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säckel

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

säckel m.

Bd. 14, Sp. 1618
säckel, m. marsupium, sacculus. ahd. sahhil, secchil, sechil, seckil, mhd. sechel, wol nicht deutsche diminutivbildung zu sack, wogegen das masculine geschlecht spricht, sondern frühes lehnwort aus lat. sacculus, mit einiger umformung unter anlehnung an das deutsche diminutiv, ahd. sahhilin, sechili (vgl. unter säcklein). 11) kleiner sack, tasche, beutel: gibôt, thaʒ sie firnâmin,ouh wiht mit in ni nâmin thô zi themo fristein zi wegeneste sechil noh thia malaha,thaʒ sus sie fuarin thanana. Otfrid 3, 14, 91. besonders geldtasche, geldbeutel: sakkil, marsupium, sacculus Graff 6, 73; seckel, bursa, crumena, loculus, locellus Dief. 85a. 159c. 355a; seckel, sacculus, crumena, marsupium Kilian; säckel, marsupium, crumena Stieler 1659; sekkel, loculus, beutel Schottel 1415; säkkel, crumena 1391; ettliche sind, die gAeben den armen ein wenig, dʒ sy dester meer empfahen ... also werden die schädlichen thier, die vögel und die fisch gefangen. es wirt ein wenig spiʒ an den angel gesteckt, damit ds erberen frowen seckel herfür gezogen werden. Pamph. Gengenbach 178, 438; auff das du nicht zum bettler werdest, und wenn du nimer geld im sekel hast, auff wucher nemen müssest. Sir. 18, 33; verkeuffet, was jr habt, und gebt almosen. machet euch seckel, die nicht veralten, einen schatz, der nimer abnimpt im himel, da kein dieb zu kompt, und den keine motten fressen. Luc. 12, 33; wer das gelt veracht umb des bösen seckels willen, den solt man mit mum füllen. Fischart groszm. 25 neudruck; mancher hat so ein starkes gesicht, dasz er dem andern durch den säckel sieht. Lehmann 66; er hat keinen heller im seckel, ne obolum quidem possidet. Stieler 1659; züch uf den seckel und riemen! dann hier redt vorhien niemen, es syg dann vor das gelt in henden. denn will ich dsach zum besten wenden. fastn. sp. 868, 27; die weil sein seckel mintz gnuog hat. Pamphil. Gengenbach 405; nicht ein schaustück? kein geschmeid? was jeder handwerksbursch im grund des säckels spart, zum angedenken aufbewahrt. Göthe 12, 152; weiszt du denn nicht, dasz arme, blinde, lahme der säckel sind, dem er sein geld vertraut? Grillparzer 7, 6. besonders bekannt ist der säckel des Fortunatus, der nie leer wurde: vom dintenfasz (welches mich allerdings an des Fortunati säckel gemahnete). Simpl. 1, 94, 30 Kurz; nimm diesen säckel, jeder griff giebt dir des golds zehn wichtige stück, im lande gültig, wo du weilst. Tieck 3, 133. es heiszt den säckel füllen, leeren, aufthun, bluten lassen und ähnl.: der arbeit zugethan, die leere säckel füllt. Rachel satiren 4, 100; ein weiser lebt, obwol nicht krumme griffe durch strotzend gold ihm seine seckel blähen. Hagedorn 1, 11; den seckel bisweilen recht aufthun. Schuppius 732; für wenige minuten genossner lust den säckel lassen bluten, das that ihm weh! Klamer Schmidt kom. erzähl. 74. den säckel schaben, ihn dünn machen, den inhalt entleeren: aber richter, fürsprech, schryber, die knaben, die werdend inen den seckel schaben, dasz inen nit vil überblybt. fastn. sp. 861, 19; wend ir sin mit verdrusz haben, wil im der wirt den seckel schaben. Nicl. Manuel 392, 16 Bächtold. einem auf dem seckel hucken, einem schaden bringen Schm. 2, 222. übertragen auf den inhalt des geldbeutels: ich thor, ich hatte ja kein gold; mit seckeln nur kauft man der liebe sold. Seume ged. 123, 3. bezeichnung des öffentlichen schatzes, des staatsschatzes: gemeiner seckel, fiscus, aerarium Stieler 1659; aus dem gemeinen säckel anschaffen, kaufen, bestreiten (im gegensatz zu dem zahlen aus eigenem säckel): aber das ward von der gemeinen statt seckel so miltiglich dargeben, das sein begrebnus königlichen zugericht ward. Livius von Schöfferlin 27; und jederman das aus seinem seckel dargeben und erstatten. 40; lex Julia de peculatu, gesatz von beraubung dess gemeinen seckels. jus fisci, recht desz gemeinen seckels. Frischlin nomencl. 262. 264; vor neun jahren beym Dänenkriege, stellt' ich eine macht ihm auf von vierzig tausend köpfen oder fünfzig, die aus dem eignen seckel keinen deut ihm kostete. Schiller Piccolom. 2, 7. 22) mundartlich hodensack, vgl. Schöpf 574. Hintner 202. daher auch scheltwort gegen mannspersonen. ebenda. 33) im preuszischen heiszt der klingelbeutel der säckel. Frischbier 2, 243. 44) säckel, säckelkraut (s. daselbst): säckel, säckelkraut, thlaspi bursa pastoris. Nemnich 2, 1456. 55) im alten testament name eines gewichtes und einer münze der alten Juden: seckel, siclus Hebraeorum. Apini gloss. 490. eine besondere art war der säckel des heiligthums: seckel des heiligtums, siclus sanctuarii Stieler 1659; da nu die kamel alle getruncken hatten, nam er eine gülden spangen eins halben sekels schweer, und zween armringe an jre hende, zehen sekel golds schweer. 1 Mos. 22, 24; also gab David Arnan umb den raum, gold am gewicht sechs hundert sekel. 1 chron. 22, 25; alles golde, das vererbeit ist in diesem gantzen werck des heiligthums, das zur webe gegeben ward, ist neun und zwentzig centner, sieben hundert und dreiszig sekel, nach dem sekel des heiligtums. 2 Mos. 38, 24; und es galt ein scheffel semelmelh einen sekel, und zween scheffel gersten auch einen sekel, nach dem wort des herrn. 2n. 7, 16.
5204 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Säckel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Säckel , S. Adelung Seckel .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Säckel

