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o

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DWB
Anchors
81 in 30 Wb.
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13 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

o

Bd. 13, Sp. 1041
o ! mit dehnungs-h oh! interjection der empfindung, entsprechend dem griech. , , lat. ô, altslav. a und o (= skr. â) gramm. 3, 288. Scherer zur gesch.2 412. II. Gebrauch im gothischen und altdeutschen. I@11) Vulfila gebraucht ô für griech. und οὐᾶ: ô kuni ungalaubjandô ( γενεὰ ἄπιστος). Luc. 9, 41. Marc. 9, 19; ô diupiþa gabeins ( βάθος πλούτου). m. 11, 33; ô unfrôdans Galateis ( ἀνόητοι Γαλάται). Gal. 3, 1; ô sa gatairands þô alh (οὐᾶ καταλύων τὸν ναόν, pfui dich, wie fein zubrichestu den tempel Luther). Marc. 15, 29. I@22) im ahd. begegnet kein dem goth. ô entsprechendes ô oder uo, sondern nur einmal bei Notker au (mit dem sanskr. âu, altslav. au zu vergleichen Scherer a. a. o.): aû wiêo diccho sie ingramdôn in in dero wuôsti (quotiens exacerbaverunt eum in deserto). ps. 77, 40; ferner im 11. jahrh. einmal proklitisch vor wê: et tot iam ictus et incussiones ferre non sustinens, barbarice clamans: 'au wê! mir mê!' vociferavit. Ekkehard casus s. Galli bei Pertz monum., script. 2, 98, 40; quisnam ille erat, qui 'auwê' vociferavit. 98, 46 (bei Goldast 1, 27a o we, owe und darnach in gramm. 3, 293). s.au und auweh th. 1, 598. 1045. — altfries. proklitisch in o wach, o wopen Richthofen 956a. dem ags. alts. altn. fehlt die interjection. I@33) frühmhd. im 11. jahrh. nur proklitisch in ô wî, owî (Lachmann zum Iwein 450. Weinhold alem. gr. s. 315. bair. gr. s. 271); einfaches ô begegnet erst in den aus dem 12. jahrh. stammenden Windberger psalmen, die damit wol nur das lat. ô wiedergeben wollen (vgl. Lachmann zum Iwein 349). I@3@aa) vor dem vocativ: o herro, o domine! 551 (ps. 117, 25), doch steht im lat. der vocativ gewöhnlich ohne o: ó herro, domine! 143. 631. 641. 646 (ps. 34, 30. 138, 1. 140, 1. 142, 1); ó got, deus! 191. 242. 271. 281. 375 (ps. 43, 1. 53, 2. 59, 1. 62, 1. 78, 1); ó Juda chunich mîn, ó Moab cheʒʒel gedinges mînes, Juda rex meus, Moab lebes spei meae. 517 (ps. 107, 10); ó ir rîche dere erde singit gote, regna terrae cantate deo. 306 (ps. 67, 36); o ir berge, montes. 536 (ps. 113, 6); ó du tohter, filia. 628 (ps. 136, 10); lobe, ó fridegesiuni burch, den herren, lobe got dînen, ó du warte. 663 (ps. 147, 1); lobet ó ir diete liut sînen, laudate gentes populum ejus. nachtr. zu den Windb. ps. in Haupts zeitschr. 8, 136; o almahtiger herro, omnipotens deus! gebete zu den Windberger ps. bei Graff 36; o almahtiger got. 38; zwischen substantiv und possessiv: got o mîn. Windberger ps. 60 (ps. 17, 33). — auszerdem mhd. in dichtungen geistlichen inhalts: ô Jhesu Christ. Wackernagel kirchenl. 2, 52, 7 (12. jh.); ô Mariâ. 2, 66, 3. minnesinger 2, 255b (13. jahrh.); ô hôher und starker .. got! 2, 383b; ô süeʒiu frowe! S. Helbling 11, 5; im 14. jahrh. schon häufig, z. b.: ô wîp, du hôher êren haft. minnes. 3, 392b; ô êwiger got, pis mir niht gram. Wackernagel kirchenl. 2, 454. 3, 2; ô edel sêle halt dich frî. 466, 1; ô wîselôse wîse .. ô unverstanden wesen. 474, 2; ô süeʒe helferinne. 