mord,
m. caedes. 11)
ein altes gemeingermanisches wort: ags. altn. morð,
altfries. morth,
ahd. mord,
mhd. mort
gen. mordes;
goth. in der weiterbildung maúrþr
φόνος,
die ags. als morðor
und auch im ahd. als mordor
vorkommt: siquis hominem in mordro occiderit.
capit. von 813
bei Schmeller 1, 1646
Fromm.; überall hat es neutrales geschlecht. die urverwandtschaftlichen bezüge zu der durch alle indogermanischen sprachen verbreiteten wurzel mar
sterben sind bekannt: sanskr. mṛtám
tod, mártas
sterblich, lat. morior, mortuus, mors mortis,
altbulg. mrěti
sterben, morŭ
tod, mrŭtvŭ
tot: nur dasz im deutschen substantiv und den von ihm abgeleiteten bildungen von den ältesten zeiten her die causale bedeutung des sterben machens, der tötung auftritt, und zwar in einem bestimmten rechtlich begrenzten sinne, wie denn mord
überhaupt altes rechtswort ist (
vergl. rechtsalt. 625
fg.):
es bezeichnete die heimliche vorbedachte tötung, im gegensatze zum offenen totschlag (
ahd. slahta, manslahta),
dieses ein sühnbares, jenes ein todeswürdiges verbrechen, wie es die friesische rechtsregel ausdrückt: wande mâ skel morth mith morthe kêla (
quia mortale factum debet mortali pena refrigerari). Richthofen
fries. rechtsqu. 78, 2.
so konnte in der alten sprache mord
in den sinn eines capitalverbrechens überhaupt umschlagen (
vgl. dazu unten 10):
ahd. dâr scal hant sprehhan,houpit sekkan, allero lido uuelîhunzi den luzîgen vinger, uuaʒ er untar mannunmordes kifrumita. dâr ni ist sô listic man,der dâr uuiht arliugan megi, daʒ er kitarnetâto dehheina.
Muspilli 93;
ags. wäs se feónd (
der teufel) full neáh, ... leóde hogode on þät micle morð men forweorpan.
genesis 691;
andererseits entstand aus dem begriffe der einzeltötung der collective des tötens, mordens: ze einen sunewendender groʒe mort geschach, daʒ diu vrowe Kriemhiltir herzeleit errach an ir næhsten mâgenunde an vil manegen man.
Nib. 2023, 1. 22)
das wort ist in der alten sprache durchgängig neutr., im mnl. aber fem. und masc., im mnd. masc., und auch im mhd. macht sich neben dem neutr. das masc. mehr und mehr geltend. in oberdeutschen quellen des 16.
jahrh. trifft man noch auf das neutr.: wolt das mordt ungerochen nit lassen.
Zimm. chron. 1, 189, 3; der das mordt mit seim dochterman angericht und den erschieszen het lassen. 2, 513, 17; das mort, mord,
caedes, latrocinium, homicidium Maaler 293
d; ausz sölchem neid thet er (
Cain) das mort, wölches gestrafet hj und dort. Schwarzenberg 100
a; sie ist ertrunken, ich hör jr nicht. nun das mort hab ich zugericht. H. Sachs
fastn. sp. 4, 108, 186; dis mort wil ich vor meinem ent rechen mit meiner aigen hent.
hürn. Seufrid 40, 1098;
gewöhnlich aber ist zu dieser zeit das masc. geworden, mit dem plur. die mörde: er hett 6 mört getan.
d. städtechron. 10, 261; die auch nicht busze theten fur jre mörde, zeuberei, hurerei und dieberei.
offenb. 9, 21; das daraus vil zuogriff, mörde, raub und plünderungen ervolgen.
gedruckte ordnung des landgrafen Philipp des groszm. wegen der straszenräuber vom 12.
oct. 1553; (
ein mann) so nit die wenigst ursach an disen dreien mörden ist gewesen. Wickram
rollw. 104, 12
Kurz; da man jhm für gericht fürhielte, das er so und so viel mörd begangen. Zinkgref
apophth. 1, 356; lustig ists (
das stück), weil es von liebessachen handelt, traurig weil zwei mörde drinnen geschehen. A. Gryphius (1698) 1, 730;
später die morde: so braucht ein arzt das gift, das auszer seiner hand nur hämsche morde stift. Lessing 3, 346; (
da ihr) mit räthseln ihn und zauberworten versucht zu gräuelvollen morden? Schiller
Macbeth 4, 2; ja, auch hernach geschahen morde gnug. 3, 8. 33) mord,
eine einzelne heimliche und vorbedachte tötung; in der rechtssprache vom todtschlag
verschieden: von mord, der heimlich geschicht ... von öffentlichen todtschlägen, so in schlagen oder rumorn under vielen leuten geschehen, das niemand gethan wil haben.