    Goethe-Wörterbuch

    Säckel auch ‘Seckel’ a Beutel, Geldtasche, Geldbeutel Was jeder Handwerksbursch im Grund des S-s spart 14,145 Faust I 29…

  3. modern
    Dialekt
    Säckel

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Säckel -ęg-, Pl. -ələ das Wort ist Rhfrk auf dem Hunsr. südl. der kurtrier. Grenze, an der Nahe (pfälzische Kolonie in K…

  4. Sprichwörter
    Säckel

    Wander (Sprichwörter)

    Säckel 1. Alte seckel schliessen vbel. – Tappius, 8 a ; Simrock, 8661; Körte, 5530. Lat. : E perforato poculo bibere. ( …

  5. Spezial
    Säckel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sä|ckel m. (-s,-) 1 (Hosentasche) gofa (gofes) f. , sacocia (-ces) f. 2 (Geldbeutel) tacuin (-s) m. , bursa (-ses) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saeckel

37 Bildungen · 36 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von saeckel 2 Komponenten

sac+kel

saeckel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

saeckel‑ als Erstglied (30 von 36)

säckelabschneider

DWB

saeckel·abschneider

säckelabschneider , m. taschendieb ( vergl. säckelschneider): säckelabschneider, crumeniseca, manticularius Frischlin nomencl. 234 a ; wechs…

säckelamt

DWB

saeckel·amt

säckelamt , n. 1) das schatzamt. 2) das amt des säckelmeisters. Campe.

säckelblume

DWB

saeckel·blume

säckelblume , f. name für das säckelkraut ( s. daselbst ). Campe. gemeine seckelblume, ceanothus americanus, ein amerikanischer strauch. Oke…

säckeldieb

DWB

saeckel·dieb

säckeldieb , m. , auch säckelsdieb, einer, der säckel stiehlt, taschendieb: gemeiner seckelsdieb, peculator Frischlin nomencl. 234 a ; saccu…

Säckelekrut

ElsWB

saeckel·e·krut

Säckelekrut n. Hirtentäschelkraut, Capsella bursa pastoris Horbg. Kirschl. 1, 71. — vgl. Schweiz. 3, 907.

