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pfropfen

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
23 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

pfropfen verb.

Bd. 13, Sp. 1796
pfropfen, verb. , zu pfropf 1, mhd. pfropfen, md. prophen, proffen, proppen (Lexer 2, 264 u. nachträge 340), nhd. pfropfen, daneben früher pfrupfen Fischart Garg. 184a, prupfen Bechius 10, propfen Lennep lands. 2, 149, proffen Alberus dict. a 1b. Ee 3b, synonym zu belzen (pelzen), impfen, ein fremdes reis (edelreis, pfropfreis) zur veredelung einem andern stamme (wildlinge) einfügen, die Griechen nennens εμφυτεύειν, die Lateiner inserere, die Teutschen impfen, pfropfen oder pelzen. Colerus 2, 196a. 11) im eigentlichen sinne. 1@aa) absolut: das wir aber besser und reichlicher frücht von den beumen und gesteuden empfangen, ist uns von nOeten das graben, beschneiden, prupfen. Bechius Agric. 10; wie viel tage man vor dem monden (neumond) pfropfet, in so viel jahren trägt ein baum. Colerus 1, 42b; das ist die beste art zu pfropfen. 2, 197a; etliche pfropfen gern hoch, das trägt zwar bald aber es währet nit lang. nidrig gepfropfet, das ist am aller thaurhaftesten. 199b; mit dativ: den bäumen pfrupfen. Fischart Garg. 184a. 1@bb) transitiv: welche bäume im hornung gepfropfet werden, in desselbigen früchten wächst kein wurm. Colerus 1, 32a; wann ein baum bald im vollmond gereist oder gepfropft wird, der bekommet grosz obst. 2, 194a; wann man einen wilden stock pfropft. 196a; birnen und äpfel pfropfen. 198b; junge bäume anzupflanzen, zu propfen und zu ziehen. Lennep lands. 2, 149 (vom jahre 1724); (als) ich selbstgesäte bäume selber pfropfte. Göthe 9, 306 (nat. tochter 3, 1). pfropfen an, auf, in: der roszmarin zu gewisser zeit an junge wachholderstauden gepfropft, bleibet desto lieber über winter im felde. Tabernaemont. 311b; sie pfropft auf einen baum oft eine süsze frucht. Hofmannswaldau bei Steinbach 2, 185. 22) übertragen, etwas wie ein pfropfreis auf- oder einsetzen. 2@aa) absolut: gott thut wie gärtner pflegen, pfropft, reutet aus, versetzt. Fleming 128. 2@bb) transitiv: und wird ein gepfropfter pauer in gemein so wenig höfligkeit erlernen, als ein hürdlerpferd das passagieren. Butschky Patmos 154 (117); er (tod) hat ja einen reisz, der kaum gepfropft, zerschmissen. Günther (auf das absterben eines kindes) 825. pfropfen auf: er was geprophet ûf den stam. der veter buch 1510, Leipziger hs.; Philotas. der hasz, den man auf verloschne freundschaft pfropfet, musz ... die tödtlichsten früchte bringen. Lessing 2, 95; der enthusiasmus .. kann nicht auf den eigennutz gepfropft werden. Kant 1, 288; alle narrheit ist auf zwei leidenschaften gepfropft, den hochmuth und den geiz. 10, 11; er ist einer der philosophen, auf schöngeist gepfropft. Klinger 3, 37; (viele leser) selbst die feder ergreifen, auf das büchlein ein buch mit seltener fertigkeit pfropfen. Göthe 1, 335; im ganzen schien er ... mir zu intriguiren, um eine neue fabel auf eine alte pfropfen zu können. 26, 249; diese kirche (Francesco alle vigne in Venedig) ist von Palladio auf eine alte gepfropft. tagebücher u. briefe aus Italien 142 Schmidt; tausendmal verbinden diesen (privatmann) fremde absichten mit einem menschen, und erst in der folge pfropft er freundschaft auf den unedlern zweig wie der verdorbene Römer auf weiden seine limone. Schiller 1, 33; gefühle für freiheit und menschenadel waren früher in seiner (marquis Posa) seele reif als freundschaft für Karlos; dieser zweig wurde erst nachher auf diesen stärkern stamm gepfropft. 6, 41; jüdische und kirchenväterliche meinungen über Kain ..., auf welche er (der hofprediger) vollends die mittelaltersagen vom ewigen juden künstlich gepfropfet. J. Paul komet 3, 175; ferner sinken auf den fittigen des neujahr - schnees schöne idyllen herab, die das zwittergeschlecht zwischen natur und kunst ausmachen, in welchen dichter auf städtische pracht ländliche zierathen, wie die damen auf die schöpfung des frisörs papierne blumen pfropfen. grönl. proc. 45. pfropfen in: so du aus dem olbaum, der von natur wilde war, bist ausgehawen und .. in den guten olbaum gepfropfet. m. 11, 24 (bist ingezweigt cod. Tepl., goth. intrusgiþs, vgl. einpfropfen); wort, welches ist in mein hertz gepfropfet. Luther 6, 37a; darumb mus Christus .. solche süsze, freundliche, tröstliche wort ins hertz pfropfen, das es die schweren, bittern und grewlichen gedanken hinweg neme. 183b; nachdem ich .. das wort in sie gepfropfet habe, das es bei inen eingewurzelt, beklieben und blieben ist. 193a; (sie sollen) solch menschliche gedanken aus dem hertzen reiszen, und diese himlische gottliche gedanken darein pfropfen. 257b; du pfropfest in die brust der sinnen wunderkraft, die uns zu menschen macht. Scultetus bei Lessing 8, 272; der, in welchem (so) du eignes lob gepfropft. Günther 755; Sophie pfropfte in die ihrigen (erzählungen) fremde gebräuche, sitten und meinungen. Klinger 10, 28. pfropfen unter, um: und du, da du ein wilder olbaum warst, bist unter sie (zweige) gepfropfet. m. 11, 17 (du bist ingezwegt in in. cod. Tepl., goth. intrusgiþs); er wird gleich cypressenlaub (als zeichen der trauer) um meine schläfe pfropfen. Günther 1021. 2@cc) reflexiv: der muschel thau, der reiffen perlen tropfen, die solten sich in ihrer (so) mutter pfropfen, damit der preisz gantz unvergleichlich wär. Hofmannswaldau 1, 103; alle vögel seines vaters — träumte er — flatterten und stieszen gegen einander, pfropften sich in einander und wuchsen endlich zu einem hahne ein. J. Paul leben Fibels 77.
5433 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    pfropfensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    pfropfen , sw. V. nhd. pfropfen, veredeln ÜG.: lat. plantare Gl, serere Voc Hw.: vgl. mnl. proppen, mnd. proppen Q.: Vät…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfropfen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Pfropfen , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Pfröpfchen, ein Stück von einer gemeiniglich weichern Materie, w…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    1pfropfen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 pfropfen mundartl ‘propfen’ 28,247,13 a dem Stamm eines Baumes einen fremden (höherwertigen) Zweig zur Veredlung aufse…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfropfen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Pfropfen , in der Obstbaumzucht, s. Veredeln.