Carolina art. 33. 34; ist aber die geschicht nit ein todslag, sonder nach erfarung eins rats ein mort.
Basler rechtsqu. 1, 223 (
von 1494); welche sachin peinlichin sein, dy sint deube, roup, mort, mortbrant, ... totslag.
Magdeb. blume 1, 151; das kein vogt, schultheisz noch amptman keinen burger zu Dambach fahen oder türnen sol, ... one totschlag, mort, diepheit und deszglich.
weisth. 5, 405 (
Unterelsasz, 16.
jh.);
in der gewöhnlichen sprache aber auch dem begriffe nach dem todtschlag
gleich gestellt: mort,
homicidium, cedes, totschlag.
voc. inc. theut. o 2
a;
oder als raubmord genommen: latrocinium, mort, mord Dief. 320
c,
vgl. dazu mörder; mord
bezeichnet wol auch neben der that den gegenstand derselben: wanne ein mort geschiet in unsz herren gerichte, so en sal den mort nyman anegriffen, er en habe eime schulteiszen geklaget, und gebe yme laube, den doden uff zu heben.
weisth. 2, 211 (
Hunsrück).
es heiszt einen mord anstiften, begehen, thun, verüben, vollbringen, bekennen; einen eines mordes zeihen, beschuldigen, anklagen; des mordes schuldig; daʒ mord stift der von Wirtenberg und gab gut darumb dem von Nidberg.
d. städtechron. 4, 25, 15; schuldiget einer den andern eines mordes, diebstahls, ketzerye, roubes, brandes oder derglichen untatten.
weisth. 4, 470 (
Basel, von 1411); bekennt er eins mordts, soll man jn fragen, ausz wʒ ursachen er die that gethan, auf welchen tag und stund, ... auch wo er den todten hin vergraben oder gethan, mit was waffen solcher mordt beschehen sei.
Carolina art. 48; und ist mancher freund, der wirdt balde feind, und wüszte er einen mord auf dich, er sagts nach.
Sir. 6, 9; es war aber einer, genant Barrabas, gefangen mit den aufrhürischen, die im aufrhur einen mord begangen hatten.
Marc. 15, 7; war ... umb eines mords willen ins gefengnis geworfen.
Luc. 23, 19; so hat mich Appius dazu bracht, das ich das elendt mordt an meiner eigen dochter und einigem kind begangen hab.
Livius von Schöfferlin 47; dasz er ... nicht anders als ob er einen mord begangen, fast nicht in der haut zu bleiben wuste.
cav. im irrg. 382; es bleibt kein mord verschwiegen. Simrock
sprichw. 381; weil du hast selber thun das mordt, so schaw du drauf! geh bald hinausz mit deinem todten ausz dem hausz! H. Sachs
fastn. sp. 3, 62, 192; hör an, mein herz, die sieben wort, die Jesus ausgesprochen, da ihm durch qual und blutgen mord sein herz am kreuz gebrochen. P. Gerhard 161, 3; den mord verbietet sein gewissen. Hagedorn 2, 109; doch wehe, wehe, wer verstohlen des mordes schwere that vollbracht! Schiller
kraniche des Ibykus v. 126; meine gedanken waren rein von mord.
Tell 4, 3; sie alle ziehen ihres weges fort an ihr geschäft — und meines ist der mord!
ebenda; ihr seht die grausenvolle that des mords, die hier geschehen.
ebenda; es kann der mord bisweilen den königen, der mörder nie gefallen.
