u. K. 320. Südhess. V 123 Saustallgebrückte. —

Saustallladen

PfWB

saustall·laden

Saustall-laden m. : 1. 'Klappe in der oberen Schweinestalltür', -lare [ ZW-Battw , vereinzelt], -lade [ LA-Ilbh ]. — 2. 'Klappe zum Abdecken…

Saustallpläcking

PfWB

Saustall-pläcking f. : = Saustallrost , -pläcking [ SP-Heiligst ]; Syn. s. Rost 2 a u. K. 320. —

Saustallrost

PfWB

saustall·rost

Saustall-rost m. : 'Latten-, Bretterboden im Schweinestall', -rouscht [ LA-Gommh ]; Syn. s. Rost 2 a u. K. 320. Südhess. V 123 . —

Saustallsgang

RhWB

saustall·s·gang

Sau-stallsgang Birkf , Zell-Raversbeuren , Neuw-Giershf Linkenb , Altk-Bachenbg m.: Vorraum vor dem Saustall, –park.

Saustallstüre

RhWB

saustall·stuere

Sau-stallstüre (s. S.) Allg. f.: T. des S.stalles. RA.: Der hat en Schnüss su gruss wie en S. Daun-Katzwinkel . Lo wellt ich net op en S. ge…

Saustalltür

PfWB

saustall·tuer

Saustall-tür f. : 'Tür des Schweinestalls', -deeʳ [verbr.], -dieʳ [ PS-Gersb ]. Die S. steht uf [ PS-Erfw ]. RA.: Der geheert verhaue wie e …