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Kukuk

mhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Kukuk m.

Bd. 4, Sp. 741
Wossidia Kukuk m. Kuckuck, cuculus canorus: cuculus coccyx 'ein Kuckuck' Chytr. 378; Kukut RoRostock@RövershagenRöv; NHagD; Sta@User 1. in der Beobachtung des Volkes: nach der älteren Meinung verwandelt sich der Kuckuck im Winter in einen Stothawk (1885) Gü; WiWismar@PoelPoel; Goss. Was mein 46 oder einen Sperber Jb. 2, 134; der Wiedehopf wird der Köster des Kuckucks genannt, weil er einige Tage vor dem Kuckuck eintrifft und zu rufen anfängt, ihn 'anmeldet' Wo. V. 2, S. 362; Schill. Kr. 2, 12b; neun Tage vor Maidag (1. Mai) kriggt de Kukuk sin Sprak (1895) WaWaren@JabelJab, vorher hat er Hupp hupp gerufen, war also Wiedehopf Speck; Wo. V. 2, 292, worin die Vorstellung von seiner Verwandlung im Winter fortlebt; nach gewöhnlicher Annahme bleibt er bis Jakobi (25. Juli) Arch. Landesk. 1854, S. 548; neun Tage vor Jakobi muß er aufhören zu rufen, sonst birst er Wo. V. 2, S. 408; dei Kukuk swiggt ihrer nich, bet dei Meiher dei Seißel strickt ebda; wenn das Siebengestirn (das Sternbild der Plejaden) als Vorbote des Winters zu sehen ist, lett dei Kukuk dat Raupen sin RoRostock@RibnitzRibn; sie meiden sich: Kukuk un Sœbenstiern Begegent sick nich giern Schö; Reut. 4, 358; se stahn sick as Kukuk un Sähvenstiern sie können sich einander nicht vor Augen leiden N. Monschr. 4, 149; dei sünd sick so falsch as Kukuk un Sœbenstiern RoRostock@RibnitzRibn; Kukuk un Sœbenstiern! (Fluch) Bri. 5, 142; Kegelruf, wenn 7 mit dem König fallen Ma; verwünschtes Ehepaar, das sich nicht vertragen konnte Ro; wenn der Kukkuck im Frühjahr zu rufen anfängt, soll man keine Fausthandschuhe mehr tragen: lat di nich von 'n Kukuk biten zu einem, der sie noch trägt Wa; vielfach ähnl.; in einem guten Haushalt werden Schinken und Wurst nicht vor dem Kommen des Kuckucks angeschnitten: wenn de Kukuk röppt, is de Speck (Schinken) rip StaStargard@WulkenzinWulk; eine verschwenderische Hausfrau freilich hat nur noch leere Stöcke auf dem Wimen: dei smitt den Kukuk mit dat Spickholt, dei Wustspät Wa; MaMalchin@Groß MethlingGMethl; StaStargard@WulkenzinWulk; es sollte so sein: wenn dei Kukuk wegtreckt, möt 'n em mit ne Sid' Speck nahsmiten kœnen Gillh. Idiot. 4; der Maurer soll anfangen zu sparen, wenn sich der Kuckuck zuerst hören läßt GüGüstrow@SchwaanSchwaan. Die Gewohnheiten des Kuckucks werden ausgelegt: er ruft dauernd seinen eigenen Namen, weil er nichts anderes gelernt hat; gedeutet: Schimpfende beschimpfen sich selbst; röpt sinen eegenen Nahmen ut 'wird gebraucht, wenn jem. einen anderen zeihet, deß er selbst schuldig ist' Mantz. Ruh. 14, 75; as de Kukuk int Holt röppt, kriggt he Antwuurt StaStargard@WulkenzinWulk; wi willn dorbi bliben as dei Kukuk bi sinen Gesang Raabe Proph. 1848, S. 58; das Weibchen legt seine Eier in fremde Nester, als Ehebruch gedeutet: mit em geiht 't as mit 'n Kukuk, he leggt sin Ei in alle Nester (1885) GüGüstrow@BützowBütz; deutlicher: dat is so bunt, as wenn de Kukuk vœgelt (1910) StaStargard@GrammertinGramm; 'n bäten Kukuk spälen coire Wa; da der Kuckuck sein Nest liederlich baut, singt das Volk: Kukuk dee sall Schöler sin; die Schwalbe will es ihn lehren WiWismar@WarinWar; in der Vogelhochzeit halten ihm 14 Weiber Haus Wo. V. 2, 1766 a, tanzt er mit der Nachtigall 1771 und dem Kiebitz 1780, wärmt er sich mit dem Sperling am Feuer 1775 a; in Kinderreimen: de Kukuk sitt int Rühr 3, 78 a; ick hür den Kukuk ropen 79 a; De Kukuk up den Tune satt, Un dat würd' rägen un he würd' natt 2, 1751; u. v. a.; in Abzähl- und Spielreimen; mit der Vorstellung des hd. 'kucken' Kukuk spälen Versteck spielen Ro; StaStargard@FriedlandFriedl; beim Ausruf des Pudels im Kegelspiel: Anna Maria Kukut (1887) User; Maria Magdalena Pudel in 'n Sack, Kukuk (1890) Wa; Schw; als Neck- und Spottname: dei Bockupschen Kukuks Raabe Allg. Volksb. 213; de Bockuper hebben den Kukuk dot hungern laten Bartsch 1, 343; Schimpfname der Ribnitzer Jungen auf die Damgartner (1928); Schimpfworte: 'kuckuck, kabbelauskop und kabbelausdeff' (1552) Urfehdebrief Arch. Ro. 2. im Aberglauben als weissagender Vogel betrachtet, dessen Rufe die Zahl der Lebensjahre angeben, doch ohne Ernst angehört: Kukuk von 'n Häben, Wolang' sall ick noch läben? Wo. V. 2, 1295; hört man den Kuckuck morgens nüchtern, tut man im Jahr eine Schandtat LuLudwigslust@DömitzDöm; ... wird man nicht von einem tollen Hund gebissen Bartsch 2, 175; wenn der Kuckuck dicht beim Dorf ruft, gibts Unwetter oder einen Toten RoRostock@DierhagenDierh; MaMalchin@GielowGiel; wenn der Kuckuck lacht, gibts Regen; ruft der Kuckuck noch lange nach Johanni, wird das Korn teuer; anstatt des Wortes Düwel in Ausrufen und Verwünschungen: di sall dei Kukuk halen allgem.; schon Laur. Schg. 2, 316; Nd. Jb. 3, 96; du büst je woll des Kukuks (1884) GüGüstrow@BützowBütz; Plagt di de Kukuk? Reut. 7, 459; Weit de Kukuk 6, 38; hier slag' sik de Kukuk mit H. Schröd. Buerh. 1, 122; Kukuk un Sœbenstiern Bri. 5, 31; umschreibend für niemand: dat kann de Kukuk nich läsen (1907) Sta. 3. besondere Bedeutungen: Figur an den Schwarzwälder Uhren Mantz. Ruh. 3, 63; Querbalken vor dem Glerrholt am Wagen (Bd. 2, 178 und Gledd'holt); obsz. vulva; neu Pfändungssiegel des Gerichtsvollziehers. FN.: Kukuksbäk, -barg, -busch, -dik, -eik, -horst, -kul, -land, -mœhl, -soll, -stig, -wisch. Br. Wb. 2, 891; Dä. 261a; Da. 120a.
5026 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kukukstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    kukuk stm. BMZ kukuk Helbl. cukuk Mgb. 178,4. gugguc Msh. 2,4 b . guguk Ls. 2. 522,131. guckgug Altsw. 158,2. kuguck kug…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kukukM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    kukuk , M. Vw.: s. kuckuk

