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mode

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mode

Bd. 12, Sp. 2435
mode , f. mos, consuetudo. 11) das franz. seit dem 15. jahrh. häufig erscheinende fem. mode, dessen unmittelbare ableitung vom lat. masc. modus nicht ohne zweifel steht (man müste denn die geschlechtsänderung durch den einflusz des älteren fem. manière erklären wollen), das zeitgenössische art und brauch im allgemeinen, auch die dem wechselnden geschmack unterworfene art sich zu kleiden ausdrückt, und das bereits im 16. jahrh. als lehnwort im niederländischen aufgenommen ist (mode, modus, ratio, mos, forma Kilian), erscheint vor den zwanziger jahren des 17. jahrh. in deutscher sprache nicht: zu dieser zeit eifern flugblätter mit abbildungen gegen stutzerhafte auswüchse der kleidung bei soldatischen abenteurern, welche die zu dieser zeit tonangebende französische tracht in deutschen landen pflegen, und dieselbe und ihren wandel mit der französischen phrase à la mode (= dans le goût du dernier, vgl. Littré 2, 582c. 583a) bezeichnen; unter dieser formel, die auch als à la modo verderbt erscheint, wird das unwesen zuerst gekennzeichnet und verspottet, vgl. das spottgedicht a la modo monsiers von 1628 bei Opel u. Cohn s. 412 ff., andere gleichzeitige bei Falke trachten- u. modewelt 2, 148. 194. costümgeschichte der culturvölker s. 342; der herr, hoffe ich, werde solches .. so was ungereumbts darein sein mag, .. mit dem heütig - gewohnten spruch entscheiden, ob es schon nicht wohl stehe so seye es doch alamode. Philander 2 (1643), 14; als um sich greifendes übel: a la mode macht mir bang, weil der Teütschen undergang in der newen-sucht seinen anfang sucht. dann, wasz haben will ein schein, musz nur a la mode sein. 15; wird es, indem man zugleich auf das land seines ursprungs anspielt, auch personificiert hingestellt, wie man im 16. jahrh. sich einen hoffartsteufel geschaffen hatte (vgl. th. 42, 1668; kleider-, pluder-, pausz- und krausteufel, schrift von Strausz 1581, vgl. Gödeke 1, 380), und wie später (1675, vergl. ebenda 381) ein alamode-teufel erscheint: zu loben und hoch zu rühmen ist dasz weibsvolk zu Straszburg. so nahe alsz sie den ala mode vor der thüre haben, so wenig achten sie ihn: sie bleiben bei jhrer uhralten tracht, in schurz und belz, in kapp und baurenhut, in ubermither und lybel: und solte es den thörichten ala mode zu todt verdrieszen. Philander 2, 18; wer weis ist, der hab sorg zu seinem beütel, damit ala mode nicht darein komme. 19. es bildet sich sofort zum ausdruck das adjectiv alamodisch, allmodisch (th. 1, 200; ältester beleg von 1629: uber den heuttigen allmodischen, oder, a-lamodischen kleiderteufel von Ellinger, bei Weisz costümkunde 3, 1041), das sich erst später zu modisch umformt, während der formel à la mode sehr bald das substantiv mode im deutschen gebrauche nachfolgt, in der übersetzung nach der mode: wer und was nicht nach der mode, der und dieses musz sich schämen. Logau 3, 201, 57; oder in anderer stellung, auch wol in der form modo, nach dem oben angeführten à la modo: alle tage hat sie ein ander kleid an, kömbt eine neue modo ausz Frankreich, so ist Lyra eine unter den ersten, die es haben. Schuppius 471; der begriff bleibt zunächst auf die tracht beschränkt (vgl. auch kleidermode theil 5, 1081), daher auch mit tracht in enger verbindung: so bald de van adel eine mode hebben upgebracht, so moten de börgerinnen na apen sülke dracht. Lauremberg scherzged. 2, 53; und in solchem sinne bis heute; es heiszt eine neue mode, die alte mode (vergl. altmodisch), die neueste mode; sich nach der neuesten mode tragen, und dann auch die neueste mode tragen; idt (das kleid) werd dre maente lank de nyeste mode bliven. Lauremberg scherzged. 2, 795; etwas ist in der mode, aus der mode; etwas in die mode bringen; mit seiner kleidung aus der mode kommen; etwas ist die mode: der mann sei ein phantast, ein narr, man sehe es ausz seinen kleidungen. man solte fragen, ob das die mode im jüdischen lande. Schuppius 656; oder ohne artikel etwas ist, wird mode: diese kleidung ist itzo mode, hoc vestium genus hodie in usu est. Steinbach 2, 72; nun bei meiner ehre! dieser anzug musz morgen mode in Genua sein. Schiller Fiesko 3, 10; wir wissen hier zu land nur unvollkommen, was in der hölle mod ist, frau Brigitte! man sagt, gewöhnlich trägt er (der teufel) eignes haar. H. v. Kleist zerbr. krug, 11. auftr.; auf die neue, die frühere mode (einen anzug tragen u. ähnl.): zog ich einen ganz schwarzen habit an, auf die vorige mode gemacht. Simpl. 