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Mode

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Mode

Bd. 3, Sp. 688
Mode 1. A Muudi fulge, al skal'k uk efterslebbe. (Amrum.) – Haupt, VIII, 359, 129. Der Mode folgen, soll ich auch nachschleppen. 2. Alte Moden, schlechte Moden. Die Mode muss immer neu sein. Eine frisst die andern wie Saturn seine eigenen Kinder. Dennoch hat man zu Zeiten das Aufbringen neuer bekämpft. So liess der Rath der Stadt Breslau »1509 secunda post concept. Marie« folgendes Edict gegen die Erfindung neuer Moden ausrufen: »Vor allen Dingen sal keine fraw noch jungfraw new-funde irdenken an jrer cleydung vnd tracht, als in der ordenung vnd stattuten der cleydung halbin aufgedrucht.« (Fülleborn, Bresl. Erzähler, 1802, S. 253.) 3. Bo 't Mode is, do singet me Pumpernickel in der Kerke. (Waldeck.) – Curtze, 357, 535; für Baiern: Zaupser, 91; hochdeutsch bei Körte, 4275. Der Ausdruck »Pumpernickel« für westfälisches Schwarzbrot ist dort selbst nicht volksüblich. Zum Unterschiede von Stuten (Feinbrot) nennt der Westfale das gröbere schlechthin Brot oder »Swartbrod«. Der »Pumpernickel« war ein Volkslied. (S. Brauch 14.) – »Mit blinder Despotie regiert die Göttin Mode unter den verschiedensten Namen. Bei den Grossen heisst sie Ceremoniel, bei den Theologen Ritual, bei den Rechtsgelehrten Observanz, bei den Aerzten Methode, bei allen Eingeweihten Glaube, bei allen Laien Sitte und Gebrauch. An alle diese Benennungen appellirt man gewöhnlich, wenn man in der Vernunft keinen andern Grund des Verfahrens aufweisen kann; und sie haben von dem Orden, des goldenen Vlieses an bis herab zu dem Orden des Kuhschwanzes und der Elefantenblase für ihre Behörde immer hinlängliche Gültigkeit.« (Seume.) 4. Boa et Modi es, doa goatt se met Holsken in de Kiärke. (Iserlohn.) – Woeste, 73, 206. 5. Die alte Mode reisst wieder ei; wo d' Buben rauss sind, da wöllet se wieder nei. (Bopfingen.) 6. Die Mod' ist gut, wenn die Seide das Feuer in der Küche nicht auslöscht. 7. Die Mode bestimmt den Preis der Zeuge und den Werth der Tugenden. 8. Die Mode ist die grösste Tyrannin. »Mode ist die für schön, gehaltene Anordnung des Nichtnothwendigen im Leben.« Frz.: Mode partout. (Leroux, II, 265.) Holl.: De mode heerscht zelfs tot in en na den dood. (Harrebomée, II, 89b.) 9. Die Mode ist ein Gesetz, dem man mehr gehorcht als dem Katechismus. Holl.: De mode is de wet, waarnaar zich elk een zet. (Harrebomée, II, 89b.) 10. Es möchte Moden regnen wie zu Neisse. (Schles.) Klage über oder Warnung vor allzu grosser Modesucht. »Im Jahre 1544 fiel zu Neisse ein gewaltiger Schlossenregen, der viel Verwüstungen anrichtete. Der Aberglaube war sogleich geschäftig, die Veranlassung dazu in den damals Mode gewordenen aufgeschnittenen Beinkleidern und Wämsern zu finden, weil man diese in den herabgefallenen Schlossen wollte abgebildet gesehen haben.« (Fülleborn, Bresl. Erzähler, 1800, S. 650.) »In Schlesien verlor sie sich (die Mode der Pluderhosen) nach und nach; nur 1544 soll es dergleichen Hosen zum Aergerniss der Leute bei Neisse geregnet haben.« (Bresl. Erzähler, 1803, S. 186.) Man ersieht hieraus, dass in dem Sprichwort Moden und nicht Maden gemeint sind. K. von Holtei (Die Eselsfresser) lässt »Maden« statt »Moden« regnen. (S. Made 4.) 11. Ich bleibe bei meiner alten Mode, sagte Töffel, lange Ohren und die Haare kurz geschoren. Holl.: Ik ga naar de oude wet, zei Meeuwes de kwaker, en hij had kort haar en lange ooren. (Harrebomée, I, 269.) 12. Ich mache neue Moden, sagte der Schneiderjunge, da nähte er einen Hanswurst zusammen. Frz.: Les fous inventent la mode, les sages la suivent. (Venedey, 44.) 