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kukuk

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    kuckuk , kukuk , cuculus, κόκκυξ . I I. Name und formen. I@1 1, I@1@a a) wir haben für den merkwürdigen vogel in der hau…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kukuk

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Kukuk (Cuculus) , Vogelgattung aus der Ordnung der Paarzeher, mit mäßig langem, schwach gebogenem Schnabel, kurzen, bis …

  5. modern
    Dialekt
    Kukuk

    Lothringisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Kukuk s. Guguck.

  6. Sprichwörter
    Kukuk

    Wander (Sprichwörter)

    Kukuk 1. Am funfzehnten April der Kukuk singen soll und müsst' er singen aus einem Baum, der hohl. – Schmitz, I, 171. 2.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kukuk

27 Bildungen · 27 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

kukuk‑ als Erstglied (27 von 27)

kukuken

MeckWB

kukuken Kuckuck rufen: wenn de Kukuk kümmt, kukukt he nah de sœben (Sœbenstiern) (1895) Wa Speck ; wenn de Sœbenstiern kümmt, denn kukukt he…

kukukeslove

LW

kukukes-love, Kukuksglaube, d. h. falscher, Teufelsglaube.

kukukes - lôk

LW

kukukes - lôk, Kukukslauch, Sauerampfer, alleluja in apoteca.

