kribbeln
das Wort ist im gesamten Geb. allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk
-iw- [Trier (Mos,
n. Mos), Bitb, SPrüm, Wittl, Bernk (Mos) bis Zell-Alf
-īw-; vereinzelt
-ib- Wend-Steinb, Saarbr-Geisslautern, Birkf-Tiefenst, Bernk-Rhaunen, Saarl-Roden (u.
-iw-), Saarbg-Schoden, Daun-Mehren;
-īb- Bitb-Ernzen Rittersd Wiersd, Trier-Fell Mehring;
-ew- Saarbr-Feching]; Rip, Berg, Ruhr, SNfrk
-ib- [Altk-Betzd NFischb Herdrf, Siegld-Wahlb
-īb-; Altk-Mudersb
-īw-; Waldbr-Morsb
-iw-; Sol-Stdt
-eb-; uWupp
-ib- u.
-iv-; Ach-Stdt
-ev-; Kref-Anr
-īəv-; Mettm-Cronenbg
-ī·ə.w-; Erk-Elmpt
-ib-, aber
-īəv- intrans.]; Eup-Stdt
-ev- wimmeln,
-ib- kitzeln; Geld, Mörs, Klev, Rees, Dinsl
-eb- [Mörs-Neuk
-ēw-]
schw.: 1. vom Vorwärtsbewegen über etwas hin in kleinsten Bewegungen u. von kleinsten Lebewesen (im Gegens. zu krabbeln, das in der Bed.entwicklung auch weiter geht). a. herumkriechen, wimmeln. α. von Insekten; der Käfer, die Laus
kribbelt, — kribbelt fort (weg); wat do Ämmesse herömkr.; gekribbelt kunn; in einem Ameisenhaufen
kribbelt et (all durchenen), — kribbelt on krabbelt et, — kribbelt on wibbelt et, — kribbelt on wimmelt et; wat dat kribbelt on wibbelt van Seckänmesse Merz, Saarbg, Eif, Rip, NBerg, SNfrk, Klevld, —
widdelt on kriwwelt Aden-Engeln. — β. von kleinen Kindern;
wat do ävver vill Könner herömkr.; en dem Hus kribbelt et van Könnern ebd. — γ. von Sachen (selten);
der Damp kribbelt us dem Schornsten Sieg, Westerw;
dat Denge kriwelt mer gewaldig em Kop macht mir Gedanken Prüm-Mürlenb 1860;
et kribbelt em alt (schon)
ens et Woərt em Mong (Munde) NBerg (handschriftl.). — b. prickeln, Juckempfinden verspüren, bei Stauung des Blutes in den Gliedmassen, bei dem tauben Gefühl in eingeschlafenen Gliedern, vom Gefühl des Wundschmerzes;
de Hänn (Föss, Uhre udgl.)
kr. mir; et Blot (Blut)
kribbelt mir (mech); ech han Kr. (et Kr.) en den Hänn; meist
et kribbelt mer (mech) en de Hänn (
em Röck, en der Nas udgl.);
kribbelt et enen en der rechten Hand, dann moss mer Geld usgen, en der lenken, dann krig mer Geld; et kribbelt mir (mech) en de Fengere (Hänn, en all Fengere) ich möchte zufassen, losschlagen, ich bin gereizt, auch
et kribbelt mir; dann könnt et enem kr., wammer dran denk (dat ansehn moss) ich vergehe vor Ungeduld, Ärger, kann nicht mehr an mich halten, ich möchte losfahren, sinne auf Rache Rip, Allg.;
et kriwwelt mer in alle Glierer Rhfrk;
et kribbelt mer am Hetze (Herz) es nagt, wurmt mich Dür-Stdt;
wenn dat Fraumensch spelle hürt, kribbelt et em en de Ben es möchte tanzen MüEif, Allg.;
dem kribbelt et unger (unter)
de Föss (Füssen) er trippelt vor Ungeduld Rip;
et kriwwelt mech de ganz Zeit alles om Bockel ich bin sehr beunruhigt Trier-Neuhütten;
et kribbelt mech för de Oge es flimmert mir vor den Augen Kref;
dat de Lomp mech beloge hät, kribbelt mech vam Düvel eweg ärgert mich sehr Mü-Eif;
de hät det Kr. ön de Botz (Hose) er ist ungeduldig Altk-Seelb. — 2. sehr schnell über etwas (einen) hin- u. herfahren a. leicht mit den Fingerspitzen oder –nägeln die Haut berühren, um einen zu kitzeln, zu liebkosen, ihm das Jucken zu vertreiben;