485, 10 u. oft; md. ô wunneclîcher hêrre! Elisabeth 4723. I@3@bb) als ausruf: o wie suoʒʒe goumen mînen gespræhe dîniu, quam dulcia faucibus meis eloquia tua. Windb. ps. 575 (ps. 113, 103); wole sprechet ó ó ó dem herren. nachtr. zu den Windberger ps. in Haupts zeitschr. 8, 137; sonst mhd. und md. nur selten: o wol dir, welt, o wol dir hiute und iemer mêre wol. minnes. 2, 357b; o wie süeʒer smac daʒ ist. Wackernagel kirchenl. 2, 454. 3, 4; her Brûne schrei 'och unde ô.' Reinh. 1555 (im alten Reinh. ohô!); eia, herre got, und ô! Jeroschin 5333. IIII. Im nhd. ist der gebrauch dieser interjection offenbar unter einflusz und mit nachahmung des lat.-roman. ô und dessen constructionen sehr umfangreich geworden als an- und ausruf: o vocat, clamat, conqueritur, stupet, dubitat, indignatur, optat (rueffet, schryet, claget, bittet, ersufzet, wundert, zwyfelt, ungnedigt, hoffet). voc. incip. teut. Dief. 386a. vgl. gemma gemm. (1508) r 3d. Dasyp. (1556) T 6b. II@11) als interjection des an- und zurufs. II@1@aa) vor dem vocativ als ein die anrede verstärkender zuruf (wie im griech.-lat.), wofür sich überall belege finden, z. b.: o mensch, geh inn deines hertzen grund. Wackernagel kirchenl. 2, 931, 8 (15. jh.); o liebes weib meins, vergisz dich nit. fastn. sp. 51, 4; o narr, wie tropfst also herfur? 52, 13; o neider, was suchstu? Meisterlin 32, 20; o alrun ich rüff dich an. Pauli 99 Öst.; o got erbarm dich uber mich. 160; darumb erbarm dich unser, o lieber vater! Luther 1, 327a; o herr hilf, o herr las wol gelingen. ps. 118, 25; o du ungleubiges geschlecht. Marc. 9, 19. Luc. 9, 41; und er sprach zu inen, o ir thoren und treges hertzen. 24, 25; o lieber herr, was willst du thun? H. Sachs 1, 85, 8; o gut, o böses gut, was kanst du denen geben, die deine folger sind. Opitz (1644) 1, 95; o ewigkeit, o ewigkeit, wer wird dich können messen! Spee trutzn. 54 B.; o freundliche gelassenheit! .. du kommst zu rechter zeit. Günther 367; o du, der erste der götter! Klopstock Mess. 6, 521; o du, du theurste der mütter! 7, 496; o mutter, mutter! was mich brennt, das lindert mir kein sakrament. Bürger (1778) 84; o liebe, leih mir den schnellsten deiner flügel. Göthe 12, 124; o kaiser! kaiser! räuber beschützen deine kinder. 8, 151; oh meine tochter! eure liebe macht mich so glücklich. Schiller 3, 66 (räuber, schausp. 2, 2); o knabe, werde grosz und gut! Stolberg 1, 357; o alpe, grüne alpe! wie ziehts nach dir mich hin! Uhland (1879) 2, 155; o sonn', o meer, o rose! Rückert 1, 270. II@1@bb) in ähnlicher weise vor einem imperativ, da bei demselben der entsprechende vocativ nur ausgelassen oder dem verb nachgesetzt ist, z. b.: o helft, lieben freunt! fastn. sp. 50, 10; o schweig du, sprach die seele. Wackernagel kirchenl. 2, 1294, 5 (16. jh.); o so frisz an meinen knochen! Günther 120; o! sprich zu meinem wunsch nicht nein! o! halt die arme für mich offen! Haller 162 Hirzel; o! haltet nur ein wenig stille. Lichtwer 177 (4, 23); o fluchet meinem staube nicht. Geszner 1, 115; o pack dich! Lessing 1, 256; o! schweig doch davon. 461; o quäle mich nicht. 10, 274; o kenne mich wieder! Klopstock Mess. 6, 567; o neig auf meine leier dein allgefällig ohr! Bürger (1778) 73; o höret was wir singen! Göthe 1, 43; o löse meine zweifel! 9, 53 (Iphig. 3, 1); oh sieh mich nicht an! Klinger Otto 87, 12 neudr.; oh sauszt um mich, blutige schatten! 