Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
kapern
kapern
kapern Vb. ‘ein Schiff aufbringen’ (17. Jh.), übertragen ‘etw. an sich bringen, sich einer Sache bemächtigen’, abgeleitet von (heute unüblichem) 2Kaper m. ‘privates bewaffnetes Schiff in Handelskriegen, das mit einer staatlichen Vollmacht feindliche Schiffe erbeuten darf’, auch ‘Freibeuter’, Übernahme (17. Jh.) von nl. kaper ‘Seeräuber, Freibeuterschiff’, einer Substantivbildung zu nl. kapen ‘Seeräuberei treiben’. Weitere Anknüpfungen sind unsicher. Man kann von afries. kāpia ‘kaufen’ (zu afries. kāp ‘Kauf’) ausgehen, das euphemistisch für ‘Seeräuberei treiben’ eingetreten sein mag. Aber auch Verbindungen zu nl. kaap ‘Kap, Vorgebirge’ (s. Kap) oder zu mnl. cāpen ‘Ausschau halten’ (vgl. mnd. kāpen, mhd. kapfen, kaffen ‘verwundert schauen’) lassen sich herstellen, da sowohl ein erhöhtes Vorgebirge als Ausguck wie auch das eifrige Ausschauhalten nach fremden Schiffen für die Seeräuberei von Belang sind. Welches dieser Wörter als Ausgangsform anzusehen ist, welchem lediglich Einfluß auf die Entwicklung zugeschrieben werden kann, ist nicht zu entscheiden. – Kaperschiff n., dt. Sprachgewohnheiten folgende verdeutlichende Bildung (18. Jh.) für Kaper m. (s. oben).