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männlich

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

männlich

männlich

Mann m. ‘erwachsener Mensch männlichen Geschlechts, Ehemann’. Die germ. Formen ahd. (8. Jh.), mhd. man (Genitiv mannes) ‘Mensch (männlichen Geschlechts in gereiftem Alter), Krieger, Ehemann, Sohn, Diener’, asächs. mnd. mnl. nl. man, afries. mon, man ‘Mensch, Mann’, aengl. man(n), mo(n), engl. man, anord. mannr, maðr, schwed. man, got. manna sind vergleichbar mit aind. mánuḥ (mánu-, mánuṣ-) ‘Mensch, Mann, Menschheit’ und lat. (aus dem Germ.) Mannus Stammvater, Gott der Germanen (Tacitus) und führen großenteils auf ie. *manu- oder *monu- (nordgerm. oder westgerm. -nn- daher aus -nu̯-, während die got. Form möglicherweise einen alten n-Stamm germ. *mannan- voraussetzt). Demgegenüber weisen aslaw. mǫžь, russ. muž (муж) ‘Ehemann, Gatte’ auf ein ie. Gutturalsuffix in Verbindung mit -i̯a-. Man stellt die genannten Bildungen meist zur Wurzel ie. *men(ə)- ‘denken, geistig erregt sein’ (s. mahnen) und nimmt eine Ausgangsbedeutung ‘denkendes Wesen’ an. Aber auch Anknüpfung an die Wurzel ie. *men- ‘hervorragen, emporragen’ (wozu lat. mōns ‘Berg’) wird erwogen, so daß Mann ‘Mensch’ als ‘das Aufragende, das aufrecht gehende Wesen’ zu erklären wäre. Die alte Bedeutung ‘Mensch’ ist erhalten in jemand, niemand und im Indefinitivpronomen man (s. d.). Zur Bezeichnung von ‘Kriegern, Kampfgenossen, Dienern, Gefolge’ ist historisierend der sonst veraltete Plural Mannen noch geläufig. – bemannen Vb. ‘mit einer Mannschaft besetzen’, spätmhd. bemannen ‘mit Mannschaft besetzen’, reflexiv ‘einen Mann nehmen’, entmannen Vb. ‘kastrieren’, mhd. entmannen ‘der Mannschaft berauben’, ermannen Vb. (in neuerer Zeit nur reflexiv) ‘sich aufraffen’, mhd. ermannen ‘Mut fassen’ und übermannen Vb. ‘überwältigen’ (16. Jh.) sind Präfixverben zu ungebräuchlich gewordenem mannen Vb., mhd. mannen ‘zum Mann werden, sich als Mann zeigen, zum Mann nehmen, den Lehnseid leisten’, transitiv ‘mit einem Mann versehen’. – mannbar Adj. ‘heiratsfähig, geschlechtsreif’ (vornehmlich vom Mann), mhd. manbære ‘eines Mannes fähig, ehefähig, erwachsen’ von Mädchen, später (15. Jh.) von beiden Geschlechtern. mannhaft Adj. ‘wie ein Mann, tapfer, mutig’, mhd. manhaft ‘standhaft, tapfer’. männlich Adj. ‘wie ein Mann, zu einem Mann gehörend oder passend, tapfer, unerschrocken, das Geschlecht eines Mannes habend’, ahd. man(a)līh (9. Jh.), mhd. manlich; in der Grammatik männliches Geschlecht (15. Jh.), nach lat. genus masculīnum. Mannheit f. ‘Männlichkeit, Tapferkeit’, mhd. manheit, auch ‘mannhafte Tat, Mannesalter, Verhältnis eines Dienst- oder Lehnsmannes’. Mannschaft f. ‘Abteilung, Belegschaft, Gesamtheit der Soldaten niedriger Dienstgrade’, mhd. manschaft ‘Verhältnis eines Lehnsmannes zum Lehnsherrn, Lehnspflicht, -huldigung, Hörige, Gefolgsleute’. mannstoll Adj. ‘scharf auf Männer’, spätmhd. mannes tol. Mannweib n. ‘Zwitter’ (17. Jh.), Übersetzung von griech. andrógynos (ἀνδρόγυνος), seit dem 19. Jh. für Amazone ‘männlich wirkende Frau’ (s. d.). – In der Sprache der wandernden Handwerksburschen und der Gauner entwickelt sich Mann zum Kompositionssuffix -mann und bildet umschreibende Bezeichnungen für Gebrauchsgegenstände allgemeiner Art, vgl. Blaumann m. ‘dunkelblauer Arbeitsanzug’, Flachmann m. ‘kleine Schnapsflasche für die Jackentasche’, Henkelmann m. ‘Essenskrug’, Obermann m. ‘Hut’.
3281 Zeichen · 93 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Männlich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Männlich , -er, -ste, adj. et adv. einem Manne gleich, ähnlich, in dessen Beschaffenheit gegründet, in verschiedenen Bed…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    männlich

