Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Herold m.
Herold m.
Herold m. ‘Bote eines Fürsten’, spätmhd. heralt, heralde (14. Jh.) ist entlehnt aus afrz. mfrz. hiraut (mit vokalisiertem vorkonsonantischem l aus *hiralt), heraut (frz. héraut) bzw. dessen latinisierter Form mlat. heraldus (s. Heraldik). Das afrz. Wort wiederum wird auf eine germ. Zusammensetzung anfrk. *heriwald (s. Heer und walten) zurückgeführt, die einen (höheren) Heeresbeamten bezeichnet haben muß und als Personenname für einen Bataverfürsten in der Form Chariovalda bereits bei Tacitus begegnet (vgl. auch aengl. Hereweald, asächs. Heriold, anord. Haraldr). Bei der Übernahme aus dem Afrz. bedeutet spätmhd. heralt ‘Aufsichtführender beim Turnier, der über die Wettkampfregeln und die Rittermäßigkeit der Teilnehmer zu wachen hat’. Der frz. Aussprache des Anlauts folgend, erscheint das Wort seit dem 14. Jh. auch in der Form erhalt und wird fälschlich, wie die Namen Ehrenhalt, Ehrenhold (noch im 19. Jh.) bezeugen, mit Ehre (s. d.) in Verbindung gebracht. Andererseits kann Herold (wie schon afrz. hiraut) den Sinn ‘Gaukler, Spielmann’ annehmen und in frühnhd. Zeit für lat. nebulo und vagus stehen. Mit dem Niedergang des Rittertums und des Turnierwesens verschwindet das Amt des Turnieraufsehers. Herold wird seitdem noch historisch oder in Bedeutungen wie ‘Ausrufer, Verkünder, Bote’ verwendet.