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Musik

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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Musik

Bd. 4, Sp. 270
Musik, war bei den Griechen der Gesammtname für alle diejenigen Künste, bei denen überhaupt Ton u. Rhythmus als Darstellungsmittel dienen, so die Tonkunst, Redekunst und Dichtkunst, später, sowie jetzt. wurde der Name bloß für die erste gebraucht. M. ist somit die Kunst, durch bestimmt abgemessene Töne die Seele des Menschen nach den Gesetzen des Schönen zu erregen. Die Wirkung, die sie unmittelbar auf das Gefühl übt, hat zwar nicht die Bestimmtheit der Vorstellung und des Eindrucks, wie dies bei andern schönen Künsten der Fall ist, dagegen wird sie durch ihre Allgemeinheit u. Unmittelbarkeit um so eingreifender. Die Mittel u. Formen, womit die M. durch die Töne solche Wirkungen hervorbringt. sind zunächst die Melodie (s. d.) u. die Harmonie (s. d.). Zur eigentlichen Kunst mit wissenschaftlicher Grundlage konnte die M. sich aber erst dann erheben, nachdem ihr Material, der Ton, in seiner Entstehungsweise, seinen Verhältnissen u. Gesetzen durch die Wissenschaft (Akustik) näher aufgeklärt worden. Deßhalb theilt sich die M. zunächst in Theorie u. Praxis. Jene hat als Haupttheile die Akustik (die Lehre von der Bildung und den Gesetzen des Tons) u. die Lehre von der Tonsetzkunst, welche die Melodik und Harmonik in sich begreift. Der praktische Theil der M. umfaßt die eigentliche Tondichtung od. Composition, die kunstreiche Verbindung der Töne zu einem Tonstück und sodann die Ausführung oder äußere Darstellung selbst, wozu theils die menschliche Stimme, theils die verschiedenen Instrumente als Mittel dienen. — Nach den verschiedenen Organen, durch welche M. erzeugt wird, unterscheidet man Vocal-M. (s. d.) u. Instrumental-M. (s. d.). In Beziehung auf die rhythmische Bewegung zerfällt die M. in Choral- u. Figural-M. (s. Figuralgesang). Nach Styl, Ort u. Zweck in: a) Kirchen-M.; b) Theater-M. (Oper. Ballet); c) Kammer- oder Concert-M., u. d) Militär-M. — Die M. ist eine der ältesten Künste. Bei den Griechen ward sie bereits als schöne Kunst betrieben, obgleich ihre M. etwas ganz Verschiedenes von der heutigen war. Von dieser M. der Alten sind indeß wenige Nachrichten auf uns gekommen. Gewiß ist, daß sie bei den Griechen innig mit dem Leben verbunden war, eine Begleiterin bei religiösen Handlungen, bei dramatischen Darstellungen, namentlich der Chöre, Verkündigungen von Gesetzen etc. Der Gesang war ohne Verzierungen, eine Art Recitativ, die begleitende Instrumentation einfach u. mehr zur Hebung des Rhythmus dienend. Die verschiedenen Tonarten wurden nach den Ländern, woher sie stammten, benannt, so hatte man eine dorische, phrygische, lydische, äolische Tonart. Eine theoretische Behandlung der M. begann bereits mit dem 6. Jahrh. v. Chr. (Lasus von Hermione, Pythagoras, Philolaos etc.), eine mathematisch-wissenschaftliche Behandlung später durch Euklides. Von den Griechen kam die M. zu den Römern. die sie in derselben Weise übten und gebrauchten. — Die jetzige M. ist ganz eine Frucht der neuern Zeit und bildete sich völlig selbständig im christlichen Abendlande. Ihre Hauptpflege erhielt sie in der Kirche und machte im Mittelalter allmälige und wichtige Fortschritte. Sie begann zunächst mit dem Kirchengesang. dem Choral. Ums Jahr 1000 wurden bereits durch Hucbald die ersten Lehren des Contrapunkts gegeben. Sodann folgte die Erweiterung des Tonsystems u. die Verbesserung der Notenschrift mittel st des Liniensystems durch Guido von Arezzo; sodann die Erfindung des Heptachords und der Solmisation, im 13. Jahrh. die Verbesserung der schon früher erfundenen Mensural-M. durch Franco von Köln, im 14. Jahrh. die Vervollkommnung der Notenschrift und die Verbreitung des Figuralgesangs durch Joh. de Muris. Im 15. Jahrh. endlich begann, hauptsächlich von den Niederländern ausgehend, die wissenschaftliche Behandlung der M., u. damit die Grundlage der jetzigen M. Von da an machte die Tonkunst außerordentliche Fortschritte; Italien u. Deutschland bildeten hauptsächlich die kirchliche M. aus, Frankreich die weltliche. Indeß auch diese letztere erreichte ihren Glanzpunkt und ihre classische Höhe später in Deutschland durch Ausbreitung der Instrumentalmusik, des Concerts und der Oper. Die großen Meister dieser Zeit waren: Gluck, Mozart und Beethoven. Ueber die M. der einzelnen Länder s. d. A.: ital., franz. und deutsche M.
4278 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Musīk

