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kante

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kante

Bd. 11, Sp. 173
kante , f. margo, ora, rand, ecke, scharfe seite, ein nd. wort, erst im 17. jh. wie es scheint in die schriftsprache eingeführt, mnl. cant m., nnl. kant m., niederrh. im Karlmeinet 85, 29. 178, 35 kant schildrand, doch in md. mundarten, wie sächs. thür. jetzt völlig heimisch. engl. cant (altengl. cantel, s. Halliw. 230b), n. schwed. norw. kant m., isl. kantr, aber nicht altn., ags.; altfries. kant in fiuwerkant 'auf der vierten seite' Richth. 745a. auch altfranz. cant ecke, winkel, ebenso ital. span. port. canto. über der abstammung liegt dunkelheit; auch griech. κανθός augenwinkel, lat. canthus eisenreif um das rad (mlat. speiche, felge Dief. 96b) kommen dabei in frage, denn canthus erklärt Quintilian für africanisch oder hispanisch, und kymr. cant ist umzäunung, kreis, radschiene, rand, vereinigt also alle vorhandnen bedeutungen. s. Diez 85, der das deutsche wort für kelt. entlehnung hält. aber auch slav., poln. kant m. ecke, rand, das zwar entlehnt sein mag (wie lett. kante f., ehstn. kant), aber heimisches aussehen hat poln. kt winkel, böhm. kout, slov. kót u. s. w., s. weiter Diefenbach origines europaeae 278 ff. merkw. eine glosse des 15. jh. in md. vocc. 'canticus ranft, ramft' Dief. 96b; was ist das ahd. 'ein kant plates pagina' Graff 4, 455 ? eine roman. erweiterung ist it. cantone, franz. span. port. canton ecke, landschaft; son. kant gegend, nl. bei Kil., wie auch it. canto, vgl.ort. ein schweiz. ausdruck ist braue, brauwe f., scharfer rand z. b. eines holzes Stalder 1, 220. 11) nd. kante ist ecke, spitze, ferner rand; daher seekante küste (davon wol lapp. kadde ufer): mag ick der nich gôn spazeren an de kant von de rûskende sê? ... se plücket wol alle de blömkes de an de sêkante sind. Uhlands volksl. 200, auch das kant Rein. vos 796 meint wol seeküste, Elvkant Elbstrand Schütze 2, 222. daher nennt Opitz nach dem nl. die syrische küste der Damascener kant (Voss anm. zur Luise 3, 2, 618), kante küste Rädlein, meereskante Dingelstedt ged. (1845) 471. Aber auch der winkel, die ecke von innen gesehen, daher an de kante, bei seite brem. wb., bî de kant Fromm. 3, 276, 98; dann seite überhaupt, binnenkante und bûtenkante, innere und auszenseite, bei Frisch aber binnenkante binnenwinkel. Von nhd. wbb. gibt es zuerst Schottel 1342, kant f., Stieler 928 kant und kante, angulus, ora, extremitas, auf allen kanten undique (nrh. an gêner kânt nirgends Fromm. 5, 519, im Hunsrück uf alle kante auf jede art und weise, bei jeder gelegenheit). man braucht es hd. hauptsächlich für rand, das hervorstehende äuszerste an allerlei gegenständen das sich als spitze oder linie darstellt, hauptsächlich letzteres: die beiden oder die vier kanten eines bretes, die kante eines tisches, eines steins; die dickeste kante, den astigsten theil des bretes. Lessing 7, 208; nur frisch ans werk! die spitze, die mich bannte, sie sitzt ganz vornen an der kante (der schwelle). Göthe 12, 78; und so gibts (im Jura) gar zierlich ausgeschweifte höhlen und löcher, die wann sie mit scharfen kanten und spitzen zusammen treffen, sich seltsam zeichnen. 