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Pappel

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Pappel

Bd. 15, Sp. 400
Pappel (Pappelbaum, Populus L., hierzu Tafel »Pappel I u. II«), Gattung der Salikazeen, meist hohe, schnellwüchsige Bäume mit meist weit ausgreifenden Ästen, breiten, dreieckigen, elliptischen, herz- oder eiförmigen Blättern, meist langen, seitlich zusammengedrückten Blattstielen, vor den Blättern erscheinenden langen, walzenförmigen, hängenden Blütenkätzchen und zwei- (vier-) klappigen, vielsamigen Kapseln. 18 Arten in Europa, Nordasien, Nordamerika. I. Leuce Dub. (Weißpappeln), Tragblätter der Blüten gewimpert, jüngere Zweige meist behaart, mehr oder weniger rundliche Blätter, 4,8, selten 15 Staubblätter. Die Silberpappel (Alber, Albernbaum, Weißpappel, P. alba L., Tafel I, Fig. 9), ein in Mittel- und Nordeuropa bis zum Kaukasus und dem nordöstlichen Asien wachsender, 30 m hoher Baum, mit wenigen tief eindringenden, aber zahlreichen flach streichenden Wurzeln, an alten Stämmen borkiger, an den obern Ästen hell grünlichgrauer Rinde, rundlichen oder eirundlichen, grob gezahnten, eingeschnittenen, selbst buchtig gelappten, oberseits dunkelgrün glänzenden, unterseits weißfilzigen Blättern und seitlich zusammengedrückten Blattstielen, findet sich besonders in Flußniederungen, wächst ungemein schnell, bildet reichlichen Stock- und Wurzelausschlag und variiert auffallend stark in der Form der Blätter. Sie bildet eine für größere Landschaftsgärten unentbehrliche Art. P. alba croatica Wesm. (P. Bolleana Lauche) ist eine pyramidal wachsende Form der Silberpappel. Ein Blendling der Silberpappel mit der Zitterpappel ist die graue P. (P. canescens Sm.), deren Blätter nur buchtig oder eckig gezahnt und unterseits mit leichtem, grauem Haarfilz besetzt sind. Die Zitterpappel (Espe, Aspe, P. tremula L., Tafel I, Fig. 1–8), ein 20–25 m hoher Baum, mit zahlreichen weit und flach verlaufenden Wurzeln, glatter, grün grauer, im Alter kleinborkenrissiger Rinde, kahlen, mehr oder weniger kleberigen Knospen, rundlichen, ausgeschweift stumpf gezahnten, in der Reise völlig unbehaarten Blättern und seitlich zusammengedrückten Blattstielen, gedeiht fast auf jedem Boden und ist durch ganz Europa, Mittel- und Nordasien bis China und Japan, auch in Nordafrika verbreitet. Sie besitzt sehr großes Ausschlagsvermögen; ihre forstliche Bedeutung ist jedoch sehr untergeordnet, und man betrachtet sie sogar als Unkraut in Saatkulturen. Wo aber bessere Holzarten nicht oder zu langsam wachsen, ist sie von Wert. Sie findet sich meist untermischt in Nadel- und Laubholzwald. – II. Aigairos Dub. (Schwarzpappeln), Rinde rissig, Äste ledergelb, glänzend, Blattstiele zusammengedrückt, Blätter unterseits grün, meist durchscheinend knorpelig berandet, Staubgefäße 15–30, bisweilen nur 6–12. Die Schwarzpappel (Saarbaum, Saarbuche, P. nigra L., Tafel II, Fig. 1), ein über 25 m hoher Baum mit teilweise tief eindringenden, teilweise flach verlaufenden Wurzeln, im Alter mit sehr stark- und tiefrissiger Rinde und rauten- oder deltaförmigen, am Grunde breit keilförmigen oder gestutzten, zugespitzten, gesägten, am Rande kahlen Blättern, findet sich in ganz Europa, Nord- und Mittelasien, in Nordamerika verwildert, besitzt großes Ausschlagsvermögen und kann, wie die Weide, als Kopfholz behandelt werden (daher Pappelweide). Sie wächst bei uns wenig in Wäldern, viel mehr in der Nähe menschlicher Wohnungen, hat auch nur geringe forstliche, dagegen immerhin eine gewisse Bedeutung für landwirtschaftliche Holzzucht; ihr Laub dient als Futter für Schafe und Ziegen. In Ungarn, Südrußland und Unteritalien zieht