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ruken

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MNWB
Anchors
6 in 4 Wb.
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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

¹rûken stv.

Bd. 2-2, Sp. 2317
1rûken (ruͮken, -ck-), rü̂ken (ruͤken), °rîken (Gebetb. ed. Löfstedt 90), °rêken (SL: Octav.; Zeno 117*, V. 1119), stv. (1. Sg. Ind. Präs. -e, 2. Sg. -est, 3. Sg. -[e]t rucht (Narrenschyp 230), 3. Pl. -et -en; 2. Sg. Konj. Präs. -e; Imp. Sg. -e rûk; 1. 3. Sg. Ind. Prät. rôk, 3. Pl. rōken; Part. Prät. [ge]rōken °gerāken [Lüb. Bibel I Reges 26, 19]): 1. Geruch verbreiten, einen Geruch von sich geben, „Rvken alse en ding dat leuet alze en crut ruket flagrare redolere spirare” (Voc. Strals. ed. Damme 51: Voc. Theut.), „Holfo” (Brev. Benth.); — stark riechen, êne nîge dörnze dê rôk noch van kalke sô wurt sê dãrvan krank (Kantzow ed. Gaebel 39); — wohl riechen, duften, „Ruken wol ruken alse krude redolere” (Voc. Strals. ed. Damme), „Aroma al ding dat wal rukt” (De Man 154), de blômen dê wol rōken hîr unde dâr (RV 7, V 7); r.t vat Gefäß mit Wohlgerüchen, Riechfläschchen (Köln. Bibel Jes. 3, 20); — schlecht riechen, stinken, „Ruken starke ruken efte stinken olere” (Voc. Strals. ed. Damme), „Braden ruͦken uel stinken Nideo” (Voc. Strals. ed. Damme), „Fœtere, oͤuel ruͤken / stincken” (Chytr.), wēme dat swê(i)t under sînen armen stinket edder vö̂te ȫvel r.-et (Prompt. med. ed. Seidensticker 110), 1 t. las was it spunt ût der was de lāke entlôpen rôk sêr (Thierfelder Handelsbez. 158). — 2. einen Geruch wahrnehmen, „Ruken mit der nese odorare” (Voc. Strals. ed. Damme), „Odorari” (Chytr.), „olfacere, odorare” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), alle vîf des minschen sinne tasten hö̂ren r. smecken ôk sên (G. v. M. ed. Leitzmann 97), wēme de nēse vorstoppet is dat sê newedder stinket noch []r.-et (Brem. Arzneib. 14); — etw. riechen, als Geruch wahrnehmen, wittern, c. Acc./Obj.- Satz büssenpulver unde lunten r. (Nic. Gryse Laienbibel 1, Ee 2r), dat volk was dãrnâ up de walstat gegân āver nêmande vornōmen sunder ênen bö̂sen stank dâr gerōken (Oldecop 380), desülfen konden ôk bîm schwîte r. eft welk minsche de krankhê(i)t recht hedde (Kantzow ed. Gaebel 66), (bildl.:) etw. ahnen, feststellen, de vrêsen hadden unvorstoppede nēse und rōken wol wôr de brûnswîksche vürste mit ȫne hen wolde (Oldecop 11), den brâden r., ik r.-e de brâden vāken ungelāden (Brschw. Straßennamen 64), ik r.-e doch wol wat dû brâdest (Red. O. 71, V. 1619); — an etw. riechen, c. Acc. efte dî de hêre rêisset entēgen sô r.-e de offerhande (Köln. Bibel I Reges 26, 19), c. Präp. tô: wen me upsteyt sô schal me tô ētike r. (Nd. Wort 37, 103); — r. in seine Nase in etw. hineinstecken, sich um etw. kümmern, de dôt kûket unde r.-et io sô wol in de palasse der rîken kȫninge alse in de strôhütten der armen bēdeler (Nic. Gryse Laienbibel 3, B 1), in den ê(i)genen bussem r. sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern, „vege vor diner eigenen doͤre, ruͤke in dinen eigenen bussem” (Meckl. Wb. 5, 1049: Nic. Gryse Bothpr.), in de büsse r. Geld abgeben, Strafe zahlen (Nic. Gryse Spegel M 3), in de armenbüsse r. Spenden geben (Nic. Gryse Laienbibel 1, R 3); — up de pannen r. sich über die Braupfannen hermachen, sich betrinken, dô hebben sê up de pannen gerōken dat sê tô hûs mȫgen hinken (Liliencron Volkslieder 2, 317). Subst. rûkent, rü̂kent, rûken, n. (Gen. Sg. -des): 1. Geruch, „Rukent olofactus olfactus odoratus” (Voc. Strals. ed. Damme), „Rukent stinkent olor” (ebd.), „odorus” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.). — 2. das Riechen, Geruchssinn, „Rukent de syn des rukendes odoratus” (Voc. Strals. ed. Damme), sê hebben ôren und hö̂ren nicht hebben nēsen ôk und doch nê(i)n r.t (Slüter Ges.-B. K 3; nach Ps. 114, 6). rü̂kebusch, ~karse, ~kôken, ~pulver
3575 Zeichen · 142 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ruken

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +2 Parallelbelege

    ruken, st. v. 1. riechen, Geruch verbreiten. 2. riechen, Geruch empfinden.