Wallensteins tod 4, 8; man hat exempel, dasz man den mord liebt, und den mörder straft. 5, 2; mord
nimmt einen subjectiven wie einen objectiven genitiv zu sich: der mord Ravaillacs an Heinrich IV, der mord Heinrichs IV durch Ravaillac; ein bruder weinet dort um seines bruders mord (
den mord an seinem bruder). Drollinger 167;
der objective genitiv ist durch ein adjectiv oder possessiv ersetzt: die gschrift zeigt an, an mengem ort, wie hasse got das menschlich mort (
mord eines menschen, an einem menschen vollbracht).
trag. Joh. Dj; von euch, ihr kraniche dort oben, wenn keine andre stimme spricht, sei meines mordes klag erhoben! Schiller
die kraniche des Ibykus v. 47; mord
in einem gleichnisse der bibelsprache: es ist als ein mord in meinen beinen, das mich meine feinde schmehen.
ps. 42, 11 (
dum confringuntur ossa mea. vulg.);
und danach: zwar es ist mir wie ein mord in meinen gebeinen: es sticht mich in meinen nieren, es tringet mir gleichsam ein scharpfes schwerdt durch meine betrübte seel, wann ich solche schnöde worte von den leuten hören musz. Schuppius 683. 44) mord,
das vorbedachte töten, ohne besondere hervorhebung des einzelfalls; niedermetzelung, metzelei, blutbad: iʒ ni habênt livola,noh iʒ ni lesent scrîbara, thaʒ jungera uuoroltisulîh mord uuurti (
wie die ermordung der kinder zu Bethlehem). Otfrid 1, 20, 24; lûte ruofte Herwîc:hie wirt mort getâ
n. sît daʒ wir niht lengerdes tages mugen hân, wir slahen alle einanderdie vremeden zuo den kunden.
Gudrun 888, 1; wann gar vil armer verdorbner weber in der stat was und man maint, daʒ die weber gern hetten ain mord gestift in der stat darumb, daʒ si ir geltschuld ledig weren worden.
d. städtechron. 4, 109, 29; deine starken zu Theman sollen zagen, auf das sie alle auf dem gebirge Esau, durch den mord ausgerottet werden.
Obadja 9; man bstell jhr, die das mord verwalten (
das gemetzel leiten) und plünder jhn jhr küsten und kästen! J. Ayrer 274
b (1370, 36
Keller); gott lob! nun ist erschollen das edle fried- und freudenswort, dasz nunmehr ruhen sollen die spiesz und schwerter und ihr mord. P. Gerhard 95, 4; heut fordern wir rache, heut bieten wir mord. Bürger 60
b; das (
losungswort) risz uns wie die windsbraut fort, und schmisz uns tief in blut und mord, und in die lanzennacht. Schiller
hist.-krit. ausg. 1, 346; beide, da über der freier entsetzlichen mord sie gerathschlagt.
Odyss. 24, 153; selbst dann seiner gemahlin mit listiger seele gebot er, vorzulegen den freiern geschosz und grauliches eisen, uns unglücklichen allen zum kampf und beginne des mordes. 169;
auch das morden, sofern es sich nicht auf den einzelnen fall beschränkt: die weil auch die kinder Bean auf der straszen untrew und mord getrieben hatten. 1
Macc. 5, 4; kein frümkeit hast du funden do, sonder list, mort und tyrannei. H. Sachs
fastn. sp. 3, 46, 177; auf erden war in unserm hause der grusz des mordes gewisse losung. Göthe 9, 58;
in formelhafter collectiver zusammenstellung mit andern verbrechen, mein und mord,
vergl. sp. 1912; raub und mord, diebstahl, ehebruch, brand
u. ähnl. und mord: und gehet bei jnen unternander her, blut, mord, diebstal, falsch, betrug, untrew, pochen, meineid, unruge der fromen.
weish. Sal. 14, 25; Tryphon treib eitel raub und mord im lande. 1
Macc. 13, 34; aus dem herzen komen arge gedanken, mord, ehebruch, hurerei, dieberei ..
Matth. 15, 19; voll hasses, mordes, hadders, lists.
Röm. 1, 29; hasz, mord.
Gal. 5, 20 (
goth. plur. neiþa, maurþra); eine gemeine czethergeschrei wart vorlautbert umme raup odir mort odir brant.