82, 16; o trockne diese thräne! Gotter 1, 29; o sei uns hold und nah! Schiller 6, 413; o! lösche deine fackel, tag! 11, 208; o! nimm der stunde wahr, eh sie entschlüpft. 12, 111 (Piccol. 2, 6); o legt mich nicht in das dunkle grab! Uhland (1879) 1, 43; elliptisch o stille nur! Lenz dram. nachlasz 290 Weinh.; o stille, stille! Grabbe 1, 406; o weiter, weiter (geredet)! 405. II@22) als interjection des ausrufs der verschiedenartigsten affecte. II@2@aa) vor andern interjectionen, den ausdruck derselben verstärkend, o je! o jemine! o jerum! (theil 42, 2274. 2304. 2312), o pfui! o weh! o wol! (vgl. I, 4, b), z. b.: es seind einmal drei schneider gewesen, o je! und haben 'n schnecken fürn bären angsehen.o je, o je, o je! wunderhorn2 2, 682; und, o je! da ich ihn doch einmal rühmen musz. H. Heine 3, 66; o pfui, und pfui, und wieder pfui den elenden! Schiller 1, 269; o wee, ach und wee mir armen weib! Tristrant 198, 3 Pfaff; o wee des unheils! 117, 19 (s. weiteres bei weh); o wol der süszen streich! Spee trutzn. 2 B.; o wol und wol der stunde, so mich zur busz gebracht! 72; o wohl mir, dasz gestorben der treue buhle mein. Uhland (1879) 1, 5. s. wol. II@2@bb) vor ausdrücken der bejahung und verneinung und andern interjectionsartig gebrauchten wörtern, die einen ganzen satz ersetzen, z. b.: o doch! Lessing 10, 176. 254; o nicht doch! seid auszer furcht! Schiller 3, 417 (kabale 2, 6); o freilich! das bekümmert die dort oben! 6, 404; o gut! gut, dasz ihr kommt. 12, 545 (Wallenst. tod 5, 12); o gewiss! das allerbeste blieb mir nicht verhehlt. Göthe 5, 72; o recht gerne! Siegwart 1, 31; E. kann ich hier nachtlager bekommen? S. o mit vielem vergnügen mein herr! Lenz dram. nachlasz 248 Weinh.; o ja, o nein! (theil 42, 2190 und oben sp. 591): o ja, o ja! das will ich wol. Uhland volksl. 274; o ja, erzähl, erzähl von wort zu wort! Göthe 9, 161 (Tasso 2, 4); Wagner. zu schauen wie ... .. wirs dann zuletzt so herrlich weit gebracht. Faust. o ja, bis an die sterne weit! 12, 38; o ja, gab das schneiderlein zur antwort, die riesen will ich schon bändigen. Grimm märchen (1843) 1, 132; o nein, es hat ein andern sinn! H. R. Manuel weinspiel 916; o nein, sondern es geht umbher, wie es mit stank beladen wer. Ringwald l. w. 322; o nein, das thaten sie nie! Schiller 2, 54 (räuber, schausp. 1, 3). II@2@cc) vor wer, was, warum, wie (vgl. I, 4, b) in ausrufungs- und fragesätzen, z. b.: o, wer kan ihre freud .. beschreiben? S. Dach 284 Öst.; o wer gibt meiner asch ein leichtes häuflein sand! Gryphius trauersp. 604 Palm; o wer ist ärmer als du? Weise erzn. 64 neudruck; o was für verzweiflung, wenn er mich nicht erhört! Geszner 4, 131; o was fühl ich! 1, 116. 227; o was entdeckt sich meinem blicke? Drollinger 24; o was ist das vergnügen der freundschaft für eine wollust! Gellert schwed. gräfin (1763) 116; o was waren das für lange tage für mich! 128; o, was für eines göttlichen ursprungs sind wir! Lessing 1, 136; o, was empört mich mehr?sein undank?seine kälte? Schiller 6, 403; o! was sprech ich nicht alles aus in diesem theuren namen? 12, 104 (Piccol. 2, 4); o warum musz ich denn ein schlachtopfer meiner feinde werden! Gellert schwed. gräfin 24; o wie sint ir nuon sô rîch! Wackernagel kirchenl. 