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säbel

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

säbel m.

Bd. 14, Sp. 1589
säbel, m. krummschwert. 11) das deutsche wort (nld. sabel f.,n. schwed. sabel), sowie ital. sciabla, sciabola, span. sable, franz. engl. sabre (hiernach: warum musz .. mein saber noch hungern. Wieland bei Lessing 6, 32) stammen aus dem östlichen Europa, wo im gegensatze zum graden zweischneidigen schwert des westens das einschneidige krummschwert geführt wurde: serb. sàbla, poln. szabla, ungar. sáblya. Diez4 286. das wort begegnet vereinzelt im frühen nhd. und wird erst in neuerer sprache geläufig, nachdem das alte grade schwert in der heeresbewaffnung dem gekrümmten weicht. die umgelautete form ist früh bezeugt (zäbel bei Schmeller 2, 206), vielfach als sebel: sebel gladius in einem vocab. von 1521 bei Diefenbach 264b; sebel, acinaces Frischlin nomencl. (1586) 266b; jre waffen so sy auff den lenden ummgegürt tragen, seind gleich als ein krummer halber türckischer sebel. Franck weltb. (1542) 215a. in diphthongierter form seibel im dictionar des Alberus; belegt aus H. Sachs bei Schm. 2, 206. vergl. noch: die haut mit saibeln all zu todt und opffert sie auff jrem gott. Ayrer 769, 18 Keller. unumgelautet sabel: ain scharpfen sabel er da an seiner seiten het hangen, ainen praiten und langen. M. Behaim buch von den Wienern 251, 3. so auch mundartlich Schütze 4, 4, krautsâbl Schöpf 573: jedes barthaar ist ein bajonet, jedes haupthaar ein sabel. Hebel 3, 29; kommt auf einmal der husar mit zornigem sabel zur thür herein. 20. auszerhalb der mundart: nehmt seinen sabel von der bahr. Schubart totenmarsch. mit humoristischem klange: (die armee) kümmert sich mehr um den krug als den krieg, wetzt lieber den schnabel als den sabel. Schiller Wallensteins lager 8. in derb komischer entstellung sabul. Frischbier 2, 242a. als plur. begegnet in kräftiger sprache die säbels: die Türken haben dir alle säbels mit diamanten besetzt. Lessing 1, 524. 22) säbel bezeichnete zunächst die einschneidige, gekrümmte waffe z. b. der Slaven und Orientalen im gegensatze zum germanischen graden schwerte; dann von dem durch den fremden säbel beeinfluszten seitengewehr auch der westeuropäischen reiterei; Jacobsson 3, 476b nennt auch das seitengewehr der infanterie säbel. ferner erscheint säbel auch in freierer anwendung, sodasz die vorstellung einer gekrümmten hiebwaffe nicht immer vorhanden zu sein braucht: ich seh', in buntem gewühl, bald siegend, bald besiegt, des ritters gutes schwert, der heiden blinkende säbel. Wieland Oberon 1, 1; (der Schwabe) thät nur spöttlich um sich blicken, bis einer (der Türken), dem die zeit zu lang, auf ihn den krummen säbel schwang ... da faszt er erst sein schwert mit macht. Uhland 329; der gott, der eisen wachsen liesz, der wollte keine knechte, drum gab er säbel, schwerdt und spiesz dem mann in seine rechte. Arndt ged. (1860) 212; von einer Beduinenschar die blanken säbel flimmern weithin im öden mondrevier. Lenau 1, 25 Koch; wie klirrten da im tact die säbel der gesellen! wie flatterten im wind die weiszen fustanellen! Geibel 1, 198; Marcellus. wohin gnädiger herr? Aspermonte. die frage eines dumkopfs — nach Ungarn in die säbel der ungläubigen. Leisewitz Julius v. Tarent 107 neudr. in belegen, wie die folgenden sind, waltet nicht so wie in den eben angeführten die bestimmte vorstellung einer besonderen form der waffe: verdammter grüner zwerg, rief don Sylvio voll grimms, indem er seinen säbel zog. Wieland 11, 379; höret, wie ihre hörner tönen! sehet, wie drohend ihre säbel daher blinken! Schiller räuber 2, 3 schauspiel; wie du einsmals jenem böhmischen reuter den kopf spaltetest, da er eben den säbel über mich zukte. 4, 5; sieh doch 'mahl, ist blut an meinem säbel, musz ihm doch in der hitze eins gegeben haben. Fr. Müller 3, 174; geld her, buur, rief ihm ein Sundgauer mit blankem säbel entgegen. Hebel 2, 174. schwert und säbel synonym gebraucht: ach, Trudchen, wie voll angst und not! sah hoch die säbel schwingen ... wie wetter schlug des liebsten schwert den ungeschliffnen nieder. Bürger 221 Sauer. 33) formelhaftes, sprichwörtliches: nd. he hett en groten sabel, er hat ein groszes spiel, viele trümpfe. Schütze 4, 4; und wenn der säbel bricht, und wenn es zum äuszersten kommt; er hat einen säbel sagt man in einzelnen gegenden für: er ist betrunken. Hunziker 214. Schm. 2, 206. mit dem säbel rasseln, übertragen von prahlerischen kriegsdrohungen. 44) ihrer gestalt nach wird eine meermuschel (solen ensis) der ungarische säbel genannt. Nemnich.
4467 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Säbel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Säbel , des -s, plur. ut nom. sing. ein langes, breites und gekrümmtes Schwert, dergleichen unter andern auch die Tü…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Säbel