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Musīk , plur. die -en. 1) Der Ausdruck der Empfindungen durch harmonische unarticulirte Töne, die Nachahmung der sch…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Musik

    Goethe-Wörterbuch

    Musik auch in der (die alte Form ars musica aufscheinen lassenden) Schreibung ‘Music’ sowie ‘Musick’; rund 760 Belege, ü…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Musik

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Musik , war bei den Griechen der Gesammtname für alle diejenigen Künste, bei denen überhaupt Ton u. Rhythmus als Darstel…

  4. modern
    Dialekt
    Musik

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Musik [Mysik Pfetterhsn. ; Mûsik Urbis ; Mysik Co. Dü. Str. K. Z. Han. ; Mysik u. Mùsi Betschd. ; †Mysiχ Str. ] f. 1. Mu…

  5. Sprichwörter
    Musik

    Wander (Sprichwörter)

    Musik 1. Auch schöne Musik bekommt man satt. It. : Ogni bel cantar alfin rincrese. ( Pazzaglia, 44, 3. ) 2. Bei Musik, L…

  6. Spezial
    Musikf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Musik , f музыка , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit musik

238 Bildungen · 215 Erstglied · 20 Zweitglied · 3 Ableitungen

musik‑ als Erstglied (30 von 215)

Musikanzug

SHW

Musik-anzug Band 4, Spalte 833-834

Musikkleid

SHW

Musik-kleid Band 4, Spalte 833-834

musikālesk

WWB

musikālesk Adj. [verstr.] musikalisch.

Musikalienhandel

Meyers

musikalien·handel

Musikalienhandel . In bezug auf den Geschäftsbetrieb s. Buchhandel , S. 542 s. Um dem gegenseitigen Nachdruck zu steuern und die verwickelte…

musikalisch

DWB

musika·lisch

musikalisch , adj. und adv. der musik eigen oder zugewandt: musicalisch, musicus, secundum regulas musicae, secundum mensuram et notis artis…

Musikalität

FiloSlov

Musikalität , f музыкальность , ж

Musikangelegenheit

GWB

musika·n·gelegenheit

Musikangelegenheit Eberweins [ Musikdirektor FKA u Sängerin RH ].. Theater- und Musikanlegenheiten durchgesprochen T10,131,19 v 4.12.25 Kath…

musikant

DWB

musi·kant

musikant , m. der musik ausübt, namentlich berufsmäszig: der musikant, plur. musikanten, alias sänger, saitenspieler, sive donkünstler, musi…

Musikante

WWB

musik·ante

Musik a nte m. [verstr.] (Tanz-)Musiker. — Ra.: Do legget (liegt) ne Musikanten begrawen Ausruf beim Stolpern ( Arn Hg || mehrf.). — Sprichw…

Musikantebrih

LothWB

Musikante-brih f. Bi. u. s. (eigentl. Musikantenbrühe) verächtl. für schlechten Kaffee.

musik als Zweitglied (20 von 20)

Zukunftsmusik

RDWB1

Zukunftsmusik f будущее покажет, поживём - увидим

Abend-Musik

Adelung

abend·musik

Die Abend-Musik , plur. die -en, eine Musik, die man jemanden zu Ehren Abends veranstaltet. Einem eine Abend-Musik bringen. Ital. Serenata. …

