Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
pîna
Kb]), M, MF, O, Oh, Ol, NMC, Nps, Npg und
Npw: ‚Schmerz, Qual, Marter, Pein, Drangsal,
Not; labor, tormentum, tribulatio‘, bittariu pîna
‚Pein der Marter; dolor passionis‘, pîna peches
‚Höllenqual‘ <〈Var.: b- (bei N)>〉. Das Wort ist
schon frühzeitig mit dem Christentum aus mlat.
pēna f. ‚Leiden, Schmerz, Unglück, Kummer‘
entlehnt (s. u.). Dabei wird das mlat. geschlos-
sene ē im Ahd. mit î wiedergegeben. Durch den
Einfluss der lat. Kirchensprache unterblieb die
Verschiebung von p- zu pf- (nur vereinzelt fin-
den sich Formen mit verschobenem Anlaut; s.
pfînôn, pfînunga). – Mhd. pîn st.m., pîne st./sw.f.
‚Strafe, Leibesstrafe, Qual, Pein, Eifer, eifrige
Bemühung‘, daneben mit derselben Entleh-
nungsbasis pên, pêne st./sw.f. ‚Strafe‘, frühnhd.
pein f., vereinzelt m. ‚Leid, Schmerz, Folter,
Strafe, Buße für begangenes Unrecht, Kriegs-
leiden, innere Qual, Liebesschmerz, Marter,
Leiden, Qual der Hölle‘, daneben pen f., ver-
einzelt verschobenes pfen, im späteren Früh-
nhd. mitunter pön (mit Rückbezug auf lat.
poena f. ‚Strafe‘) ‚Beschwernis, Qual, rechtli-
che Verpflichtung, Abgaberegelung, Leiden‘‚
nhd. Pein f. ‚heftiges körperliches oder see-
lisches Unbehagen, Qual‘.