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pfühl

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

pfühl m. n.

Bd. 13, Sp. 1805
pfühl, m. n. , mundartlich auch f., pulvinus. ahd. phulawi, pfuliwi (houbitphuliwi Tatian 52, 3), pfulwi, mhd. pfülwe n. und ahd. phulwo, mhd. phulwe, pfulwe, pfülwe, pfülw, md. pfule, pful, mnd. pûl, pole m., schon vor der ahd. zeit entlehnt aus lat. pulvi- (pulvinus, pulvinar) gramm. 2, 187. 189. das dem lat. v entsprechende ahd. mhd. w hat sich mundartlich noch erhalten oder zu b verhärtet, zu f (v) aspiriert oder in g gewandelt, wofür die nachfolgenden stellen belege bieten. Luther schreibt auch pföl Hesek. 13, 18 (md. pfoil Kulmer recht 4, 51, nd. pöl brem. wb. 3, 351), Günther pfiehl (78. 199. 663. 927) neben pfühl; das dehnungs-h ist erst im 18. jahrh. durchgedrungen. 11) im eigentlichen sinne, ein gröszeres mit federn gefülltes ruheküssen, besonders als bettunterküssen oder etwas die stelle desselben vertretendes; synekdochisch auch das bett, das lager (pfühl heiszen in dem bette diejenigen schmahlen und langen küssen, so zu denen häupten und füszen geleget werden. Amaranthes frauenzimmerlex. 1479, vgl. Weinhold d. d. frauen2 2, 108 f. Schultz f. leben 1, 73), plumarium, pulvinar, pulvinus Dief. 442c. 473a. nov. gloss. 295b. 309a, mit den formen pfulwe, pfulbe, pfulb, pfulg, pful, md. und nd. pulbe, polwe, polfe, pule, pul: mhd. dâ diu houbet wâren hin gekêret dâ was ie hôher gemêret mit einem phulwen sîdîn. Mor. von Craon 1155; pfülw und linder bette was Achilles niht gewent. Konrad troj. krieg 13766. nhd. 1@aa) ältere und mundartliche formen mit erhaltenem w (b, f, g): (sie) künnen pfulwen understrowen eim ieden undern ellenbogen. S. Brant 18, 21; und machend pfulwen under die häupter. Keisersberg dreieckecht spiegel Aa 6a; ire bett und pfulwen. post. 3, 63b; sie schüttelt all augenblick die pfulwen (des kranken). Fischart Garg. 72a; also hälts podagra ir kunden inn rain leinwat und pfulwen gwunden. podagr. trostb. (1577) C 6b; papst kan den teuffel auf den pfulben (im texte auf ein küssen) binden. bienenk. (1580) 50a am rande; sich uf pfulben legen. Zimm. chron.2 3, 386, 9; auf ein zeit het er einen sammaten pfulben aufgetrennet. Agricola sprichw. nr. 58; sammaten pfülben und tapeten. Kirchhof wendunm. 61a; in mangel dieser ding möchten bett und pfülben das best thun. disc. milit. 24; dabei herrlich küssen und pfulgen, als dann solch bett wol würdig was. Bocc. 99. 213b; ich bin von einem pfülgen auf ein bett gesessen. Frank sprichw. 1, 42b; oder streck ihn auf ain bret, darauf soll liegen ain pfulgen. Braunschweig chir. 95; pulvinus, ein pfülf. Alberus dict. pp 3b; bracht ich euch bette und pfulf, küssen, leinlachen. ehbüchlein C 3b; ein klein pülf. archiv für hess. gesch. 6, 121; henneb. der pfülef Spiesz 183; bair. der pfülbm, der pülv (Aschaffenburg) und die pfulgen Schm.2 1, 425; schweiz. der pfulwen, pfulmen, pfulf und die pfulbe, pfülbe, der pfulben, pfulmen, pfulf Stalder 1, 116; ohne deckbett und ohne pfulben. Hebel (1843) 3, 313; wehmüthig sank Jobst in den pfülmen zurück. G. Keller Seldw.4 1, 233; Jobst lag .. mit dem kopfe am fuszende und mit den füszen auf den pfülmen. 212; appenz. der pfolber (mit anlehnung an polster) Tobler 48a; schwäbisch der pfulben, pfulgen Schmid 64. Birlinger 95a (der pfülben noch bei Wieland in den kom. erz. 2. aufl. s. 140 und Musar. 2, in den werken 10, 193 pfühl, 9, 53 polster). 1@bb) aufs md. zurückgehende formen ohne w: weh euch, die ir küssen machet den leuten unter die arme, und pföle zu den heubten. Hesek. 13, 18; für sein ruhbett die erden, fur pfulen (schwachformig) einen stein. Weckherlin 619; kleines pfuhl, pulvillus Aler 1531b; pfül, plur. pfüle Stieler 1392; einen pfül unterlegen Steinbach 2, 185; pfühl (nun besonders in gehobener rede): der buhler küszt den pfühl. Günther 638; pfühl und tuch mit thränen netzen. 846; umsonst macht keine magd das pfühl. 1050; die ihre schöne brust so oft zum pfühl ihm machte. Wieland 10, 193; (ein bett) mit leichten aufgedunsnen pfühlen und küssen aufgeschmückt. 18, 86; ein bettgestell mit einem sammtnen pfühle. Klelia u. Sinibald 4, 223; er wirft sich auf den pfühl und wartet unverdrossen. 236; ach! auf dem weichen pfühle schlafe, was willst du mehr. Göthe 1, 98; dann schon bestieg sie eingeladen herrlichen pfühl. 41, 210; wölbte eures (der blumen) kelches krone nicht die tochter der Dione schwellend zu der liebe pfühl? Schiller 11, 10; drum machten wir (gedruckt mir) die eisbedeckte erde, den harten stein zu unserm pfühl. 12, 301 (Wallensteins tod 3, 15); (lasz uns) die gewölbe über uns zur decke nehmen, und den stein zum pfühl. 13, 199 (jungfr. von Orleans 1, 4); und wer den toten ihre harten pfühle miszgönnt. Platen 2, 122; die sterne sind vielleicht nur pfühle, worauf ihr haubt die liebesgötter legen. 3, 171; den sarg nahm er zum ruhebette, zum pfühle nahm er den schild. Uhland (1879) 2, 10; auf dem moose, welches wie ein pfühl die schöne last umquoll, ruhte die reizendste jungfrau und schlummerte. Immermann Münchh. 3, 166; es versinken ihre panzer in des mooses weiche pfühle. Lenau (1880) 1, 334; wohl netzt' ich heisz mit thränen meine pfühle. Geibel neue ged. (1883) 67; da mit ersticktem ach sank sie ins pfühl. P. Heyse ges. werke 2, 15; und als die morgensonne hell auf's pfühl des kranken schien. F. Dahn ged., zweite samml. 1, 113; die schönen augen fielen zu und auf den pfühl, darauf sie ruhte, gleich einer toten sank die gute. 1, 204; bildlich: ach auf dem pfühl der offenbarung schläft's sich so sanft! Gotter 1, 400; wenn nun zum pfühl die sonne gleitet. F. Dahn a. a. o. 316. 22) etwas pfühlähnliches, zur stütze dienendes: in der baukunst ein tragendes, rundlaufendes glied, z. b. am säulenfusz vorkommender groszer rundstab (lat. torus, franz. tore) Müller-Mothes 746b. mathem. lex. 1, 1007. Voch baulex. 212a; nd. pöl die unterlage des eisens, wodurch der mühlstein (läufer) getrieben wird Schambach 157b; kurhessisch pfälf balken am pfluge, worauf das vorderende des grendels ruht Pfister nachträge zu Vilmar 202, vergl.pfühlbaum. eine weinbergslage bei Würzburg heiszt der pfülben (im pfülben werden für most preise bezahlt wie sie seit dem jahre 1822 nicht vorgekommen sind. Frankf. journal 12. nov. 1872) und darnach auch der dort wachsende wein, der pfülben ist gut gerathen, ein glas pfülben trinken u. dergl.
6340 Zeichen · 168 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfühl

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Pfühl , des -es, plur. die -e, Diminut. das Pfühlchen, welches eigentlich ein jedes aufgeschwollenes, hervor ragende…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfühl

    Goethe-Wörterbuch

    Pfühl in mundartl Lautung ‘Fiehl’ A2,532 ; meist als gehobener (dichterischer) Ausdruck a (großes, weiches, den Ruhenden…

  3. modern
    Dialekt
    Pfühl

    Rheinisches Wb.

    Pfühl s. Pull(en), Püll(en), Pülv.

  4. Sprichwörter
    Pfühl

    Wander (Sprichwörter)

    Pfühl 1. Die liegen (schlafen) auf Einem Pfühl, wissen (glauben, haben) gleichviel. Holl. : Die slapen op één peûl, die …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfuehl

12 Bildungen · 10 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

pfuehl‑ als Erstglied (10 von 10)

pfühlbaum

DWB

pfuehl·baum

pfühlbaum , pfuhlbaum , m. , bergmännisch einer der zwei horizontalen balken des obersten schachtgeviers eines haspelschachtes, in den die h…

pfühlchen

DWB

pfuehl·chen

pfühlchen , n. pulvillus Stieler 2392 ; schweiz. pfülwlein Maaler 318 b , vorarlbergisch pfülfle Frommann 3, 303 .

Pfühlchen (kleine Pfütze)

Wander

Pfühlchen (kleine Pfütze) Pfühlchen (kleine Pfütze). Et es gên Päulche esu kleng (klein), et mürt (trübt) sich all ens. ( Aachen. ) – Firmen…

pfühleisen

DWB

pfuehl·eisen

pfühleisen , n. , bergmännisch was pfadeisen Chemnitzer bergm. wb. 382 b . Veith 362 .

pfühlen

DWB

pfühlen , verb. mit einem pfühl versehen, darauf betten: ( da sah ich ) auf einem bett, gepfühlt von weichem moose .. die liebste schlummern…

Pfühler

RhWB

Pfühler -ȳl- Gummb-Berghsn m.: einer, der an einem Pfuhl wohnt.

pfühlicht

DWB

pfuehl·icht

pfuhlicht , pfühlicht , adj. und adv. paludosus, limosus, pfülichte wasser, pfützen Stieler 446 : an feuchten pfulichten orten. Luther tisch…

pfühlisch

DWB

pfuehl·isch

pfühlisch , adj. und adv. was pfuhlicht: pfülische gegend, pfülisch schmecken. Stieler 446 .

pfühlzieche

DWB

pfuehl·zieche

pfühlzieche , f. pfühl-, küssenüberzug Amaranthes frauenzimmerlex. 1479 ; spätmhd. pfulzieche ( Lexer 2, 267 , pfulbenzieche Birlinger 95 a …

pfuehl als Zweitglied (2 von 2)

hauptpfühl

DWB

haupt·pfuehl

hauptpfühl , m. kopfkissen: haubtpfül pulvinar Stieler 2392 ; in älterer form plumarium hauptpful Dief. 442 c ; pulvinar haubtpfulbe, hoybet…

heerpfühl

DWB

heer·pfuehl

heerpfühl , m. ein feldbette: dar nâh sal sie gebn einen herphule, daʒ ist ein bette und ein kussen. Sachsensp. 1, 22, 4; heirpfoil mhd. wb.…