Bûhinmusik

Wander

Bûhinmusik Das ist Bûhinmusik. In Tirol für Katzenmusik (s.d.), von Bûhin = Uhu, Nachteule. ( Westermann, 25, 619. )

feldmusik

DWB

feld·musik

feldmusik , f. das herzzerschneidende und herzerhebende ertönen aller art feldmusik. der a. m. im Toggenb. 150; wo habt ihr her die feldmusi…

hausmusik

DWB

haus·musik

hausmusik , f. : die hausfrau sang doch noch, wenn hausmusik gemacht wurde, und nicht öffentlich. Reichenau aus unsern vier wänden 2, 11 .

Huurnmusik

MeckWBN

Wossidia Huurnmusik f. Blasmusik, s. Musik 1.

kammermusik

DWB

kammer·musik

kammermusik , f. ital. musica da camera, ursprünglich musik am fürstlichen hofe, gleichsam des fürsten privatmusik, dann eine besondere gatt…

Karfrītag(s)musik

Idiotikon

Karfrītag(s)musik Band 4, Spalte 486 Karfrītag(s)musik 4,486

katzenmusik

DWB

katzen·musik

katzenmusik , f. katzengeheul. Stieler 1313 , als musik bezeichnet mit demselben scherz wie in kammergeige; s. auch katzenconcert, katzenges…

kirchenmusik

DWB

kirchen·musik

kirchenmusik , f. musica sacra; chorus musicus ecclesiasticus Stieler 1313 : die pflege der kirchenmusik als kunst; aufführung einer kirchen…

leichenmusik

DWB

leichen·musik

leichenmusik , f. naenia, lessus. Stieler 1313 : es ist nämlich ... an vielen orten sitte, dasz in der letzten feierlichen nacht des jahrs a…

nachtmusik

DWB

nacht·musik

nachtmusik , f. nächtliche oder abendliche musik, musica nocturna, vespertina. Stieler 1313 ; meine studenten wollen sich eine nachtmusik fü…

Schnörreⁿmusik

Idiotikon

Schnörreⁿmusik Band 4, Spalte 486 Schnörreⁿmusik 4,486

tanzmusik

DWB

tanz·musik

tanzmusik , f. jede musik, nach welcher getanzt wird, s. Böhme gesch. des tanzes in Deutschland 1, 245 ff. Weinhold die d. frauen 2 2, 166: …

trauermusik

DWB

trauer·musik

trauermusik , f. , als musikalisches werk oder seine wiedergabe: sintemal eine, dergleichen vor nie erhörte traurmusic stellete den zuhörend…

Vispermusik

Wander

Vispermusik Es ist Vispermusik. (S. Kropf 31.) – Sutermeister, 51. So viel wie Froschgequake.

Vocal-Musik

Adelung

vocal·musik

Die Vocal-Musik , plur. inusit. eine Musik, so fern sie in menschlichen Stimmen bestehet, zum Unterschiede von der Instrumental-Musik; wo Vo…

zukunftsmusik

DWB

zukunft·s·musik

zukunftsmusik , f. , im anschlusz an R. Wagners kunstwerk der zukunft, s. zukunft II 3, rasch zum schlagwort geworden Ladendorf schlagw. 352…

Ableitungen von musik (3 von 3)

¹mûsike

MNWB

1+ mûsike , mûseke , f. , Musik, Musikstück, Musikzeichen, Note, m. van sange Vokalmusik.

unmusik

DWB

unmusik , f. (musik 2, un IV B): Stolberg 3, 49 ; Göthe 48, 198 W. ( Plotin ); IV 19, 56 W.; Uhland ged. (1876) 1, 199 ; R. Schumann 2, 225 …

urmusik

DWB

-musik Zelter an Göthe 5, 420 ; v . Alten hdb. f. heer u. flotte 3, 114 ,

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Cotta, M. (2026). „musik". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/musik/herder
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Cotta, Marcel. „musik". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/musik/herder. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „musik". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/musik/herder.
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