13. Jede Mode ist (d.i. gilt für) schön. So unvernünftig sie auch sein mag. In der Wetterau, in der Gegend von Grossenlinden, gilt die Bauerndirne für die eleganteste, welche die meisten Röcke übereinander trägt. Mit sieben übereinander gezogenen Röcken ins nasse Gras oder ins hohe Korn gehen, ist offenbar sehr unvernünftig, es ist aber historisch. (Riehl, Land und Leute, S. 47.) Holl.: Al wat de mode is, staat fraai. (Harrebomée, II, 89b.) 14. Keine Mode entrinnt dem Tode. 15. Laund ihr d' Mode d' Mode sein, 's Fidla ghairt in d' Hosa nein. (Ertingen.) – Birlinger, 377. 16. Was aus der Mode ist, ist aus der Welt. Engl.: As good to be out of the world as out of the fashion. (Bohn II, 92.) 17. Wenn es Mode ist, bekommt man auch in der Kirche Schläge. – Frischbier2, 2643. Die Russen: Die Mode kennt keine Unsittlichkeit. (Altmann VI, 493.) 18. Wenn es Mode ist, so geht auch die Katze im Spreittuch1. (S. Katze 925, wo Spreittuch statt Schreittuch zu lesen ist.) – Frischbier2, 2644. 1) Früher Sprêtuch. Ein grosses, viereckiges, wollenes Tuch von grüner Farbe, das für alle Schultern passt und das, namentlich in der Zeit, bevor Regenschirme in allgemeinen Gebrauch kamen, jeder, der sein gegen die Witterung bedurfte, aus der Gesindekammer hervorholte. Es war hauptsächlich ein bequemer Ueberwurf für Frauen. J.F. Lauson, zu dessen Zeit sich fast die halbe Stadt dieses Tuchs bediente, bezeichnet es in seinem Versuche in Gedichten (Königsberg 1753) als einen Deckmantel der Leichtfertigkeit und Unordentlichkeit, ja der Hinterlist. Ueber Ableitung und daher Schreibung ist man nicht einig. Die Neuen Preuss. Provinzialblätter leiten es von sprehn, sprähen, d.i. dem tropfen- und flockenweisen Fallen, wie Regen und Schnee, ab. Jetzt wird vorherrschend Spreittuch gesprochen, was auf die Herleitung von spreiten = über eine Fläche ausstreuen, führt. (Vgl. Weigand, Wb., 769.) In Schlesien sagt man bei einem sanften Regen: es spreit. Es macht einen Spreirich (Sprêrich), wie man einen starken, heftigen Regen einen Guss nennt. (Vgl. auch Frommann, IV, 409.) 19. Wer der Mode dient, hat eine strenge Herrin. Holl.: De mode moet pijn lijden. (Harrebomée, II, 89b.) 20. Wer der Mode folgt, verliert den Kopf. In Welschtirol: Chi segue la moda, perde la coda. (Hörmann, 21.) 21. Wo die Mode einkehrt, reist die Tugend ab. Von den übeln Folgen der Modesucht. Schwed.: När modet stijger, så siunker lyckan. (Grubb, 593.) 22. Wo die Mode Tugend ist, da ist die Tugend nicht Mode. 23. Wo es Mode ist, trägt man den Kuhschwanz als Halsband. – Simrock, 7056; Braun, I, 2741. Im Plattdeutschen: Wo't Mode is, drögt einer 'n Kohschwanz ass Halsband. (Schlingmann, 1013.) In Indien, wo die Kuh eine grosse Verehrung geniesst, schätzen sich die Gläubigen glücklich, wenn sie kurz vor dem Tode einen Kuhschwanz in den Händen halten können. 24. Wo 't Môd is, ritt dei Prêster up'n Bullen nah de Kirch. (Mecklenburg.) – Globus, VIII; Schiller, II, 4b. In Westpreussen: Wo't Mod' öss, rött de Predger op'n Bolle ön de Körch. (Frischbier2, 2645.) Wenn von sonderbaren Sitten und Gebräuchen die Rede ist. 25. Das wäre eine neue Mode. – Klix, 46. Lat.: Qui modus equitum. (Philippi, II, 139.) 26. Der Mode beitreten. »Darumb geh wie sie vmb einen heissen Brey, trit dem was Mod' ist bey.« (Keller, 157a.) 27. Du blei'st in dener Môde, bi (wie) Hans in seiner Zôde1. (Henneberg.) 1) Zote, Zotte, hier der herabhangende, liederliche, zerlumpte Anzug. (Frommann, II, 408, 16.) [Zusätze und Ergänzungen] 28. Die Mode duldet schwarze Seelen, aber keine Flecke im Gesicht. 29. Die Mode ist das grausamste Wesen, denn sie hat den Vatermörder erfunden. – Ralisch, Schlagschatten, 175. 30. Die Moden stecken in einer Tonne. Wenn alle in der Tonne steckende Moden verbraucht sind, dann fängt die Geschichte wieder von vorn an, die alten Moden kommen wieder zum Vorschein. 31. Es ist Mode und Brauch. (Lusdorf.)
7502 Zeichen · 189 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mode