2, 840, 5 (15. jh.); o wie söll wir armen leut tuon? Tristrant 50, 8 Pfaff; o wie ein so hartes urteil erteilet ist! 91, 21; o wie schantlich hat sich unser esel den wolf lassen fressen on widerstand. Steinhöwel Es. 204 Öst.; o wie gut ist da sein, wo miltigkeit regiert! H. Sachs 3, 248, 26; o wie vil königreich seindt durch ihne (ehrgeiz) verderbt worden! Albertinus narrenhatz 33; o, wie ist solche fromme fürstin .. so schwach! Philander (1650) 2, 90; o wie bistu so verdrungen, wo ist deine herrligkeit. Opitz (1644) 2, 326; o wie selig ist die stunde! Günther 274; o wie schön, wie ungezwungen! Gellert 1, 316; o wie viele güldne stunden sind mir unbereut verschwunden! Uz 1, 162; o wie wallt mein herz so gern dir zu! Wieland suppl. 2, 259; o wie schön ist, die ich minne, o wie schön, an seel und leib! Bürger (1778) 63; o wie hat es mich entzückt! Göthe 1, 45; o wie freundlich hat er wort gehalten! 2, 110; o wie sehr drückt die last mich, o wie sehr! Platen 2, 7. II@2@dd) in optativsätzen vor dasz (theil 2, 824), wenn oder vor dem conjunctiv, wie lat. o utinam: o das mein leben deine rechte mit gantzem ernst hielte. ps. 119, 5; o das wir mit ihnen auf der ehene streitten müszten, was gilts, wir wolten inen angewinnen? 1 n. 20, 23; o das ich wer vor Troya todt! H. Sachs 2, 161, 25; o dasz ich doch bei euch des todes farben fünde! Haller über die ewigkeit 8; o dasz ich in der nähe doch ihre farben sähe! Göthe 1, 69; o dasz sie frucht, o dasz sie freude bringe! 9, 150 (Tasso 2, 2); o dasz der flügel Chronos harrte! Schiller 1, 225. — o, wann nur ich dürfte so erkühnen mich! Logau 2, 3, 82; o! wenn der geizhals nur den greis gesehen hätte. Gellert 1, 153; o wenns nur das mal geräth! Geszner 4, 129; o wenn ich nur einst seine dienste belohnen kann! 130. — o west ich doch, ... warmit man in zuo hilffe kumen möcht! Tristrant 50, 11 Pfaff; o wölt got, das ich gelaubt het! 67, 18; o hette ich flügel wie die tauben. ps. 55, 7; o hätte ich meine sünden recht bereuet! .. o hätte ich den armen mehr guts gethan. Philander (1650) 1, 419; o wär ich doch ein raben-kind! Günther 65; o hätt ich niemals dir gefallen! Haller 165 Hirzel; o wäre mirs nur keine schande! Gellert 1, 145; o schlief ich doch von neuem ein! Uz 1, 24; o hättest du ihn da schlummern gesehn. Klopstock Mess. 2, 80; o weckte dich mein lauter ruf aus deinem grabe wieder! Bürger (1778) 68; o könnte man von seinem tode sprechen! Göthe 9, 48 (Iphig. 3, 1); o trüg ich doch ein männlich herz in mir! 9, 76 (4, 4); o hätte mans gethan! Schiller 12, 98 (Piccol. 2, 2); o könnt ich mir die lebende beschwören! Platen 1, 29; o kämest du herab zu mir! Uhland (1879) 2, 8; o dürft ich mir so hellen tod erbitten! Rückert 1, 107. II@2@ee) auch in unzähligen andern fällen ist o oder o! als ausruf verschiedenartiger empfindung einem satze vorangestellt, z. b.: o das wer mir ein rechtes weib! fastn. sp. 73, 7; o das ist ein schweer ding. Luther 3, 202b; o, sollichs weisz ich selber wol. H. Sachs 1, 58, 4; o, es hat vil ein andre gstalt, als du .. weist davon. Ayrer 152, 20; o weicht die sonne nicht? Gryphius trauersp. 781 Palm; o, glücke thut es nicht! Logau 2, 3, 91! o! .. was hilft dich das? Stoppe neue fabeln 1, 2; o so schlag ich alle grillen ihrer lästrung in den wind. Günther 240; o das ist ein buch! Lichtwer 179 (4, 25); o soll mein herz nicht um dich weinen? Haller 159 Hirzel; o es kömmt, es kömmt die zeit, die zur lust uns träge macht. Uz 1, 31; o so bauten wir hier hütten der freundschaft uns! Klopstock 1, 72; o! ihr werdet mir einen gefallen thun, wenn. Lessing 1, 458; worüber lachst du denn? o über nichts. 