Kukuksbläder

MeckWBN

Wossidia Kukuksbläder n. Pl. Sauerklee, oxalis spec. D. WA. 17, 10.

Kukuksblaum

MeckWB

kukuk·s·blaum

Kukuksblaum f. Kuckucksblume: cuculi flos 'Kukucksblomen' Chytr. 502 1. Knabenkraut, orchis latifolia u. ä. Arten E. Krüg. 57; C. Arndt Flor…

Kukuksbrot

MeckWB

kukuk·s·brot

Kukuksbrot n. 1. Sauerklee, oxalis acetosella: oxytriphyllon 'Kuckucksbrodt' Chytr. 500; Siemss. Monschr. 3, 823; Nat. 2, 293; Wred. Flora 2…

Kukuksei

Wander

kukuk·sei

Kukuksei 1. Das Kukuksei wohin legen. Fremde Kräfte zu seinem Vortheil ausbeuten. So sagt Weitling: »Die Abendzeitung versuchte auf Schleich…

Kukuksgesang

Wander

kukuk·s·gesang

Kukuksgesang Es ist das alt Guckguckgesang. – Lehmann, 317, 41. Immer dieselbe Sache in derselben Weise, dasselbe Lied. Holl. : Het is koeko…

Kukukskleewer

MeckWB

kukuk·s·kleewer

Kukukskleewer m. Sauerklee, oxalis acetosella Ro Klock ; gewöhnlicher Hasenkleewer; Syn.: Kukuksbrot, -salat.

Kukuksknecht

Wander

kukuk·s·knecht

Kukuksknecht Kukuksknecht, sag' mir recht, wie lang ich leben soll ohne Mann und ohne Kind, ohne Kukuks Fingerring. So ruft man den Kukuk in…

Kukuksköster

MeckWB

kukuk·s·koester

Kukuksköster m. 'heißt der Wiedehopf allgemein' Ritt. Gr. 109; Wo. V. 2, S. 362; s. Kukuk 1; Siemss. Monschr. 3, 630; Arch. Landesk. 15, 162…

Kukuksküken

Wander

kukuk·s·kueken

Kukuksküken En Kukuksküken met in'n Kaup krîgen. – Lyra, 80. Ein Kind von anderer Vaterschaft.

Kukukskuurn

MeckWB

Kukukskuurn Pl. -küürn n. Kockelskörner Mi 47 b ; Marz. 1, 260; s. Kockelskuurn .

Kukukslakai

MeckWB

kukuk·s·lakai

Kukukslakai m. Wiedehopf, wie -köster; der Name zu erschließen aus einer Stelle bei Camm. Tid. 50: sin Ollsch (die Frau des Kuckucks) güng .…

Kukuksledder

MeckWB

kukuk·s·ledder

Kukuksledder f. kinderspr. im Abzählreim: Kukuksledder up de Lin, Kukuk sall min Höhniken sin Ha Woez .

Kukukssalat

MeckWB

kukuk·ssalat

Kukukssalat m. Sauerklee, oxalis acetosella Niem. Idiot. 15; Gillh. Nds. 4, 182 a ; so benannt, weil er in üppiger Blüte steht, wenn der Kuc…

Kukuksspi

MeckWB

kukuk·s·spi

Kukuksspi f. Schaum der cicada spumaria: 'die alte Meinung des Isidor von Sevilla, daß dieser eigentlich vegetabilische Schaum, den die Cica…

Kukuksstauhl

MeckWB

kukuk·s·stauhl

Kukuksstauhl m. von Kindern verfertigtes Binsenstühlchen Schill. Kr. 3, 7 b und Nachl. Kü. 2, 240.

Kukuksteigeli

MeckWB

Kukuksteigeli f. übertr. Unkraut Bri. 5, 139.

Kukuksvierteljohr

MeckWB

kukuk·s·vierteljohr

Kukuksvierteljohr n. das Vierteljahr vor der Ernte Ha Moor ; die Monate April, Mai, Juni; fängt nägen Dag' vör Maidag an Schö Ratz; das mage…

Kukukswörtel

MeckWB

kukuk·s·woertel

Kukukswörtel f. satyrium, orchis 'Kinderkrudt, KuckuckswOertel' Chytr. 505; gleich Kukuksblaum 1.