Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Organisation
Organisation
Organ n. ‘Werkzeug, Hilfsmittel’ (16. Jh.), ‘Teil eines lebendigen Ganzen, funktioneller Körperteil, Stimme’ (18. Jh., vgl. Sinnes-, Geistes-, Sprachorgan, inneres Organ). Entlehnung (Organum, Organon 16. bis 19. Jh., Organ seit 18. Jh.) von lat. organum ‘Werkzeug, (Musik)instrument’, griech. órganon (ὄργανον) ‘Werkzeug, Gerät, Instrument, Sinneswerkzeug’, das im Ablaut zu griech. érgon (ἔργον) ‘Werk, Sache’ (s. Energie) steht. Unter dem Einfluß von frz. organe stehen Verwendungen wie ‘offizielle Zeitschrift einer Körperschaft’ (19. Jh., vgl. Presse-, Parteiorgan), ‘befugte, mit einer bestimmten Funktion beauftragte Person(engruppe)’ (20. Jh.). – organisch Adj. ‘ein Körperorgan betreffend, von ihm ausgehend, der belebten Natur angehörend, gegliedert, geordnet’ (Mitte 18. Jh.), vgl. lat. organicus, griech. organikós (ὀργανικός) ‘als Werkzeug dienend, wirksam, praktisch’; zunächst gebräuchlich in Naturwissenschaft und Philosophie (vgl. organische Körper, Geschöpfe), dann (Anfang 19. Jh.) unter Einfluß von frz. organique auch auf Politik und Recht ausgedehnt (vgl. organisches Gesetz, frz. loi organique). anorganisch Adj. ‘unbelebt, nicht Kohlenstoff enthaltend’ (Anfang 19. Jh.). Organismus m. ‘selbständiges Lebewesen, Gefüge, einheitlich gegliedertes Ganzes’ (18. Jh.), latinisierende Bildung nach gleichbed. frz. organisme. organisieren Vb. ‘systematisch vorbereiten, aufbauen, gestalten, (sich) in einem Verband, zu bestimmten Zwecken zusammenschließen’, entlehnt (18. Jh.) aus gleichbed. frz. organiser; vgl. mlat. organizare ‘bilden, gestalten’. Organisation f. ‘Einrichtung, Gestaltung, Bildung’, zunächst im medizinisch-naturwissenschaftlichen und philosophisch-ästhetischen Sinne vom Wesen, vom körperlichen und seelischen Zustand des Menschen (2. Hälfte 17. Jh.), unter dem Einfluß des Gedankenguts der französischen Revolution übertragen auf staatliche Einrichtungen, wirtschaftliche, politische Gebilde (18. Jh.), ‘systematische Vorbereitung zusammenwirkender Abläufe bzw. Arbeitsprozesse’ (19. Jh.), ‘einheitlicher Zusammenschluß von Personen, Verband, Partei’ (20. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. organisation. reorganisieren Vb. ‘neugestalten, neuordnen’ (19. Jh.), frz. réorganiser.