1, 365 Kurz; in der mode sein, mit der kleidung: Ferdinand hatte .. manchen streit mit der mutter, da er dem vater die abgelegten röcke nicht nachtragen, sondern selbst immer in der mode sein wollte. Göthe 15, 179; eine mode mitmachen; gern bleibt die mode persönlich gedacht: die herschaft der mode, die herschende mode; in allem, was zur tracht des frauenzimmers, sowie auch der mannspersonen gehört, herrscht die mode. Amaranthes frauenz.-lex. (1773) 2184; die mode ist die mutter des luxus, der eitelkeit und üppigkeit. 2185; sie heiszen herr und grosz, und sind doch unterthan den lüsten, der gefahr, dem pöbel und der mode. Günther 584; männlich stolz gingst du vorbei an der mode töchtern (modisch gekleideten jungfrauen). Schiller hist.-krit. ausg. 4, 9; ihr hochzeitlich gewand, mit moos umbordet und rosen, welches den lieblichen wuchs nachahmete, zierlich gefaltet, nicht mit der gaukelnden mod unförmigem wulst um die hüften aufschwoll. Voss Luise 3, 1, 226; der plur. moden in bezug auf den wechsel der tracht: alle moden mitmachen; halten sie ja meine tochter zum gebet an, und lassen sie sie die gottlosen moden in kleidern nicht mitmachen. Gellert 3, 172; oder die einzelnen nach der mode gefertigten dinge: in dieser handlung werden nur die neuesten moden verkauft; dem waren leinwand, huth und spitzen und alle moden noch zu schlecht. Günther 167; moder naget an dem schönen schleier, den ein geist bewohnte, der nur moden, opern, assembleen und redouten dachte. Hölty 53 Halm; mode erweitert seine bedeutung aber bald auch auf den augenblicklichen zeitgeschmack im benehmen und thun der gesellschaft: mode als 'die gewöhnliche und gebräuchliche manier in kleidungen, meublen, kutschen und zimmern, gebäuden, manufacturen, schreib- und red - arten, complimenten, ceremonien und anderem gepränge, gastereien und übrigen lebensarten' bei Nehring 763; wenn diese betrachtungen wahr sind, so ist es leicht, das schicksal des weinerlich komischen vorher zu sagen. die mode hat es eingeführt, und mit der mode wird es vergehen. Lessing 4, 132; wenn kleingeistelei und mode der natur kühnen umrisz beschneiden. Schiller hit.-krit. ausg. 3, 351; deine (der freude) zauber binden wieder was der mode schwerd getheilt. 4, 1; auch hier gern in festen verbindungen: es ist die mode so, ita consuetudo fert. Steinbach 2, 72; velicht na unsem dode werd disse arth van rym werden die beste mode. Lauremberg scherzged. 4, 524; der mann ward, wie es sich gebühret, von einer lieben frau regieret ... das war die mode weit und breit. Hagedorn 3, 72; es ist besser ein narr in der mode, als auszer der mode zu sein. Kant 10, 268; hum! ist denn etwa die freiheit in der mode gesunken? Schiller Fiesko 5, 16; eigentlich ... ist es schade, dasz, so viel ich weisz, die tagebücher abgekommen sind. vor zwanzig jahren waren sie stärker in der mode. Göthe 15, 283; ihn (einen satz) nach der neuesten mode mit griechischen namen und antiken bilderchen ausstaffirt. Herder z. litt. 1, 111; wo ich mich nebst der chirurgie ein wenig der ökonomie, blosz aus mode widmete. Klinger 1, 168; gefährten seines unglücks haben, mag andern meinethalb ein schlechter trostgrund sein. ich kann zuweilen mich dran laben, und bilde, weils die herrn izt an der mode haben, mir auf mein herz doch auch ein wenig ein. Gökingk 1, 152. 22) in Tirol heiszt das fem. modi die mode, modi machen aber ins mittel treten, in eine sache fördernd eingreifen Schöpf 441. die letztere bedeutung ist erinnerung an die thätigkeit der alten kunstschreiber und kopisten, der inhaber der modi scribendi oder formandi, die gegen ausgang des mittelalters für die schreibgeschäfte des bürgerlichen lebens, mahnbriefe, sendschreiben, rechnungen, quittungen, vielfach in anspruch genommen wurden; vergl. unten modist.
8257 Zeichen · 111 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mode