sich ihre Krone mehr und mehr in die Länge, und weiter ostwärts geht sie allmählich in die Form der Pyramiden- oder italienischen P. über. Diese findet sich allgemein bei Bologna, Ferrara und Modena, wird dort aus Samen erzogen und ist auch als selbständige Art (P. italica Mnch.) beschrieben worden, deren Vaterland man in Persien oder Zentralasien sucht. Ende des 17. Jahrh. kam ein Exemplar nach Warschau, 100 Jahre später ein männliches Exemplar nach Wörlitz (aus der Lombardei), und von diesem stammen alle deutschen Exemplare ab. Man kennt in ganz Deutschland nur acht weibliche Bäume Anfänglich in fürstlichen Anlagen gern benutzt, wurde sie später namentlich Alleebaum; wegen der den benachbarten Äckern schädlichen Ausläufer und des vielen auf ihr vorkommenden Ungeziefers aber wird sie jetzt weniger angepflanzt. Das in den letzten Jahren häufig auftretende Absterben anscheinend kräftiger Bäume wird teils durch Altersschwäche (bei beständiger Fortpflanzung durch Stecklinge), teils durch die Einwirkung eines parasitischen Pilzes (Arten von Dothiora) erklärt. Die kanadische P. (P. canadensis Mnch.) wird 30 m hoch, bildet eine längliche Krone, hat mehr oder weniger eckige, in der Jugend von Korkrippen kantige Zweige, beim Entfalten kleberige Knospen, rautenförmige, in der Jugend am Rand behaarte Blätter, völlig unbehaarte Blattstiele, stammt aus Nordamerika und kam erst im 18. Jahrhundert nach Frankreich, von wo sie sich sehr schnell verbreitete. Sie gewährt viel höhere Erträge als die Schwarzpappel, hat letztere bei uns stark zurückgedrängt und ist für Alleen und Parkanlagen sehr empfehlenswert. – III. Tacamahaca Spach. (Balsampappeln), Rinde rissig, Zweige und Knospen kleberig, Blätter rundlich oder länglich, meist unterseits weißlich, Blattstiele kurz, rundlich, 20–30 Staubgefäße. Die Balsampappel (P. balsamifera L., Tafel II, Fig. 2–4), ein in Nordamerika von Kanada bis zum Saskatchewan und Virginien heimischer Baum mit länglicher oder eirund-länglicher Krone, rundlichen oder eckigen, braunroten Zweigen, sehr veränderlichen, eirunden oder herzförmigen, mit verlängerter Spitze versehenen, auch länglichen, gesägten, auf der Unterseite weißlichen, in der Jugend mehr oder weniger behaarten Blättern. Sie wird in mehreren Varietäten kultiviert und wurde früher viel an Wegen angepflanzt, während man sie jetzt der vielen Ausläufer halber nur noch wenig benutzt. Pappeln haben hohen landwirtschaftlichen (italienische P., Silberpappel) und wegen der schnellen und reichlichen Holzproduktion auch praktischen Wert. Sie gedeihen fast überall, wachsen unter allen Bäumen am schnellsten und eignen sich deshalb gut zu Deckpflanzungen und als Mittelpunkt größerer Gruppen. Sie vertragen auch das Köpfen gut (am wenigsten P. alba, tremula und balsamifera) und machen leicht Stockausschlag. Das Holz ist weich, leicht, regelmäßig spaltbar, nur im Trocknen dauerhaft und wird als Blind-, bez. Füllholz in der Möbeltischlerei, beim Wagenbau, zu Packfässern, allerlei kleinen Holzwaren, zu Flechtwerk, in der Papierfabrikation und zu Zündhölzern benutzt. Aus Nordamerika kommt als Poplar das im Kern lichtbraune Holz von P. grandidentata Michx. und das Holz der kanadischen P. (Cottonwood) nach Europa. Das amerikanische Pappelholz ist aber zuweilen Tulpenbaumholz, und umgekehrt kommt Pappelholz als Tulpenbaumholz (White wood, Yellow poplar) in den Handel. Die balsamischen Knospen der Schwarzpappel und andrer Arten dienen zur Bereitung der Pappelsalbe. Vgl. Breton-Bonnard, Un arbre utile. Le Peuplier, histoire, variétés. culture, etc. (Par. 1904).
7119 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    pappel