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +2 Parallelbelege

    mode, f. Schlamm (z. B. in Gräben). modekiste, Schlammkiste.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mode

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Mode , plur. die -n, die eingeführte Art des Verhaltens im gesellschaftlichen Leben, die Sitte, Gewohnheit; und in e…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mode

    Goethe-Wörterbuch

    Mode a der herrschende (wechselnde) Zeitgeschmack, das zeitbedingt als vorbildhaft, nachahmenswert, angemessen angesehen…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mode

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Mode , die herrschende Art sich zu kleiden, zu wohnen, das Hausgeräth einzurichten u.s.w., ist nach den Bedürfnissen und…

  5. modern
    Dialekt
    Mode

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Mode [Mótə allg., Pl. ebenso ] m. die Mode, Zeitsitte namentl. in Bezug auf Kleidung. Uf de-n-alte n M. nach alter Sitte…

  6. Sprichwörter
    Mode

    Wander (Sprichwörter)

    Mode 1. A Muudi fulge, al skal'k uk efterslebbe. ( Amrum. ) – Haupt, VIII, 359, 129. Der Mode folgen, soll ich auch nach…

  7. Spezial
    Mode

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mo|de f. (-,-n) 1 (zeitgemäße Tendenz) moda (modes) f. 2 (Brauch) usanza (-zes) f. ▬ das ist hier so Mode chiló fejon in…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mode

443 Bildungen · 425 Erstglied · 16 Zweitglied · 2 Ableitungen

mode‑ als Erstglied (30 von 425)

Modeaffe

SHW

Mode-affe Band 4, Spalte 719-720

Modedame

SHW

Mode-dame Band 4, Spalte 721-722

Modefratz

SHW

Mode-fratz Band 4, Spalte 721-722

Modegans

SHW

Mode-gans Band 4, Spalte 721-722

Modekleid

SHW

Mode-kleid Band 4, Spalte 721-722

Modenarr

SHW

Mode-narr Band 4, Spalte 721-722

Modepuppe

SHW

Mode-puppe Band 4, Spalte 721-722

Modeschote

SHW

Mode-schote Band 4, Spalte 721-722

Modewelt

SHW

Mode-welt Band 4, Spalte 721-722

Mode (Adv.)

Wander

Mode (Adv.) Mode (Adv.). Was mode ist, ist schön. – Klix, 46. Holl. : Wat in de mode is, is altijd mooi, al droeg men ook het hemd bovenop. …

modeaffe

DWB

mode·affe

modeaffe , m. scheltende bezeichnung eines der mode blindlings folgenden: er ist ein modeaffe. auch im dim. modeäffchen.

modealfanzerei

DWB

mode·alfanzerei

modealfanzerei , f. alfanzerei nach der mode: es ist eine unbegreifliche modealfanzerei. Lichtenberg 1, 183 .