  5. modern
    Dialekt
    Pfropfen

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Pfropfen Band 2, Spalte 2,687

  6. Spezial
    pfropfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    pfrop|fen vb.tr. 1 (hineindrücken, hineinpressen, hineinquetschen, hineinstopfen) druché ite, tocé ite, fracé ite, mëte …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfropfen

15 Bildungen · 4 Erstglied · 8 Zweitglied · 3 Ableitungen

pfropfen‑ als Erstglied (4 von 4)

pfropfen I

SHW

pfropfen I Band 1, Spalte 811-812

pfropfen als Zweitglied (8 von 8)

anpfropfen

DWB

anpfropfen , inserere: ein reis einimpfen.

aufpfropfen

DWB

auf·pfropfen

aufpfropfen , inserere, dem ast ein edles reis aufpfropfen. nnl. opproppen im sinne von anfüllen.

einpfropfen

DWB

ein·pfropfen

einpfropfen , 1 1) inserere surculum, nnl. inproppen, dän. indproppe: denn so du aus dem ölbawm, der von natur wilde war, bist ausgehawen un…

Mundpfropfen

Adelung

mund·pfropfen

Der Mundpfropfen , des -s, plur. ut nom. sing. in der Artillerie derjenige Pfropfen, womit die Mündung eines Stückes verwahret wird, damit n…

schleimpfropfen

DWB

schleim·pfropfen

schleimpfropfen , m. in der medicin ein schleimiges, polypenartiges gewächs in der nase oder am herzen. Adelung, schleimpropf Campe.

verpfropfen

DWB

ver·pfropfen

verpfropfen , verb. 1) propfend an einen andern ort bringen. Stieler 1450 , Frisch 2, 28 ; reben verpfropfen. 2) mit einem propf versehen: e…

Ableitungen von pfropfen (3 von 3)

bepfropfen

DWB

bepfropfen , farcire: eine flasche bepfropfen, zustöpseln; bepfropft mit mancherlei fremdartigen. Ardinghello 1, 51.

entpfropfen

DWB

entpfropfen , was entkorken, entstöpfeln.

verpfropfen

DWB

verpfropfen , verb. 1) propfend an einen andern ort bringen. Stieler 1450 , Frisch 2, 28 ; reben verpfropfen. 2) mit einem propf versehen: e…