  2. modern
    Dialekt
    ruken

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    ruken -ū- = riechen (s. d.);

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruken

31 Bildungen · 1 Erstglied · 29 Zweitglied · 1 Ableitungen

ruken‑ als Erstglied (1 von 1)

rûkende

MNWB

ruk·ende

° rûkende , adj. : Geruch habend, riechend, „ Rukende wolrukende odoriferus” (Voc. Strals. ed. Damme).

ruken als Zweitglied (29 von 29)

afbruken

MeckWB

Wossidia afbruken 1. abnutzen: 'n afgebruktes Metz Schö; 'n ollen afgebrukten Messingkätel Wi Wismar@Kirchdorf Kirchd ; dei Läpel sünd afbru…

anbruken

MeckWB

Wossidia anbruken anfangen zu verbrauchen, z. B. Kleidungsstücke: de Schauh Schö Schönberg@Klein Bünsdorf KBünsd ; Vieh, in der Händlersprac…

anrūken

WWB

an-rūken V. [verstr.] 1. an jmdm., etwas riechen. Gründlek aanriuken ( Kr. Meschede Mes Kr. Meschede@Ramsbeck Ra ). — 2. durch den Geruch an…

bekrūken

WWB

bek·ruken

be-krūken V. [ Kr. Meschede Mes Olp] bereuen; die Folgen für etwas, was jmd. verschuldet hat, tragen. Datt sall hai noch bekruken ( Kr. Olpe…

berūken

WWB

be-rūken V. [verstr.] 1. an jmdm., etwas riechen. — 2. vorsichtig prüfend kennenzulernen versuchen. Säi heppt sick iärst richtig beraoken ( …

ferbrūken

WWB

fer·bruken

fer-brūken sw. V. ⟨ fe(r)- ; Part.Prät. febrūket ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor die krfr. Städte Dortmund, Castrop…

gebruken

LW

geb·ruken

ge-bruken, sw. v. Gebrauch von etwas machen, geniessen, refl. m. Gen. üben, ausüben.

hiᵉnerūken

WWB

hiene·ruken

hiᵉne-rūken V. riechen an etwas. — Ra.: Daor häff he ook all henrocken das hat er auch schon ausprobiert ( WmWb ).

meystrûken

MNWB

mey·struken

° meystrûken , pl. , Maibüsche (Wittenb. NT. 1524 Marc. 11, 8; s. B.-C. Nr. 787 u. Sp. 1878).

nabrūken

WWB

nab·ruken

na-brūken sw. V. naubruken sich einer Nachkur unterziehen ( Kr. Osnabrück Osn WWB-Source:145:Klön Klön ).

ȫvelbrûken

MNWB

° ȫvelbrûken , swv. : mißbrauchen, (nur substantiv.:) Mißbrauch, „abusio” (Dief. 22); — s. auch 1 ȫvel 1.

Piᵉrdekrūken

WWB

pierd·e·kruken

Piᵉrde-krūken n. Stöhnen von Pferden; im Sprichw.: Piärekriuken un Wejwerquesten sall me nit erenst niähmen ( Kr. Arnsberg Arn Hg).

roken, ruken

LW

roken·ruken

roken, ruken, sw. v. bedacht, besorgt sein um etwas, sorgen für, sich kümmern um etwas, achten, mit Gen. od. Acc.; mit Inf. wollen, worauf b…

strûken

MNWB

° strûken „ dörch recht ik weder naket struke ” (Nd. Jb. 30, 145 als Wiedergabe von nudus revertur [Luc. 4, 4], Konjektur).

upbrūken

WWB

up-brūken sw. V. ⟨ up- ; Part.Prät. upbriuket ( Kr. Detmold Det Kr. Detmold@Istrup Is = PlatenauWb) ⟩ aufbrauchen, verbrauchen ( Kr. Osnabrü…

utbruken

MeckWB

Wossidia utbruken 1. trans. a. durch Verbrauch des Inhalts leeren: de Dik wir leerig, von de Teigeli utbrukt Gild. Dörp. 566; wi hadden uns …

verbruken

MeckWB

verb·ruken

Wossidia verbruken 1. zu bruken I verbrauchen: wi hebben all' uns' Kahlen verbruukt Ro Rostock@Warnemünde Warn . 2. zu bruken II a. eine Kra…

vermißbruken

MeckWB

ver·missbruken

Wossidia vermißbruken mißbrauchen; missingsch: 'das ist es gerade, daß der Titel Schulmeister als ein Ökelname vermißbraucht wird' Reut. 6, …

vorbrûken

MNWB

vor·bruken

* vorbrûken , swv. , verbrauchen, (Geld) ausgeben (Hamb. KR. 1589).

wegbruken

MeckWB

weg·bruken

Wossidia wegbruken durch magische Handlung beseitigen: Wratten warden mit ne swart Snick wegbruukt Sta Stargard@Hornshagen Hornsh ; de Knirr…

übertruken

KöblerMhd

übertruken , sw. V. Vw.: s. überdrücken

Ableitungen von ruken (1 von 1)

berūken

WWB

be-rūken V. [verstr.] 1. an jmdm., etwas riechen. — 2. vorsichtig prüfend kennenzulernen versuchen. Säi heppt sick iärst richtig beraoken ( …