ene kr.; kribbel mech es (einmal)
om Röck, ech han sunen (solchen)
Jöck do; enen em Nacke kr. Rip, Allg.;
äm (einem)
am Bart kr. ihm schmeicheln Zell-Alf, Ottw;
enem kr. dass. Bitb-Dahlem. RA.:
Wa mer dem Iəsel (Esel)
önner den Schwanz kriwelt, da scheisst er am (einem)
Frehbiren (Frühbirnen) wenn man gewissen Leuten schmeichelt, sind sie zu allen Gefälligkeiten oder Freundlichkeiten bereit Bitb-Mettend, — Streichelt man die Handfläche der Kinder, so
kribbelt (kitzelt) man zuletzt diese; man spricht dabei:
Daler, Maler (Malter,
Mart),
Köhche, Kälfche (Perdche), Schwänzche, Dänzche (Tanz)
(Kränzke, Wänzke), kribbele, kr., Kränzche (Dänzke)! Rip, SNfrk;
da kregste en Dalerchen, do gehste op de Märtchen (Markt),
do kafste (kaufst du)
en Kehche mat em Kälfche mat em blomelichen Schwänzchen, kriwele, kr., Lenzchen (Ränzchen, Wänzchen) Bitb, WMosfrk;
Salz, Schmalz, Stuppfengerche, Batschhännche, Elböəlche, kriwwele, kr., Kränzche! Wend-Winterb;
gilges, galges, Elbönchen (Ellbogen),
Stuppfingerchen, kriwweleriwwele Ränzchen! Saarl-Berus, —
Häns-che Saarbr-GrRosseln;
kriwwele, kr., Katzefoss, dat dat Mädche fehle (fühlen)
moss; Älchen, Schmälchen, kriwwel, krawwel, patsch, p., p.! Koch. Beim Kitzeln der Knie:
Kriwwele, kr., Kneche (Knie),
lach mer net, schmunzel mer net, weis mer dei weisse Hackelcher (Zähnchen)
net! Zell.
Kribbeldiback, hät Geld em Sack Spielreim beim Spiel mit aufeinandergelegten Kieselsteinen (
Bur, pass op!) Rheinb-Flamersh.
Du koəm de klene Kribbeldekrapp (das kleine Kind)
on noəhm mech all de beste Läppkes af aus einem Schlummerld. MGladb. — b. mit den Fingern sich zu schaffen machen, an etwas herumtasten, stochern, in etwas herumwühlen, –bohren; langsam, nachdenklich an etwas arbeiten, mit (unnützen) Kleinigkeiten sich beschäftigen, basteln;
am Dreck kr.; en de Hor eromkr.; en der Nas kr. Saar, Trier; basteln, zögern Kreuzn, Wend; basteln Birkf-Tiefenst, Neuw-Linz, Sol-Opladen; Messer putzen Wittl-Meerf. RA.:
E lesst (lässt)
sich net ger an der Nas kr. ist gern ungestört Ottw-Scheuern.
Un (an)
em Ei kamer e ganzen Dag kr. zu dem langsamen Arbeiter Trier-Mehring. — c. kritzeln, klein, schlecht, unleserlich schreiben;
watste do gekribbelt häs, kann ken Sau lese Rip, Sol, Eup, SNfrk, Geld, Klev, Rees, Ruhr. —
d. leicht drüber eggen Bergh-Königshv, Grevbr-Elfgen, MGladb-Odenk. — e. Obst stehlen, stibitzen Saarbg-Schoden. —
f. übertr. α. eine Sache
kribbelt einen, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen, bohrt an ihm, nagt am Herzen, wurmt ihn Prü
m. — β. nachsinnen, grübeln, sich Gedanken machen, geheim nachforschen;
am kr. sein; iwer ebbes kr.; einer Sache
nokr. Birkf-Idar, Saarbg, Bitb, Prüm, Neuw (nicht kurköln.). — γ. Streit hervorrufen durch Hetzen, indem man alte Sachen immer wieder vorbringt Wend-Sien, Kreuzn-Bretzenh, Neuw-Datzeroth. — δ. zu Unrecht mit allem unzufrieden sein, nörgeln, bekritteln;
du häst och ömmer ze kr. Altk-Betzd NFischb, Neuw-Datzeroth, möglich auch Rip, SNfkr. — Abl.:
die Kribbelerei, dat Gekribbel(s) das lästige Kr., Gewimmel, zu kleine Früchte.