161; o diesz will ich von dir flehen. Geszner 1, 243; o ich kann nicht, ich kann nicht fliehen! 245; o! werd ich in den dunkeln gründen .. nicht einen von euch wiedersehn? Gotter 1, 11; o sie ist werth zu sein geliebt! Göthe 1, 85; o es schläft alles, alles! 8, 152; o! das deutete der traum, den ich hatte. 126; o ich schäme mich nicht dieser .. neigung. 17, 187; o ich würde rasend werden, wenn. 16, 102; o! sie hat juwelen und eine krone. 136; oh ich musz, ich will enden. Klinger Otto 82, 5 neudruck; o mir friszts am herzen. 85, 14; o da thun sie ein werk der barmherzigkeit. Lenz dram. nachl. 62 Weinh.; o das wird nicht geschehen. 67; o ich musz weinen! 71; o ich werde schon mittel zu finden wissen! 419; oh ich habe viel gelernt bei meiner bäuerinn. 156; o ich bedanke mich tausendmal! Miller Siegwart 1, 69; o es war ein treflicher mann! 1, 82; o dann rügst du mit fug. Voss Od. 22, 45; o der freie trägt erhaben in der brust das weltgericht. Tiedge Urania 5, 600; o ich kenne dich! Schiller 2, 55 (räuber, schausp. 1, 3); oh es wütet in meinem innern. 65 (2, 2); oh! was habt ihr gemacht, vater! 70 (2, 2); oh sie ist ein unglückliches mädgen! 151 (4, 4); o! werden wir auch jemals glücklich werden! 12, 145 (Piccol. 3, 5); o dieses haus braucht keines meisters mehr. 551 (Wallenst. tod 5, 2); o siehst du hier .. die blauen blumen blühn? Platen 1, 9; o du bist gut. Rückert 1, 366; verdoppelt: o, oh! ich weisz, der herr hat gnade funden vor Saladin. Lessing 2, 304 (Nathan 4, 2); o, o, 's ist schändlich! Tieck könig Lear 3, 2; o, o! lehnte der junge mann mit bescheidenheit ab. Gutzkow ritter (4. aufl.) 3, 192. II@2@ff) in einen satz eingeschoben oder ihm nachgesetzt: hat — — o! hat gottes donner den bruder gerochen! Geszner 1, 212; und o welche mütterliche sorgfalt wars. Herder id. 1, 214; aber einen bedienten hat er, ohh! ein recht abscheulicher mensch! Lenz dram. nachl. 82 Weinh.; und o! wie bist du es würdig, dasz. Wieland suppl. 2, 265; voll ernst ist das gesetz ... o, furchtbar ernst in seiner majestät! Tiedge Urania 5, 267; es ist ein garstger tod, verbrennen.o! Lessing 2, 198 (Nathan 1, 2). II@33) die person oder sache, die den affect erregt und über die der ausruf geschieht, steht II@3@aa) im nominativ oder vocativ, z. b.: das kind .. sprach (vor schmerzen klagend) zu seinem vater, o mein heubt, mein heubt! 2n. 4, 19; o welch eine tieffe des reichthums! m. 11, 33; o grosze blindheit und thorheit eines verliebtens! Albertinus narrenhatz 279; o eiteler vorsatz der menschen! Gryphius lustsp. 466 Palm; o armes land! noch ärmer aber wir! Hofmannswaldau pastor Fido 108 (4, 3); o bittere gedult, die dieser mann musz tragen. Rachel 1, 153; o wonne, flammendes entzücken! o freude, die die zunge bindt! Haller 166 Hirzel; o welch entzückendes vergnügen! Lichtwer 151 (4, 8); o das rabenaas! Lessing 1, 253; o der unbesonnene .. Wagenseil! 10, 202; o die! die wissen viel. 290; o armes volk, dem je das loos solch eines herrschers fiel! Gotter 1, 64; o schöner brunnen, der uns flieszt! Göthe 12, 115; o unsre freiheit! 8, 240; o all die erinnerungen! Lenz dram. nachl. 117 Weinh.; o mein verlornes glück! 