Magdeb. blume 1, 112; im krig wont dewfel und der dot, gfenknus, mort, prant und rawberei, zeruettung gueter policei. H. Sachs
fastn. sp. 2, 21, 277; du aber thust leut und auch landt ohn ursach und ohn recht bezwingen, mit raub, mordt und brandt darzu dringen. 4, 82, 112; sie rufen: drauf mit mord und bränden! dies volk musz ausgetilget sein. Drollinger 37; in dieser zeit des aufruhrs und des mords. Körner
Toni 1, 4; ein reiner sinn geht rein durch blut und mord. 1, 8; ein stürmt der feind mit brand und mord. Uhland
ged. 355; mord und tod: dein vaterherze lässet sich zum mord und tod nicht dringen. P. Gerhard 290, 34; mord und todtschlag (
vergl. dazu oben 3): nun aber das fünfte (
gebot), was soll man dazu sagen? du sollst nicht tödten. als wenn ein mensch im mindesten lust hätte den andern todt zu schlagen .. ist es nicht eine barbarische anstalt, den kindern mord und todtschlag zu verbieten? Göthe 17, 401; seine compositionen, besonders in kleinen gemählden, sind ausnehmend schön; die sujets aber immer grausam, mord und todtschlag. 37, 377; dasz er .. ihnen blos erzählen will, was sein guter grauer schwiegervater begeht — nämlich alle tage seinen ordentlichen mord und todtschlag (
scherzend). J. Paul
uns. loge 1, xiv; in kirchen mord und todtschlag, vor den thoren ist jeder kauf- und wandersmann verloren. Göthe 41, 261. 55) mord,
von einem auf das leben gerichteten, wenn auch nicht gleich den tod bringenden überfall: da wartet herczog Hainrich uf in (
den herzog Ludwig) selb 16 gewappenter und herczog Hainrich stach hinden in in. do raid sich herczog Ludwig nach dem stich umb .. und cham in ein haus, das sy in nit gar ermurten. das geschach in des küngs gelait und concilys gelait, das doch das gröst mort ist gewesen, das man ye hort.
d. städtechron. 4, 118, 17. 66) mord,
in der neueren sprache, in freier und bildlicher verwendung: der mord der unschuld; der mord der freiheit, der rechte eines volks. 77)
gern wird auch der mord
persönlich gedacht: hier thront der mord, mit blut bespritzt, auf eiternden, zerfleischten leichen. Hagedorn 1, 8; nicht offenbar, noch heimlich solls dem mord gelingen, euer leben anzutasten. Schiller
M. Stuart 1, 6; mit gewaltsamer hand löset der mord auch das heiligste band.
braut von Messina v. 2294; der blutge mord kam deiner schönen liebe zuvor. 2447; gleich einem nachtgespenste geht mit grosz — weit — ausgeholten räuberschritten der mord an sein entsetzliches geschäft.
Macbeth 2, 3; der mord steht mit pfeil und bogen mitten unter euch, und die verheerung, um ihm zu leuchten, schlägt ihre fackel an alle ecken der burg! H. v. Kleist
Käthchen v. Heilbr. 3, 7. 88)
ein frisch geschehener mord wurde beschrieen und der mörder so angeklagt (
vergl. auch mordgeschrei, mordio
und rechtsalt. 876): mit gerufte und schreileutin sol man einen beclagin ubir einen, der in hanthaftir tat an todslage begriffin wirt: czeter ubir einen
N., ubir meinen morder, ubir deʒ landes morder, der mit seinr unrechtin gewalt und bosir volleist meinen lyben bruder von dem lebinde czu dem tode gebrocht hot.
Magd. blume 1, 77; indessen vermerkte ich ein geschrei vieler leut, welche, als ich mich umbsahe, einem medico oder arzt nachlufen, dieses waren die jenige, denen der gute doctor, wie man sagt, den rest per anticipationem temporis gegeben hatte: sie schrien jhm mord nach, und stieszen jhn hart gegen den richterstul, auf das er jhrentwegen antworten solte. Philander 1 (1642), 235;
auch der angegriffene schreit mord: wand er im durch die brüste stach mit des schönen swertes ort. der kurze man der schrei mort und oymê, des gie im nôt: der selbe slac gap im den tôt.
Wigalois 173, 6;
das mord schreien
blaszte ab zum wehegeschrei über erlittene grosze unbill: darab die fraw dermasen erschrocken, das sie das mordt geschrien.
