Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
liederlich Adj.
liederlich Adj.
liederlich Adj. ‘unordentlich, leichtfertig, ausschweifend’, spätmhd. liederlich ‘leicht und zierlich in Wuchs und Bewegung’, frühnhd. ‘leicht, geringfügig, unwichtig’ (15. Jh.), ‘leichtfertig, ausschweifend’ (16. Jh.), etymologisierend (z. B. von Stieler) fälschlich mit Luder verbunden und oft lüderlich geschrieben; mnd. līderlīk ‘tragbar, annehmbar’, aengl. lȳþerlic ‘schlecht, gemein’, zu aengl. lȳþre ‘elend, schlecht, gemein’. Mit einer Ausgangsbedeutung ‘schlaff, schwach’ wohl verwandt mit lottern, schlottern, Schleuder (s. d.) und wie diese auf eine Dentalerweiterung ie. *(s)leut-, *(s)lūt- der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ (s. schlummern) zurückzuführen. – Liederlichkeit f. ‘Unachtsamkeit, Leichtsinn, zu große Freigebigkeit’ (15. Jh.). Liederjan m., auch Liedrian ‘liederlicher Mensch’ (Mitte 19. Jh., omd.), zu Jan, Kurzform von Johann. Dazu s. Dummerjan, und Grobian.