Säckelezäpfer

ElsWB

Säckelezäpfer m. Hirtentäschelkraut, Capsella bursa pastoris Münster .

säckelfeger

DWB

saeckel·feger

säckelfeger , m. scheltwort für einen verschwender: auf einen guten heger folgt (wie das sprichwort heist) ein guter seckelfeger, zwey schel…

säckelhaft

DWB

saeckel·haft

säckelhaft , adj. und adv. in der form eines sackes oder eines säckels. Stieler 1, 1660 .

Säckelhochzeit

PfWB

saeckel·hochzeit

Säckel-hochzeit f. : 'Hochzeit, bei der schon vorehelicher Nachwuchs vorhanden ist', -hochzet [ LA-Wollmh ]. —

säckelkammer

DWB

saeckel·kammer

säckelkammer , f. schatzkammer: Adlareich ein junger gar edler Gotlender ward an die Donau alda der römischen gränitz landshauptman gesetzt,…

säckelkraut

DWB

saeckel·kraut

säckelkraut , n. gemeines täschelkraut, hirtentäschelkraut, thlaspi bursa pastoris. Nemnich 3, 483 . persicum, seckel kraut, sinape persicum…

säckelleer

DWB

saeckel·leer

säckelleer , adj. leer im säckel: dein volk auch, die soldaten trägt eysen in der faust, und bastschue an den füszen, ist bauch- und seckell…

säckelmeister

DWB

saeckel·meister

säckelmeister , m. nummularius Dief. 385 a , schatzmeister, verwalter einer casse: tribunus aerarius, der schatz-, seckel- oder pfennigmeist…

säckelmeisteramt

DWB

saeckel·meisteramt

säckelmeisteramt , n. das amt eines säckelmeisters. übertragen auf das römische quästoramt: weil das säckelmeisteramt als erste staffel der …

säckelmeisterin

DWB

saeckel·meisterin

säckelmeisterin , f. : denn die alte mutter war die bankdirektrice und säkelmeisterin des Schwers'schen gemeinsäkels. J. Paul jubels. 15 .

Säckelmeß

PfWB

saeckel·mess

Säckel-meß , Säckel-messer n. : 'Taschenmesser', -meß, -messeʳ [ RO-Odh ]; vgl. Meß . Südhess. V 18 ; Rhein. VII 680 . —

Säckelmist

PfWB

saeckel·mist

Säckel-mist m. : = Säckeldünger , -mischt [ BZ-Albw ], -mescht [ BZ-Apphf ].

säckeln1

PfWB

säckeln 1 schw. : 1. a. 'etwas einsacken, in seine Taschen stecken', säck(e)le (segələ, seglə) [mancherorts WPf NPf SP-Berghs LA-Ranschb Gla…

säckeln2

PfWB

säckeln 2 schw. : ' schnell laufen, springen ', säckele (segələ) [LA-Queichh Land]; vgl. sackern , säckern . Südhess. V 18/19 ; Els. II 346 …

säckelraub

DWB

saeckel·raub

säckelraub , m. beraubung eines schatzes, einer casse: gemeiner seckelsraub, depeculatio. Frischlin nomencl. 234 a .

Säckelsbrühe

PfWB

saeckel·s·bruehe

Säckels-brühe f. : ' schlechter, saurer Wein ', Säcklsbrih ('segls̩brī) [ LA-Ilbh ]; vgl. Säckerwein und Els. II 865 Seckelwasser; Syn. s. R…

saeckel als Zweitglied (1 von 1)