16, 224, vgl. scharfkantig; und so hüpft er auf die masse dieses felsens, von der kante zu dem andern, und umher so wie ein ball geschlagen springt. Göthe 41, 229; in der hand die goldne leier, völlig wie ein kleiner Phöbus, tritt er wolgemuth zur kante (des felsens), zu dem überhang. 41, 230; jeder sonnige hügel war benutzt (zum weinbau), bald aber bewunderten wir schroffe felsen am strom auf deren schmalen vorragenden kanten wie auf zufälligen naturterrassen der weinstock zum allerbesten gedieh, 30, 176. man stellt ein bret u. ä. auf die kante, die hohe kante, dasz es mit der andern kante nach oben steht: alle straszen (in Venedig) sind geplattet, selbst die entferntesten quartiere wenigstens mit backsteinen auf der hohen kante ausgesetzt (als pflaster). Göthe 27, 108. auch der rand am stück tuch wird kante genannt. 22) auszerdem kam es in einem besondern gebrauch seit dem 17. jh. ins hd. aus dem nl. (canten pl. Binnaert), von zacken oder 'spitzen' als schmuck, Brüsseler kanten, Brabanterkanten, franz. dentelles, engl. point, das span. randa, port. renda aber, von gleicher bedeutung, ist unser rand (Diez 281). in einer Mindener kleiderordnung von 1674 (P. Wigand beitr. 236. 237) wird den frauen und jungfrauen des zweiten und dritten standes verboten die hauben und halskragen auf die neue mode mit kanten und spitzen zu besetzen, vollends aber bei kindern und säuglingen die mützen mit güldenen und silbernen kanten und gaullaunen besetzt; kanten von weiszzeug werden nachher besonders erwähnt als weisze linnen knüppels oder spitzen; doch ist das. 237 erwähnt dasz schon die ordnung von 1658 ihnen zwo seidene spitzen oder canten erlaubt habe. cante, schmale von gold ober silber gekleppelte spitze an halstüchern u. dergl. Amaranthes frauenzimmerlex. (1715) 295; mit der brüsselschen kante, die ihren busen nicht deckte. Wieland Amadis (1771) 1, 45, der sing. von dem ganzen stück, zeug. gewöhnlich im pl., so schon Rädlein 'kanten, spitzen': brachte die müze sodann, die batistene, welche mit rothem, flammig gekräuseltem band und dem quast von kanten gezieret. Voss Luise 3, 2, 618. der silberschein der Brüssler kanten. Thümmel 3, 338; er schrieb ihr ein briefchen auf seidenpapier, umrändelt mit goldenen kanten. Bürger (1789) 2, 167. es gibt gestickte kanten, gewirkte, gedruckte, genähte an taschentüchern, kragen und anderm weiblichen putz, desgl. an fenstervorhängen u. s. w., vgl. käntchen. auch in der stubenmalerei und an tapeten heiszt der arabeskenartige rand der sich unter der decke hinzieht, die kante, blumenkante, fruchtkante; beide letztere ausdrücke auch von kleidern, wie perlenkante, spitzenkante, silberkante u. dgl. vgl. kanten 1, b. manche schmetterlingsflügel sind wie mit kleinen zarten kanten besetzt; daher heiszen (sächs. thür.) manche schmetterlingsarten selbst kante.
5962 Zeichen · 155 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kante

