Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Reformation
Reformation
reformieren Vb. ‘erneuern, umgestalten, verbessern’, auch mhd. reformieren, entlehnt aus lat. reformāre ‘umgestalten, -bilden, verwandeln, abändern, verbessern, wiederherstellen’; vgl. lat. formāre ‘formen, gestalten’, zu lat. forma ‘Gestalt, Figur, Äußeres’ (s. Form). Zunächst ‘in seiner ursprünglichen Gestalt wiederherstellen’ (vom Zustand der Kirche, der Klöster u. dgl., 15. Jh.), dann (auch allgemein) ‘umgestalten, verbessern, erneuern’ (16. Jh.), vor allem bezogen auf die reformatorische Tätigkeit Luthers und die protestantische Kirchenreform. Dazu reformiert Part.adj. ‘aus den kirchlichen Reformbestrebungen Zwinglis und Calvins hervorgegangen’ (um 1600), vgl. reformierte Kirche; substantiviert Reformierte Plur. für die Anhänger dieser Kirchen (Mitte 17. Jh.). – Reformation f. ‘Erneuerung, Umgestaltung’, frühnhd. reformacye (Anfang 15. Jh.), reformatze, reformacion, reformation (15. Jh.), entlehnt aus gleichbed. lat. reformātio (Genitiv reformātiōnis). Seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. bezeichnet der Ausdruck vornehmlich die lutherische Erneuerungsbewegung, seit der Aufklärung auch eine ‘Erneuerung des politischen, sozialen und geistigen Lebens’. Gegenreformation f. ‘Gegenbewegung der katholischen Kirche (1555 bis 1648) gegen die Reformation’ (geprägt 1776 von dem Staatsrechtler Pütter, Göttingen). Reformator m. ‘Umgestalter, Verbesserer’, speziell (auf Luther bezogen) ‘Erneuerer der Kirche’, Entlehnung (2. Hälfte 16. Jh., bis ins 18. Jh. mit lat. Flexion) von gleichbed. lat. reformātor. Reform f. ‘planmäßige Umgestaltung, Neuordnung, Verbesserung bestehender Einrichtungen und Verhältnisse durch Beseitigung von Mißständen’, Übernahme (um 1700) von frz. réforme ‘Veränderung, Verbesserung’ (auch ‘Wiederherstellung der alten Regel in einem Orden, Veränderung der christlichen Lehre und Ordnung durch die protestantische Bewegung’), Verbalsubstantiv zu frz. réformer ‘umgestalten, verbessern’, afrz. reformer ‘neu gestalten, neu bilden’, nach lat. reformāre (s. oben).