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krawall

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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10
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2

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krawall m.

Bd. 11, Sp. 2125
krawall, m. tumultus, ein merkwürdiges, zugleich ziemlich neues und doch altes wort. 11) während es bis vor kurzem in den wbb. meist fehlte, ist es jetzt allgemein gebraucht. [] 1@aa) von einem vorübergehenden aufruhr, bei dem der straszenlärm die hauptsache ist: straszenkrawall, arbeiterkrawall, brotkrawall (wegen brottheuerung), schneiderkrawall (Gervinus gesch. des 19. jh. 8, 672); schade dasz ich nicht in Paris bin, ich sähe gar zu gern einmal etwas andres als einen Münchener bier- oder Lolakrawall. Max Waldau nach der natur 2, 266. in der Paulskirche i. j. 1848 sprach Welcker von einer krawallsouveränität. 1@bb) längst auch allgemein für lärmendes treiben überhaupt: die kinder oder die schüler machen krawall, auch machen einen heidenkrawall u. ä.; was soll der krawall?! 22) die ursprungsverhältnisse sind sehr merkwürdig. 2@aa) im Rheinlande geht die angabe, es sei dort aufgekommen in den aufständen des j. 1830 (Weigand 1, 636), besonders von Hanau aus 'in kurs gesetzt' (Vilmar kurhess. idiot. 224); es mag damals durch die zeitungen in die gebildete sprache gekommen sein. doch hab ich von alten leuten gehört, in Sachsen und Thüringen, die sich seiner aus ihrer jugend schon erinnern wollten, selbst aus vorigem jahrh. Jetzt gilt es auch in Schweden in dem politischen sinne (nicht bei Rietz), seit dem j. 1848 wie mir ein Schwede angab. aber auch dort will es ein glaubwürdiger zeuge schon i. j. 1822, bei seinem eintritt ins gymnasium, haben kennen lernen. dem nl. ist es fremd. 2@bb) die aufklärung des wortes mit seiner fremdartigen betonung wird sich in Frankreich, in den ostfranz. mundarten finden. das frz. wort für straszenlärm, katzenmusik, charivari, das in alter zeit viele nebenformen hatte (s. Diez 243 fg.), hiesz im 14. 15. jh. auch charivalli, charavallium, provenz. caravil, s. G. Phillips über den ursprung der katzenmusiken 1849 s. 6. 64 (in den verm. schriften 1860 3. bd.). diese form müszte sich in den mundarten an der deutschen gränze erhalten und ins Rheinland verpflanzt haben, dasz sie dort als krawáll i. j. 1830 oder früher aus der volkssprache auftauchen konnte. wie das frz. charivari eig. ein volksgericht in ehesachen ist, so beschreibt Schmitz 1, 63 ein solches von der Eifel, bestehend in einer katzenmusik mit kesseln, peitschen u. s. w., ähnlich dem bair. haberfeldtreiben, es heiszt aber das thier jagen. 2@cc) erwähnenswert ist, dasz das wort auch in England aufzutauchen scheint, in 'carboil, a tumult' Halliwell 232a, wie die gemeinfranz. form mit der franz. bed. in Schottland auftritt als carrywarry, kirrywery bei Jamieson. anderseits erscheint die silbe kra (kar) auch bei uns in wörtern gleicher bed., z. b. in krakeel, in osterländ. kratêps gleich têps m., tobender lärm; s. auch kartummel sp. 217 unten und karjammer das. (cartumel aus älterer zeit bei Kehrein kirchenl. 707, 25, cardumel Birl. Augsb. wb. 269a, ain spruch von dem kartumel im Bairland Liliencr. 2, 500)
2968 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    krawallm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    krawall , m. tumultus, ein merkwürdiges, zugleich ziemlich neues und doch altes wort. 1 1) während es bis vor kurzem in …

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Krawall

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Krawall , ein erst in der Neuzeit aufgekommenes Wort, soviel wie Aufruhr, Tumult; wird vom mittellat. charavallium (fran…

  3. modern
    Dialekt
    Krawallm.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia Krawall Kerwall m. Lärm, Zank: Krawall maken Ha Hagenow@Redefin Red ; Kerwall Wa; Kraweil ebda; Krawol Schö Sch…

  4. Sprichwörter
    Krawall

    Wander (Sprichwörter)

    Krawall 1. Nur keinen Krawall! 2. Was für ein Krawall ist das! Wo Heinrich Koenig in seiner Selbstbiographie: Ein Stille…

  5. Spezial
    Krawall

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kra|wall m. (-s,-e) 1 (Lärm) vera (veres) f. , crabal (-bai) m. 2 (Auseinandersetzungen, Aufruhr) tumult (-lc) m. , insu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krawall

19 Bildungen · 17 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von krawall 2 Komponenten

kra+wall

krawall setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

krawall‑ als Erstglied (17 von 17)

krawallesk

WWB

krawall·esk

kraw a llesk Adj. [verstr.] 1. übermütig. — 2. unbedacht ( WmWb ). ⟨ - wal - u. - wäl - ⟩

krawallig

RhWB

krawallig  Adj.: 1. -a·l.- streitsüchtig MülhRh-OReudenb . — 2. -ę- widerspenstig Eup .

krawalljes

RhWB

krawall·jes

krawalljes  Saarl-Hüttersd : im Handkitzelvers: giljes, galjes, kr. dabei wird in der Handfläche eines Kindes gekribbelt.

Krawallmächer

RhWB

Krawall-mächer (s. S.) Allg. m.: einer, der Krawall stiftet.

krawall als Zweitglied (2 von 2)

straszenkrawall

DWB

straszen·krawall

straszenkrawall , m. , abschätzige bezeichnung des aufruhrs: die arme preuszische revolution nicht vor dem schicksale retten können, ein paa…