Modeamme

Campe

mode·amme

○ Die Modeamme , Mz. — n , eine Amme nach der Mode; in engerer Bedeutung, eine Amme welche mit den modischen Kleidern auch Fehler und üble E…

modeartikel

DWB

mode·artikel

modeartikel , m. stück verkäufliche waare, die gerade in der mode ist: eine handlung mit modeartikeln; dieser kaufmann verkauft nur modearti…

modeausdruck

DWB

mode·ausdruck

modeausdruck , m. ausdruck der gerade mode ist: schöngeistelei ist ein modeausdruck. Siegfr. v. Lindenb. (1784) 2, 35; ( schriftsteller, die…

Modeband

Campe

mode·band

Das Modeband , — es, Mz. — bänder , Band so wie es gerade Mode ist.

modebild

DWB

mode·bild

modebild , n. bild, welches eine herschende mode, namentlich in der tracht, zur anschauung bringt: modebilder ( in kupfer gestochen und mit …

modeblume

DWB

mode·blume

modeblume , f. blume die gerade in der mode ist: so waren ihm doch die neuen zierbäume und modeblumen einigermaszen fremd geblieben. Göthe 1…

Mode=brett

Campe

mode·brett

Das Mode=brett , — es, Mz. — er , in den Stückgießereien, so viel als Formbrett. S. d.

modebuch

DWB

mode·buch

modebuch , n. buch das gerade in der mode ist: arkadische träumereien, zu welchen so viele modebücher einladen. Campe kinder- u. jugendschri…

modebursch

DWB

mode·bursch

modebursch , m. bursch nach der mode gekleidet, mit spottendem nebensinne; dim. modebürschchen Münchner gel. anz. 1839 s. 909.

modedame

DWB

mode·dame

modedame , f. dame nach der mode gekleidet: sie ist eine modedame; auch sie spielt die modedame.

modedichter

DWB

mode·dichter

modedichter , m. dichter der dem augenblicklichen zeitgeschmack genehm ist: unsere heutigen modedichter.

modeerziehung

DWB

mode·erziehung

modeerziehung , f. erziehung nach der mode: die modeerziehung eines jungen Römers. Wieland Horazens episteln (1801) 2, 11 .

mode als Zweitglied (16 von 16)

alamōde

MNWB

ala·mode

* alamōde , allemōde , allemōdisch , adj. , modisch.

Commōde

Adelung

Die Commōde , plur. die -n, ein Hausrath, welcher zugleich die Stelle eines Tisches und eines Schrankes mit Schubladen vertritt; aus dem Fra…

ellemode

MNWB

elle·mode

+° ellemode Anteil an der Allmende ( „ wat eme geliek sinen nabern in dem dorpe mit rechte to hebbende geboͤhrde ”. (Schleswig, Bl. Eckenber…

hêⁱmôde

MNWB

heim·ode

hêⁱmôde , -ö̑de (-oude) , -uͦde , -ôt (° heinmoeth SL), n. , f. , 1. Heimat, Heimatland, -stadt, Herkunftsland, -ort; Wohnung, Aufenthaltsor…

kleidermode

DWB

kleider·mode

kleidermode , f. la mode des habits Rädlein , Ludwig : ein herr wird es nicht wol vertragen, wenn seine geringe diener es ihm in der kleider…

ȫvermôde

MNWB

oever·mode

° ȫvermôde , ōver- , adj. : stolz, hochmütig, hê bringet ēn an den wân sô sêre dat hê wênet sîn got unse hêre hê wirt ȫ. unde altô swâr (Ger…

sacht(e)môde

MNWB

sachte·mode

° sacht(e)môde ( sagmude [Westfäl. Ps. 36, 11], samftemude [Eberh. v. Gandersh. V. 1890]), adj. , milde, gütig; subst. pl. „ de sagmuden man…

unmôde

MNWB

unmôde s. un(ge)môt.

Ableitungen von mode (2 von 2)

gem¹de

WWB

ge-mo¹de Adj. [Enr] geschmeidig, weich; sich zart anfühlend ( Enr Sw).

unmôde

MNWB

unmôde s. un(ge)môt.