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    kante , kantel s. kanne, s. kannel.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kanteF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    kante , F. nhd. Kante, Ecke, Winkel Vw.: s. gimpen-, sē-, slap- Hw.: s. kant (1); vgl. mnl. cante, mhd. kantenære E.: s.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kante

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Kante , plur. die -n, ein besonders im Nieders. übliches Wort. 1) Eigentlich, die Ecke, scharfe Seite eines Dinges. …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kante

    Goethe-Wörterbuch

    Kante -nnt- Schreiberh B4,72,16 a durch das äußere Winkeleck zweier aneinanderstoßender (ebener) Flächen gebildete Linie…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kante

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kante , der geradlinige Durchschnitt von zwei einen Körper begrenzenden Ebenen.

  6. modern
    Dialekt
    Kante

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kante I [Khàntə Hi. ] f. Linie am Schuh, wo Oberleder und Sohle einander berühren.

  7. Spezial
    Kantef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Kante , f ребро , ср [Linie in einem Baumgraphen]

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88 Knoten, 77 Kanten

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kante

104 Bildungen · 80 Erstglied · 22 Zweitglied · 2 Ableitungen

kante‑ als Erstglied (30 von 80)

Kante I

SHW

Kante I Band 3, Spalte 1087-1088

Kante II

SHW

Kante II Band 3, Spalte 1089-1090

Kante(n)bürsteⁿ

Idiotikon

Kante(n)bürsteⁿ Band 4, Spalte 1610 Kante(n)bürsteⁿ 4,1610

Kante(n)setzer

Idiotikon

Kante(n)setzer Band 7, Spalte 1719 Kante(n)setzer 7,1719

Kante(n)spüeler N

Idiotikon

Kante(n)spüeler N. Band 10, Spalte 202 Kante(n)spüeler N. 10,202

Kante (Cantharus, Kandel, Kanne)

Wander

Kante (Cantharus, Kandel, Kanne) Kante (Cantharus, Kandel, Kanne). lch muss mich hinfürt mehr an die kante halten. – Tappius, 193 b . Ueber …

Kanteder

MeckWB

kant·eder

Kanteder m., n. Katheder, Lehrstuhl in Kirche, Schule und Universität, das hd. Katheder, das von den Schuljungen als Sitz des Kantors ( s. K…

Kantelberch

KöblerMnd

kantel·berch

Kantelberch , ON nhd. Canterbury E.: s. ne. Cantwaraburig, ON, „Burg der Leute von Kent“, Canterbury; s. mlat. Cantuāria, F.=ON, Canterbury;…

Kántele

Meyers

kant·ele

Kántele , finn. Nationalinstrument, eine Art Zither, nach »Kalewala« (s. d.) von Wäinämöinen aus dem Kiefer eines riesigen Hechts und den Lo…

kantelen

WWB

kant·elen

kantelen V. 1. Natursteine winklig behauen ( Det Is ). — 2. etwas Eckiges umwälzen und auf die Kante stellen ( Ahs St).

kanteln

DWB

kant·eln

kanteln , deminutiv zum folgenden, z. b. den walfisch kanteln, umdrehen, nachdem er gefangen beim schiffe liegt; auch etwas auf die kante st…

Kante (Margo, Ora, Rand, Ecke)

Wander

Kante (Margo, Ora, Rand, Ecke) Kante (Margo, Ora, Rand, Ecke). 1. Je schärfer die Kanten, je grösser die Funken. 2. 'T hang't in d' Kant' as…

Kantemir

Herder

kant·emir

Kantemir , Demetrius, Hospodar der Walachei, bewog Peter d. Gr. 1711 zum Kriege gegen die Türkei und flüchtete nach dessen unglücklichem Aus…

Kantenball

RhWB

kanten·ball

Kanten-ball -balχəs Kreuzn ; -bāl Prüm-Wawern ; -bal Dür m.: Ballsp.; vier Kinder stehen auf den Kanten eines Quadrates, vier andere im Quad…

Kantenbrett

Campe

kanten·brett

† Das Kantenbrett , des — es, Mz. die — er , so viel als Topfbrett und Milchbrett.

Kantenbrot

MeckWB

kanten·brot

Kantenbrot n. Brot, das im Backofen am Ende der aneinandergeschobenen Brote gelegen hat und daher eine hart gebackene Kante hat Ro.

kantengieszer

DWB

kantengieszer , s. kannengieszer: dem kantengieszer sol von einem pfund zottkannen, fläschen, dellern, handfässer, lavoren ( lavoir ) macher…

kante als Zweitglied (22 von 22)

