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Pfühl

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
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6

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Pfühl

Bd. 3, Sp. 757
Der Pfühl, des -es, plur. die -e, Diminut. das Pfühlchen, welches eigentlich ein jedes aufgeschwollenes, hervor ragendes erhabenes Ding bedeutet, aber nur noch in einem doppelten Verstande gebraucht wird. 1) In der Baukunst wird von einigen, z. B. dem Goldmann, ein jedes rundes Glied, welches einen halben Zirkel ausmacht, der Pfühl, oder nach Oberdeutscher Mundart der Pfuhl genannt, wofür doch das Wort Stab üblicher ist. Bey dem Vitruv heißt ein solches Glied Torus. Der Wulst ist eine Art desselben, und wird auch der Viertelstab genannt. 2) Ein Bett oder Küssen, darauf zu ruhen, wo es ehedem in der weitesten Bedeutung dieser Wörter üblich war. Daher ist in dem Heergewette der Heerpfühl ein wohl bereitetes Bett nach dem besten. Besonders wird es im Oberdeutschen von einem jeden Küssen oder Polster gebraucht. Der Bankpfühl, Fensterpfühl, Stuhlpfühl u. s. f. Im Hochdeutschen ist der Pfühl das Mittel zwischen dem größern Bette und dem kleinern Küssen, und dasjenige Stück eines Gebettes, welches die Breite eines Kopfküssens hat, aber weit länger ist, und so wohl unter den Kopf, als auch unter die Füße gelegt wird; der Kopfpfühl, Fußpfühl. Anm. Im Tatian Phuluini, im Nieders. Pöhl, im Angels. Pyle, im Engl. Pillow, im Holländ. Peuluw. Aus der Art, wie im Tatian dieses Wort geschrieben wird, sollte es fast wahrscheinlich werden, daß es zunächst aus dem Lat. Pulvinus und Pulvinar entlehnet worden; indessen gehören auch diese zu Polster, Wulst, Gewölbe und andern ähnlichen Wörtern, welche ein aufgeschwollenes, aufgequollenes, rundes, hervor ragendes Ding bedeuten. Im Oberd. ist dieses Wort auch sächlichen Geschlechtes, das Pfühl. Eben daselbst lautet es aber auch sehr häufig der oder das Pfulb, die Pfülbe, das Pfülf, der oder das Pfulg, Pfülk oder Pfulz, der Pfilm u. s. f. Hast du doch so sanft mir zur Pfülbe gedienet, sagt der Wanderer zu seiner Bürde in Geßners Idyllen.
1896 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfühl

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Pfühl , des -es, plur. die -e, Diminut. das Pfühlchen, welches eigentlich ein jedes aufgeschwollenes, hervor ragende…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfühl

    Goethe-Wörterbuch

    Pfühl in mundartl Lautung ‘Fiehl’ A2,532 ; meist als gehobener (dichterischer) Ausdruck a (großes, weiches, den Ruhenden…

  3. modern
    Dialekt
    Pfühl

    Rheinisches Wb.

    Pfühl s. Pull(en), Püll(en), Pülv.

  4. Sprichwörter
    Pfühl

    Wander (Sprichwörter)

    Pfühl 1. Die liegen (schlafen) auf Einem Pfühl, wissen (glauben, haben) gleichviel. Holl. : Die slapen op één peûl, die …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfuehl

12 Bildungen · 10 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

pfuehl‑ als Erstglied (10 von 10)

pfühlbaum

DWB

pfuehl·baum

pfühlbaum , pfuhlbaum , m. , bergmännisch einer der zwei horizontalen balken des obersten schachtgeviers eines haspelschachtes, in den die h…

pfühlchen

DWB

pfuehl·chen

pfühlchen , n. pulvillus Stieler 2392 ; schweiz. pfülwlein Maaler 318 b , vorarlbergisch pfülfle Frommann 3, 303 .

Pfühlchen (kleine Pfütze)

Wander

Pfühlchen (kleine Pfütze) Pfühlchen (kleine Pfütze). Et es gên Päulche esu kleng (klein), et mürt (trübt) sich all ens. ( Aachen. ) – Firmen…

pfühleisen

DWB

pfuehl·eisen

pfühleisen , n. , bergmännisch was pfadeisen Chemnitzer bergm. wb. 382 b . Veith 362 .

pfühlen

DWB

pfühlen , verb. mit einem pfühl versehen, darauf betten: ( da sah ich ) auf einem bett, gepfühlt von weichem moose .. die liebste schlummern…

Pfühler

RhWB

Pfühler -ȳl- Gummb-Berghsn m.: einer, der an einem Pfuhl wohnt.

pfühlicht

DWB

pfuehl·icht

pfuhlicht , pfühlicht , adj. und adv. paludosus, limosus, pfülichte wasser, pfützen Stieler 446 : an feuchten pfulichten orten. Luther tisch…

pfühlisch

DWB

pfuehl·isch

pfühlisch , adj. und adv. was pfuhlicht: pfülische gegend, pfülisch schmecken. Stieler 446 .

pfühlzieche

DWB

pfuehl·zieche

pfühlzieche , f. pfühl-, küssenüberzug Amaranthes frauenzimmerlex. 1479 ; spätmhd. pfulzieche ( Lexer 2, 267 , pfulbenzieche Birlinger 95 a …

pfuehl als Zweitglied (2 von 2)

hauptpfühl

DWB

haupt·pfuehl

hauptpfühl , m. kopfkissen: haubtpfül pulvinar Stieler 2392 ; in älterer form plumarium hauptpful Dief. 442 c ; pulvinar haubtpfulbe, hoybet…

heerpfühl

DWB

heer·pfuehl

heerpfühl , m. ein feldbette: dar nâh sal sie gebn einen herphule, daʒ ist ein bette und ein kussen. Sachsensp. 1, 22, 4; heirpfoil mhd. wb.…