120; o ich ungeheuer von einem thoren! Schiller 2, 146 (räuber, schausp. 4, 3); o der heillose mann! 3, 45 (Fiesko 2, 2); o ich unglücklicher, o ich elender u. s. w., o ich elender mensch, o me perditum! Maaler 310a. II@3@bb) im genetiv (wie im lat.): o des senlichen und behenden scheidens! Tristrant 67, 23 Pfaff; o der losen christen! Luther 3, 118a; o der undankbaren menschen, o hominum ingratitudinem. Dasyp. (1556) T 6b; o deiner elenden bulerei! H. Sachs 3, 378, 11; o meines königs und meines herrn! Ayrer 351, 10; o der angenehmen frucht, die da deine liebste bringet. Opitz (1644) 2, 37; er that es, o des schimpfes! um mehr zu erben. Lichtwer 146 (4, 5); o des zaubers! den sie scheidend zauberte! Klopstock 2, 6; o der wunder! 2, 168; o des todes! der gottesgabe! Mess. 16, 540; o der aussaat, welche du, ewiger sohn! dir in Smyrna sätest! 20, 759; o der erzthoren! Lessing 10, 57; o des höllischen gauckelspieles! 2, 187 (Em. Galotti 5, 7); o des Franzosen, der keinen verstand gehabt hat! 6, 398; o, des groszen dienstes, den uns die thorheit dieses fakirs gethan hat! Wieland 8, 183; o! ruft sie, des gütigen zufalls! der neue Amadis 12, 28; o des schändlichen beginnens! o des bübischen verraths! Herder Cid 57; o der niedrigen verräther! 58; o des betrugs! Voss Il. 22, 15; o des geschickes seltsamer windung! Göthe 1, 120; o des eitlen, kleinlichen menschen! 14, 145; o der unnöthigen strenge der moral! ... o der seltsamen anforderungen der bürgerlichen gesellschaft! 20, 137; o des goldenen tags, da bei dem volke Teuts noch gerechtigkeit galt. Stolberg 1, 9; o der helle, die dem guten schwärmer nichts zu zeigen hat, als seine nacht! o des lichtes, das den glauben ärmer und die weisheit doch nicht reicher macht! Tiedge Urania 1, 17; o der unglückseligen stunde! Schiller 2, 321 (räuber, trauersp. 5, 5); o des frevelhaften eigensinns! 3, 500 (kabale 5, 7); o des kläglichen miszverstands! 3, 503; o des verderblichen lichts! Platen 1, 168. II@3@cc) im dativ (wie im griech.): o dem verhängnis! Opitz Arg. 1, 603; o dem schmerzlichen brande! 2, 432; o den betrübten tritten, mit welchen erstlich wir das Persien beschritten. Fleming 204; o den trefflichen menschen! d. j. Göthe 1, 361; o mir (griech. μοι)! werke 13, 152. Gerstenberg Ugolino 4. aufz. Immermann Münchh. (2. aufl.) 4, 89; oh mir! Schiller 2, 165 (räuber, schausp. 4, 5). II@3@dd) im accusativ (wie im lat.): o mich (engl. oh me) getreu! die schausp. der engl. komödianten 179 Tittm.; o mich elenden! Schuppius 746; o dich ein unglückseligen martyrer! 705; o mich vergeszlichen! Lessing 2, 266 (Nathan 3, 2). II@3@ee) im accusativ mit über: o, über die vorbitterinn! Lessing 1, 590; o über euch Pharisäer! Schiller 2, 104; o über den klugen einfall! Immermann Münchh. (2. aufl.) 3, 233; o über sie! o! o, sie sind nicht gekommen! Gutzkow ritter (4. aufl.) 4, 46. II@44) in substantivischer verwendung: die 'o hätte ich! o wäre ich!' (s. 2, d). Philander 1, 419 ff.; lieber läszt er sich beschämen, als sein o und ach sich nehmen. J. A. Schlegel, Gödeke elf bücher 1, 586a; hier fliegt manch feurig o, und manch betraurend ach. Zachariä (1767) 1, 167; die zahlreichen ach und o! Börne 1, 169; dieselben achs! dieselben os! Gutzkow ritter (4. aufl.) 9, 53.
19837 Zeichen · 447 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    o