Zimm. chron. 3, 500, 6; (
der präceptor, der) den jungen herrn dergestalt versäumet: dasz ausz einem vatter desz vatterlands, den sie gehoffet hätten, ein tyrann und wüterich, ein schinder und henker worden; .. deszwegen sie niemand als dem praeceptori die schuld geben, und über jhn mord und rach schreien müsten. Philander 1, 482; Augustin, hörstu es dort, wie schreien die baurn über uns dasz mort?
fastn. sp. 686, 6; das frewlin das schrei, morte! mort über alles leid! mich krenken deine worte, herzlieb, nit von mir scheid! Uhland
volksl. 134; so wend wir (
kriegsleute) ziehen an üwer fiend, dasz wib und kleine kind mort schryend.
N. Manuel 85, 1449
Bächtold; nun schreit sie über uns das mordt, samb hettn wir jr grosz laid gethan. H. Sachs
fastn. sp. 1, 48, 334;
und so mord!
als ausruf eines vergewaltigten oder übel sich befindenden: als palt der wachter das erhort, er muost das swær erarnen; vor angsten sank er uff ain ort: obe laid und groszes mort! muosz ich sy aber warnen? Wackernagel
leseb. 1 (1873), 1354; mort, mort, mort, o ewigklichen mort! ach gott, wie magstu das jamer sehen! o wie lang lastu das mort geschehen!
N. Manuel 69, 1011
Bächtold; ach weh, mort uber alles mordt, wie ist mein sinn so gar zustordt, das ich kein lust mehr hab zu kriegen! H. Sachs
fastn. sp. 1, 16, 99;
bei einem aufruhre: mord in allen gassen!;
und daher: stürb er dir dann, so wär es mord in allen gassen. Keisersberg
has im pfeffer Ee 4
a. 99) mord
als fluch und verwünschung: mord und tod einer welt über dich ungeheuer! Göthe 12, 234; mord und tod! wer hat ihr die vollmacht gegeben? Schiller
räuber 1, 1; mord! flucht er laut, bei schwert und spiesz. Bürger 52
b;
vergl. auch mordsapperment; mord speien, mord schnauben,
als ausdruck der höchsten wut und mordlust: knirsche nur mit den zähnen, speie feuer und mord aus den augen, mich ergetzt der grimm eines weibes. Schiller
räuber 3, 1; da stürzet die raubende rotte hervor aus des waldes nächtlichem ort, den pfad ihm sperrend, und schnaubet mord.
die bürgschaft v. 68;
vergl. mordathmend. 1010)
die ältere nhd. sprache kennt bisweilen noch, wie die alte, wie namentlich oft auch das mnl., mord
in der allgemeineren bedeutung eines hauptfrevels, schweren verbrechens: wj frume weiber sen ain hort, so kummet von den päsen mort. Schwarzenberg 141
a,
wo dem zusammenhang nach nicht an tötung zu denken ist. 1111) mord
in zusammensetzungen, als schelte für etwas äuszerst böses oder schlimmes, vergl. mordmähre, mordracker, mordschlag 2;
sodann in verstärkungen, selbst derb lobenden, der volksmäszigen sprache, vgl. mordbrav,
mordkerl,
mordmäszig u. a., an den begriff des frevelhaften anknüpfend, wie ähnlich sündlich, verflucht
gebraucht werden, vergl. auch meineidig
oben sp. 1923
fg., und keibe
th. 5, 432, luder
oben sp. 1233
in zusammensetzungen. mundartlich erscheint so auch mords-,
man hört ein mordskerl, mordsmäszig saufen können, mordsviel geld, ein mordsweg,
u. a. 1212) mord,
eine pferdekrankheit: ad pestem equi quod dicitur morth. Müllenhoff
u. Scherer
denkm.2 s. 485 (12.
jahrh.); von dem mord. dises ist eine seltzame krankheit, das nämlich ein rosz gehlingen auf einmal niderfellt, als wenn es gleich sterben wolt, darumb sie dann auch disen namen hat. Seuter
rossarzn. 78; wann ein rosz das mord niderschlecht.
ebenda; und (
der ungetreue knecht) tuot denn sinem herrn sagen, es (
das pferd) hab daʒ mort geslagen, und bringt er sinen maister in ainr stund an aim rosz umb zehen pfund.
teufels netz 11614. 1313) mord und todtschlag,
name eines bieres: ich schenkte dem armen schelm einen groschen zu mord und todtschlag. J. Paul
kom. anh. z. Tit. 1, 37
mit der anmerkung: so heiszet in Kyritz ein bier;
nach Jacobsson 6, 586
a aber heiszt das bier zu Eisleben mord und todtschlag.