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +2 Parallelbelege

    mode, f. Schlamm (z. B. in Gräben). modekiste, Schlammkiste.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mode

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Mode , plur. die -n, die eingeführte Art des Verhaltens im gesellschaftlichen Leben, die Sitte, Gewohnheit; und in e…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mode

    Goethe-Wörterbuch

    Mode a der herrschende (wechselnde) Zeitgeschmack, das zeitbedingt als vorbildhaft, nachahmenswert, angemessen angesehen…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mode

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Mode , die herrschende Art sich zu kleiden, zu wohnen, das Hausgeräth einzurichten u.s.w., ist nach den Bedürfnissen und…

  5. modern
    Dialekt
    Mode

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Mode [Mótə allg., Pl. ebenso ] m. die Mode, Zeitsitte namentl. in Bezug auf Kleidung. Uf de-n-alte n M. nach alter Sitte…

  6. Sprichwörter
    Mode

    Wander (Sprichwörter)

    Mode 1. A Muudi fulge, al skal'k uk efterslebbe. ( Amrum. ) – Haupt, VIII, 359, 129. Der Mode folgen, soll ich auch nach…

  7. Spezial
    Mode

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mo|de f. (-,-n) 1 (zeitgemäße Tendenz) moda (modes) f. 2 (Brauch) usanza (-zes) f. ▬ das ist hier so Mode chiló fejon in…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mode

443 Bildungen · 425 Erstglied · 16 Zweitglied · 2 Ableitungen

mode‑ als Erstglied (30 von 425)

Modeaffe

SHW

Mode-affe Band 4, Spalte 719-720

Modedame

SHW

Mode-dame Band 4, Spalte 721-722

Modefratz

SHW

Mode-fratz Band 4, Spalte 721-722

Modegans

SHW

Mode-gans Band 4, Spalte 721-722

Modekleid

SHW

Mode-kleid Band 4, Spalte 721-722

Modenarr

SHW

Mode-narr Band 4, Spalte 721-722

Modepuppe

SHW

Mode-puppe Band 4, Spalte 721-722

Modeschote

SHW

Mode-schote Band 4, Spalte 721-722

Modewelt

SHW

Mode-welt Band 4, Spalte 721-722

Mode (Adv.)

Wander

Mode (Adv.) Mode (Adv.). Was mode ist, ist schön. – Klix, 46. Holl. : Wat in de mode is, is altijd mooi, al droeg men ook het hemd bovenop. …

modeaffe

DWB

mode·affe

modeaffe , m. scheltende bezeichnung eines der mode blindlings folgenden: er ist ein modeaffe. auch im dim. modeäffchen.

modealfanzerei

DWB

mode·alfanzerei

modealfanzerei , f. alfanzerei nach der mode: es ist eine unbegreifliche modealfanzerei. Lichtenberg 1, 183 .