    Goethe-Wörterbuch

    männlich selten mann-; männi- 8,53,12 1 das befruchtende, zeugende Geschlecht bezeichnend a dem befruchtenden Geschlecht…

  3. modern
    Dialekt
    männlich

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    männlich männlich: masculus 'Menlick' Chytr. 89; virilis 'MAenlick' 92; wenn de Hahns dat Männliche wegnahmen ward, sünd…

  4. Sprichwörter
    Männlich

    Wander (Sprichwörter)

    Männlich 1. Der ist manlich, der sein Creutz mit gedult tragen kan. – Henisch, 622, 25. 2. Männlich wehrt sich unrechter…

  5. Spezial
    männlichadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    männlich , adj мужской , п → FiloSlov maskulin, adj

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit maennlich

18 Bildungen · 14 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von maennlich

mann + -lich

maennlich leitet sich vom Lemma mann ab mit Suffix -lich, mit Umlaut-Wechsel.

maennlich‑ als Erstglied (14 von 14)

Männlichen

Meyers

mann·lichen

Männlichen , Berg in den Berner Alpen, westlich von Grindelwald (Grindelwald-Rigi), 2345 m ü. M., ein Aussichtspunkt ersten Ranges; Hotel.

männlichernst

GWB

maennlich·ernst

männlich-ernst der Gewissenhaftigkeit eines Mannes gemäß Ew. Wohlgeb. gönnen .. Ihre männlich ernste Theilnahme der jenaischen allgem. Litt.…

männlichgesund

GWB

maennlich·gesund

männlich-gesund der Ausdruckskraft eines Mannes im besten Sinne entsprechend Guerchin ist ein innerlich braver männlich gesunder Mahler ohne…

männlichgut

GWB

maennlich·gut

männlich-gut der Unerschütterlichkeit eines Mannes gemäß Bruch des Schlüsselbeins .. auch dieses Unheil, so wie eine sich dazu gesellende Ha…

männlichkeit

DWB

maennlich·keit

männlichkeit , f. virilitas menlicheit Dief. 622 b ; männlichkeit, virilitas, pubertas Steinbach 2, 24 ; die männlichkeit seiner erscheinung…

männlichkühn

GWB

maennlich·kuehn

männlich-kühn kühn wie ein Mann; einmal mBez auf eine weiblich gestaltete Allegorie [ Hoffnung: ] Weiblich gestaltet, bin ich männlich kühn …

männlichrüstig

GWB

maennlich·ruestig

männlich-rüstig körperlich kräftig, die Stärke eines Mannes besitzend; in bildkünstlerischer Darstellung männlich rüstige Gestalten mit Sphi…

männlichruhig

GWB

maennlich·ruhig

männlich-ruhig der Gelassenheit eines Mannes gemäß ein so männlich ruhiger Sinn B43,112,14 Zelter 11.3.27 Bernd Hamacher B.H.

männlichstark

DWB

maennlich·stark

männlichstark , adj. und adv. : es ist des schicksals schlusz, und ich erwart ihn still; enthüll ihn männlichstark, wie ich ihn hören will! …

männlichstet

GWB

maennlich·stet

männlich-stet der Stetigkeit eines Mannes gemäß streue klug wie reich, mit männlich stäter Hand, | Den Segen aus auf ein geackert Land 2,147…

männlichstrenge

DWB

maennlich·strenge

männlichstrenge , adj. und adv. : er hörte zwar oft, dasz sie ( die fürstin ) männlich-strenge sei, zumal als befehlhaberin, aber doch nicht…

männlichwild

GWB

maennlich·wild

männlich-wild die Wildheit eines Mannes repräsentierend, ausdrückend; mBez auf die bildliche Darstellung einer kriegerischen Königin; subst …

maennlich als Zweitglied (1 von 1)

Unweidemännlich

Adelung

Unweidemännlich , -er, -te, adj. et adv. der Gegensatz des weidemännisch, den Gewohnheiten und Regeln der Weidemänner, d. i. gelernten Jäger…

Ableitungen von maennlich (3 von 3)

Unmännlich

Campe

Unmännlich , — er, — ste , adj . u. adv . nicht männlich, einem Manne nicht angemessen, seiner nicht würdig. Wie unmännlich die Wang' — Voß.…

urmännlich

DWB

urmännlich (ur- C 4 a und c) W. v. Humboldt ges. schr. 5, 138 . —

vermännlichen

DWB

vermännlichen , verb. männlich machen: die knotige hand vermännlicht jeden händedruck. Platen 255 .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „maennlich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/maennlich/pfeifer_etym?formid=PF_m_nnlich
MLA
Cotta, Marcel. „maennlich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/maennlich/pfeifer_etym?formid=PF_m_nnlich. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „maennlich". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/maennlich/pfeifer_etym?formid=PF_m_nnlich.
BibTeX
@misc{lautwandel_maennlich_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-18},
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