Alakante

KöblerMnd

*ala·kante

*Alakante , ON nhd. Alicante (spanische Hafenstadt) Hw.: s. alakantenwīn E.: s. ON Alicante, s. arab. Al Lucant, lat. Lūcentum, F.=ON, Lucen…

gimpenkante

KöblerMnd

gimpen·kante

gimpenkante , F. nhd. Gimpe Hw.: s. gumpenkante, gimpe E.: ?, kante? L.: MndHwb 1/2, 116 (gimpenkante) Son.: jünger, Zierfaden bei dem Baumw…

mēdeprēdikante

KöblerMnd

mēdeprēdikante , M. nhd. Mitprediger, Pfarrvikar, Kollaborator E.: s. mēde (1), prēdikante L.: MndHwb 2, 936 (mēdepersône/mēdeprēdicante) So…

nēvenprēdikante

KöblerMnd

nēvenprēdikante , M. nhd. Hilfsprediger, Kaplan E.: s. nēven (2), prēdikante L.: MndHwb 2, 1096 (nēvenpredikante)

Pfründkante

DRW

Pfründkante, f. zu 1Kante mit Wein gefülltes Gefäß bestimmter Größe als Versorgungsbestandteil in einem Kloster vgl. Pfründe (IV) vnd soll e…

predikante

LW

predikante, sw. m. Prediger, bes. der evangelische; predik-ampt, dessen Beruf und Stand.

prēdikante

KöblerMnd

prēdikante , sw. M. nhd. Prediger, Prädikant, Geistlicher der im Gottesdienst predigt, Mensch mit geistlicher Grundausbildung der den Pfarre…

schenkkante

DWB

schenk·kante

schenkkante , f. ( s. kante theil 5, sp. 172): schenckkant (die) nimbus Maaler 349 c .

Schlotskante

Wander

schlot·s·kante

Schlotskante De êrst up de Schlôtskant steit, de stöt't se der gau herin. ( Ostfries. ) – Bueren, 291; Eichwald, 1745; Frommann, IV, 286, 39…

seekante

DWB

see·kante

seekante , f. , häufig zu seekant gekürzt, seeküste, ufer des meeres, besonders nd. ( vgl. waterkant, wasserkante), s. Adelung. Eggers 1, 12…

slapkante

KöblerMnd

slap·kante

slapkante , F. nhd. „Schlappkante“, schlaffe Kante als Besatz E.: s. slap, kante L.: MndHwb 3, 262 (slapkante)

Slôtskante

Wander

slot·s·kante

Slôtskante De êrst up de Slôtskante steit, de stött se gau herin. ( Ostfries. ) – Frommann, IV, 288, 398. Wer erst am Ufer des Grabens steht…

statprēdikante

KöblerMnd

stat·prēdikante

statprēdikante , M. nhd. Stadtprediger E.: s. stat (2), prēdikante L.: MndHwb 3, 437 (statpōrte/statprêdicante)

Stōßkante

Adelung

stoss·kante

Die Stōßkante , plur. die -n, ein Nahme, welchen im Schiffbaue auch die Barkhölzer führen, oder die langen hölzernen Ränder, welche in der ä…

stubenkante

DWB

stuben·kante

stubenkante , f. : für speis und laun einem keszler von einer grausen stubenkanten zu byetzen ( d. i. büezen flicken ) Alemannia 10, 86, vgl…

sēkante

KöblerMnd

sēkante , F. nhd. „Seekante“, Wasserkante, Seeseite, Küste Hw.: s. sēkant E.: s. sē (1), kante W.: s. nhd. Seekante, F., Seeküste, Meeresufe…

Trankkante

DRW

trank·kante

Trankkante, f. Kanne best. Größe (als Hohlmaß) für den Getränkeausschank; meton. die damit ausgeschenkten Getränke vgl. 1Kante dem wirth zum…

wahnkante

DWB

wahn·kante

wahnkante , f. die kante eines balkens, die nicht gradlinig verläuft, sondern einwärts gehende stellen hat, die von der rundung des baumstam…

Ableitungen von kante (2 von 2)

erkante

Lexer

er-kante swm. ib. der bekannte Griesh.

urkante

DWB

urkante , f. , kante des urgesteins J. G. Kohl Alpenreisen 3, 250 . —