Modeamme

Campe

mode·amme

○ Die Modeamme , Mz. — n , eine Amme nach der Mode; in engerer Bedeutung, eine Amme welche mit den modischen Kleidern auch Fehler und üble E…

modeartikel

DWB

mode·artikel

modeartikel , m. stück verkäufliche waare, die gerade in der mode ist: eine handlung mit modeartikeln; dieser kaufmann verkauft nur modearti…

modeausdruck

DWB

mode·ausdruck

modeausdruck , m. ausdruck der gerade mode ist: schöngeistelei ist ein modeausdruck. Siegfr. v. Lindenb. (1784) 2, 35; ( schriftsteller, die…

Modeband

Campe

mode·band

Das Modeband , — es, Mz. — bänder , Band so wie es gerade Mode ist.

modebild

DWB

mode·bild

modebild , n. bild, welches eine herschende mode, namentlich in der tracht, zur anschauung bringt: modebilder ( in kupfer gestochen und mit …

modeblume

DWB

mode·blume

modeblume , f. blume die gerade in der mode ist: so waren ihm doch die neuen zierbäume und modeblumen einigermaszen fremd geblieben. Göthe 1…

Mode=brett

Campe

mode·brett

Das Mode=brett , — es, Mz. — er , in den Stückgießereien, so viel als Formbrett. S. d.

modebuch

DWB

mode·buch

modebuch , n. buch das gerade in der mode ist: arkadische träumereien, zu welchen so viele modebücher einladen. Campe kinder- u. jugendschri…

modebursch

DWB

mode·bursch

modebursch , m. bursch nach der mode gekleidet, mit spottendem nebensinne; dim. modebürschchen Münchner gel. anz. 1839 s. 909.

modedame

DWB

mode·dame

modedame , f. dame nach der mode gekleidet: sie ist eine modedame; auch sie spielt die modedame.

modedichter

DWB

mode·dichter

modedichter , m. dichter der dem augenblicklichen zeitgeschmack genehm ist: unsere heutigen modedichter.

modeerziehung

DWB

mode·erziehung

modeerziehung , f. erziehung nach der mode: die modeerziehung eines jungen Römers. Wieland Horazens episteln (1801) 2, 11 .

mode als Zweitglied (16 von 16)

alamōde

MNWB

ala·mode

* alamōde , allemōde , allemōdisch , adj. , modisch.

Commōde

Adelung

Die Commōde , plur. die -n, ein Hausrath, welcher zugleich die Stelle eines Tisches und eines Schrankes mit Schubladen vertritt; aus dem Fra…

ellemode

MNWB

elle·mode

+° ellemode Anteil an der Allmende ( „ wat eme geliek sinen nabern in dem dorpe mit rechte to hebbende geboͤhrde ”. (Schleswig, Bl. Eckenber…

hêⁱmôde

MNWB

heim·ode

hêⁱmôde , -ö̑de (-oude) , -uͦde , -ôt (° heinmoeth SL), n. , f. , 1. Heimat, Heimatland, -stadt, Herkunftsland, -ort; Wohnung, Aufenthaltsor…

kleidermode

DWB

kleider·mode

kleidermode , f. la mode des habits Rädlein , Ludwig : ein herr wird es nicht wol vertragen, wenn seine geringe diener es ihm in der kleider…

ȫvermôde

MNWB

oever·mode

° ȫvermôde , ōver- , adj. : stolz, hochmütig, hê bringet ēn an den wân sô sêre dat hê wênet sîn got unse hêre hê wirt ȫ. unde altô swâr (Ger…

sacht(e)môde

MNWB

sachte·mode

° sacht(e)môde ( sagmude [Westfäl. Ps. 36, 11], samftemude [Eberh. v. Gandersh. V. 1890]), adj. , milde, gütig; subst. pl. „ de sagmuden man…

unmôde

MNWB

unmôde s. un(ge)môt.

Ableitungen von mode (2 von 2)

gem¹de

WWB

ge-mo¹de Adj. [Enr] geschmeidig, weich; sich zart anfühlend ( Enr Sw).

unmôde

MNWB

unmôde s. un(ge)môt.