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kribbeln

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

kribbeln

Bd. 4, Sp. 1482
kribbeln das Wort ist im gesamten Geb. allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk -iw- [Trier (Mos, n. Mos), Bitb, SPrüm, Wittl, Bernk (Mos) bis Zell-Alf -īw-; vereinzelt -ib- Wend-Steinb, Saarbr-Geisslautern, Birkf-Tiefenst, Bernk-Rhaunen, Saarl-Roden (u. -iw-), Saarbg-Schoden, Daun-Mehren; -īb- Bitb-Ernzen Rittersd Wiersd, Trier-Fell Mehring; -ew- Saarbr-Feching]; Rip, Berg, Ruhr, SNfrk -ib- [Altk-Betzd NFischb Herdrf, Siegld-Wahlb -īb-; Altk-Mudersb -īw-; Waldbr-Morsb -iw-; Sol-Stdt -eb-; uWupp -ib- u. -iv-; Ach-Stdt -ev-; Kref-Anr -īəv-; Mettm-Cronenbg -ī·ə.w-; Erk-Elmpt -ib-, aber -īəv- intrans.]; Eup-Stdt -ev- wimmeln, -ib- kitzeln; Geld, Mörs, Klev, Rees, Dinsl -eb- [Mörs-Neuk -ēw-] schw.: 1. vom Vorwärtsbewegen über etwas hin in kleinsten Bewegungen u. von kleinsten Lebewesen (im Gegens. zu krabbeln, das in der Bed.entwicklung auch weiter geht). a. herumkriechen, wimmeln. α. von Insekten; der Käfer, die Laus kribbelt, kribbelt fort (weg); wat do Ämmesse herömkr.; gekribbelt kunn; in einem Ameisenhaufen kribbelt et (all durchenen), kribbelt on krabbelt et, kribbelt on wibbelt et, kribbelt on wimmelt et; wat dat kribbelt on wibbelt van Seckänmesse Merz, Saarbg, Eif, Rip, NBerg, SNfrk, Klevld, — widdelt on kriwwelt Aden-Engeln. — β. von kleinen Kindern; wat do ävver vill Könner herömkr.; en dem Hus kribbelt et van Könnern ebd. — γ. von Sachen (selten); der Damp kribbelt us dem Schornsten Sieg, Westerw; dat Denge kriwelt mer gewaldig em Kop macht mir Gedanken Prüm-Mürlenb 1860; et kribbelt em alt (schon) ens et Woərt em Mong (Munde) NBerg (handschriftl.). — b. prickeln, Juckempfinden verspüren, bei Stauung des Blutes in den Gliedmassen, bei dem tauben Gefühl in eingeschlafenen Gliedern, vom Gefühl des Wundschmerzes; de Hänn (Föss, Uhre udgl.) kr. mir; et Blot (Blut) kribbelt mir (mech); ech han Kr. (et Kr.) en den Hänn; meist et kribbelt mer (mech) en de Hänn (em Röck, en der Nas udgl.); kribbelt et enen en der rechten Hand, dann moss mer Geld usgen, en der lenken, dann krig mer Geld; et kribbelt mir (mech) en de Fengere (Hänn, en all Fengere) ich möchte zufassen, losschlagen, ich bin gereizt, auch et kribbelt mir; dann könnt et enem kr., wammer dran denk (dat ansehn moss) ich vergehe vor Ungeduld, Ärger, kann nicht mehr an mich halten, ich möchte losfahren, sinne auf Rache Rip, Allg.; et kriwwelt mer in alle Glierer Rhfrk; et kribbelt mer am Hetze (Herz) es nagt, wurmt mich Dür-Stdt; wenn dat Fraumensch spelle hürt, kribbelt et em en de Ben es möchte tanzen MüEif, Allg.; dem kribbelt et unger (unter) de Föss (Füssen) er trippelt vor Ungeduld Rip; et kriwwelt mech de ganz Zeit alles om Bockel ich bin sehr beunruhigt Trier-Neuhütten; et kribbelt mech för de Oge es flimmert mir vor den Augen Kref; dat de Lomp mech beloge hät, kribbelt mech vam Düvel eweg ärgert mich sehr Mü-Eif; de hät det Kr. ön de Botz (Hose) er ist ungeduldig Altk-Seelb. — 2. sehr schnell über etwas (einen) hin- u. herfahren a. leicht mit den Fingerspitzen oder –nägeln die Haut berühren, um einen zu kitzeln, zu liebkosen, ihm das Jucken zu vertreiben; ene kr.; kribbel mech es (einmal) om Röck, ech han sunen (solchen) Jöck do; enen em Nacke kr. Rip, Allg.; äm (einem) am Bart kr. ihm schmeicheln Zell-Alf, Ottw; enem kr. dass. Bitb-Dahlem. RA.: Wa mer dem Iəsel (Esel) önner den Schwanz kriwelt, da scheisst er am (einem) Frehbiren (Frühbirnen) wenn man gewissen Leuten schmeichelt, sind sie zu allen Gefälligkeiten oder Freundlichkeiten bereit Bitb-Mettend, — Streichelt man die Handfläche der Kinder, so kribbelt (kitzelt) man zuletzt diese; man spricht dabei: Daler, Maler (Malter, Mart), Köhche, Kälfche (Perdche), Schwänzche, Dänzche (Tanz) (Kränzke, Wänzke), kribbele, kr., Kränzche (Dänzke)! Rip, SNfrk; da kregste en Dalerchen, do gehste op de Märtchen (Markt), do kafste (kaufst du) en Kehche mat em Kälfche mat em blomelichen Schwänzchen, kriwele, kr., Lenzchen (Ränzchen, Wänzchen) Bitb, WMosfrk; Salz, Schmalz, Stuppfengerche, Batschhännche, Elböəlche, kriwwele, kr., Kränzche! Wend-Winterb; gilges, galges, Elbönchen (Ellbogen), Stuppfingerchen, kriwweleriwwele Ränzchen! Saarl-Berus, — Häns-che Saarbr-GrRosseln; kriwwele, kr., Katzefoss, dat dat Mädche fehle (fühlen) moss; Älchen, Schmälchen, kriwwel, krawwel, patsch, p., p.! Koch. Beim Kitzeln der Knie: Kriwwele, kr., Kneche (Knie), lach mer net, schmunzel mer net, weis mer dei weisse Hackelcher (Zähnchen) net! Zell. Kribbeldiback, hät Geld em Sack Spielreim beim Spiel mit aufeinandergelegten Kieselsteinen (Bur, pass op!) Rheinb-Flamersh. Du koəm de klene Kribbeldekrapp (das kleine Kind) on noəhm mech all de beste Läppkes af aus einem Schlummerld. MGladb. — b. mit den Fingern sich zu schaffen machen, an etwas herumtasten, stochern, in etwas herumwühlen, –bohren; langsam, nachdenklich an etwas arbeiten, mit (unnützen) Kleinigkeiten sich beschäftigen, basteln; am Dreck kr.; en de Hor eromkr.; en der Nas kr. Saar, Trier; basteln, zögern Kreuzn, Wend; basteln Birkf-Tiefenst, Neuw-Linz, Sol-Opladen; Messer putzen Wittl-Meerf. RA.: E lesst (lässt) sich net ger an der Nas kr. ist gern ungestört Ottw-Scheuern. Un (an) em Ei kamer e ganzen Dag kr. zu dem langsamen Arbeiter Trier-Mehring. — c. kritzeln, klein, schlecht, unleserlich schreiben; watste do gekribbelt häs, kann ken Sau lese Rip, Sol, Eup, SNfrk, Geld, Klev, Rees, Ruhr. — d. leicht drüber eggen Bergh-Königshv, Grevbr-Elfgen, MGladb-Odenk. — e. Obst stehlen, stibitzen Saarbg-Schoden. — f. übertr. α. eine Sache kribbelt einen, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen, bohrt an ihm, nagt am Herzen, wurmt ihn Prüm. — β. nachsinnen, grübeln, sich Gedanken machen, geheim nachforschen; am kr. sein; iwer ebbes kr.; einer Sache nokr. Birkf-Idar, Saarbg, Bitb, Prüm, Neuw (nicht kurköln.). — γ. Streit hervorrufen durch Hetzen, indem man alte Sachen immer wieder vorbringt Wend-Sien, Kreuzn-Bretzenh, Neuw-Datzeroth. — δ. zu Unrecht mit allem unzufrieden sein, nörgeln, bekritteln; du häst och ömmer ze kr. Altk-Betzd NFischb, Neuw-Datzeroth, möglich auch Rip, SNfkr. — Abl.: die Kribbelerei, dat Gekribbel(s) das lästige Kr., Gewimmel, zu kleine Früchte.
6190 Zeichen · 93 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kribbelnv., intrs, trs, ntr

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Kribbeln , v. I) intrs . sich in Menge unter einander und lebhaft bewegen, von kleinen Ziefern, z. B. Ameisen, Fliegen …

  2. modern
    Dialekt
    kribbelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    kribbeln schw. : 1. 'wimmeln, in Bewegung sein', kriww(e)le (griwələ, griwlə) [vereinzelt]. RA.: An dem griwwelt un wiww…

  3. Spezial
    kribbeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    krib|beln vb.intr. 1 (jucken) beché (beca), pizié (pizia), fá la beca 2 (in den Gliedern) sformiblé (-lëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kribbeln

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

kribbeln‑ als Erstglied (1 von 1)

Kribbelnuß

PfWB

kribbel·nuss

Kribbel-nuß f. : 1. 'harte Nuß, Steinnuß', Kriww(e)lnuß (griwəlnus, griwl-) [BZ-Dernb Keiler 159 Don-Schowe Torscha Tscherwk]. — 2. a. 'Nörg…

Ableitungen von kribbeln (1 von 1)

bekribbeln

RhWB

be-kribbeln: etwas b., sich um etwas balgen Altk-Hellert .