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny) · +1 Parallelbeleg

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    oInterj.

    Köbler Afries. Wörterbuch

    o , Interj. nhd. oh ne. oh Q.: W, Jur L.: Hh 78a, Rh 956a

  3. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    oInterj.

    Köbler An. Wörterbuch

    o , Interj. nhd. oh! L.: Vr 415a

  4. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    &o

    Althochdeutsches Wörterbuch · +27 Parallelbelege

    &o Gl 1,765,9 s. edo.

  5. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    O

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    O über diesen buchstaben vgl. Graff 1, 43 fg. Gr. 1 3 , 149 fg. das kurze o ist kein ursprünglicher laut, das gothische …

  6. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    o

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +9 Parallelbelege

    o, interj., bes. vor anderen Ausrufen u. in der Anrede; auch im Ausrufe angehängt, z. B. heil-o!

  7. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. O!

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. O! ein Zwischenwort, welches sehr lang ausgesprochen wird, und ein Zeichen des Stillehaltens ist. So ruft man den Pfe…

  8. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    o

    Goethe-Wörterbuch

    o , O 1 als Vokal Hier ist's, wo unter eignem Namen|Die Buchstaben sonst zusammen kamen.|Mit Scharlachkleidern angethan|…

  9. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    O

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    O , im lat. u. in den neuern Alphabeten der 15. Buchstabe, als röm. Zahlzeichen = 14. Als Abkürzungszeichen oberhalb ein…

  10. modern
    Dialekt
    o

    Elsässisches Wb. · +12 Parallelbelege

    o [ó Su. Str. K. ; ô Z. ] Ausruf des Bedauerns: † o krewe! ( frz. crevé), o jä Gott! o Jere, o Jerum! Str. O liäwer gest…

  11. Sprichwörter
    O

    Wander (Sprichwörter)

    O O hält Ross und Wagen auf. – Chaos, 567. »O ist der stärkste Buchstab, er hält Ross und Wagen auf.« [Zusätze und Ergän…

  12. Latein
    O

    Lex. musicum Latinum

    O , o 1. Markierungspunkt in Mensuren 2. Tonbuchstabe 3. Ausführungshinweis (littera significativa, ‚Romanusbuchstabe‘) …

  13. Spezial
    o, flüchtigesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    o , n , flüchtiges о , ср , беглое

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit o

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Keine Komposita gefunden — o kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.