Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Kabinett n.
Kabinett n.
Kabinett n. ‘kleines Zimmer, Nebenraum’. Im 16. Jh. wird mfrz. cabinet ‘kleines Zimmer, Kammer’ entlehnt. Es ist wohl das Deminutivum von frz. cabine ‘kleiner Raum’, das aus apikard. cabine ‘Kneipe für Glücksspiele’, einem gaunersprachlichen, etymologisch ungeklärten Wort, hervorgegangen ist. Mit späteren, im Frz. entstandenen Bedeutungen wird cabinet neu entlehnt; vgl. ‘Arbeitszimmer eines Fürsten oder Ministers’ (17. Jh.), dann ‘Geheimkanzlei, Ministerrat, Regierung’ und ‘Raum zur Aufbewahrung und Ausstellung von Sammlungen’ (18. Jh.), z. B. Raritätenkabinett ‘Sammlung seltener und merkwürdiger Dinge’ (17. Jh.), Münzkabinett, Naturalienkabinett (18. Jh.), Wachsfigurenkabinett (19. Jh.). Kabinettstück n. ‘besonders wertvolles Stück einer Sammlung’ (18. Jh.), übertragen (wohl unter Anspielung auf Kabinett ‘fürstliche Geheimkanzlei’; vgl. Bubenstück machiavellistischer Kabinettspolitik, Lassalle) ‘besonders geschicktes und kluges oder raffiniertes Vorgehen’ (19. Jh.), älter Kabinettstückchen (Lessing).