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    pappel s. papele.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Pappel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    2. Die Pappel , plur. die -n, ein Baum, Populus L. welcher auch Pappelbaum genannt wird. Man hat verschiedene Arten dess…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pappel

    Goethe-Wörterbuch

    Pappel schlanker, hochragender, zu den Weidengewächsen gehörender Laubbaum, wohl insbes für die Schwarzpappel a als (mar…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pappel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Pappel (Populus) , Baumart aus der Familie der Amentaceae , schlank, mit sehr weichem Holze, feuchten Boden liebend. Hie…

  5. modern
    Dialekt
    Pappel

    Bayerisches Wörterbuch · +11 Parallelbelege

    Pappel Band 1, Spalte 1,1095

  6. Sprichwörter
    Pappel

    Wander (Sprichwörter)

    Pappel Die Pappel ist wol eine hohe Stange, aber keine Palme. Die Russen: Die Pappel hält sich wol für eine Palme, aber …

  7. Spezial
    Pappel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pap|pel (Populus sp.) f. (-,-n) ‹bot› alfer (alfri) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pappel

166 Bildungen · 137 Erstglied · 27 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von pappel 2 Komponenten

pap+pel

pappel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

pappel‑ als Erstglied (30 von 137)

Pappel II

SHW

Pappel II Band 1, Spalte 575-576

Pappelbaum

SHW

Pappel-baum Band 1, Spalte 575-576

Pappelbock

SHW

Pappel-bock Band 1, Spalte 575-576

Pappelrose

SHW

Pappel-rose Band 1, Spalte 575-576

pappelanlage

DWB

pappel·anlage

pappelanlage , f. : hinter Hechingen .. schöne pappelanlagen, abhängige wiesen und freundliches thal. Göthe 43, 141 .

Pappelarsch

PfWB

pappel·arsch

Pappel-arsch 1 m. : ' Schwätzer ', Schimpfwort, Bappelaaʳsch [verbr.]; vgl. Pappler . Rhein. I 347 .

pappelart

DWB

pappel·art

pappelart , f. : das weibchen ( des pappelbockes ) legt seine eier in die rindenrisse der verschiedenen pappelarten. Brehm thierl. 6, 142 .

Pappelartig

Campe

pappel·artig

Pappelartig , adj . u. adv . die Art der Pappel habend, der Pappel ähnlich. I der Pflanzenlehre sind pappelartige Blumen so viel als malvena…

pappelbach

DWB

pappel·bach

pappelbach , m. mit pappeln besetzter bach oder eine bachartig sich schlängelnde pappelreihe: das neugebaute haus umschlingen pappelbäche. G…

pappelbaum

DWB

pappel·baum

pappelbaum , m. , mhd. papelboum, spätmhd. popelpoum ( Megenberg 315, 5. 339, 27 ) populus Dief. 417 c , nov. gloss. 298 a : der pappelbaum,…

pappelbekränzt

DWB

pappelbekränzt , partic. mit pappellaub bekränzt. F. Müller 1, 163 .