    Goethe-Wörterbuch

    Säbel einschneidige (leicht gekrümmte) Schlagwaffe mit Spitze, bes zur Kavallerieuniform gehörig; auch als Theaterrequis…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Säbel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Säbel , Hiebwaffe mit gekrümmter Klinge von nicht unter 90 cm Länge, in Deutschland bei der leichten Kavallerie im Gebra…

  4. modern
    Dialekt
    Säbelm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Säbel Sabel m. Säbel: Sabel un Musket Bri. 1, 172; Rda. für dichten Tabaksqualm: Dor kann 'n mit 'n Säbel dörchhaun Wa; …

  5. Sprichwörter
    Säbel

    Wander (Sprichwörter)

    Säbel 1. Der Säbel hat keine Schneide, der Degen keine Scheide, die Muskete keinen Schaft, das Pulver keine Kraft, der S…

  6. Spezial
    Säbel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sä|bel m. (-s,-) (auch ‹sport› ) sabla (-les) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saebel

58 Bildungen · 53 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von saebel 2 Komponenten

sae+bel

saebel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

saebel‑ als Erstglied (30 von 53)

Säbelbein

Campe

saebel·bein

Х Das Säbelbein , — es, Mz. — e . 1) Ein wie ein Säbel gekrümmtes Bein, ein krummes Bein, da es in der Gegend des Knies ent= weder einwärts …

Säbelblatt

PfWB

saebel·blatt

Säbel-blatt n. : eine Blattform der Tabakpflanze, nur in der Wend.: groß wie e Schorz Säwelbleddeʳ [ GH-Freisb ]; vgl. Säbeltabak . —

Säbelblume

PfWB

saebel·blume

Säbel-blume f. : 'Schwertlilie (Iris germanica)', Säw(e)lblumm [SP-Dudhf LA-Mart, Wilde 225]. Südhess. V 6 . —

säbelbohne

DWB

saebel·bohne

säbelbohne , f. phaseolus vulgaris Nemnich ; der name bezieht sich auf die gekrümmte form der schoten.

säbelfinne

DWB

saebel·finne

säbelfinne , f. schwertdelphin ( delphinus pinna, the sword grampus, l'épée de mer ). Nemnich. ebenda säbelfisch, m.

Säbelfisch

Campe

saebel·fisch

Der Säbelfisch , — es, Mz. — e , der Schwertfisch (Xiphias gladius L ). S. d.

Sǟbelfūß

Adelung

saebel·fuss

Der Sǟbelfūß , des -es, plur. die -füße, krumme fehlerhafte Füße der Pferde, welche wie ein Säbel gekrümmet sind.

säbelfusz

DWB

säbelfusz , m. fehlerhaft gekrümmter fusz beim pferde. Adelung. hierzu säbelfüszig, adj.

Säbelgefäß

Campe

saebel·gefaess

Das Säbelgefäß , — es, Mz. — e , bei den Schwertfegern, das Gefäß eines gewöhnlichen Säbels beim Fußvolke, welches aus einem Kopfe, Griffe u…

säbelgefäsz

DWB

säbelgefäsz , n. theil des säbels, in welchen die faust faszt, aus griff, bügel und stichblatt bestehend.

säbelgerassel

DWB

saebel·gerassel

säbelgerassel , n. besonders gern in neuerer sprache zur bezeichnung prahlerischer kriegsdrohungen: das säbelgerassel wird der regierung nic…

säbelhessig

MeckWB

säbelhessig dass. : he geiht so säbelhessig (1885) Wi Poel ; Ro Ribn .

säbelhieb

DWB

saebel·hieb

säbelhieb , m. : wie man bräutigam und braut mit säbelhieben auseinander riss. Schiller kab. u. liebe 2, 2 ; doch weh! ach weh! ein säbelhie…

säbelholz

DWB

saebel·holz

säbelholz , n. aus krummem holze geschnittenes material zum schiffsbau. Jacobsson 3, 477 a .

säbelig

DWB

säbelig , säblig , adj. säbelförmig: mir danks, wenn ich nicht in der zornwut dir die faust anleg' ans glatte gesicht, und den stock an die …

saebel als Zweitglied (4 von 4)

Bêrgsäbel

Adelung

berg·saebel

Der Bêrgsäbel , des -s, plur. ut nom. sing. ein bergmännisches Gewehr mit einem schwarzen Griffe, welches die Ältesten der Knappschaft trage…

Meersäbel

Adelung

meer·saebel

Der Meersäbel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Meerfisch, welcher zu dem Geschlechte der Delphinen gehöret. 10 bis 12 und in Amerika bis 30…

schmecksäbel

DWB

schmeck·saebel

schmecksäbel , m. wahrscheinlich zunächst bezeichnung einer art säbel, vielleicht mit schmecken, schmacken, schlagen zusammenhängend ( vgl. …

Ableitungen von saebel (1 von 1)

gesäbel

DWB

gesäbel , n. das hauen mit dem säbel; ungeschicktes schneiden.