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humpe

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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6
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6

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

humpe f.

Bd. 10, Sp. 1907
humpe, humpen, f. und m. groszes trinkgefäsz. auffallend ist, dasz dieses wort bis jetzt vor dem 17. jahrh., wo es im östlichen Mitteldeutschland vorkommt und von da aus sich verbreitet, nicht nachgewiesen werden kann, da es doch als ein uraltes sich durch die vergleichung verwandter sprachen kennzeichnet: es entspricht genau dem griech. κύμβος gefäsz, becher, κύμβη gefäsz, becher, kahn, ohne nasal κύβας urne, aschenkrug, sanskr. kumbha-s topf, krug, urne, aschenkrug (Fick 45), und gehört zu jener wurzel, die auch in haube, haufe und haupt liegt und sp. 565. 583. 596 besprochen wurde. wenn aber Kilian ein niederländisches hompe, pars abscissa, extrema pars abscissa, hompe broods, cuneus panis, pars panis instar cunei abscissa, frustum praecidaneum, mit dem verbum hompen abscindere partes extremas anführt, das in der bedeutung an das sanskr., zu den vorhin genannten wörtern in engster verwandtschaft stehende kumba kopf, dickes ende eines holzes, reicht, so legt dieses gleichformige niederl. wort, mit berücksichtigung des griech. κύμβη kahn, die vermutung nahe, dasz humpe einst einmal nichts bedeutet hat, als ein ausgehöhlter klotz, ein durch schnitzen hergestelltes holzgefäsz, und erst viel später zu seiner jetzigen bedeutung gelangt ist, was durch das aus dem Schwäbischen von Schmid 291 beigebrachte masc. hump, 'groszes weites trinkgefäsz, unten ohne fusz, folglich abgestumpft', gestützt wird. eine gleiche begriffswandelung hat auch bei kumpf (vergl. theil 5, sp. 2615 oben) stattgefunden, dessen etymologische verwandtschaft zu unserm humpen indes höchst zweifelhaft ist. Das geschlecht von humpe ist beim frühesten vorkommen des wortes feminin, erst seit dem 18. jahrh. männlich: die humpe, patera, amphora, vitrum amplum et capax ... grosze humpe, cyathus, crater magnus, et cratera, congius Stieler 866; humpe, culullus, einem mit groszen humpen zusetzen, multis aliquem urgere culullis et torquere mero Hederich 1339 und danach Steinbach 1, 792; culullus, ein runder becher, weinkrusel, irdener [] opferbecher, humpe, irdenes geschirr Kirsch cornucop.; das wort ist vielleicht zufrühest nur ein aus einer mundart aufgegriffener studentenausdruck gewesen, und dann weiter vorgedrungen, wie so mancher andere, denn seine lebendige anwendung ist zufrühest von dorther bezeugt: wir nahmen das buch der vier könige und lieszen die groszen humpen wacker dabei herumbgehen. jugend eines reuigen studenten (1664) A 6b; also dasz herr Storax dem Florindo eine humpe zutrank. Chr. Weise erzn. 148; er verstund sich endlich auf die humpe (d. h. mit ihr bescheid zu thun). 149; alle dinge .. lieber allein thun, als so hinter einer humpe gepflanzt sein, ohne prosit und proficiat. Fr. Müller 2, 181; ein humpen, aus dem die kurfürsten gezecht, ist schön. Bettine briefe 1, 50; hastu die grosze hump jetzt redlich ausgemacht? so wirf sie auf den tisch, das alles klingt und kracht. W. Scherffer grobian. (1640) s. 146 bei Fromm. 4, 172; doch mit gebein und glied und kopf blieb er (der mensch) ein halber klumpen, bis endlich Noah für den tropf das wahre fand, den humpen. Göthe 5, 14; der stadtrath musz sein lager auch verzapfen, man greift zu humpen, greift zu napfen. 41, 14; gib, o schenke, die gläser mäszigen lumpen, und mir reiche den unermeszlichen humpen. Rückert 369.
3314 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Humpe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Humpe , plur. die -n, oder der Humpen, des -s, plur. ut nom. sing. ein Trinkgeschirr von ungewöhnlicher Größe. Aus g…

  2. modern
    Dialekt
    Humpe

    Rheinisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Humpe RhWBN homp, Pl. -pə Monsch-Rohren , MGladb-Rheind Schiefbahn Viersen Borschemich, Erk-Doveren Stdt Granterath , he…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit humpe

60 Bildungen · 59 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

humpe‑ als Erstglied (30 von 59)

Humpelbein

SHW

Humpel-bein Band 3, Spalte 779-780

Humpelbatse

WWB

Humpel-batse m. Person, die humpelt ( WmWb ).