Pappelbelle

PfWB

pappel·belle

Pappel-belle f. : ' der Baum Populus nigra u. alba ', Bappelbell [KU-Föckbg, nach Wilde 186 auch Landauer Gegend]; vgl. Pappel 1 . Aus Pappe…

pappelblatt

DWB

pappel·blatt

pappelblatt , n. malvenblatt: die zarte rohe pappelbletter mit saltz gessen, wie ein ander sallat, heilet das augengeschwär in den augenwink…

pappelbock

DWB

pappel·bock

pappelbock , m. auf pappelbäumen vorkommender holzbock, saperda carcharias Brehm thierl. 6, 142 ; der kleine pappelbockkäfer, saperda populn…

Pappelboïmen

LothWB

Pappel-boïmen , Päppel-b., Päppelwid-b., m. Falk. Pappel. s. a. Päpelter.

pappeldach

DWB

pappel·dach

pappeldach , n. : heut sitzt die ganze klause ( theil 5, 1037) .. im regen pappeldach. Voss ged. 5, 146 .

Pappele(n) I

Idiotikon

Pappele(n) I Band 4, Spalte 1415 Pappele(n) I 4,1415

pappel als Zweitglied (27 von 27)

Bäwerpappel

MeckWBN

Wossidia Bäwerpappel f. wie Bäweresch Giese Pflanz. 43.

Balsampappel

Adelung

balsam·pappel

Die Balsampappel , plur. die -n, eine Amerikanische Pappel, welche ein kleberiges, wohl riechendes, balsamisches Harz gibt, und auch Balsamä…

gänsepappel

DWB

ganse·pappel

gänsepappel , f. malva rotundifolia, östreich. gänspappel, graspappel, käspappel, weil die blätter wie umgekehrte gänsefüsze aussehen. Höfer…

gartenpappel

DWB

garten·pappel

gartenpappel , f. malva alcea, rosenpappel, die rheinische rote pappel, Sigmarskraut Nemnich 3, 496 , malva arborescens Frisch 1, 322 b , im…

Gepappel

BWB

Gepappel Band 1, Spalte 1,1096

graspappel

DWB

gras·pappel

-pappel ( malva rotundifolia L. ) Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 779 ;

hasenpappel

DWB

hasen·pappel

hasenpappel , f. malva sylvestris. Frisch 1, 420 c ; nd. hasenpöppeln Dähnert ; ferner malva rotundifolia, käsepappel, käsemalve; in der edl…

rosenpappel

DWB

rosen·pappel

rosenpappel , f. ( zu scheiden von roszpappel). 1) eine malvenart mit schönen rothen blumen, malva alcea. Pritzel- Jessen. Oken 3, 1210. 2 )…

rosspappel

DWB

ross·pappel

rosspappel , f. name zweier malvenarten, malva silvestris und rotundofolia und des groszen rosshufs, tussilago petasites. Nemnich : die rosz…

sammetpappel

DWB

sammet·pappel

sammetpappel , f. althaea officinalis. Nemnich, welscher eibisch, samet pappelen Henisch 819, 34 .

schwarzpappel

DWB

schwarz·pappel

schwarzpappel , f. schwarze pappel, populus nigra Nemnich 2, 1045 , dazu schwarzpappelknospe, f. zur gewinnung eines räuchermittels verwende…

silberpappel

DWB

silber·pappel

silberpappel , f. die weisze pappel, populus alba. Nemnich 2, 1043 , nd. sulwerpappel. Pritzel-Jessen 301 b : wie holdselig hier, auch in ei…

Weißpappel

Adelung

weiss·pappel

Die Weißpappel , plur. die -n, eine Art Pappeln, deren Blätter auf der untern Seite silberfarben sind, Populus alba Linn. S. auch Alber.

zitterpappel

DWB

zitter·pappel

zitterpappel , f. , populus tremula L. ( vgl. zitterbaum, -espe): zitterpappel Schwenckfelt stirp. et foss. Silesiae catalog. (1600) 166 ; P…

Ableitungen von pappel (2 von 2)

Gepappel

BWB

Gepappel Band 1, Spalte 1,1096

pappele

MNWB

pappele s. 1 poppele.