Humpelbatz

RhWB

humpel·batz

Humpel-batz -ələ- Kemp-UWeiden ; -bǫts Kemp-SHubert m.: hinkendes Bein u. Hinkender.

Humpelbauer

RhWB

humpel·bauer

Humpel-bauer -ələbūr MGladb m.: Hinkender. — Im Kindersp. ‘Fuchs aus dem Loch !’, H., de Bur herut!

Humpelbein

MeckWB

humpel·bein

Wossidia Humpelbein m. Spottname für einen Hinkenden Mi 35 a . Me. 2, 927.

Humpelbē²n

WWB

hump·elben

Humpel-bē²n n. [verstr.] 1. Person, die humpelt. — 2. humpelndes Bein (Lippe WWB-Source:219:Oesterh Oesterh ). — 3. Kerngehäuse des Apfels (…

Humpeldei

MeckWB

humpel·dei

Wossidia Humpeldei m. Spottname für ein hinkendes Kind: Hans Humpeldei Ritt sin Hemd vör 'n Noors intwei Sta Stargard@Ahrensberg Ahr .

Humpeldipumpel

MeckWB

Wossidia Humpeldipumpel n. im Volksrätsel 1. das Ei Wo. V. 1, 20. 2. m. der Kirschbaum 186.

humpelen

ElsWB

hump·elen

PfWB RhWB hump e le n [hùmplə selten U. ] hinken. Er is t a l s do ne rum ghump e lt. — Bayer. 1, 1113.

Humpelē²nunddeªrtig

WWB

Humpel-ē²n-und-deªrtig m. [ die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel Gel Dor] Person, die humpelt, hinkt.

humpeler

Lexer

humpe·ler

humpeler stm. schiffleute, die kleine nachen ohne segel ( s. humpelnache) führen Frankf. baumstb. 1387 f. 11 b . brgmstb. 1441 vig. V. p. in…

Humpelerīe

WWB

humpel·e·rie

Humpelerīe f. Hinkerei ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl).

Humpeler(t)

WWB

humpel·ert

Humpeler(t) m. [verstr.] 1. Person, die humpelt. — Paarformel: Hümpler un Stümpler „Pfuscher“ ( Kr. Warburg Wbg Kr. Warburg@Neuenheerse Nh )…

Humpeleⁿ

Idiotikon

Humpeleⁿ Band 2, Spalte 1302 Humpeleⁿ 2,1302

humpelig

RhWB

humpelig Allg. Adj.: 1. hinkend; h. op de Ben sen; h. gohn Rip, Allg. — 2. a. der Weg es h. holperig Köln-Weiss . — b. h. arbeden; en h.ə Ar…

Humpelmann

RhWB

humpel·mann

Humpel-mann Mörs-Birten ; -mę·n.kə MGladb-Mülfort m. (n.): dass.

humpeln

DWB

hump·eln

humpeln , hümpeln , verb. , iterativ zu dem unten folgenden humpen, in zwei hauptbedeutungen. 1 1) schwerfällig und schlecht gehen, untersch…

humpelnache

Lexer

humpel·nache

humpel-nache swm. nachen ohne segel Frankf. brgmstb. 1432 vig. III. p. Urbani. humpeler nache Mone z. 9,33 ;

humpe als Zweitglied (1 von 1)

schumpe

DWB

schumpe , f. , vgl. DWB schumpel . 1) meretrix, sprichw.: es ist schumpe als hure. Eiselein 557 . Simrock sprichw. 9282 . Wander 4, 390 ; mh…